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Aktienmärkte, Euro und Gold zum Wochenstart

Die Abwertung des Dollars dürfte daher der Dreh- und Angelpunkt werden für eine Neubewertung der Lage im Jahr 2020

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte nähern sich dem Ende eines starken Jahres! Nachdem der Dax am Freitag bei dünnem Handel leicht zulegen konnte, dürfte der deutsche Leitindex heute zum Wochenstart weiter um die 13300er-Marke pendeln. Die Impulse zwischen Weihnachten und Neujahr für die Aktienmärkte liefert nach wie vor die Wall Street, die am Freitag kurz vor Handelsschluß die vorherigen Gewinne weitgehend wieder abgab und unverändert schloß (Dow Jones und S&P 500, Nasdaq und Russell 2000 schlossen dagegen im Minus).

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Die Aktienmärkte am Ende des Jahres

In Asien schließt der Nikkei 0,76% tiefer – und scheitert damit erneut an der Marke von 24.000 Punkten. Der japanische Leitindex hat damit das Jahr beendet (morgen kein Handel) mit einem Plus von „nur“ 18,2% (also weniger als etwa Dax und S&P 500). In China dagegen heute steigende Aktienmärkte – weswegen die US-Futures trotz Schwäche des Nikkei höher tendieren als zum Schluß am Freitag.

A propos Wall Street: die US-Indizes halten sich auf hohem Niveau, aber die derzeitige Euphorie ist extrem: diese Euphorie ist gewissermaßen ein Spiegelbild zum Pessimismus genau vor einem Jahr, als die US-Indizes aus Panik vor der Fed-Politik heftig nach unten rauschten:

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Mithin könnte sich also das Geschehen vor einem Jahr wiederholen – mit genau entgegen gesetzten Vorzeichen aufgrund der immensen Überkauftheit. Viele sind bereits „all in“ auf der Long-Seite, so etwa US-Hedgefunds oder amerikanische Vermögenssverwalter (CTAs):

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Und US-Aktien damit in Relation zum US-BIP so hoch bewertet wie noch nie zuvor:

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Aber diesmal ist sicher alles anders – die Fed wird ja ewig die Märkte mit Liquidität fluten und damit eine ewige Rally der Aktienmärkte garantieren – oder etwa nicht? Und: mehr Optimismus in Sachen Handelskrieg als derzeit ist nicht möglich – das Verhalten Nordkoreas  zeigt, wie fragil die Lage nach wie vor ist (es ist sehr unwahrscheinlich, dass China keinen nachhaltigen Einfluß auf die Aktionen Nordkoreas hat). Noch ist der infaltionär angekündigte Deal nicht in trockenen Tüchern – und es wäre durchaus denkbar, dass eine schon Markt-technisch notwendige Korrektur der  Aktienmärkte deshalb eintritt, weil es zu diesem Deal dann doch nicht kommt.

 

Der Dollar wird abverkauft

Interessanter als die in den letzten Tagen nicht mehr besonders signifikanten Bewegungen an den Aktienmärkten ist das, was zuletzt mit dem Dollar passiert ist: der Greenback wird kontinuierlich verkauft. Davon profitiert der Euro, der soeben die 1,12er-Marke überwinden konnte. Aber auch Gold, das wieder deutlich über der Marke von 1500 handelt (dazu heute später ein ausführlicher Artikel).

Warum wird der Dollar abverkauft? Die Märkte ahnen, dass die Fed ihre Absichten in Sachen Zinsanhebungen komplett begraben hat und in 2020 die Füsse still halten wird. Wenn die Fed etwas unternimmt bei den Leitzinsen, dann eher eine Senkung als eine Anhebung. Und damit schwindet der Zinsvorteil des Dollars immer mehr im Vergleich zu anderen Währungen.

Und das wiederum dürfte Auswirkungen haben, die das Jahr 2020 bestimmen könnten: ein schwächerer Dollar ist gut für die Aktienmärkte der Emerging Markets, gut für Rohstoffe allgemein – und nicht so gut für den US-Aktienmarkt. Zwar profitieren die „multinationals“ – also die US-Konzerne mit viel internationalem Geschäft – von einem schwachen Dollar. Aber für ausländische Investoren wird ein Investment in die Aktienmärkte der USA unattraktiver, wenn der Dollar an Wert verliert.

Überhaupt könnte das Jahr 2020 für den Dollar einen Wendepunkt bedeuten nach der langen Rally der letzten Jahre: die Fed wird immer mehr zum Finanzierer der Trumpschen Schuldenpolitik, und die immer schneller ansteigende Verschuldung mit immer neuen Anleiheemissionen zur Finanzierung derselben bedeuten faktisch eine Dollar-Schwemme, die den einzelnen Dollar eben entwertet. Die Abwertung des Dollars dürfte daher der Dreh- und Angelpunkt werden für eine Neubewertung der Lage im Jahr 2020!

Die Aktienmärkte dürften im Jahr 2020 vor allem auf den Dollar reagieren

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    sabine

    30. Dezember 2019 09:27 at 09:27

    Ich glaub, es wird 2020 Tweets oder (wie vor mehr als 2 Jahren im Dauerfeuer) inflationäre „Zinsanhebungsandeutungen“ der Fed geben, um den Eindruck einer Zinsanhebung zu geben. Das wird den Dollar wieder heben.

  2. Avatar

    Torsten

    30. Dezember 2019 12:39 at 12:39

    Zinsanhebungsandeutungen – schönes Wort

    parallel könnte man Zinsabsenkungsandeutungen posten – oder wie 2019 ChinaDealPhaseOneVertragsunterzeichungsandeutungen :))

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Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

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Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

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Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

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Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

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