Starke Zuflüsse von Privatanlegern dürften die Aktienmärkte in den USA bis zum Jahresende stützen, so sagen es aktuell die Strategen von JPMorgan. Die Prognose basiert auf saisonalen Mustern, die in einer Studie über Aktienfonds-Ströme in den letzten zehn Jahren beobachtet wurden, teilte das Team um Nikolaos Panigirtzoglou in einer Mitteilung mit. Sie fanden heraus, dass außerhalb von US-Wahljahren die durchschnittlichen Zuflüsse im Dezember und im darauf folgenden ersten Quartal tendenziell höher sind.
Aktienmärkte: JPMorgan sieht Push durch Privatanleger
Der S&P 500 Index hat gerade seinen sechsten Monat in Folge mit Gewinnen abgeschlossen, die längste Gewinnserie seit August 2021, und stieg im September und Oktober um fast 6 %. Der Referenzindex für die amerikanischen Aktienmärkte hat in diesem Jahr 36 Rekordhöhen erreicht, da die Begeisterung für das Wachstum der künstlichen Intelligenz einen Anstieg der Tech-Megacaps beflügelt. „Aus saisonaler Sicht dürfte sich die starke Dynamik der Privatanlegerimpulse in Aktien, die in den letzten zwei Monaten zu beobachten war, bis Anfang 2026 fortsetzen“, schrieben Panigirtzoglou und seine Kollegen.

Die stärkere Nachfrage der Privatanleger nach Aktien im September und Oktober zeigte sich in den Geldbeträgen, die in Anlageinstrumente wie börsengehandelte Fonds flossen. „Insbesondere Aktien-ETFs verzeichneten in den beiden Vormonaten jeweils Zuflüsse in Höhe von 160 Milliarden US-Dollar, was dem stärksten Kaufvolumen von Aktien-ETFs seit November/Dezember 2024 nach den US-Wahlen entspricht“, so die Strategen.
Die weltweite Rally der Aktienmärkte ist in den letzten Tagen ins Stocken geraten, da die Sorge um überhöhte Bewertungen im Technologiesektor zu Gewinnmitnahmen geführt hat. Die bei Privatanlegern beliebten Titel, darunter KI-bezogene Aktien und Kryptowährungen, mussten Einbußen hinnehmen. Der Stillstand der US-Regierung und widersprüchliche Schlagzeilen von Vertretern der Federal Reserve über den Kurs der Zinssenkungen belasteten ebenfalls die Stimmung.
Goldman optimistisch
Bei Goldman Sachs sagte Partner Richard Privorotsky, dass „die Privatanleger zum ersten Mal seit langer Zeit auf die Probe gestellt werden“. Ein Rückgang der Krypto-Vermögenswerte und der Druck auf Aktien unprofitabler Technologieunternehmen seien angesichts der Kapitalrotation innerhalb der Aktienmärkte nachvollziehbar, so Privorotsky.
Er geht nicht davon aus, dass ein Rückgang der Aktienkurse lange anhalten wird. „Letztendlich werden Aktien bei Kursrückgängen gekauft werden“, sagte Privorotsky und fügte hinzu, dass die fiskalische Expansion, Unternehmensgewinne und die Geldmenge reale Vermögenswerte zum einzigen Ort machen, an dem man Vermögen halten kann.
FMW/Bloomberg
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