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Aktienmärkte im Aufschwung: Putin-Trump-Treffen sorgt für Schub

Aktienmärkte im Aufschwung: Putin-Trump-Treffen sorgt für Schub
Aktienkursinformationen der Euronext NV-Börse in Paris. Foto: Bloomberg

Ein mögliches Gipfeltreffen zwischen Wladimir Putin und Donald Trump elektrisiert die globalen Aktienmärkte. Während Investoren auf ein Ende des Ukraine-Kriegs hoffen, reagieren der S&P 500 und der DAX mit deutlichen Kursgewinnen. An den Börsen entfaltet sich eine Gemengelage aus Friedenshoffnungen, geopolitischen Spannungen und neuen US-Handelszöllen, die Anleger weltweit in Atem hält.

Trump-Putin-Treffen: Aktienmärkte steigen

Nachdem der Kreml am Donnerstagvormittag bestätigte, dass sich die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump in den nächsten Tagen zu Gipfelgesprächen treffen werden, legten die globalen Aktienmärkte zu. Wie Bloomberg berichtet weckte dies Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Russland und der Ukraine.

Der Referenzindex Stoxx Europe 600 stieg um mehr als 0,9 Prozent und ist damit auf dem besten Weg, die Verluste auszugleichen, die durch die schlechten US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche verursacht wurden. Überdurchschnittlich gut entwickelte sich der Reise- und Freizeitsektor. Ein Korb von Aktien mit Bezug zur Ukraine stieg, während Rüstungsaktien wie Rheinmetall fielen. Die positiven Gewinne einiger der größten Unternehmen der Region trugen zur Verbesserung der Marktstimmung bei, die zu Beginn der Woche noch getrübt war.

Dies steht jedoch im Widerspruch zur deutschen Industrieproduktion, die den größten Rückgang seit fast einem Jahr verzeichnete. Ein weiterer Rückschlag für Europas größte Volkswirtschaft. Dennoch sprang der DAX im heutigen Handel zeitweise bis an die Marke von 24.400 Punkten und lag damit fast zwei Prozent im Plus.

„Ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine dürfte sich positiv auf die europäischen Verbraucher und die Risikostimmung auswirken und negativ auf die Ölpreise“, sagte Mohit Kumar, Chefökonom und Stratege bei Jefferies International Ltd., und fügte hinzu: „Davon dürften europäische Verbraucher, wachstumsempfindliche und baubezogene Sektoren profitieren.“

Die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq 100 legten um 0,7 Prozent zu. Der Dollar-Index fiel zum fünften Mal in Folge – die längste Verlustserie seit fast vier Monaten –, während der Euro auf ein Tageshoch vonvon knapp 1,17 USD stieg, ehe der Kurs wieder nachgab. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank. Rohöl gab seine Gewinne wieder ab.

Zölle bleiben im Fokus

Die Stimmung an den Aktienmärkten erhielt zuvor Auftrieb, nachdem Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass Unternehmen, die in den USA produzieren – wie beispielsweise Apple – von den von ihm vorgeschlagenen 100-prozentigen Zöllen auf Chip-Importe ausgenommen werden könnten. Zunehmende Spekulationen über eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed stützten ebenfalls den Optimismus an den Aktienmärkten. Am Donnerstag traten schließlich neue, umfassende Zölle zur Umgestaltung des globalen Handels offiziell in Kraft.

Aktienmärkte: Trump-Putin-Treffen treibt DAX und S&P 500
Ein wichtiger Stimmungsindikator für die Aktienmärkte erreichte ein „manisches” Niveau.

Am späten Mittwoch sagte US-Präsident Trump, dass die USA „Zölle in Höhe von etwa 100 % auf Chips und Halbleiter“ erheben würden. Er fügte hinzu: „Aber wenn Sie in den Vereinigten Staaten von Amerika produzieren, fallen keine Gebühren an.“ Diese Äußerungen erfolgten, als Apple-Chef Tim Cook gemeinsam mit Trump im Oval Office einen Investitionsplan in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar vorstellte.

Zinssenkungshoffnungen

Unterdessen äußerten drei Entscheidungsträger der Fed am Mittwoch ihre Besorgnis über den US-Arbeitsmarkt und deuteten mit ihren Äußerungen auf eine mögliche Zinssenkung im September hin. Mary Daly, die Präsidentin der Fed von San Francisco, sagte, dass die Notenbanker die Zinsen wahrscheinlich in den „kommenden Monaten“ anpassen müssen, um eine weitere Verschlechterung der Beschäftigungslage zu verhindern. Die Aussicht auf baldige Zinssenkung stützt ebenfalls die Aktienmärkte.

Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Daten deuteten auf eine starke Abkühlung des Arbeitsmarktes in den letzten Monaten hin. Die Fed-Mitglieder ließen die Zinsen Ende Juli unverändert und treffen sich das nächste Mal im September. Danach stehen 2025 noch zwei weitere Sitzungen an.

Händler warten auf die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu den wöchentlichen Arbeitslosenanträgen, um weitere Hinweise auf die Lage am US-Arbeitsmarkt zu erhalten.

Unabhängig davon deutete Trump an, dass er in den kommenden Tagen wahrscheinlich einen vorübergehenden Fed-Gouverneur für den bald frei werdenden Sitz im Vorstand der Zentralbank nominieren werde, anstatt diesen Sitz zu nutzen, um seine Wahl für die Nachfolge von Jerome Powell als Vorsitzender zu signalisieren.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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2 Kommentare

  1. Dieser Frieden wurde schon 100x eingepriesen und hat schon sooft als Argument für Rallys hingehalten. Krieg und Frieden sind am Ende beides bullische Szenarien.

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Dann hätte Rheinmetall nix mehr zu tun…

    Krieg und Leichen…Die letzte Hoffnung der Reichen…Jean Heartfield…1932..

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