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Aktienmärkte: Insider verstärken Verkäufe von Aktien

Insider verkaufen – Kleinanleger dagegen scheinen zu den Aussichten der Aktienmärkte eine andere Ansicht zu besitzen. Wer am Ende wohl recht bekommt?

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Viele Anleger suchen derzeit nach Informationen über den weiteren Verlauf der Aktienmärkte – nach einer Entwicklung seit März, die vieles in den Schatten stellt. Aktienindizes, die sich auf Rekordniveaus oder knapp darunter befinden und aktuelle Wirtschaftsdaten, die (in der Masse) noch lange nicht das Niveau der Vor-Coronazeit erreicht haben. Also blickt man neugierig auf das Verhalten der sogenannten Insider oder auch Director Dealings genannt, die eigentlich besser Bescheid wissen sollten, wie es um die Aussichten ihrer Firmen bestellt ist.

In Deutschland beobachtet dies Olaf Stotz, Professor an der Frankfurter Wirtschaftsuniversität Frankfurt School of Finance & Management im Auftrag des Handelsblatts.

Aktienmärkte: Die aktuellen Transaktionen der Topmanager

Auch wenn Verkäufe von Vorständen und Aufsichtsräten auch persönlichen und damit unternehmensfremden Motiven (wie zum Beispiel die Ausübung von Aktienoptionen) entspringen können, ist die letzte Auswertung der Transaktionen der Führungskräfte derzeit schon auffällig. Die an die Finanzaufsicht Bafin gemeldeten Käufe und Verkäufe ergaben im letzten Monat einen Wert des daraus berechneten Insiderbarometer von 100, gleichbedeutend mit der Schwelle eines nicht so häufigen Verkaufssignals.

Der Rückgang um immerhin neun Punkte setzt eine bereits seit ein paar Monaten andauernden Entwicklung fort: Noch ist man in einem Bereich, der signalisiert, dass sich die Aktienmärkte in den kommenden drei Monaten immer noch in etwa so entwickeln sollten, wie andere Anlageklassen. Aber dieser Stand des Insiderbarometers ist dennoch der niedrigste seit März 2018. Erstaunlich, denn die Führungskräfte hatten nicht einmal in der Zeit des deutschen Coronahochs ihre Aktien in dieser Größenordnung abgestoßen. Aber jetzt wollte man anscheinend die hohen Kurse für Gewinnmitnahmen nutzen.

Nicht ganz ohne Sinn, denn letzte Woche gab es bereits einen stärkeren Kursrutsch der amerikanischen Aktienmärkte zu Septemberbeginn – und die von vielen vorhergesagte und herbeigesehnte Korrektur hatte ihren Anfang genommen. Manch eine Kurs-Fahnenstange wurde damit etwas geknickt.

Fazit

Auch wenn das von der Frankfurt School of Finance & Management für das Handelsblatt erhobene Insiderbarometer nicht direkt für ein kurzes Tradingsignal geeignet ist, bleibt dennoch festzustellen: Man ist sich seitens der Führungskräfte diesseits und jenseits des Atlantiks recht einig über das Preisniveau der dort gehandelten Aktien. In den USA werden schon seit Mai in Summa mehr Aktien verkauft als gekauft. Im Sommer betrug das Verhältnis von Verkäufen zu Käufen 5 zu 1. Das Verhalten der Insider ist aber nicht die einzige transatlantische Gemeinsamkeit: Kleinanleger auf beiden Seiten scheinen zu den Aussichten der Aktienmärkte eine andere Ansicht zu besitzen. Wer am Ende wohl recht bekommt?

Insider verkaufen - ein Warnsignal für die Aktienmärkte?

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