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Aktienmärkte: kein Deal, aber auch keine neuen Zölle?

Das entscheidende Element für die Aktienmärkte ist, ob es zu neuen Zöllen am 15. Dezember kommt

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Ist das ganze Tohuwabohu um einen Landwirtschaftsdeal wirklich ökonomisch relevant für die Aktienmärkte, egal ob er im Dezember, Januar oder erst im April zustande kommt? Darüber habe ich bereits meine Zweifel geäußert. Das entscheidende Element für die Aktienmärkte ist eher, ob es zu neuen Zöllen am 15. Dezember kommt für die US-Alltagsgüter, was augenblicklich zu einer weiteren Belastung der Weltwirtschaft führen sollte.

Weil sich dann nämlich die Erkenntnis durchsetzen würde, dass sich US-Präsident Trump nicht um globale ökonomische Zusammenhänge schert, Hauptsache seine Zollpolitik bringt das US-Handelsbilanzdefizit nach unten. Damit würden auch die Alarmglocken in der EU wieder läuten, insbesondere in Deutschland, dessen Industriesektor weiter erheblich unter Druck steht, wie jüngste Daten gezeigt haben.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass Donald Trump die Börsen vor den Weihnachtstagen weltweit auf Talfahrt schickt? Es sind nur noch wenige Tage bis zur Deadline, zudem kommt es in der vorletzten ganzen Handelswoche an den Börsen noch zu einigen interessanten Weichenstellungen.

Aktienmärkte: Die Signale des US-Arbeitsmarktes

Die Zahlen der aktuellen US-Arbeitsmarktstatistik „Non Farm Payrolls“ haben es wahrlich in sich. Auch wenn man an den 266.000 neu geschaffenen Stellen das ein oder andere Haar in der Suppe finden kann (Ende des Streiks bei GM, Qualität der Jobs), so muss man objektiv festhalten, welche Auswirkungen diese Zahl auf das Verhalten der Investoren haben wird. Es ist nicht nur die höchste Zahl seit 10 Monaten, auch die Arbeitslosenquote ist auf 3,5 Prozent gesunken, der niedrigste Stand seit 50 Jahren – was nach allgemeiner Definition Vollbeschäftigung bedeutet.

Damit ist die Furcht der Aktienmärkte vor einer zu starken Abschwächung der US Wirtschaft erst einmal vom Tisch – im Übrigen gleicht die US-Wirtschaft einem Riesentanker, der auch nicht in kurzer Zeit seine Richtung ändern kann.

Es entstehen aus dieser Konstellation aber auch andere Problemstellungen, die man derzeit noch nicht richtig beurteilen kann. Die Phillipskurve ist tot, lautet derzeit eine von Ökonomen verbreitete Botschaft. Was bedeutet das? Diese vom britischen Ökonomen Alban Phillips entwickelte Kurve beschreibt den Zusammenhang zwischen der Höhe der Arbeitslosigkeit, die an einem bestimmten Punkt zu starken Lohnsteigerungen und damit zu Inflation führt.

Diese Kausalität passt schon seit geraumer Zeit nicht mehr, die Arbeitslosenrate liegt schon seit Monaten auf 50-Jahrestiefs, die Inflation bleibt niedrig und die Löhne steigen moderat, alles im Zielkorridor der Federal Reserve. Das ist auch ein Grund für den stabilen Konsum- und Dienstleistungssektor, nicht nur in den USA, sondern weltweit ( siehe dazu auch den Artikel „Konjunktur: Lohnanstieg trotz Krise“).

Irgendwann muss sich ein Arbeitsräftemangel aber auf die Arbeitskosten auswirken und da wären wir bei der ….

Fed-Sitzung am 11. Dezember

Einige werden sich noch an das Fed-Meeting im Dezember 2018 erinnern. Fed-Chef Powell hatte am 19. Dezember des Vorjahres zum vierten Mal die Leitzinsen innerhalb des Jahres angehoben, was das Fass der monetären Vollbremsung zum Überlaufen brachte. Man hatte anfangs gemutmaßt, diese Fed-Reaktion sei eine Trotzhaltung gegenüber den ständigen Forderungen Donald Trumps an die unabhängige Zentralbank gewesen, endlich die Leitzinsen zu senken. Das Ergebnis ist bekannt – und nächste Woche?

Sicherlich wird es keine Zinsentscheidung geben, auch nicht in unmittelbarer Zukunft, schließlich hatte sich Jerome Powell in seiner Sitzung Ende Oktober auf eine Zinspause festgelegt – ein maßgeblicher Faktor für die weitere Jahresendrally. Schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit wird er daran nicht rütteln, aber er könnte doch den ein oder anderen Hinweis auf die möglichen Konsequenzen des angespannten Arbeitsmarktes geben. Schließlich rätseln auch sein Komitee sowie hunderte ihm zuarbeitende Volkswirte über das Thema Phillipskurve. Der gesetzliche Auftrag der Fed ist Preisstabilität – und da könnte die ein oder andere Bemerkung die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen zerstören.

Am Freitag kommen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen in den USA für den Monat November – und das beinhaltet die Umsätze an den beiden Tagen der amerikanischen Konsumorgie (Black Friday und Cyber Monday). Sie werden ein wenig Aufschluss darüber geben, ob die 16 Billionen-Dollar-Konsumsause ungebremst weitergeht.

Aktienmärkte und das Damoklesschwert 15. Dezember

Die Bedeutung der Deadline des 15. Dezember liegt schlicht und ergreifend in der Frage: Pausiert man im Handelskrieg auf unbestimmte Zeit – oder hievt Donald Trump diesen auf eine neue Eskalationsstufe?

Es dürfte ihm aber nicht entangen sein, dass er allein mit seiner Aussage über eine Verschiebung des Handels zu Wochenbeginn schon einmal einen 800 Punkterutsch im Dow Jones ausgelöst hat – in nicht einmal 48 Stunden. Sollte er es tatsächlich wagen, das für ihn so sensationell verlaufene Aktienjahr 2019 mit einem Knall abrupt zu beenden, um mit all den Auswirkungen ins Wahljahr 2020 zu starten?

Wohl eher nicht – obgleich man sich abgewöhnt hat, bei Donald Trump mit rationalen Entscheidungen zu rechnen. Im September, als es die Chinesen gewagt hatten, weitere Gegenzölle für die USA zu erheben, wollte Trump in einer spontanen Reaktion die US-Zölle verdoppeln – nur eine gemeinsame Anstrengung seines Beraterteams konnte dies verhindern. Ein Restrisiko bleibt also.

 

Fazit

Die letzte Woche endete, nach einem schwachen Beginn, mit einem Paukenschlag in Gestalt überraschender Arbeitsmarktdaten.

Die eigentliche Botschaft ist aber, dass bei einer derart niedrigen Arbeitslosenrate, gepaart mit niedrigen Zinsen, der US-Konsum nicht sobald einbrechen wird. Dieser bestimmt zu 70 Prozent das US-BIP, sond also wichtiger als die Zahlen aus dem  Industriesektor (nur 17 Prozent Anteil am US-BIP) – auch wenn mancher der Ansicht ist, dass diese zu zwei Drittel für die Gewinne am Aktienmarkt sorgen. Aber muss man die Einnahmen von Amazon, Apple, Facebook, Netflix und Co nicht in großem Maße auch dem Dienstleistungssektor zuordnen?

Kurzum: Nach der letzten Woche ist nicht davon auszugehen, das die großen Investoren in den letzten Wochen noch aus dem Markt springen werden – die Unberechenbarkeit eines Donald Trump einmal ausgenommen.

Ich habe schon einmal in einem Artikel angedeutet, welche unvorstellbare Summe sich die Finanzindustrie mit ihren Gebühren, der „Investment Fees“ von den Anlagesummen an den Märkten einbehält: Es waren bereits 350 Milliarden Dollar weltweit, nur für das Verwalten der Vermögen (die Gebühren im Handel noch gar nicht berücksichtigt). Hier dürfte ein vitales Interesse daran bestehen, dass das zugrunde liegende Volumen bis zum Jahresende nicht mehr schrumpft. Ebenso wenig wie die für die Bonuszahlungen maßgebliche Jahresperformance.

Für die Aktienmärkte ist wichtig, ob es am 15.Dezember neue Zölle geben wird

9 Kommentare

9 Comments

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    Dorinella

    9. Dezember 2019 10:48 at 10:48

    @Wolfgang Müller. Hallo Herr Müller. Ihren Artikel finde ich hochinteressant. Und ich glaube auch, es ist die alles eintscheidende Frage, die die Börse weltweit bewegt: Kommen die Zölle oder kommen sie nicht. Ich persönlich glaube noch immer:
    SIE KOMMEN
    Trump spielt mit der Börse. Und mit China.Sowieso, glaube ich, ist das alles für ihn ein grosses Spiel ! Bei dem nur einer gewinnen kann und darf seiner Meinung nach: ER SELBST. Nicht die USA, nein. ER SELBST. Schon viel früher haben viele Leute darüber geschrieben: Für Trump gibt es nur Gewinner oder Verlierer. Kompromisse gibt es nicht.Gewinnt er nicht…..längt er doppelt so hart zurück.
    Der Mann ist in meinen Augen schwer psychisch krank. Auch die Weltwirtschaft interessiert ihn nicht. Was hat er mal gesagt: “ Ich bin nicht der Präsident der Welt, sondern der Präsident der USA „. Obwohl er sich selbst ( als mächtigster Mann der Welt ) in allen anderen Belangen geradezu als der HERRSCHER der Welt selbst betrachtet, der nach Lust und Laune andere Länder mit Sanktionen überziehen kann, wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzen.
    Dieser ganze Handelskrieg wächst sich zu einem solchen Machtspiel aus, den Trump unbedingt gewinnen muss. Alles Andere würde ihn schwach dastehen lassen, was er auf jeden Fall vermeiden muss. China hat die US-Tech-Riesen vom chinesischen Markt ( zumindest aus den staatlichen Stellen ), verbannt. Damit geht Apple, Microsoft, Dell etc. ein RIESEN Markt verloren, vorallem da wohl vielleicht auch nicht staatliche Stellen hier nachziehen werden. Sie müssen ja Punkte sammeln und dem Staat gefallen, damit sie auch an staatliche Aufträge kommen können. HInter vorgehaltener Hand wird der Staat überprüfen,ob Unternehmen weiterhin mit amerikanischer Soft- oder Hardware weiter operieren.
    Das war ein genialer Schachzug von Xi. Und wie ich finde, viel weitreichender als es sich zunächst liest.
    Trump wird auf die vertragliche Festzurrung ( mit der Möglichkeit von Sanktionsmassnahmen durch die USA bei Nichteinhalten ) des Landwirtschaftsabkommens bestehen. Aber kann XI das überhaupt ? Wo er doch auch noch Verträge mit Brasilien und anderen Ländern seit Monaten hat ?
    Trump hat jetzt ein paarmal angetestet,wie weit der DOW fällt, wenn er klar sagt: “ Es wird keinen Deal geben „. Es waren 800 Punkte. Das ist für ihn auszuhalten. Ich denke, er nimmt auch 1200 Punkte in Kauf.
    Ausserdem wird er seiner Basis wieder suggerieren : China zahlt ja im Endeffekt die Zölle. Ausserdem hatten doch z.B. die Einkäufer von Waltmart z.B. jetzt genug Zeit, sich Lieferanten ausserhalb Chinas zu suchen. Das gesamte Weihnachtsgeschäft wurde von den Einkäufern ja schon im Sommer eingekauft und hier wahrscheinlich in grosser Bevorratung. Ich glaube, dass aufgrund dieser Bevorratungskäufe das Handelsbilanzdefizit auch nicht gefallen ist. Aber in allerjüngster Zeit eben schon. Die Importe aus China sind drastisch in dem letzten Monat eingebrochen. Kann es sein, dass die Einkäufer ( nehmen wir als Beispiel wieder Walmart) ihre Einkäufe für Frühjahr/Sommer/Ostern also noch nicht getätigt haben ? Gegen die Gewohnheit ?

    Was würden die Zölle wirklich verändern, sollten sie am 15.12. eingeführt werden, für den US_Verbraucher ? Ich glaube fast…nicht mehr ganz so viel ! Denn das Weihnachtsgeschäft ist gelaufen und damit das Geschäft der “ Alltagsgüter „. Frühjahr/Sommer ist nie so intensiv wie Herbst und Winter. Im Übrigen fertigen die Türkei z.B. in sehr guter Qualität Kleidung, Schuhe etc.und das sehr billig. Warum also weiter in China einkaufen ? Es gibt viele Billiglohnländer. Und die Einkäufer der grossen Konsumhäuser hatten jetzt genug Zeit, sich neue Handelspartner zu suchen.
    Gerade weil es sich um “ Alltagsgüter“ handelt, für die kein „Megaspezialwissen“ nötig ist, sie billig herzustellen.

    Ich denke, dass Trump die Tech-Firmen von den Zöllen ausnehmen wird, einfach schon als Retourkutsche für Chinas neuestes Verbannen dieser in den chinesicschen Behörden.

    Mein Fazit: Trumps MACHTWAHN wird ihn dazu veranlassen, die Zölle einzuführen. Erst wenn der DOW auf die 25.500 zumaschiert, wird er etwas zurückrudern mit einem Tweet,( „China will nachgeben, sie brauchen den Deal“ ), sodass die Algos wieder anspringen und vor allem Aktienrückkäufe sofort getätigt werden.

    Und was ich nach wie vor glaube ist, dass er den Amerikanern eine Steuersenkung, getragen von den Zöllen, versprechen wird. So nach dem Motto: “ Ihr müsst ja keine Schuhe aus China kaufen,es gibt sie auch woanders, und die Steuersenkung hilft Euch“

    Damit kriegt er die Wähler. Und er zeigt, dass er nicht nachgibt. Den Landwirten sagt er dann weitere Subventionen zu. Und auch, dass die EU ja in allzu naher Zukunft mehr landwirtschaftliche Produkte kaufen wird, sonst gibts halt Autozölle.
    Alles natürlich nur meine persönliche Einschätzung.

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      Koch

      9. Dezember 2019 13:20 at 13:20

      Die Causa Dorinella sehe ich etwas anders,als etliche User,welche ziemlich unreflektiert,ihr? auf den Leim gehen.Die Neuseherin mit dem sektenartigen Namen taucht ziemlich unvermittelt(so seit max.1 Monat)auf und gibt den Kommentarprofi nebst Rumgeheule in Sachen Copyright.Wenn es denn so einfach ist sich eine Ghostwriteradresse unter demselben Namen zu verschaffen,dann hat FMW ein Problem,welches schleunigst behoben werden sollte.

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        Koch

        9. Dezember 2019 13:47 at 13:47

        @Koch, wo sehen Sie das hoch reflektierte Problem bei Causa Dorinella? Sie trollt nicht, sie beleidigt nicht, sie äußert sich noch nicht einmal im Sinne irgendwelcher Politparteien. Und jeder taucht irgendwann zum ersten Mal in den Kommentaren auf. Es geht in Ordnung, was und wie sie schreibt, die Ansichten und Inhalte muss man ja nicht unbedingt teilen. Ist wie bei Ihren Kommentaren!

        Das Ghostwriter-Problem wird schon länger diskutiert, eine Lösung dafür wäre wohl nur durch eine Anmelde- und Registrierungsfunktion wie etwa beim Trade des Tages zu realisieren.

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        Dorinella

        9. Dezember 2019 14:07 at 14:07

        @Koch….AHHHH….haben wir da den Troll gefunden ???

        • Avatar

          Michael

          9. Dezember 2019 14:39 at 14:39

          @Dorinella, das Troll-Problem haben wir schon seit etwa einem halben Jahr. Falls Sie tatsächlich die Verfasserin des Kommentars sind, glaube ich nicht, dass Herr Koch der Troll ist. Er hat seine ganz eigene, direkte und unverblümte Sicht der Dinge, war bisher aber nicht bösartig oder unfair. Der Troll hat keinen eigenen Namen bzw. hat diesen seit 23. Juni nicht mehr benutzt 😉

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            Dorinella

            9. Dezember 2019 14:54 at 14:54

            Was ich auffällig finde ist….das Koch an Koch schreibt….obwohl er mich verteidigt. Ich habe allerdings meinen Kommentar vor dem letzten von Koch geschrieben. Oder gibt es hier 2 x Koch ?
            ich finde es ganz blod, dass es hier so etwas wie einen Troll geben soll. Er hat definitiv schon 3 x unter meinem Namen geschrieben. Nichts Schlimmes, aber trotzdem. Für mich heisst das ja, dass ich ständig hier immer alle Kommentare im Blick haben muss, denn wer weiss, ob er unter meinem Namen nicht mal Leute hier beleidigt oder irgendwas Beklopptes schreibt ?

          • Avatar

            Michael

            9. Dezember 2019 16:51 at 16:51

            @Dorinella, keine Ahnung, vielleicht wollte Koch II. dem Koch I. nur einmal zeigen, wie einfach es ist, sich eine Ghostwriteradresse unter demselben Namen zu verschaffen?! Ich weiß es nicht.

            Was Ihren letzten Satz angeht, da haben Sie leider recht. Aber es ist schon viel besser geworden, und ich bin mir sicher, dass Herr Fugmann gegen diesen Troll hier eine Infrastruktur der Tyrannei und eine Welle der Zensur installiert, um es einmal in den Worten des an anderer Stelle heiß diskutierten Herrn Dr. Markus Krall auszudrücken 😉

  2. Avatar

    Chris

    9. Dezember 2019 19:12 at 19:12

    @Dorinella

    Ich würde das mit Trump nicht so persönlich nehmen.

    Viele US-Amerikaner sind zufrieden mit ihm, auch Menschen, die Wechselwähler sind.

    Und was ganz wichtig ist, Trump ist in der OBERSCHICHT aufgewachsen. Das Selbstbewusstsein und die Denkweise ist eine ganz andere.
    Schwer zu beschreiben, aber wer einmal Kinder aus der Unterschicht an die Mittelschicht heranführen wollte, weiß vielleicht, was ich meine. In ihrer Gedankenwelt gibt es überall Schranken, Unvermögen, … wir sind erstaunt über ihre Einwände und Ängste, sie können gar nicht richtig genießen, weil sie immer daran denken müssen, so etwas Schönes nie wieder zu erleben oder es nicht wert zu sein.

    Mein Mann hatte Glück, er war der Spielkamerad eines Kindes dessen Großeltern dem Großbürgertum entstammten. Also ganz spontan mit dem Privatflugzeug nach Frankreich an den Strand oder mit der Segeljacht einen Wochenendausflug im Sturm, eine riesige Bibliothek, eine Halle mit kunstvoller doppelter Wendeltreppe, zwei Pferde im Garten und dazu unglaublich hilfsbereite und liebenswerte Menschen.

    Die meisten von uns bleiben in unserer Schicht.

    Also auch einmal die positiven Seiten und Wirkungen betrachten.

    • Avatar

      Dorinella

      9. Dezember 2019 20:17 at 20:17

      @chris
      Hallo Chris. Hierzu habe ich einen anderen Eindruck.
      Trump ist meiner Meinung nach nicht in der „ Oberschicht“ aufgewachsen. Vielleicht war immer Geld im Überfluss da. Aber Queens … war nicht gerade das Pflaster der Reichen und Schönen zu der Zeit, als Trump jung war. Er ist meiner Meinung nach in „ mafiösen Umständen“ aufgewachsen. Da galt : Wer hat die besseren Kontakte zur „ Beton-Mafia“, zur Unterwelt, zu den gerissensten Anwälten, zu den Leuten, die für sich und ihre ( loyalen ) Freunde … das Beste rausholen konnten.
      Trump wird sein Leben lang getrieben von : RACHE , Hass gegen Minderheiten ( vor allem Schwarze, denen er mitnichten, wenn er es verhindern konnte, eine Wohnung vermieten wollte ), von NEID und Missgunst !
      Ein Journalist fragte ihn einmal , womit er sein Leben verbringen will, wenn er nicht mehr Präsident ist ? Seine Antwort: „ MIT RACHE !!“
      Ich studiere diesen Mann ! Ich weiß jeden Satz, den er irgendwann mal gesagt hat .
      Und ja … ich nehme Trump persönlich! Denn er macht die Welt kaputt !!
      Den Schaden, den dieser Mann in 3 Jahren bereits weltweit angerichtet hat… lässt sich wohl die nächsten 10 Jahre nicht korrigieren !
      Diesen Mann interessiert NICHTS… außer sich selbst !!!
      Ehrlich gesagt habe ich Angst mittlerweile vor einem realen Krieg zwischen USA und China.
      Nordkorea würde sich wohl liebendgerne auf die Seite Chinas schlagen. Und Putin ? Ist mit XI ziemlich dicke !!
      Angst habe ich vor einem NATO-Bündnisfall … wenn America angegriffen wird.
      Ohne Scheiss jetzt ! Ist natürlich alles nur meine persönliche Einschätzung !!!
      Aber eine Frage …. hat überhaupt bei dem ganzen Theater des „ Rumpelstielzchens“ mal die reale Gefahr durch Kim Jong Un bedacht ???
      Glaubt Ihr, der lässt sich die momentane Ignoranz durch Trump gefallen ??? „ Okay … wenn er meine Drohungen nicht beachtet…. dann lass ihn doch „???

      Im Leben nicht !!!

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Dax: immer das gleiche Spiel! Marktgeflüster (Video)

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Es ist immer das gleiche Spiel: wenn die US-Aktienmärkte geschlossen sind, geht beim Dax so gut wie gar nichts! So auch heute – gleichwohl ist der Dax heute der einzige der großen europäischen Indizes, die im Plus sind. Damit ist der deutsche Leiitndex nur noch einen Wimpernschlag von seinem Allzeithoch aus Anfang 2018 entfernt. Ab morgen beginnt die US-Berichtssaison mit voller Fahrt (nachdem die US-Finanzwerte berichtet haben) – kann die Wall Street dann ihren Siegslauf fortsetzen? Oder sind die Zahlen völlig egal, solange die Fed Liquidität ins System pumpt? Morgen meldet Netflix seine Zahlen – ein typischer Vertreter der Niedrigzinsenphase mit negativem Cashflow und hoher Verschuldung..

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Aktien

Aktienmärkte: Wird die Zukunft zu pessimistisch gesehen?

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Die Aktienmärkte notieren auf Allzeithochs und steigen weiter, während gleichzeitig die Konjunktur Schwächen zeigt. Und trotz der mit der Konjunkturentwicklung nicht im Einklang stehenden Allzeithochs geht die US-Großbank JPMorgan davon aus, dass Analysten zu pessimistisch in die Zukunft schauen. Die Gewinnerwartungen für 2020 seien zu niedrig. Was ist dran an JP Morgans Einschätzung?

Wenn Analysten die Zukunft zu negativ einschätzen, hat das in der Regel zwei Auswirkungen:

1) Die Aktienkurse in der Gegenwart sind niedriger, als sie bei korrekter Antizipierung der künftigen Gewinne sein könnten und
2) Die Aktienkurse werden nach Bekanntgabe der besser als erwartet ausfallenden Ergebnisse rasch steigen.

Denn für viele Anleger ist der Consensus der Analysteneinschätzungen, also deren durchschnittliche Gewinnerwartung, eine Richtschnur bei Anlageentscheidungen. JP Morgan berichtet nun, dass die Analystenerwartungen für die kommenden beiden Berichtsquartale unterhalb der Ergebnisse liegen würden, die in den vergangenen beiden Quartalen gemeldet wurden. Die kommenden beiden Berichtsquartale sind übrigens das 4. Quartal 2019 und das 1. Quartal 2020, da für das 4. Quartal 2019 noch keine bzw. kaum Unternehmensergebnisse veröffentlicht wurden.

Normalerweise sehen Bankanalysten die Zukunft zu positiv, jetzt jedoch angeblich zu negativ

Da das Weihnachtsquartal für viele Unternehmen das stärkste Quartal des Jahres ist, sei die Erwartung nicht stichhaltig, die Ergebnisse der beiden kommenden Berichtsquartale würden unterhalb der beiden vorhergehenden Quartale liegen. Normalerweise schätzen Analysten die Zukunft als zu positiv ein und korrigieren ihre zu positiven Annahmen im Jahresverlauf nach unten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Analysten im Dienste von Banken stehen, die erstens Vermögensverwaltung für ihre Kunden betreiben und daher ein Interesse an steigenden Kursen haben, zweitens Fonds vertreiben, deren Verkauf bei steigenden Kursen besser läuft und die drittens als Investmentbanken Kapitalerhöhungen und Börsengänge begleiten, die bei steigenden Kursen bedeutend einfacher oder überhaupt erst durchzuführen sind. Darum nennt man diese Analysten auch „Sell Side Analysts“, da ihre Arbeitgeber Aktien verkaufen und nicht kaufen wollen.

Die Citigroup ergänzt JPMorgans Aussagen dahingehend, dass seit April in jeder einzelnen Woche die Zahl der negativeren Einschätzungen die Zahl der positiveren Ausblicke überwog. Mehr Analysten stutzten also ihre Erwartungen zurück als umgekehrt. Dass zeitgleich eine Aktien-Hausse startet, verwundert. Ich verwies in den vergangenen Wochen bereits mehrfach darauf, dass die Anleger irrational handeln und belegte das am Beispiel von Apple. Seitdem Apple eine Umsatz- und Gewinnwarnung Anfang Januar 2019 herausgab, hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt. Es ergibt jedoch keinen Sinn, einem Unternehmen einen mehr als doppelt so hohen Wert beizumessen, nachdem es bekanntgab, künftig weniger Geld zu verdienen. Und trotzdem geschah genau das – und zwar nicht nur bei Apple, sondern bei tausenden Aktiengesellschaften.

Sollten wir nun auf JP Morgans Einschätzung hören? Zumindest im vergangenen Jahr lag die Bank mit der Einschätzung genau richtig. Damals prognostizierte sie, dass die Aktienmärkte in den USA besser abschneiden würden als die Aktien der anderen Industrienationen und genau das trat ein.

Erste Ergebnisse sind positiv, doch die Aktienmärkte preisten das vielleicht schon ein!

Bislang haben etwa 6% der Unternehmen im S&P 500 bereits die Zahlen für das vierte Quartal veröffentlicht und konnten im Schnitt 3% Ergebniswachstum präsentieren. Setzt sich der Trend fort, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Analystenerwartungen von der Mehrheit der Unternehmen übertroffen werden können. Was folgt, wären bessere Analystenerwartungen für die kommenden Quartale, die in der Regel mit steigenden Kursen einhergehen.

JPMorgan wird aber noch konkreter. Die Bank erwartet, dass vor allem Rohstoff-, Luxus-, und Halbleiterunternehmen im 4. Quartal bessere Ergebnisse präsentieren könnten, als Analysten erwarten. Ich berichtete bereits in den vergangenen Wochen vom Boom bei Luxus-Aktien und von der Tatsache, dass in China die Rohstoffbranche eine der wenigen sei, die noch Geld verdienen kann. Insofern bestätigt die neue JPMorgan-Analyse meine eigenen Beobachtungen.

Zweifel hege ich jedoch an der Einschätzung, dass die Aktienmärkte die Möglichkeit übertroffener Analysten-Erwartungen noch nicht eingepreist haben könnten. Die stark gestiegenen Aktienkurse der vergangenen Monate deuten meiner Ansicht nach darauf hin, dass die Anleger die Zukunft bereits deutlich positiver sehen als die Bankanalysten. Denkbar ist also, dass eine weitere Boomphase ausbleibt, selbst wenn die Erwartungen jetzt übertroffen werden können.

Aktienmärkte haussieren - Tim Cook und Donald Trump
Die Apple-Aktie lief letztes Jahr extrem gut. Apple-Chef Tim Cook mit Donald Trump im November 2019 auf Fabrik-Besichtigung.

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Aktienmärkte 2020: Warum (noch) kein Crash kommt

In den Medien werden Prognosen und Vergleiche mit dem Supercrash der Aktienmärkte von 1929 gezogen. Wie realistisch ist das?

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Verfolgt man die mediale Berichterstattung, so erhält man den Eindruck, als stehen wir wieder einmal vor dem Ende der Welt: Vergleiche mit dem Supercrash der Aktienmärkte von 1929 werden gezogen, wobei sich dieser Börsencrash in der heutigen Darstellung eher bescheiden ausnimmt. Übrigens ein Aspekt, den ich indes auch teile! In der heutigen Betrachtung werde ich wieder versuchen etwas Licht ins Dunkel, in das Wirrwarr der Nachrichten zu bringen.

Dabei werde ich ausnahmsweise einmal auf eine völlig andere als die von mir sonst angewandte Elliott-WellenCharttechnik zurückgreifen: die Markttechnik.

In meinen Langzeitanalysen der vergangenen Jahre hatte ich immer wieder, natürlich mit Hilfe der Charttechnik, versucht aufzuzeigen, daß sich die Aktienmärkte in der finalen Phase eines sehr langen nunmehr über elf Jahre währenden Aufwärtstrend bewegen. Allerdings hatte ich in meinen Betrachtungen auch immer wieder darauf verwiesen, daß die Aufwärtstrends noch ausnahmslos intakt sind und lediglich durch, in temporärer Hinsicht, größere Korrekturen unterbrochen wurden oder aktuell noch werden.

Als ich in meinen Analysen vom 03.10.2016 und 18.09.2017 für den Dow Jones Punktestände von 26.900 bzw. 29.690 Punkten prognostiziert hatte, hielten sich die damaligen Fangemeinden in äußerst überschaubaren Grenzen. Derzeit liegt, mit einem Punktestand von über 29.000 Punkten im Dow Jones, das größere Ziel bereits in greifbarer Nähe. Und wie aus Zauberhand schießen einige Prognosen schon wieder in astronomische Höhen.

Die Aktienmärkte sind noch nicht völlig heiß gelaufen - hier der Dow Jones

(Meine Prognose für den Dow Jones aus dem Jahr 2016)

Auch wenn zum Teil größere regionale Unterschiede zu konstatieren sind, kann der MSCI-Index durchaus als exemplarisch für die Aktienmärkte angesehen werden. Denn im Wesentlichen bewegt sich die Mehrzahl der relevanten internationalen Aktienmärkte nicht völlig konträr gegeneinander; hat die Globalisierung auch hier ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen. Das Beispiel des MSCI-World-Index zeigt diesen Aspekt im Vergleich zum Dow Jones auf.

Aber ist die aktuelle Situation wirklich mit der von 1929 vergleichbar? Stehen wir tatsächlich vor dem größten Crash der dokumentierten Geschichte, wie es nicht selten zu lesen ist. Um ein Urteil hierüber zu fällen, lohnt der tiefere Blick in die Abläufe einer ausgereiften Börsenpanik, wie man einen Crash besser nennen sollte.

Welcher Elemente bedarf es überhaupt, damit sich eine Kurslawine lösen, damit eine scheinbar unkontrollierbare Panik ausbrechen kann. An zwei Beispielen kann man die immer wiederkehrenden Abläufe sehr schön ablesen: Der Tulpenwahn von Leyden aus den Jahren 1633 – 1637, und natürlich die Schwarzen Tage von 1929, der wohl pregnantesten Börsenpanik der jüngeren Geschichte.

 

Aktienmärkte: Euphorie als Vorraussetzung für den Crash

Gehen wir zunächst zurück in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts und damit zurück in die Mitte des Dreißigjährigen Krieges. Fast ganz Mitteleuropa war in dieser Zeit geprägt von Armut; Zerstörung und ausgeprägter Sittenverrohrung. Somit wuchs in den Köpfen der Menschen der Wunsch, der Traum nach einem besseren Leben. Der freigegebene Handel mit Tulpenzwiebeln war da eine willkommene Angelegenheit, ja für viele sogar die Erlösung. Denn an dem neu geschaffenen Markt konnte man relativ einfach große Summen verdienen, ohne dabei körperlich tätig zu werden. Und so verwundert es nicht, daß die Preise von 1634 bis 1637  explodierten und um satte 5900 % stiegen.

Dieser Aspekt veranschaulicht, daß der Markt völlig abgehoben war, daß der Markt absolut nichts mehr dem eigentlichen Handelsgut, einer einfachen Tulpenzwiebel, zu schaffen hatte. Nun kann man sagen: Das ist Jahrhunderte her, Gleiches würde uns heute nicht mehr passieren. Doch zeigen die verhängnisvollen Vorgänge in den Zwanzigern des 20. Jahrhunderts ganz ähnliche Muster auf.

 

Der Crash im Jahr 1929

Auch wenn die Arbeitslosigkeit in den USA ein niedriges Niveau aufwies, haben sich die Lebensverhältnisse für den überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht wirklich verbessert. Und so blieb für fast 80 Prozent der Bevölkerung nur der Traum vom besseren Leben, wie es die bunten Plakate doch so schön propagierten, zu träumen.

Und so verwundert es auch diesmal nicht, daß die Erlösung aus diesem Dilemma in der wundersamen Geldvermehrung gesucht wurde. Als das geeignetste Mittel hierfür diente natürlich die Börse, diente der Aktienmarkt. Denn nur dort, so der Glauben der ahnungslosen Masse, konnte sich Geld allein nur durch Geld vermehren.
Ganz ähnlich den astronomischen Kursteigerungen und letztendlich auch Summen, welche ca. 300 Jahre zuvor für harmlose, leider nicht verzehrbare, Tulpenzwiebeln gezahlt wurden. Und so trieb die verblendete Masse die Kurse zu immer absurderen Höchstständen.

Kritische Stimmen, sowie auftretende unübersehbare Warnzeichen in Form von Kurskorrekturen, wurden selbstverständlich ignoriert; wer wollte denn schon außerhalb der breiten Masse stehen. Schließlich heißt es ja auch: The trend ist your friend! Die Spekulationsblase nimmt ein gigantisches Ausmaß an. Spekulieren ist Volkssport! Der wuchernde Kreditapparat ist mit 17–20 % Zinsen völlig überzogen, doch gelten 20 % Zinsen als normal. Die Masse hebt mal wieder völlig ab.

Am 03.09.1929 erreichte der Dow Jones dann ein Niveau von 381,17 Punkten. Die Anleger mussten sich 25 Jahre gedulden, denn erst am 23.11.1954 ist es dem Index gelungen, dieses Terrain wieder zu erobern. Das gehandelte Tief aus dem Jahr 1930 lag übrigens bei 41,22 Punkten, und damit 89 Prozent unter dem Hoch! Die Folgen sind bekannt!
Beide Börsenpaniken wurden durch die gleichen Elemente ausgelöst. Im Folgenden habe ich die wichtigsten Zutaten aufgelistet, deren Auftreten mir erforderlich erscheint, damit eine explosive Stimmung entstehen kann:

  • Fantasie der Masse auf überdimensionale Gewinne, meistens hervorgerufen durch neue Technologien oder neue Absatz-Märkte.
  • Keine gute wirtschaftliche Lage für einen großen Teil der Bevölkerung.
  • Hohe Kreditrate bringt Liquidität, bewirkt aber im Abwärtstrend Zwangsverkäufe.
  • Steuerung durch Medien mit permanent positiver Berichterstattung.
  • Eine Manie in der breiten Masse lässt die Kurse steigen, bis keine Käufer mehr zu finden sind.
  • Immer stärker auftretende warnende Stimmen werden ignoriert oder der Lächerlichkeit preisgegeben.
  • Falsche Propheten, genießen in der Öffentlichkeit ein hohes Ansehen, wirken beruhigend.
  • Abenteuerliche Prognosen übertreffen sich selbst.
  • Erste massive Anzeichen auf einen Trendwechsel werden „schöngeredet“.
  • Profis und institutionelle Anleger steigen aus und lassen und verstärken dadurch die negative Dynamik.

 

Meiner Einschätzung nach fehlen aktuell einige wichtige Zutaten, damit sich eine Korrektur epochaler Dimension einstellen kann. Da wäre als Erstes die fehlende Begeisterung der breiten Masse zu nennen. Denn der seit über zehn Jahren währende faszinierende Aufschwung an den Finanzmärkten fand im Wesentlichen ohne den Kleinanleger, ohne die breite Masse statt.

Die Masse träumt eben noch nicht den schönen Traum vom monetären Perpetuum mobile; vom berühmten Dukatenesel. Der Traum vom Geld, welches sich allein durch sich selbst verdient schläft momentan noch. Die soziale Situation in den meisten Haushalten ist momentan noch als stabil zu bewerten. Noch ist kein flächendeckendes Prekariat entstanden. Auch kann ich noch keine Anzeichen auf eine mediale Schlacht, wie diese in der Vergangenheit immer wieder geführt wurde, erkennen; ich denke Sie sind im Bild.
Dennoch besteht absolut kein Grund, um in blinde Sorglosigkeit zu verfallen. Für die zweite Hälfte des Jahres 2020 erwarte ich eine etwas größere Korrektur, deren temporärer Rahmen zudem etwas größer ausfallen wird. In meinen demnächst erscheinenden Langzeitausgaben für den Dow Jones; S&P 500 sowie Dax 30, werde ich wie immer genauer darauf eingehen.

Erst nach dieser Phase sollten sich die Zutaten für einen Crash in einem Topf wiederfinden und geraume Zeit später für eine erneute Börsenpanik sorgen. Denn erst dann wird die Masse erneut auf den fahrenden Zug aufspringen. Aktuell ist dieses Verhalten der Marktteilnehmer noch nicht zu konstatieren, sodaß mir gegenwärtig eine wahre Panik unrealistisch erscheint.

Bis dahin gelten die bekannten Regeln, welche mit Sicherheit schon seit Anbeginn der Menschheit ihren Platz in den Köpfen der Menschen eingenommen und welche die Menschheit immer wieder, mehr oder weniger stark, in ihrer Entwicklung zurückgeworfen haben.

 

Wahrscheinlich werden diese Spielregeln nie aus der Mode kommen:

  • Nach dem Crash ist vor dem Crash.
  • Wieder wird man über die Vergangenheit lachen, denken das diesmal alles anders ist
  • Wieder werden wirtschaftlich schlechte Zeiten eintreten.
  • Neue Märkte, Technologien, werden immer wieder die Fantasie anregen.
  • Die Menschen werden wieder und wieder in Goldgräberstimmung verfallen und im Irgendwo neue surreale, diesmal natürlich „unerschöpfliche“ Geldquellen erkennen.
  • Wieder wird die Gier jedes Maß der Vernunft sprengen.
  • Wieder werden die gleichen Abläufe zur Steuerung der Massen auftreten.
  • Stellen sich große Kurs-Korrekturen tatsächlich völlig unvorhersehbar ein? Sind resultierend daraus drastische Verluste absolut unvermeidbar? Mit Sicherheit nicht!
  • Ein sogenannter und heraufbeschworener Crash der Aktienmärkte ist charttechnisch als auch markttechnisch sehr gut prognostizierbar.
  • Für jeden einzelnen Anlagenhorizont ist ein spezielles Ausstiegssignal generierbar.
  • Die anstehende Korrektur ist nicht für alle Zeitebenen bzw. Anleger von Relevanz.
  • Korrekturen bieten neue Einstiegsmöglichkeiten.

 

Fazit:

Die wichtigsten Aktienmärkte werden im Verlauf der ersten Jahreshälfte weiter steigen und fast ausnahmslos neue Höchststände erzielen. Erst tief in der zweiten Jahreshälfte wird sich eine angespannte Situation einstellen. Diese wird sich schlussendlich in eine schmerzhafte Korrektur entladen. Eine crashartige Entwicklung kann ich indes nicht erkennen, dazu ist die Zeit noch nicht reif. Im Wesentlichen wird sich das Jahr 2020 als ein positives Aktienjahr präsentieren.

Die Aktienmärkte dürften sich im Jahr 2020 weiter positiv entwickeln

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