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Apple und Amazon überzeugen Aktienmärkte im Aufwind: Big Tech befeuert den globalen KI-Boom

Händler auf dem Parkett der New Yorker Börse (NYSE). Foto: Bloomberg

Die Aktienmärkte zeigen sich zum Wochenende deutlich erholt. Starke Quartalszahlen von Big Tech-Werten wie Apple und Amazon haben weltweit für frischen Optimismus gesorgt und den globalen Börsen nach einer kurzen Schwächephase neuen Auftrieb verliehen. Anleger hoffen nun, dass die Kursrallye trotz Unsicherheiten rund um Zinsen, künstliche Intelligenz und den Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht. Doch wie nachhaltig ist die anhaltende KI-Euphorie an den Aktienmärkten?

Tech-Giganten stützen Aktienmärkte

In Asien kletterten die Kurse nahe an ihre Rekordstände. Der MSCI-Index für den Raum Asien-Pazifik stieg bis zu 0,4 Prozent, während japanische Aktien um ein Prozent zulegten. Dagegen gaben die Aktienmärkte in China und Hongkong leicht nach, da Händler die trügerische Waffenruhe zwischen Peking und Washington abwogen. Wie Bloomberg berichtet, kamen die positiven Impulse einmal mehr aus den USA: Apple übertraf die Umsatzerwartungen und gab einen optimistischen Ausblick auf das wichtige Weihnachtsquartal. Amazon-Aktien schossen im nachbörslichen Handel um 13 Prozent nach oben, nachdem das Cloud-Geschäft so stark gewachsen war wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Auch die US-Futures zeigten deutliche Erholungstendenzen: Der S&P 500 legte 0,7 Prozent zu, der Nasdaq 100 sogar 1,2 Prozent. Damit reagierten die Aktienmärkte auf die Gewinne der Tech-Schwergewichte, nachdem am Vortag Sorgen über hohe Investitionen in KI die Kurse belastet hatten. Insbesondere Meta Platforms sorgte für positive Schlagzeilen, da das Unternehmen eine Rekordnachfrage für seine 30-Milliarden-Dollar-Anleihe verzeichnete – ein klares Signal, dass Investoren trotz der hohen Bewertungen an den langfristigen Wachstumstrend des Unternehmens glauben. Am Tag zuvor war die Meta-Aktie jedoch zweistellig eingebrochen, da die hohen KI-Kosten erneut Sorgen vor einer KI-Blase schürten.

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„Das bedeutet nicht, dass die KI-Blase platzen wird oder dass wir kurz vor einer großen Trendwende an den Aktienmärkten stehen“, erklärte Matt Maley von Miller Tabak. „Es erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass wir kurzfristig eine Korrektur sehen könnten.“

Big Tech und KI bleiben das zentrale Thema

Während Staatsanleiherenditen nach den jüngsten Zinsbewegungen stabil blieben, schwächte sich der Dollar leicht ab. Der Yen legte zu, nachdem die Inflation in Tokio stärker gestiegen war als erwartet. Gold ringt hingegen weiterhin um die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze. Laut Dilin Wu, Stratege bei Pepperstone Group, zogen die Aussicht auf eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank Fed sowie eine Entspannung im US-China-Handelsstreit verstärkt technische Käufer an.

Aktienmärkte im Aufwind: KI-Boom und Big Tech - Apple und Amazon - beflügeln
Gold konsolidiert über 4.000-Dollar-Marke

Am Vortag hatten die Aktienmärkte unter schwachen Ergebnissen einiger Tech-Giganten gelitten: Microsoft enttäuschte mit verhaltenen Zahlen, und Nvidia fiel, nachdem Präsident Donald Trump erklärte, er habe mit Chinas Präsident Xi Jinping nicht über Genehmigungen zum Verkauf von Blackwell-Chips gesprochen.

Die großen Technologiekonzerne setzen weiterhin auf eine von KI angetriebene Zukunft – mit gigantischen Datenzentren und hohen Investitionen. Diese Kostenlawine lässt jedoch zunehmend Zweifel bei Anlegern aufkommen, ob sich die hohen Investitionen rentieren werden. „Das Einzige, was Investoren derzeit interessiert, ist, welches Unternehmen am längsten im KI-Rennen mithalten kann“, sagte David Trainer von New Constructs. „Keine dieser Firmen kann ewig so viel Geld in KI investieren. Diejenigen, die am schnellsten und effektivsten Profit daraus schlagen, werden am Ende die Gewinner sein.“

Fed-Signale und trügerischer Handelsfrieden

Nach Einschätzung von Bloomberg-Strategen haben die jüngsten Quartalsergebnisse der großen Technologiewerte vorerst Befürchtungen über eine Überhitzung der Aktienmärkte zerstreut. „Der KI-Boom lebt und gedeiht – und breitet sich weit über die USA hinaus aus“, erklärte Garfield Reynolds, Leiter des MLIV-Asia-Teams. Trotz kurzfristiger Volatilität nach dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping bleibe das Thema KI der zentrale Faktor, an dem sich die globalen Aktienmärkte orientieren.

Unterdessen sorgten Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell für Bewegung an den Anleihemärkten. Er warnte, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember „keineswegs garantiert“ sei. Die US-Notenbank hatte den Leitzins bereits zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte gesenkt, allerdings gab es erstmals seit sechs Jahren abweichende Stimmen innerhalb der Fed. „Die Entscheidung war eher hawkish, weil die moderaten Mitglieder Widerstand leisten“, analysierte Andrew Brenner von NatAlliance Securities. Sollte die Fed im Dezember keine weitere Senkung beschließen, müsse man mit weniger Zinsschritten im kommenden Jahr rechnen.

Auch im Handelskonflikt zeichnet sich Entspannung ab: US-Finanzminister Scott Bessent erwartet, dass die USA innerhalb eines Jahres wieder an den Verhandlungstisch mit China zurückkehren. Beim jüngsten Gipfeltreffen einigten sich Trump und Xi auf eine Verlängerung des Zollstillstands sowie den Abbau von Exportbeschränkungen. „Das viel erwartete US-China-Handelsabkommen zeigt, dass beide Seiten bereit sind, die Eskalation zu stoppen – aber nicht, auf langfristige Konkurrenz zu verzichten“, sagte Paul Christopher vom Wells Fargo Investment Institute.

Fazit: Positive Impulse für Anleger

Die Aktienmärkte surfen weiterhin auf der Welle der Zuversicht, angetrieben durch starke Unternehmenszahlen, den anhaltenden KI-Boom, mögliche Zinssenkungen der Fed und eine Entspannung im Welthandel. Trotz kurzfristiger Risiken im Tech-Sektor und anhaltender Debatten über eine KI-Blase bleibt der Optimismus an der Wall Street vorerst ungebrochen. Anleger setzen weiterhin auf das Potenzial der Künstlichen Intelligenz – und darauf, dass Apple, Nvidia, Amazon & Co. die Gewinner dieses neuen Technologiezeitalters sein werden.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Ein Buffet Indikator von aktuell über 225 ist ein Wagnis. Kann gut gehen…muss es aber nicht…

    Und der Nasdaq 100 wird auch nicht nochmals um den Faktor 25 wachsen…wie von der Finanzkrise bis heute….

    Die Bullen tun immer so, als wären die Märkte nicht schon kräftig gewachsen…wie als hätte es die Performance der letzten knapp 17 Jahre nicht gegeben..wie als ständen wir noch bei den 1040 Punkten vom März des Jahres 2009….im Nasdaq 100..
    Wie als gäbe es kein Morgen…wie als ginge alles so weiter wie bisher…!
    Wo ist eigentlich der Herr Fugmann…?

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