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Neue US-Rekorde - aber jetzt die Einsicht? Aktienmärkte fallen – steigende Anleiherenditen immer noch unterschätzt

Die Aktienmärkte in den USA erreichen neue Rekorde, mal wieder. Über Nacht fallen die Kurse. Denn stark steigende Anleiherenditen belasten.

Grafik:ChatGPT

Seit gestern Abend fallen die Aktienmärkte. Aber von was für einem hohen Niveau aus bitteschön? Rekorde, Rekorde, und nochmal neue Rekorde in den letzten Wochen! Und über Nacht sehen wir den S&P 500 Future mit 0,77 % im Minus. Auch für den Dax sehen wir heute früh eine Abwärtstendenz. Da ist es schon aus markttechnischer Sicht normal, dass Aktienkurse auch mal ein Stück zurückkommen. Aber parallel sind Anleiherenditen seit Tagen deutlich am Ansteigen, so auch heute.


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Aktienmärkte fallen nur minimal – Anleiherenditen steigen

Die höheren Anleiherenditen sind eine unterschätzte Gefahr, die bei Aktienanlegern offenbar immer noch ignoriert wird. Im Chart sehen wir seit dem 21. April: Die Aktienmärkte in den USA befinden sich in einer Mega-Rally. Der US500 CFD stieg seitdem von 7.124 Punkte auf gestern Abend 7.512 Punkte, um bis jetzt nur auf 7.452 Punkte zu fallen. Das ist im größeren Bild betrachtet immer noch ein winziger Rückgang. Gleichzeitig steigt die zehnjährige US-Anleiherendite seit dem 21. April von 4,25 % auf 4,53 %. Das ist eine große Bewegung!

Aktienmärkte und Anleiherenditen steigen parallel an

Inflation steigt weiter an?

Der Iran-Krieg dauert an – auch wenn gerade Waffenruhe herrscht. Und das Xi-Trump-Treffen scheint auch keine Neuigkeiten zu bringen, dass Peking in irgendeiner Weise auf den Iran einwirken könnte. Damit sagen sich die Anleihemärkte: Weiter anhaltende Brennstoffknappheit, noch höhere Inflation in Aussicht. Dienstag und Mittwoch zeigten neueste US-Preisdaten deutlichen Auftrieb bei der Inflation! Als Ausgleich wollen Anleger, die Anleihen kaufen, höhere Renditen sehen. Und sie erwarten von Zentralbanken weltweit auch steigende Zinsen, was man in den Anleiherenditen sofort einpreist.

Teurere Kreditzinsen belasten Aktien – eigentlich


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Wo ist das Problem mit den steigenden Anleiherenditen? Sie sind quasi der Ausgangspunkt für Kreditzinsen für Verbraucher und Unternehmen. Damit machen die steigenden Anleiherenditen neue Kredite im ganzen Wirtschaftskreislauf umgehend teurer, was die Konjunktur belasten dürfte. Daher reagieren Aktienmärkte eigentlich negativ auf deutlich steigende Renditen. Aber diesmal wurde dieser Aspekt ignoriert, wie auch der Iran-Krieg selbst. Man überdeckt bislang noch alles mit der großen KI-Euphorie, die für einen Teil der Unternehmen glänzende Geschäfte mit sich bringt.

Analystenkommentar

Die Aktienmärkte legten zu (bis gestern Abend) und ignorierten dabei die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf Preise und Inflationszahlen, so schreibt es heute früh Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst beim Broker Swissquote. Weiter schreibt sie, dass die im Laufe dieser Woche veröffentlichten Inflationsdaten einen steigenden Preisdruck in der Eurozone bestätigten und davor warnten, dass sich die Inflation sowohl auf Verbraucher- als auch auf Erzeugerebene in den USA schneller als erwartet beschleunigte. Die jüngsten US-PPI-Daten stiegen auf 6 % – den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren – da die Energiepreise in die Höhe schossen, während die heute Morgen veröffentlichten japanischen PPI-Daten einen ähnlichen Anstieg widerspiegelten: Sie lagen bei atemberaubenden 5 %, dem höchsten Stand seit Mitte 2023.

Die steigende Inflation trieb die Anleiherenditen weiter in die Höhe, was die anhaltend restriktive Preisgestaltung in den Erwartungen der globalen Zentralbanken widerspiegelte. Die Rendite zweijähriger US-Anleihen stieg über 4 %, während die Rendite zehnjähriger japanischer Anleihen heute Morgen um fast 3,80 % auf rund 2,75 % kletterte – weit über das Niveau von 1,75 %, das als Schwelle gilt, ab der japanische institutionelle Anleger (Lebensversicherer, Pensionsfonds, Banken) ernsthaft beginnen könnten, inländische Anleihen gegenüber abgesicherten ausländischen Anleihen zu bevorzugen, so Ipek Ozkardeskaya.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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5 Kommentare

  1. Die steigenden US-Anleiherenditen führen ja neben höheren Kreditkosten für die US-Wirtschaft auch zu höheren Kreditkosten bei den für die US-Volkswirtschaft wichtigen Konsumenten. Und zu den US-Aktienmärkten gehören ja auch Amazon-Aktien. Gut möglich also, daß US-Verbraucher zur Zeit weniger Filme auf der Amazon Prime Video-App kaufen. Und der 47. US-Präsident Donald John Trump ist weiterhin nicht bereit, mit der Islamische Republik Iran auf Augenhöhe zu agieren.

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    In den letzten 30 Jahren hat sich der S&P 500 verzehnfacht…von unter 750 Punkten im Mai 96 auf über 7500 aktuell…noch besser entwickelten sich der Nasdaq Composite Index und der Nasdaq 100 Index…

    Die gesamte Marktkapitalisierung liegt übrigens bei knapp 75 Billionen US-Dollar und ist seit 96 ebenfalls um den Faktor 10 gestiegen….

    Demgegenüber ging die amerikanische Umlaufrendite von 7,5 Prozent in 96 auf unter 4,5 Prozent aktuell zurück…
    1996 lag die amerikanische Inflation bei 3,32 Prozent im Schnitt..jetzt um die 3,8…

    Die Märkte fliehen aus den Staatsanleihen in die Aktien…ein Trend der spätestens ab 96 zu beobachten war nur unterbrochen durch den Dot Com Crash und die Finanzkrise…aber trotzdem konnten die US Indizes sich im Schnitt verzehnfachen..ohne Dividenden…gemessen…
    Der Buffet Indikator lag im Übrigen 96 noch bei knappen 75 Prozent…gestern waren’s im Top Intraday 235 Prozent…
    Der Median… seit dem Anfang der US- Börsen … liegt im Übrigen auch bei den 75 Prozentpunkten…
    Das die 235 Prozent nicht mehr gesund sind…muss ich hier nicht weiter erläutern…
    Buffet sagte damals nach dem Dot Com Crash er hätte das kommen sehen weil alles über 100 sei Blase…
    Liebe Freunde…da hätte er schon ab 2013 nicht mehr zukaufen dürfen denn seitdem liegen wir darüber…
    Er hält sich also selbst nicht an die eigenen Regeln…
    Der Buffet Indikator ist ja nur ein Indikator von vielen…es gibt unzählige…
    Der wichtigste ist für mich die reine Marktkapitalisierung…und die hat sich eben seit 96 verzehnfacht …weshalb ist davon auszugehe… das eine weitere Verzehnfachung ….auf dann 750 Billionen US-Dollar… in den nächsten 30 Jahren vielleicht nicht sehr wahrscheinlich ist…
    Es sei denn die Notenbanken drehen endgültig durch und drucken Geld ohne Ende…dann wiederum ist gar nichts ausgeschlossen…
    Gold und Silber sagen ja schon : Ja … ! ! ! Genau das wird passieren ! Den Notenbanken ist nicht zu trauen ! ! !

  3. Gold fällt mehr als doppelt so stark.

  4. Die bekannten Marken-Schokoriegel kosten aktuell 1,29. Vor ca. 15 Jahren war der Preis bei 79Ct, dann seit jetzt min. 5 Jahre stabil bei 99 ct, bis vo rein paar Monaten, jetzt 30% druff.

    Wer Gemüse, Kartoffel, Eier kauft, bestätigt diese Tendenz sicher.

    Energie: Sauteuer, egal welche.

    Jetzt die Frage: Kann die FED und EZB im Umfeld steigender Anleiherenditen die Geldmenge effektiv drosseln?

    1. Schönes Beispiel.

      Das die Schokoriegel heute so winzig sind, liegt nicht daran, dass wir solche Pranken bekommen haben, sie sind wirklich kleiner geworden.
      Zusätzlich wurde der Markt größer durch die Globalisierung, und alle Herstellungsprozesse technisch verbilligt.

      Ohne Inflation, würde so ein Schokoriegel heute 5 Cent kosten und dabei der Firma viel mehr Gewinn als vor 50 Jahren bringen.

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