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Aktienmärkte: Kann die Wirtschaft einlösen, was die Rally verspricht?

Könnten die drastischen Warnungen der US-Notenbank Fed nicht auch eine Warnung an die Aktienmärkte beinhalten, die sich von Wirtschaftsdaten nicht beeindrucken lassen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Alle Welt rätselt über die Dynamik des Anstiegs der Aktienmärkte! Sicherlich ist die Geldflut von Notenbanken und Regierungen ein Hauptgrund für die rasante Rally der Aktienmärkte – aber ohne die Wirtschaft wird das Niveau nicht gehalten werden können. Die Unternehmen müssen liefern.

Aktienmärkte: Berichtssaison Q2 pfui, Ausblicke hui?

Es sind im Wesentlichen drei Treiber für das Geschehen an den Börsen derzeit: Die billionenschweren Rettungspakete der Staaten und Notenbanken, die Marginalisierung der Zinsen und damit die verschwundene Konkurrenz der Anleihemärkte (TINA) und der Glaube inklusive der Hoffnung auf eine starke Erholung der Wirtschaft im Jahre 2021. Nicht auf die aktuellen Wirtschaftsdaten – auch nicht in Q3, der Blick der großen Aktienidizes geht traditionell über einen längeren Zeitraum, auch über den der Frühindikatoren hinaus.

Dennoch beginnt Anfang Juli mit der Berichtssaison über das „negativste“ Aktienquartal in der modernen Wirtschaftsgeschichte eine interessante Phase. Traditionell mit den Banken, die schon einen richtigen Kursabsturz hinter sich haben, aber dennoch etwas überraschen könnten, durch das ein oder andere Geschenk der Federal Reserve. Worauf es aber sehr viel wesentlicher ankommen sollte, ist der Ausblick der Unternehmen. Sieht man Licht am Horizont, oder verweigert man nach wie vor Aussagen zur Unternehmensentwicklung?

Nach 50 Prozent Kursteigerung der Aktienmärkte, ist die Schere zwischen Real- und Finanzwirtschaft so groß wie nie, seit man „zuverlässliche“ Daten erhebt. Die Börsen brauchen den Strohhalm Hoffnung auf die große Wende, sonst muss sich die Schere auch einmal von oben gesehen schließen (Mean Reversion). Die US-Notenbank hat schon einmal gewarnt, mit bestimmter Absicht.

Die düsteren Ausblicke des Jerome Powell

In einer Videokonferenz am Freitag hat der Chef der US-Notenbank Powell vor einer schwierigen Erholung der US-Wirtschaft gewarnt. „Der Weg dürfte eine Herausforderung bedeuten.“ Eigentlich eine Worthülse, denn was ist Covid-19 denn sonst, in jedem Land der Erde?

Fed-Mitglieder sprachen auch davon, dass es infolge der mäßigen Eindämmung von Covid-19 zu erneuten Werksschließungen kommen kann, längerer Arbeitslosigkeit und damit zu einer Bremse für Konsum und Investitionen.

Kurzum: Die langsamere Erholung der Wirtschaft bedarf weiterer Stimuli, auch werde die Notenbank alles tun, um die Wirtschaft zu stützen. Es gebe keine Grenze für die Aufkäufe von Staatsanleihen, aber die Regierung solle sich nach weiteren Unterstützungsmaßnahmen für Firmen und Haushalte umsehen.

Was für ein Sicherheitsnetz mit ganz heftigen Nebenwirkungen!

Aktienmärkte – zu schnell zu weit?

Könnten die drastischen Warnungen der Notenbank nicht auch eine Warnung an die Aktienmärkte beinhalten, die sich von Wirtschaftsdaten nicht beeindrucken lassen und immer weiter nach oben streben? Schließlich blickt man dort schon weit in die Zukunft und glaubt an die Wirksamkeit aller gebündelten Maßnahmen. Der Fed dürfte auch nicht das hemmungslose Spekulieren vieler Kleinanleger an den Börsen entgangen sein, die ihre staatlichen Stützungsgelder teilweise auch zum Zocken einsetzen.

Nach dem Anschnellen der Arbeitslosigkeit jetzt noch ein Einbruch der Aktienmärkte – was für eine weitere Bedrohung für die 16 Billionen Dollar Konsumökonomie der USA! Die Fed feuert daher aus allen Rohren, aber recht das ohne einen baldigen Wirtschaftsaufschwung?

Fazit

Es bleibt dabei: Diese Krise ist ohne historisches Vorbild. Die US-Notenbank streut Zweifel in die Geschwindigkeit der Wirtschaftserholung, stellt aber gleichzeitig neue, billionenschwere Hilfen in Aussicht. Man will Zeit gewinnen, damit sich die Wirtschaft erholen kann und die vernichtende Pleitewelle vieler Unternehmen und die anschließende dauerhafte Arbeitslosigkeit ausbleiben. Denn die Wirtschaft ist die Grundlage eines Staates, ohne Steuereinnahmen kein funktionierender Staatsapparat, ohne Gewinne der Unternehmen keine überlebensfähige Altersvorsorgesysteme. Deshalb versucht man mit allen Mitteln den pandemiebedingten Einbruch einer verschuldeten Welt abzumildern. Covid-19 ist noch nicht besiegt –  im Osten und in Nord- und Südamerika steigen die Fallzahlen noch.

Ohne Wirtschaft geht es nicht und mit Gelddrucken allein schon dreimal nicht.

Deshalb wird künftig jede Berichtssaison zur großen Prüfung für die Aktienmärkte, nicht im Rückblick, sondern im mittelfristigen „Outlook“ der Unternehmen.

Denn: Desto länger die USA mit ihrer Eindämmung von Covid-19 brauchen, desto breiter wird das U bei der Wirtschaftserholung. Weltweit, denn bei der Verkettung des Wirtschaftslebens – ob Produktion, Konsum oder Tourismus – spielt der große Wal USA im Wirtschaftsbecken immer noch eine sehr dominante Rolle.

Die Aktienmärkte ignorieren die Konjunkturdaten, die Fed warnt

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Indizes

DAX daily: Schließt der Dax heute die letzte Corona-Kurslücke?

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax hat am gestrigen Dienstag einen guten Start in den Dezember hingelegt. Dank starker Wirtschaftsdaten aus China und gut gelaunten US-Indizes konnte der Dax mit einem Plus von 91 Punkten (0,69%) bei 13.382 den Handel beenden. Während der S&P500 und Nasdaq ein neues Allzeithoch markierten, fehlte dem Dax jedoch die Kraft das September-Hoch zu erreichen. Der deutsche Leitindex scheiterte wie tags zuvor an dem Widerstand bei 13.440 Punkten. Dennoch kann sich der Index auf hohem Niveau halten und dürfte bald die Marke bei 13.500 ins Visier nehmen. Dort liegt noch ein letztes offenes Gap vom Corona-Crash. Nach dem Gap-Close könnte der Druck der Bären wieder zunehmen.

Im Reich der Mitte setzt sich die Erholung weiter fort, das bestätigten die gestern veröffentlichten Stimmungsdaten der Industrie. Folglich stimmt das auch die Anleger hierzulande zuversichtlich, man geht von einem baldigen Ende der Pandemie aus. Aber wie es schon Jerome Powell am Montag gesagt hat „es stehen herausfordernde Monate bevor“. In den aktuellen Kursen ist im Grunde alles Gute eingepreist, was die Märkte zu bieten haben. Ob Jahresendrally, Notenbank-Stimulus, Impfstoff-Hoffnung, gigantischer Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr, Stimuluspaket der US-Regierung, usw. Unter dem Strich also die beste aller Börsenwelten. Bevor wir eine Jahresendrally sehen, dürfte es nochmal eine kleine Korrektur geben, dafür fehlt nur noch ein Trigger.

News und fundamentale Daten

Datenseitig gibt es auch heute wieder etwas zu sehen. Zuerst wurden vor wenigen Minuten die Einzelhandelsumsätze aus Deutschland veröffentlicht. Diese sind mit einem Zuwachs von 2,6 % deutlich besser als erwartet ausgefallen (Prognose 1,2%, vorher -2,2%). Zudem erscheint um 11:00 Uhr die Arbeitslosenquote aus der Eurozone. Um 14:15 Uhr gilt das Augenmerk der Anleger den ADP Beschäftigungszahlen aus den USA. Diese werden einen Vorgeschmack auf die am Freitag kommenden US-Arbeitsmarktdaten liefern und könnten heute für Bewegung in den US-Indizes und dem Dax sorgen. Danach erscheinen um 16:15 Uhr noch die US-Rohöllagerbestände. Zuletzt wird um 20:00 Uhr der US-Konjunkturbericht Beige Book veröffentlicht. Das Beige Book enthält Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage. Der Konjunkturbericht wird achtmal im Jahr publiziert, jeweils zwei Wochen vor jeder FOMC-Sitzung.

Der Dax konnte gestern nicht für Schlagzeilen sorgen, dennoch war der Handelstag äußerst ereignisreich. Sowohl der S&P500 als auch der Nasdaq haben neue Rekordhochs erzielt. Zusätzlich haben Gold und Silber zurück in die Spur gefunden und eine Erholungsrally gestartet. Außerdem präsentierte sich der Eurokurs bärenstark. Die Euro-Währungspaare konnten kräftig zulegen. Insbesondere der Major EUR/USD wusste zu überzeugen, es gelang sogar der Ausbruch über dem vorherigen Jahreshoch. Der Trade wurde zuvor beim Börsen Jäger vorgestellt – hier mehr dazu.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im frühen Handel notiert der Dax etwas unter dem gestrigen Schlusskurs. Ein erster Unterstützungsbereich befindet sich bei 13.320/300, von dort aus könnte der Dax wieder die Aufwärtsrichtung aufnehmen. Fällt er jedoch darunter, dann ist der Bereich bei 13.235 sehr wichtig. Geht es nämlich darunter, dann könnte zunächst eine kleine Korrektur bis 13.140 und gegebenenfalls bis 13.020 anstehen. Solange wie sich der Dax über 13.235 hält, dürfte er nochmal die Widerstandszone bei 13.430 testen. Gelingt der Ausbruch, dann könnte er zur 13.500 laufen und dabei die letzte Corona-Kurslücke schließen. Darüber liegen weitere Ziele bei 13.530 und 13.600.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 02.12. - H1-Chart - Auf dem Weg zum Gap-Close?

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.510 – Pivot Punkt R2

13.441 – Pivot Punkt R1

13.367 – Pivot Punkt

13.298 – Pivot Punk.t S1

13.223 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.330 – vormals WS

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

13.530 – 261,8 % Extension

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Dax schwächer als Wall Street – Rotation vorbei? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Der Dax ist wieder erkennbar schwächer als die großen Indizes der Wall Street: während der deutsche Leitindex noch nicht einmal den Stand kurz vor dem Corona-Crash erreicht hat, steigen S&P 500 und Nasdaq auf neue Allzeithochs. Bereits gestern liefen die Tech-Werte besser als die „Corona-Verlierer“, die ab 09.November (Meldung von Pfizer) so stark steigen konnten – heute setzt sich dieses Muster weiter fort. Ist die Rotation damit schon wieder vorbei, weil der Glaube an eine schnelle Wiederauferstehung von Value-Aktien schwindet? Der Dax jedenfalls tut sich schwer im Bereich der 13400er-Marke – langsam muß der Ausbruch auf der Oberseite erfolgen, denn was nicht steigt, tendiert dann zu fallen. Ist es der starke Euro, der bremst?

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Gold/Silber

Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

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Fallender Goldpreis als Vorbote für einen Crash der Aktienmärkte?

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