Die globalen Aktienmärkte sind angeschlagen. Das Narrativ hat sich seit Tagen geändert. Die grenzenlose KI-Euphorie als Bullen-Argument schafft es derzeit nicht mehr den Iran-Krieg zu überschatten. Denn der Iran-Krieg, der derzeit nicht zu enden scheint, sorgt für vermehrte Ängste einer noch höheren Inflation. Damit droht noch mehr Aufwärtsdruck bei den Zentralbanken, die Zinsen zu erhöhen. Diese Aussicht lässt die Anleiherenditen immer weiter ansteigen.
Aktienmärkte: Anleiherenditen üben immer mehr Druck aus
Höhere Anleiherenditen bedeuten für die Realwirtschaft höhere Kreditzinsen. Auf Sicht von Monaten und Quartalen könnte dies eine echte Belastung werden. Daher sind die Aktienmärkte jetzt zunehmend unter Druck. Im Chart sehen wir seit letzter Woche Mittwoch, dass genau dieser Trade läuft: Der US500 CFD (rote Linie) für US-Aktien fällt von 7.515 auf heute 7.362 Punkte. Gleichzeitig ist die zehnjährige US-Anleiherendite (blaue Linie) von 4,44 % auf 4,65 % angestiegen. Das ist eine massive Aufwärtsbewegung in so kurzer Zeit! Auch die asiatischen Aktienmärkte zeigen deutlich Schwäche. KI-Aktien in Südkorea und den USA stehen unter Druck, und der Brent-Ölpreis hält sich über 110 Dollar. Und heute Abend ab 22 Uhr meldet Nvidia seine Quartalszahlen – ein Game Changer für den Gesamtmarkt, in die eine oder andere Richtung?
Trump droht Iran
Mal wieder droht Donald Trump dem Iran. In den kommenden Tagen könne man die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen, um ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu erzwingen, so Trump gestern. Er hoffe, man müsste diesen Krieg nicht führen, aber die USA müssten dem Iran vielleicht noch einen schweren Schlag versetzen. Wie lange er noch warte? „Nun, ich meine, ich sage zwei oder drei Tage, vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag. Vielleicht Anfang nächster Woche – ein begrenzter Zeitraum.“ Wieder eine leere Drohung von Donald Trump, weil er weiß, dass das Wiederaufflammen des Krieges den Ölpreis stark ansteigen lassen dürfte? Auf jeden Fall drohen die Iran-Krise und die nachfolgenden Inflationsaussichten derzeit den großen KI-Trade der letzten Wochen als Bullen-Argument beiseite zu schieben. So schnell können sich die „Erzählungen“ für die Aktienmärkte wieder ändern.
Nvidia im Fokus
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An den Aktienmärkten gab der S&P 500 aufgrund steigender Renditen den dritten Tag in Folge nach, der Nikkei liegt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels um mehr als 1,6 % im Minus, und der Kospi verliert fast 2 %, da sich der Fokus der Anleger von glänzenden Gewinnen hin zu geopolitischen Turbulenzen verlagert. So schrieb es heute früh um 7:24 Uhr Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst beim Broker Swissquote.
In diesem chaotischen Marktumfeld – in dem der Optimismus hinsichtlich der Gewinne an Schwung verliert – wird Nvidia heute nach Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal bekannt geben. Alle Augen sind auf Nvidia gerichtet, so Ipek Ozkardeskaya. Die Erwartungen seien natürlich himmelhoch. Es werde erwartet, dass das Unternehmen einen Umsatz von rund 79 Mrd. US-Dollar ausweisen wird – etwa 15 % mehr als im letzten Quartal und fast 80 % über dem Vorjahresquartal.
Auch die Margen dürften mit rund 75 % außergewöhnlich stark bleiben, was bestätigt, dass Nvidia trotz des massiven Blackwell-Ausbaus und des zunehmenden Wettbewerbs nach wie vor über eine enorme Preissetzungsmacht verfügt. Doch die Gewinne von Nvidia haben laut Ipek Ozkardeskaya nicht mehr dieselbe existenzielle Bedeutung wie zu Beginn des KI-Booms.
Experte erstaunlich gelassen
Aktienmärkte unter massivem Druck durch höhere Anleiherenditen? Dazu diese Marktstimme: „Lassen Sie sich nicht von der Panik bei Staatsanleihen ablenken: Die finanziellen Rahmenbedingungen sind nach wie vor relativ locker und begünstigen Risikoanlagen. Das liegt daran, dass der starke Anstieg der globalen Benchmark-Renditen nicht zu einer allgemeinen finanziellen Anspannung führt“, so sagt es Garfield Reynolds von Bloomberg MLIV.
FMW/Bloomberg
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Der Experte hat recht…ich sage das hier schon seit Wochen…die Umlaufrenditen der verschiedenen Länder sind ein Witz …im Vergleich zu früher..
Wir müssten wenigstens die Leitzinsen aus der Jahrtausendwende erzielen und gleichzeitig die Bilanzen der weltweit führenden Notenbanken auf das Ausgangsniveau von 2007 bringen …um auskömmliche Umlaufrenditen für die Anleger zu erzielen…4,75 Prozent Leitzins in der EZB…6 ,5 Prozent bei der FED…und 6 Prozent bei der Bank of England…bei gleichzeitig abschmelzender Bilanzsumme auf ein Zehntel zu heute…
Das würde die Zinsen schön nach oben treiben…die Langläufer und die Kurzläufer würden davon profitieren…
Leider sind aktuell wieder Facebook, Instagram, die Amazon Prime Video-App, ExxonMobil und die Investmentbanking-Analysten von Goldman Sachs von der aktuellen Situation der Straße von Hormus betroffen. Dies kann sich ja eventuell auch auf den Dax auswirken. Immerhin kann man mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, daß es auch im neuen Ministerrat eine Abteilung Mittelstand und Außenwirtschaft gibt. In Anknüpfung an den genannten Bereich Außenwirtschaft wird möglicherweise die bestehende Standortvereinbarung zwischen dem Ministerrat und dem Chemieriesen BASF AG in der rheinland-pfälzischen Stadt Ludwigshafen überarbeitet.
Was aus meiner Sicht derzeit weitgehend ignoriert wird, ist das Risiko einer Heliumverknappung im Zuge der Hormus-Blockade. Wenn Helium fehlt wird die Chip-Produktion behindert oder sogar verhindert, was massive Auswirkungen auf die KI-Aussichten und das Zeug für einen Dominoeffekt hätte, um die Blase zum Platzen zu bringen…..
Wer Gas hat, hat auch Helium.
Die BASF AG kündigt ein weiteres Sparprogramm im Zusammenhang mit dem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen an/Quelle: n-tv-Fernsehtext.