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Analyse von André Stagge Aktienmärkte: Diese 3 Charts warnen vor dem nächsten Crash

Crash-Signale an den Aktienmärkten
Grafik: ChatGPT

Die aktuellen Entwicklungen an den Aktienmärkte geben laut André Stagge Anlass zur Vorsicht. Im Zentrum seiner neune Analyse mit dem Titel „Diese 3 Charts warnen vor dem nächsten Crash“ stehen drei Charts, die zusammengenommen ein potenziell kritisches Bild für den S&P 500 und das makroökonomische Umfeld zeichnen. Besonders auffällig ist dabei die hohe Ähnlichkeit zur Marktsituation vor früheren Korrekturphasen, was die Diskussion um einen möglichen Crash befeuert.

Aktienmärkte senden Crash-Signale

Im ersten Chart identifiziert Börsenprofi André Stagge ein wiederkehrendes Muster im S&P 500, das auf eine Fortsetzung der Korrektur an den Aktienmärkten hindeutet. Nach einer längeren Phase stabiler Kursanstiege folgt typischerweise eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Genau diese Konstellation zeigte sich in den vergangenen Monaten erneut. Historisch markieren solche Konsolidierungsphasen häufig Wendepunkte, insbesondere wenn sie mit weiteren technischen Signalen zusammenfallen. Ergänzend wurde jüngst die für den übergeordneten Trend wichtige 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen – ein klassisches Signal für einen Trendwechsel. Parallel zeigt sich, dass die erste Korrekturbewegung erneut im Bereich von rund zehn Prozent liegt, was exakt dem Muster des April-Crashs entspricht, nachdem Donald Trump globale Zölle angekündigt hatte.

Besonders relevant wird die Analyse durch die Projektion möglicher Folgebewegungen. Nach einer technischen Gegenbewegung, die ebenfalls in ähnlicher Größenordnung wie in der Vergangenheit ausfällt, steht typischerweise ein erneuter Test der 200-Tage-Linie an. Sollte dieser nicht nachhaltig überwunden werden, droht den Aktienmärkten eine weitere Abwärtsbewegung von erneut rund zehn Prozent. Diese charttechnische Konstellation deutet darauf hin, dass der S&P 500 kurzfristig erhebliches Rückschlagpotenzial besitzt, insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, hoher Energiepreise und nachlassender Zinshoffnungen.

Zinswende als Belastungsfaktor

Der zweite entscheidende Faktor liegt im Zinsumfeld. Die Rendite 2-jähriger US-Staatsanleihen, die aktuell bei 3,85 Prozent notiert, signalisiert laut Stagge eine klare Verschiebung der Markterwartungen. Während viele Marktteilnehmer bislang von fallenden Zinsen ausgegangen sind, zeigen die aktuellen Bewegungen ein anderes Bild: Die kurzfristigen Renditen liegen über der Fed Funds Rate – derzeit bei 3,64 Prozent – und deuten darauf hin, dass der Kapitalmarkt künftig eher mit steigenden Zinsen rechnet. Diese Entwicklung entspricht historischen Mustern aus dem Jahr 2022, als eine vergleichbare Konstellation mit fallenden Aktienmärkten einherging. Der folgende Chart von TradingView zeigt den Ausbruch der 2-jährigen US-Anleiherenditen über die Fed Funds Rate.

Stagge sieht S&P 500 unter Druck: Drei Charts mit Crash-Signal für Aktienmärkte
Renditen 2-jähriger US-Staatsanleihen vs. Fed Fund Rate

Die Implikationen sind erheblich. Steigende Zinsen entziehen den Aktienmärkten Liquidität und erhöhen gleichzeitig die Finanzierungskosten. Besonders problematisch ist dabei, dass die aktuelle Inflation angebotsgetrieben ist – etwa durch steigende Energiepreise im Zuge des Nahostkonflikts – und somit nur begrenzt durch geldpolitische Maßnahmen bekämpft werden kann. Die Notenbanken laufen Gefahr, durch restriktive Politik das Wachstum zusätzlich zu belasten, ohne die Ursachen der Inflation effektiv zu adressieren.

Der dritte und laut Stagge wichtigste Chart betrifft den Ölmarkt. Der Brent-Preis hat sich in kurzer Zeit massiv verteuert und befindet sich in einem stabilen Aufwärtstrend. Diese Entwicklung wirkt wie ein systemischer Stressfaktor für die Aktienmmärkte. Steigende Ölpreise erhöhen nicht nur den Inflationsdruck, sondern führen auch zu Liquiditätsengpässen, da Marktteilnehmer Kapital umschichten müssen. In solchen Phasen geraten sowohl Aktien als auch Anleihen unter Druck, während selbst klassische Absicherungsinstrumente wie Gold an Attraktivität verlieren können.

In der Gesamtschau entsteht ein kohärentes Risikoszenario: Schwäche im S&P 500, eine restriktivere Zinsperspektive und ein anhaltend hoher Ölpreis verstärken sich gegenseitig. Für Investoren bedeutet dies eine Phase erhöhter Unsicherheit, in der kurzfristige Rücksetzer an den Aktienmärkte deutlich wahrscheinlicher werden.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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6 Kommentare

  1. Trump hat bald fertig

    Dazu passt, Video von Lars Erichsen – Crash am 8. oder 9.April- Bondemissionen mit immer höheren Schulden könnten der nächste Schwarze Schwan sein. Aber typisch, der Permabulle bringt einen reisserischen Titel und sieht es trotzdem anderst. Es könnte sein,dass die Iraner die US- Bonds kaufen,dann haben sie die Amis total im Würgegriff.
    Wie sich die Zeiten ändern, der Fast Friedensnobelpreisträger wird in kurzer Zeit zum Kriegsverbrecher.

  2. Doch nix mit Crash, Herr Stagge?

  3. Die Analyse von Herrn Stagge finde ich sehr plausibel, er gibt auch keinen genauen Termin für die Korrektur.
    Der Kommentar von Dr. Immerfalsch finde ich verwerflich und typisch für unbelehrbare Permabullen. Das Mantra,dass Aktien immer steigen wird in einem Video von Andreas Beck plausibel angezweifelt.
    Aktien wurden in den letzten 30 Jahren wegen Tina ( Null oder Negativzinsen) gepusht weil es keine Alternativen gab und dies besonders für die Ami- Aktien.Jetzt gibt es Alternativen ( Zinsen und Rohstoffe) und es ist wahrscheinlich,dass den Aktien ein schlechtes Jahrzehnt bevorsteht.
    Das Beispiel Japan sollte allen eine Warnung sein.

    1. Wechselbalg, wie laufen deine Shorts? Immer noch am Aussitzen der vorübergehenden Hausse? Der NASDAQ hat innerhalb weniger Tage 2000 Punkte plus gemacht, die ich fast voll mitgenommen habe. Du wirst es nie kapieren.

  4. Multimut hat nichts unter dem Hut

    @ Multimut- Fan. Nach jeder verpassten Korrektur wo du mindestens 10% des ganzen Vermögens verloren hast, bluffst du mit Super- Dip – Gewinnen, beweisen wolltest und konntest du es noch nie.Der verschmähte Wechselbalg hat die ganze Korrektur mitgenommen und mit Öl- Calls total 200K in einem Monat verdient.
    Du als kleiner Balljunge solltest endlich die Überlegenheit von Ronaldo anerkennen.

    1. Ronaldobalg ist alt

      Ronaldo ist alt geworden und sollte sich besser auf Fußball ⚽️ konzentrieren, statt an der Börse zu zocken, wovon er keine Ahnung hat 😂

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