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Aktienmärkte: Es riecht nach Ausbruch! Welche Richtung?

Aktienmärkte - kommt der Ausbruch?

Nach dem 6. September korrigierten die Aktienmärkte – es kam bei den großen Indizes zu einem (kleinen) Rücksetzer, der den S&P 500 von seinem Allzeithoch bei 4548 Punkten bis auf 4319 Punkte zurückwarf, binnen zwei Wochen. Den Dax von 15.932 Punkten in Richtung 15.000.

Die letzten drei Wochen mäandrierten die Kurse der Aktienmärkte um wenige Prozent, immer wieder bis an die Begrenzung der Aufwärtstrends (50-Tage-Linie) beim S&P 500 heran, um bei einem scheinbaren Ausbruch nach oben, stets zu Börsenschluss wieder nach unten abzudrehen. Nervige Kursbewegungen, aber keine Richtungsentscheidung, trotz immer schlechter werdender Wirtschaftsmeldungen. Was könnte diese seltsame Börsenphase verursachen?

Die Korrektur der Aktienmärkte und der bisher gescheiterte Versuch einer Bodenbildung

Aktienmärkte - der S&P 500 und die Korrektur

Verhindert der Pessimismus der Investoren eine stärkere Korrektur?

Das tägliche Mediengewitter um eine nicht mehr beherrschbare Inflation, Warnungen vor Lieferengpässen, vor Energiepreisen, die einen Winter bringen können, in dem die „Lichter und die Heizung ausgehen“, Abstufungen des Wirtschaftswachstums und die handfeste Gefahr einer Stagflation, einem kleinen Horrorszenario für die Aktienmärkte schlechthin. Was um alles in der Welt hindert die Aktienmärkte daran, auch nur ein paar Prozente stärker in die Knie zu gehen?

Auch nicht am gestrigen Tag, als in Deutschland der ZEW-Index den fünften Monat in Folge nachgab und in Kreisen der Zentralbanken die Inflation als hartnäckiger als zunächst angenommen eingestuft werden musste, vermutlich zähneknirschend.

Im Übrigen könnte so etwas darauf hindeuten, dass die Notenbanker die heutigen US-Verbraucherpreise (CPI) schon kennen und prophylaktische Äußerungen bei einem Wiederanstieg der Inflationsrate tätigen. Sollten die Datenrate gegenüber dem Vormonat gefallen sein, wäre das für mich ein Beweis, dass die Notenbanken keine vorzeitigen Kenntnisse von Wirtschaftsdaten haben, denn warum sollte man sich dann in derartiger Weise geäußert haben?

Die Marktteilnehmer sind von all den gegenwärtigen Entwicklungen „not amused“, sondern sind sehr pessimistisch eingestellt, mehr noch, man hat die eigene Positionierung an einen kommenden Rückschlag angepasst.

Ob bei der Positionierung der Privatanleger im (AAII Sentiment), bei dem es vor Kurzem eine lange nicht mehr gesehene Bärenquote von über 40 Prozent gab, extrem hohe Zuflüsse in Shortzertifikate auf den Nasdaq, eine niedrige Investitionsquote der Fondsmanager in Aktien, ein Fear&Greed-Index mit 32 Punkten, der Angst andeutet. Kurzum, die Großinvestoren haben sich auf einen Rückschlag vorbereitet, die Kleinanleger werden durch ständige Hinweise auf einen volatilen und gefährlichen Monat Oktober gewarnt.

Deshalb haben wir eine Situation, die nicht üblich ist vor größeren Kurseinbrüchen der Aktienmärkte. Die Abschläge kommen zumeist, wenn man sie nicht erwartet aber bestimmt nicht bei einer langfristigen Ansage. Deshalb gibt es auch den berühmten Bild-Indikator, demzufolge eine außergewöhnliche wirtschaftliche Situation dann ihren Wendepunkt erreicht hat, wenn sie als Schlagzeile bei der Zeitung mit den vier Buchstaben erscheint – oder bei ihren ausländischen Pendants.

Die andauernde Korrektur

Ein ähnliches Prozedere kann man auch oft bei Korrekturphasen feststellen. Diese enden nicht, wenn bestimmte Marken erreicht werden, die wiederum allseits bekannt sind, wie die aktuell gebrochene 50-Tage-Linie beim S&P 500, sondern dann, wenn die Teilnehmer erschöpft und genervt sind von einem langen Hin- und Hergeschaukel. Wir haben einen Markt beim S&P 500, in dem es um die Marke von 4360 Punkten mal drüber und drunter geht, aber keine Richtungsentscheidung gefällt wird. So wie gestern, als es wieder zaghafte Versuche eines Ausbruchs nach oben gab, schlussendlich es doch wieder zu leichten Abgaben kam.

Fazit

Die Situation der Aktienmärkte fühlt sich an wie eine Pattsituation zwischen dem Anlagenotstand aufgrund der Minuszinsen und dem negativen Marktumfeld an, wie bei einem gespannten Band, welches zu reißen droht. Normalerweise hätte eine derartige Nachrichtenlage wie die aktuelle im Herbst schon lange zu einer saftigen Korrektur geführt. Aber scheinbar hat die Eindeutigkeit fallender Konjunktur- und Unternehmensdaten dazu geführt, dass es aufgrund der Positionierung der Anleger zu keinem Washout gekommen ist. Denn nach wie vor fließt unglaublich viel Kapital an die Märkte, allein durch die drei großen Zentralbanken und auch durch Kleinanleger, die durch die Minuszinsen an den Markt gespült werden.

Es riecht nach einem Ausbruch aus der Range, aber auch das ist Börse: Man weiß nicht nach welcher Seite, es gibt sehr viel Geld an der Seitenlinie. Vielleicht sind die heutigen US-Verbraucherpreise so ein Trigger, oder die Quartalsberichte?



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1 Kommentar

  1. Pingback: Irren die Aktienmärkte? Die Kluft zwischen Wirtschaft und Börse - kap.tv

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