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Aktienmärkte – es geht ruhig los, aber dann..

Wir stehen am Beginn der wichtigsten Handelswoche des Jahres!

Am heutigen Montag steht wenig auf der Agenda – aber das ändert sich dann im Verlauf der Woche! Vor allem die Fed-Entscheidung am Mittwoch mit einer wahrscheinlichen Zinssenkung von 0,25% dürfte die Aktienmärkte stark bewegen – vor allem die Aussagen der US-Notenbank, wie es mit den Leitzinsen weiter gehen wird steht dann im Fokus.

 

Der ungebrochene Glaube der Aktienmärkte an die Notenbanken

Am Donnerstag hatte die EZB die hochgesteckten Erwartungen eher enttäuscht – auch wenn klar scheint, dass auf der nächsten Sitzung im September neue, jedoch augenscheinlich ineffektive Maßnahmen ergriffen werden. Wie im Videoausblick thematisiert, hat die ulralaxe Geldpolitik die starke Abkühlung der Konjunkur nicht verhindern können – aber der Voodoo-Glaube der Aktienmärkte lebt dennoch weiter: man hofft, dass neue Liquidität ein Problem lösen könne, das mit Liquidität nichts zu tun hat. Unterdessen hagelte es geradezu vor Gewinnwarnungen vor allem deutscher Industrie-Konzerne, zuletzt Continental. Der Dax wirkt daher seit der EZB-Enttäuschung leicht depressiv..

Die dovishe Wende der Notenbanken, vor allem die Drehungen von Jerome Powell haben der Wall Street auf neue Allzeithochs verholfen – und das vor dem Hintergrund, dass die US-Berichtssaison bestenfalls als „gemischt“ bezeichnet werden kann. Neben positiven Überraschungen (Microsoft, Google) haben vor allem die Industrie-Schwergewichte wie Caterpillar und Boeing enttäuscht, dazu noch schwache Zahlen von Tech-Werten wie Amazon, Tesla und Netflix. Morgen kommen mit den Zahlen von Apple, AMD und MasterCard neue Impulse, wobei vor allem Apple entscheidend für den weiteren Verlauf werden dürfte.

Auffallend ist: die Marktbreite der Rally an der Wall Street – insbesondere bei den Tech-Werten, ist miserabel:

 

Die Rally steht also auf dünnem Eis – daher ist es so entscheidend, dass die Fed die Märkte nicht enttäuschen wird!

Es ist der Glaube der Aktienmärkte, dass die Notenbanken es schon richten werden, der ein Absacken der Kurse verhindert hat. Und doch zeigen sich bereits jetzt schon erste Anzeichen eines Kontrollverlustes der Notenbanken, die immer weniger Einfluß auf die Realwirtschaft haben, weil ihre Maßnahmen einen natürlichen Abnutzungseffekt haben.

Wann werden die Aktienmärkte realisieren, dass mehr von der selben Medizin die Krankheit nicht wird heilen können? Man kann Nachfrage-Schwäche und Überschuldung bei gleichzeitig mangelnder Produktivität und Alterung der westlichen Gesellschaften nicht durch Zinssenkungen oder Negativzinsen bekämpfen – strukturelle Probleme erfordern strukturelle Antworten, keine geldpoltischen. Der große Wendepunkt an den Aktienmärkten wird kommen, wenn diese Einsicht in die Köpfe der Investoren gelangt. Faktisch sind die Notenbanken ohnmächtig und ratlos, während vor allem die Aktienmärkte glauben, sie wären machtvoll und wüßten schon, was sie tun.

Nachdem das US-BIP am Freitag besser ausgefallen war als befürchtet, fürchten die Märkte nun, dass die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag ebenfalls gut ausfallen. Warum sollte die Fed die Zinsen in einem Senkungszyklus weiter absenken, wenn dafür realwirtschaftlich keine Notwendigkeit besteht? Wir stehen jedenfalls am Beginn der wichtigsten Handelswoche des Jahres!

 

 

Wall Street

By Emmanuel Huybrechts from Laval, Canada – Wall Street, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24768136



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4 Kommentare

  1. Das „aber dann..“ kommt erst noch, der Boris möchte der Donald sein…

    „3.30 Uhr: Trump stellt Johnson Handelsabkommen in Aussicht
    US-Präsident Donald Trump hat dem neuen britischen Regierungschef Boris Johnson ein „sehr umfangreiches“ Handelsabkommen in Aussicht gestellt. Der Handel zwischen beiden Ländern könnte deutlich ausgeweitet werden, sagte Trump am Freitag nach seinem ersten Telefonat mit dem neuen Premier. Die Gespräche über eine bilaterale Handelsvereinbarung für die Zeit nach dem EU-Austritt Großbritanniens liefen bereits.“

    Freitag, 26.07.2019, 16 Uhr: Johnsons Brexit-Strategie: drohen und erpressen
    Der neue britische Premierminister droht, die Austrittszahlungen für den Brexit zu verweigern. Das kann schwerwiegende Folgen für Großbritanniens Glaubwürdigkeit haben.

    https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_85503600/newsblog-zum-brexit-unternehmerverband-warnt-mitglieder-vor-notstand.html

    Na ja, mit dem Boris wird der Brexit, „total“ sein, ohne jedwede Folgen für GB, Nordirland-Konflikt , wen interessiert das ? – Wir doch nicht, Hauptsache „Brexit total“, keine Gelder mehr an Europa :D

    Alles super, was der Boris da macht und Europa wird vor dieser „Allmacht“ garantiert einknicken,

    Folgen für die britische Finanzindustrie ?!? , interessiert keinen… Alles egal, Hauptsache, Brexit total…

    Na, das dürfte interessant werden, ist doch sowieso derzeit ein Sommerloch…

    Das Britenloch wird kommen, wenn es so weiter geht. Zölle, Lkw-Staus usw…

  2. Darüberhinaus :

    „Die Rally steht also auf dünnem Eis“…

    Das stimmt doch nicht, der Markt pendelt seitwärts, gut, die Amis sind teurer als die Europäer. Aber bei Europa von einer Rally zu sprechen, wenn man im Jahr 2015, beim Dax bei 12500 Punkten stand, hört sich für mich nach „Bärensprech“ an ? :) :D

    Eine „Rally“ kann nur dann enstehen, sollte es zwischen den Aktien- wie den Anleihemärkten ein „faires Gleichgewicht“ geben, ohne Marktmanipulationen ?

    EZB, Rücknahme der Einlagezinssätze ?

  3. https://www.onvista.de/news/volkswirte-schweizer-notenbank-hat-wohl-am-devisenmarkt-interveniert-259481985

    Und die Erwartung der Marktteilnehmer, dass die EZB die Zinsen senkt ?!?

    und das bei einem katastrophalst hohen Bufu bei 174 Punkten !!??

    da fehlen mir einfach die Worte….

    Die EZB hat X-Ausreden gefunden, Südeuropa usw, die EZB begreift offenbar nicht, dass das nicht so weitergehen kann ?

    Nochmal, viel wichtiger wäre es, dass Lehman endlich vorbei wäre, welche eventuellen Minuszinsen bringen dem Markt an sich da irgendwas ? Offensichtlicher geht Marktmanipulation doch nicht ?

    – Fakt ist und bleibt (bei einer eventuellen Zinssenkung) dürfte sich der Markt an sich noch weiter, tiefer in die Bredoulille bringen.

    Wieso nennt ich sowas dann „Markt“ ?

  4. „Vor allem die Fed-Entscheidung am Mittwoch mit einer wahrscheinlichen Zinssenkung von 0,25% dürfte die Aktienmärkte stark bewegen – vor allem die Aussagen der US-Notenbank, wie es mit den Leitzinsen weiter gehen wird steht dann im Fokus.“

    Wenn die FED das tun sollte, stellt sich für die Leute, die über sogenanntes „Giralgeld“ verfügen, ob man das Geld nicht „unter die Matratze“ legen sollte ?

    Das würde , auf lange Sicht, zu einem „Standstill“ im Geldumkreislauf führen, sollten Banken für Giralgeld Negativ- Zinsen fordern müssen (!!).

    Eine eventuelle Zinssenkung für die Märkte an sich wäre sehr schädlich. Und zwar für alle !

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