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Aktienmärkte fallen: Iran droht – TACO-Trump in der Falle

Der Ölpreis steigt, die Aktienmärkte fallen. Der Iran macht massiv Druck, und Donald Trump steckt in der Falle.

Donald Trump
Donald Trump. Foto: Yuri Gripas/Abaca/Bloomberg

TACO-Trump sitzt in der Falle! Die Aktienmärkte sind im Verlauf des Tages stärker unter Beschuss geraten. Der S&P 500 notiert aktuell 1,2 % im Minus. Der Brent-Ölpreis steigt aktuell über 100 Dollar, denn der Iran intensiviert seine Angriffe in der Golf-Region. Je höher der Ölpreis, desto schlechter für die Verbraucherländer, die unter steigenden Kosten zu leiden haben. Seit 14:20 Uhr kommen noch die Aussagen des neuen iranischen Obersten Anführers Mojtaba Khamenei hinzu. Er sagte, die Straße von Hormus solle geschlossen bleiben. Und Länder in der Region sollten ihre US-Stützpunkte schließen. Der Iran werde seine Angriffe fortsetzen. Und der Iran überlege, neue Fronten zu eröffnen, wo der Feind verwundbar sei. Damit dürften die Houthis im Jemen gemeint sein, die das Rote Meer blockieren könnten. Das wäre eine weitere Eskalation des Iran-Kriegs.

Aktienmärkte im aktuellen Vergleich zum Ölpreis

Donald Trump zeigt sich aktuell mehr als bereit den Krieg noch drei bis vier Wochen fortzusetzen. Aber hatte nicht erst jüngst gesagt, der Krieg werde bald beendet sein? Die Straße von Hormus jedenfalls bleibt für die allermeisten Schiffe gesperrt. Der Iran ist sich offensichtlich bewusst, dass man auf Zeit spielen muss, dass man die Straße von Hormus möglichst lange blockieren muss, dass man weiterhin Nachbarn angreifen muss, damit der Ölpreis möglichst lange hoch bleibt oder noch weiter ansteigt. Für die Aktienmärkte ist dies das denkbar schlechteste Szenario.

Und für Donald Trump ist es gleich doppelt schlecht. Große Teile seiner Wählerschichten dürften wie andere Amerikaner auch in Aktien engagiert sein. Kursverluste oder gar ein Crash wären ein Desaster für die Stimmung und für die Konsumlaune seiner Wähler. Noch schlimmer sind die steigenden Tankstellenpreise und die steigenden Brennstoffkosten für die Unternehmen in den USA. Das belastet die Volkswirtschaft und die Kaufkraft der Verbraucher. Und Donald Trump will die Zwischenwahlen im November gewinnen! Dieser Faktor ist gar nicht hoch genug einzuordnen, denn die Amerikaner wählen auch gerne mal sehr pragmatisch und sprunghaft. Steigen die Lebenshaltungskosten stark an, obwohl Trump das Gegenteil versprochen hatte? Dann kann er auch übel abgestraft werden an der Wahlurne.

Bleibt Trump bei seinem Kurs und zieht den Iran-Krieg weiter hart durch, und hält der Iran weiter hart dagegen – wonach es derzeit aussieht – könnte der Ölpreis weiter ansteigen, was für die Aktienmärkte weitere Abstürze oder sogar richtige Crash-Szenarien möglich macht. Also ist TACO-Trump in der Falle (TACO = Trump always chickens out). Oft hat Trump seit April 2025, wenn die Aktienmärkte wegen seinen Handlungen und Aussagen fielen, die Sache wieder ausgebügelt, die Kurse stiegen wieder. Was wird er jetzt tun? Fallen die Kurse zu stark, klettern die Tankstellenpreise zu sehr an – wird er sich genötigt fühlen, den Iran-Krieg zu beenden. Das könnte gut möglich sein. Aber natürlich geht es um ein gesichtswahrendes Ende, bei dem er sich selbst als den großen Sieger inszeniert, der alle Kriegsziele erreicht hat.

Aber in diesem Augenblick scheint Trump angeschlagen zu sein. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass das Regime in Teheran wirklich an der Macht bleibt. Er muss einen Ausweg finden.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Das Konsumklima hat ja nun einmal in der US-Volkswirtschaft einen entsprechenden Stellenwert. Und es war das OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran, welches sich an die Vorgaben des JCPOA-Abkommens 2015 hielt. Und es war der 45. US-Präsident Donald John Trump, welcher das genannte Abkommen 2018 einseitig aufkündigte. Und es war der 47. US-Präsident Donald John Trump, welcher inmitten von Verhandlungen am 28.02.26 die Flugzeuge Richtung Teheran aufsteigen ließ.

  2. Der Iran packt das falsch an. Er müßte auf Zeit spielen und sich als das unschuldige Opfer darstellen um den politischen Widerstand in allen Ländern gegen den „völkerrechtswidrigen“ Angriff zu stärken. Stattdessen zeigt er allen Nachbarn sein wahres Gesicht – vor der Zeit – und bestätigt damit Vorurteile der anderen Moslems gegen die Schiiten.
    Je mehr sich die Stimmung verschlechtert, desto eher werden Israel und die USA geneigt sein, andere, drastischere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, weil die politischen Kosten dafür sinken.

    Welches Problem hat der Iran eigentlich damit, öffentlich auf das Staatsziel „Vernichtung Israels“ zu verzichten? Und warum kommt diese Forderung nicht aus allen Ländern?

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