Das epische Comeback der Wall Street wirft viele ungelöste Markträtsel auf. Trotz der anhaltenden Risiken im Zusammenhang mit der Zollpolitik von Donald Trump legten die US-Aktienmärkte die zweite Woche in Folge deutlich zu. Sowohl der Leitindex S&P 500 als auch der Technologieindex Nasdaq 100 überwanden wichtige technische Marken, da die Anleger vor allem bei Technologie-Aktien zuschlugen. Die Aktienmärkte laufen jedoch Gefahr, einen Fehler der letzten Jahre zu wiederholen, indem sie die Politik der Fed falsch einschätzen und die Dollar-Schwäche ignorieren.
Aktiemärkte mit epischem Comeback
Es war die Woche, in der die Wall Street wieder in Schwung kam. Die Aktienmärkte erholten sich trotz des Handelskriegs und einer möglichen Rezession bzw. Stagflation in den USA. Die US-Indizes sind dabei die Verluste des Zollschocks von Anfang April wettzumachen. Einem Bericht von Bloomberg zufolge lösten Anleger ihre Positionen in sicheren Häfen wie Gold und Anleihen auf und kauften spekulative Anlagen, von Kryptowährungen bis hin zu unprofitablen Technologieunternehmen.
Doch jenseits der Erleichterungsrallye – die auf der Hoffnung beruht, dass das Weiße Haus bald genug Handelsabkommen abschließen wird – gibt es Warnsignale im Finanzökosystem. Trotzdem gehen Hedgefonds, Kleinanleger und Daytrader wieder hohe Risiken ein.
Die Signale vom Anleihemarkt deuten darauf hin, dass sich die Federal Reserve in einer politischen Zwickmühle befindet und die Hoffnungen, dass Jerome Powell & Co. die Zinsen schnell senken können, gefährdet sind. Die Weltreservewährung Dollar verliert weiter ihren Kompass, während sie sich gegen die Entwicklung der Treasury-Renditen stemmt. Ähnliche Widersprüche spielen sich bei Krediten und Aktien ab, während die Bullen mit steigenden Insolvenzen und sinkenden Gewinnschätzungen kämpfen.
Während Widersprüche zwischen verschiedenen Anlageklassen ein regelmäßiges Merkmal der Handelslandschaft sind, sind die aktuellen Verwerfungen an den Märkten nach Ansicht von Phil Pecsok, Chief Investment Officer von Anacapa Advisors, bemerkenswert.
„Wir wissen wirklich nicht, ob es Zölle, Zollerleichterungen, niedrigere Steuern oder Vergeltungsmaßnahmen geben wird. Daher ist es sehr schwierig, die grundlegende Geschichte zu verstehen“, sagte er. „Niemand weiß etwas. Die Aktienmärkte befinden sich im Niemandsland.“

Wall Street tappt im Dunkeln
So schnell, wie die Händler nach den Zolldrohungen von Präsident Donald Trump das Weite gesucht hatten, so schnell kamen sie zurück und trieben die US-Aktienmärkte an neun Handelstagen in Folge in die Höhe – so wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Kreditspreads haben sich inmitten einer Emissionsflut verengt, während Bitcoin, das vor drei Wochen noch bei 77.053 Dollar gehandelt wurde, erneut die sechsstellige Marke anpeilt.
Hintergrund des Anstiegs sind Spekulationen, dass das Schlimmste von Trumps Handelsstreitigkeiten überstanden ist, und Anzeichen, dass die US-Wirtschaft weiterhin stabil ist, da die Daten vom Freitag eine unveränderte Arbeitslosenquote von 4,2% zeigten.
Dennoch herrscht an den Märkten eine gewisse Skepsis, die die Erholung der Aktienmärkte um 5 Billionen Dollar in weniger als zwei Wochen in Frage stellt. Die Besorgnis an den Aktienmärkten hat nachgelassen, bleibt aber hoch. Selbst nach einer dreiwöchigen Erholung liegt auch der globale Finanzstressindikator der Bank of America immer noch deutlich über dem Niveau, das in den acht Monaten vor Trumps Warnungen zum „Tag der Befreiung“ am 2. April erreicht wurde.
Fehleinschätzung in Bezug auf die Fed
Ein Hauptproblem besteht darin, dass Händler wieder in Risiken investieren, da sie davon überzeugt sind, dass eine Lockerung der Geldpolitik der Fed unmittelbar bevorsteht, obwohl die marktbasierten Inflationserwartungen nur zaghafte Anzeichen einer Abschwächung zeigen. Während die Derivatehändler ihre Wetten auf Zinssenkungen nach den Arbeitsmarktdaten vom Freitag reduzierten, gehen sie immer noch von drei Zinssenkungen bis 2025 aus.
Gleichzeitig stiegen die einjährigen Inflationsswaps Anfang April auf den höchsten Stand seit 2022, da die Auswirkungen der Zölle auf die Importpreise befürchtet werden. Trotz eines Rückgangs liegen sie immer noch mehr als 70 Basispunkte höher als im Januar.
Für Henry Allen, Makrostratege bei der Deutschen Bank AG, ist dies ein Rezept für Enttäuschung angesichts des aggressiven Tons, den Powell in seinen Reden im April anschlug, und der Erfahrungen von 2022, als die Anleger die Entschlossenheit der Fed unterschätzten, den Preisdruck zu beseitigen.
„Die Aktienmärkte laufen Gefahr, einen Fehler der letzten Jahre zu wiederholen, indem sie eine Fed einpreisen, die im Vergleich zu dem, was tatsächlich passiert, viel zu dovish ist“, schrieb er in einer aktuellen Notiz.

Warnsignal Dollar-Schwäche
Der Makrostratege weist auch auf die unangenehme Tatsache hin, dass sich die Bindung des Dollars an festverzinsliche Wertpapiere weiter lockert. Theoretisch müsste die US-Währung gegenüber dem Euro aufwerten, wenn die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen gegenüber vergleichbaren deutschen Anleihen steigen und umgekehrt. Das liegt zum Teil daran, dass höher verzinste Anlagen Geld anziehen und damit die Attraktivität der heimischen Währung erhöhen. Seit Anfang April ist dieser Zusammenhang jedoch gestört.
Für Lawrence Creatura, Fondsmanager bei PRSPCTV Capital LLC, ist die Schwäche des Greenback ein klares Zeichen dafür, dass die USA an Einfluss auf ihre globalen Handelspartner verlieren, was an den Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 erinnere, der zur Verschärfung der Großen Depression beitrug.
„Wir machen gerade kleine Schritte in diese Richtung“, sagte er. „Wir gehen in der Zeit zurück und nähern uns wieder dem Zustand, in dem der Dollar in den USA kein verlässliches und sicheres Zahlungsmittel mehr ist.“

Rally trotzt fundamentalen und politischen Unsicherheiten
Der starke Anstieg des Risikoappetits an den Aktienmärkten fällt in eine Zeit, in der sich die wichtigsten Fundamentaldaten abschwächen. Ökonomen haben ihre Wachstumsprognosen in Erwartung eines Rückschlags durch den Handelskrieg gesenkt, während Analysten ihre Schätzungen für die Unternehmensgewinne in diesem und im nächsten Jahr nach unten revidieren, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Am Kreditmarkt haben sich die Risikoaufschläge für Hochzinsanleihen seit Anfang April verengt, obwohl die Zahl der Insolvenzen auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen ist.
Auch am Optionsmarkt hält die Angst an. Der Cboe Volatility Index (VIX), ein Maß für die erwartete Schwankung des S&P 500, liegt seit Ende März an jedem Handelstag über dem 6-Monats-Future. Dies ist die längste Phase seit der Pandemie-Krise im Jahr 2020 und deutet darauf hin, dass sich die Händler nach wie vor mehr um das Hier und Jetzt als um die Risiken der Zukunft sorgen. Ein Starinvestor rechnet damit, dass die Handelsunsicherheiten noch sechs Monate anhalten könnten und sagt: „Cash is King“ in der aktuellen Marktphase.
Alles in allem unterstreichen die anhaltenden Spannungen an der Wall Street die Ära der politischen Unsicherheit unter Trump 2.0″, so Maria Vassalou, Leiterin des Pictet Research Institute.
„Seit dem Ende des Kalten Krieges herrschte ein Klima des Freihandels, der Globalisierung und des Friedens. All dies ändert sich nun“, sagte sie. „Wir bewegen uns auf ein neues Gleichgewicht zu, das noch definiert werden muss.
FMW/Bloomberg
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Hallo und guten Abend zusammen. Der japanische Finanzminister hat gestern im japanischen Fernsehen gesagt das sie durchaus die 1,1 Billionen $ Staatsanleihen ins Spiel bringen könnten wegen den Zöllen des USA. Dues habe ich gerade auf Stock3 gelesen. Tja und Rothschild-China hat auch sehr US-Anleihen… Und nächste Woche darf der Merz nach Amerika zur Unterzeichnung der Kanzler-Akte, oi oi oi… Dass wird noch „lustig“… Vor allem weil der Merz genauso wie die Merkel damals und auch die aufmerksamen Zuhörer mitbekommen werden das Hr. Trump Frieden mit Germany schließen will! Doch hatte er damals auch gesagt. Wie kann dass denn sein wenn die BRD’LER unisono behaupten das der 4+2 ALS Friedensvertrag gilt. Als? Dieses Wort gibt einen Unterschied wieder 12>11… Also ist dieses Abkommen kein Friedensvertrag! Oi oi oi, dann geht es erstmal so richtig rund nicht nur an den Börsen! Was wird Powellchen der Panther dann machen? Hmm vllt wieder der ein oder Bank das Darlehen bzw die Möglichkeit welche zu geben und somit kleinere Betriebe u.co den Boden unter den Füßen weg ziehen? Hatte er ja bereits ende letzten Jahres gemacht. Und zu allem „Übel“ dort der Zwerg Medwedew mit der Vernichtung Kiews wenn auf der „Siegesparade“ eventuell ’ne Bombe explodiert. An „Deutschland“ traut der Kläffer ja nicht Ran, obwohl nicht nur er mit der totalen Zerstörung (Pulverisierung) „Deutschlands“ drohte. Aber der Beck (gleich ein sichtbarer Regent, Khan gleich der Wahre Herrscher hinter Putin) Putin vor ein paar Wochen sagte Russland (RF) wird „Deutschland“ nicht angreifen, selbst wenn sie könnten! Ha ha also haben diese gar keine Atombomben oder so! Und weil dieser inPut weiß das dann er Ärger mit der RD-ABSETZBEWEGUNG bekommt und Russland binnen Minuten eingeäschert ist! Dieses und noch einiges mehr sind Dinge, die sie z.B. nicht mitbekommen haben. Und Ducki-Trump-Schlumpf postete ein Foto von sich als Papst. Ein solcher ist bekanntlich der Vertreter des „Krist“ auf Erden. Der Duckilein zeigt mit dem rechten ZEIGEFINGER nach oben. Wissen den sagt dieses, dies ist eine Anweisung von ganz oben! In wessen Auftrag macht HR. Trump also all die Faxen seid seiner zweiten Regentschaft?…
Wohl an denn in die neue Welt! Ihnen allen noch ein schönes Wochenende.
???
Wie immer zwei Möglichkeiten. Oder drei? Nach unsern sehr geschätzen Herrn Bernecker DAX 24. 000.
Wenn dies und jenes Eintritt. 2020. Januar. Die Meldungen aus China sind Besorgniserregend. Die Wall Street tut so als wär nichts. Es zieht sich. Die Party geht weiter bis……. Der Markt reagiert manchmal in einer Psychologischen Selt samen Erwartung. Das PYSE Syndrom. Es kann alles passieren. Die Wetten sind gemacht.
Die Zukunft ist offen. Ausser die Fugmansche Hypothese kommt zum Tragen und trägt uns zwei mal am Tag durch die weiten des Finanzuniversums. Ein Dankeschön für beste Unterhaltung, Information auch an Jäger, Doi und allen Mitwirkenden dieser Plattform FMW. Auch ein Dankeschön an alle Kommentatoren.
PSE SYNDROM WOLLTE MAN NICHT SCHREIBEN. JEDOCH EIN GEWISSER WAHNSINN KÖNNT VORHANDEN SEIN.
@Stefan Jäger, danke, sehr guter Artikel. Er zeigt einmal mehr, dass die Indizes oft etwas anderes machen, als einem die Logik sagt.
Dieser dramatische und epische Anstieg der letzten vier Wochen war rein technisch bedingt, aus meiner Sicht eigentlich gut voraussehbar und geradezu unausweichlich. Da ist dann die Mechanik einfach stärker als die Logik. Doch jetzt kommen wir im Tageschart einiger Indizes an die obere Grenze, was zumindest sehr dafür spricht, dass zumindest vorübergehend mal der Rückwärtsgang eingelegt wird. Ich habe deswegen zum Ende der vergangenen Woche meine Long-Positionen geschlossen. Ggf, wäre ein letzter Squeeze nach oben ideal, um mit Short zu starten. Ich habe folgende Indizes mit gutem Short-Signal identifiziert: Dax, Eurostoxx, SMI und Dow. Ich rufe in Erinnerung, dass sämtliche Indizes teilweise noch gewaltige Aufwärtsgaps aufweisen, die nun gute Anlaufpunkte für eine Korrektur sind.
Merke, an der Börse werden „Kurse“ gehandelt und nicht die offensichtliche Logik.
Wie bestellt, fallen die Indizes und machen sich auf den Weg nach unten.
„Sell the rally“ hat sich nun voll ausgezahlt. Wunderschöner Move nach unten. Alle Short Positionen auf die obengenannten Indizes im fetten Plus. Ich nehme 80% vom Tisch und setze für den verbleibenden Rest großzügige Stopps.
„Seit dem Ende des Kalten Krieges herrschte ein Klima des Freihandels, der Globalisierung und des Friedens.‘
Ich denke, diese Einschätzung hängt sehr davon ab, in welchem Land man sich befindet.