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Aktienmärkte: Kommt die kalte Dusche am 29. Januar?

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Aktienmärkte in zwei Wochen vor Rückfall?

Die Hochstimmung der Anleger wird aktuell gespeist durch den Handelsoptimismus und die bevorstehende US-Quartalsberichtssaison. Doch ein potenzieller Spielverderber für die Aktienmärkte kündigt sich bereits an.

Runde Marken ziehen die Aktienmärkte aktuell magisch an

Das aktuelle Szenario erinnert mich an meine ersten Schritte auf dem Börsenparkett, damals noch als Wertpapierhändler bei einem hippen neuen Direktbroker, bei dem man per Fax und Telefon in Sekundenschnelle Aktien am Neuen Markt handeln konnte. Selbst unter meinen damaligen Kollegen war das Aktienfieber ausgebrochen und heiße Tipps aus den Branchen IT, Multimedia und Biotech wurden rumgereicht. Die Lieblinge der Anlegergemeinschaft waren damals Werte wie EM.TV, Teldafax oder Gigabell, die als Geldverbrennungsmaschinen mit Umsätzen in zweistelliger Millionenhöhe teilweise Milliardenbewertungen erreichten. Das Mobilfunkunternehmen Gigabell, eine der am meisten gehypten Aktien am Markt überhaupt (ähnlich wie heute Tesla), ging am 15. September 2000 bankrott und viele andere folgten.

Vorher wurden reihenweise die Kursziele der Highflyer nach oben „angepasst“ und fantastische runde Marken für den „deutsche Nasdaq“ namens NEMAX ausgerufen. Damals grenzte es in Kreisen der Aktienjünger schon fast an Gotteslästerung, wenn man auf die krasse Überbewertung hinwies und Zweifel äußerte, ob der Hightech-Aktienindex Nemax All Shares im Jahr 2000 tatsächlich locker die Marke von 10.000 Punkten überspringen könne.

Der deutsche Nemax schaffte es in einer finalen Fahnenstange bis zum 10. März vor genau 20 Jahren immerhin auf 8.559,32 Punkte. Der Schwester-Index namens Nemax 50 schaffte es sogar bis zur Marke von 9.666 Punkten. Doch dann war Schluss – für immer. Der Markt brach unter der Last seiner eigenen Bewertung und geplatzter Illusionen zusammen. Gestartet war der Nemax im April 1997 bei 500 Punkten. Drei Jahre nach seinem Hochpunkt wurde am 21. März 2003 der letzte Kurs für den einstigen Hoffnungsträger vieler Möchtegernmillionäre in Deutschland bei 402,91 Punkten gestellt.

Wie im Jahr 2000 stehen auch heute wichtige Aktienmärkte vor runden Marken. Ein regelrechtes Déjà-vu überkommt einen beim Blick auf den techlastigen Computerhandelsplatz NASDAQ in den USA, wo außer Fantasie und Liquidität bei einigen Aktien jede Grundlage für die Bewertung fehlt. Dazu kommt, dass gerade die am meisten gehypten Aktien die Schwergewichte in den Aktienindizes wie NASDAQ 100 und S&P 500 bilden. Mit 9.070 Punkten beim NASDAQ 100 scheint aktuell die runde Fünfstelligkeit den Markt magisch nach oben zu ziehen. Das gleiche Phänomen kann man beim Dow Jones Industrial Average beobachten. Nicht nur nach der Meinung von US-Präsident Donald J. Trump ist es nur eine Frage der Zeit, bis hier die runde Marke von 30.000 erobert wird (aktuell 28.925).

Handelsdeal und Berichtssaison

Noch haben die Bullen, zu denen ich mich aus rein opportunistischen Gründen auch zähle, einige positive Impulse (Herr Fugmann nennt sie auch gern Möhrchen) auf der Agenda, die die Kurse der genannten Indizes zumindest noch ein Stück weiter an die magischen runden Zahlen herantragen können. Das ewige Möhrchen in Form eines Handelsdeals steht bereits morgen auf der Agenda. Es gilt mittlerweile als ausgemachte Sache, dass der chinesische Chefunterhändler und Vizepremier Liu He mit einer großen Delegation zur feierlichen Unterzeichnung des lange herbeigesehnten Deals ins Weiße Haus nach Washington kommt. Doch was genau in dem Handelsvertrag der Phase 1 steht, ist nur in Ansätzen bekannt. Für die Märkte viel wichtiger ist jedoch, dass es überhaupt zu einem ersten Deal kommt, denn dann kann die Trump-Administration sofort das nächste Märchen vor den Eselskarren hängen: den Phase-2-Deal.

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8 Kommentare

8 Comments

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    Marcus

    14. Januar 2020 19:03 at 19:03

    Also ich finde den Satz dass die Fed keine Korrektur mehr zulassen kann schon crass…
    Die Fed hat, denke ich, total die Kontrolle verloren, ein Crash ist unvermeidlich. Die Anleger die an die Allmacht der Notenbanken glauben machen meines Erachtens einen sehr
    großen Fehler, den am Ende kann die Fed zwar Geld drucken aber den Niedergang der USA sicher nicht für ewig aufhalten.

    • Avatar

      Sven

      14. Januar 2020 19:35 at 19:35

      Ewig nicht, aber siehe Japan, über Jahre. Bis dahin sind locker noch zig Prozente in den Indizes drin. Morgen erst mal die nächste China-Deal-Party. Und dann bald 30K im Dow, so als erste Zwischenstation.

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    Sven

    14. Januar 2020 19:15 at 19:15

    Mal ein Versuch, auf Risiken hinzuweisen. Aber die FED wird ihr Instrumentarium nicht ein-, sondern umverpacken. Es wird kein Zurückfahren der Liquidität geben.

    Dazu zeigen die Banken heute, dass die Vorschusslorbeeren nicht umsonst verteilt wurden. Eins Ist richtig, Phase-2-Deal wird uns weitere Hunderte von Punkten in dem Indizes bringen.

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    Columbo

    14. Januar 2020 20:03 at 20:03

    Die Notenbanken werden irgendwann Aktien kaufen, dann gehts nochmal einen Stock höher.

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      Shong09

      15. Januar 2020 00:16 at 00:16

      Damit rechne ich auch

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    Shorti

    14. Januar 2020 20:06 at 20:06

    @ Marcus , ich bin voll ihrer Meinung, es ist naiv zu glauben ,dass die Notenbanken für ewig die Aktienkurse ( Firmenwerte ) halten können.Dann braucht es ja die Firmen gar nicht mehr, die können doch das gedruckte Geld direkt ohne Umweg über defizitäre Firmen an die Manager u.Leute verteilen. Die Gefahr wäre dann ,dass alle gleich viel möchten u.die Manager nicht mehr bevorzugt wären.
    Mindestens hat Herr Zipfel noch die Krise vom Jahr 2000 im Kopf u.doch glaubt er am Fortgang des Märchens ? Herr Schuhmann hat anscheinend noch nie so Etwas erlebt.

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    Torsten

    14. Januar 2020 21:57 at 21:57

    Mathematisch gesehen kann der DOW auf 100.000 steigen wenn der Dollar nix mehr wert ist.
    Im Silicon Valley haben Paare mit 250.000 USD Jahreseinkommen Probleme sich ein Haus zu leisten.
    Amerika hat zwei Möglichkeiten, Korrekturen zulassen oder es gibt massive Inflation die genauso zu Geldentwertung führt.
    Der nächste große Crash kommt spätestens wenn Tesla den Insolvenzantrag stellt.

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    Pessi-Mist

    15. Januar 2020 10:07 at 10:07

    @ Columbo u.Co. , Der Grund für die Wende der US-Geldpolitik war hauptsächlich der BBB Anleihenverfall.Die Aktienhausse ist ein Nebenprodukt der Geldschwemme, was einigen Notenbänkern langsam unheimlich wird.Eine Aktienkorrektur von 10 bis 15% wäre absolut erträglich, waren das ja vor kurzem noch Höchstkurse. Das heisst ,die Notenbanken müssten eher diese gefährdeten Unternehmensanleihen kaufen als Aktien.Zuerst haben sie ja lange u.dann kurze Staatsanleihen gekauft um die Zinsen zu drücken( manipulieren) u.anscheinend hilft das den Firmen trotzdem nicht, einzig der Konkurs wird verhindert.Dass der Ami-Staat ,der der ganzen Welt Währungsmanipulation u.Subvention von Firmen vorwirft auch noch Schrottanleihen kauft, glaube ich eher nicht. Das ändert Nichts daran ,dass die ganze Geldschwemme eine Umverteilung zu Lasten des Fussvolkes ist. Irgendwie wird sich das durch eine Hintertür in der Inflation zeigen ,die jetzt noch statistisch tief ist.Aktion erzeugt Reaktion, U.EINE UNMÖGLICHE GELDPOLITIK WIRD EINE SEHR HÄSSLICHE RAKTION ETZEUGEN.

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Leerverkäufe – Das Debakel um Tesla, Beyond Meat und Wirecard

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Leerverkäufe sind eine wichtige Funktion an den Finanzmärkten: sie bilden eine Art Korrektiv für Überbewertungen. Aber sie können eben auch sehr gefährlich werden für die Leerverkäufer selbst!

Aus der Santa Claus Rally wurde eine Januar-Rally, die Kurse stiegen auf breiter Front. Seit sieben Wochen geht es nahezu ohne Korrektur bergauf, ungewöhnlich schon der 11 Prozent-Anstieg des riesigen S&P 500 in drei Monaten –  und dies nicht etwa nach einer Phase eines Einbruchs, sondern nach einer langen Haussephase.

Aber es gibt Aktien, die alles andere in den Schatten stellen: In den USA sind dies die sehr medienträchtigen Firmen Tesla und Beyond Meat, die beide für einen Umbruch in ihrem wirtschaftlichen Umfeld stehen. Anstiege völlig losgelöst von den fundamentalen Daten – Hintergrund waren Leerverkäufe und eine dann folgende gewaltige Eindeckungsrally von Leerverkäufern, die bereits seit längerer Zeit auf einen Einbruch der Hoffnungsträger setzen. Hier ein paar Daten der Analysefirma S3 Partners für die letzten Jahre, die die große Spekulation im Bereich Shortselling insbesondere gegen Tesla beleuchten.

Leerverkäufe: Tesla seit Langem die Aktie für Shortseller

Bereits seit Jahren misstraut man an der Wall Street den Versprechungen des Visionärs Elon Musk, der nicht nur ein Elektrofahrzeugunternehmen kreiert hat, sondern einem Technologiekonzern vorsteht. Dennoch hatte er in der Vergangenheit Quartal für Quartal mit seinen Produktionsvorhersagen enttäuscht – und damit mehr und mehr Shortseller angelockt. 2014 waren in der Spitze 40 Prozent der frei verfügbaren Aktien leerverkauft, im Jahr 2016 in etwa 35 Prozent im Maximum und im Mai 2019 um die 33 Prozent. Das waren Leerverkäufe von fast 44 Millionen geliehenen Aktien im Wert von über 8,1 Milliarden Dollar – bei einem Kurs von 185 Dollar.

Von da an startete das Unheil für die Leerverkäufer, welches sich ab 2019 Oktober dramatisch entwickelte. Die Aktie stieg von gut 200 auf 547 Dollar, ausgelöst durch die Shorties, die sich zu immer höheren Kursen in Pain Trades ihre Leerverkäufe eindecken mussten. Was aber auch dazu führte, dass neue Leerverkäufer auf den Plan traten, weil man diesen Kursanstieg für völlig unsinnig erachtete und als Gelegenheit empfand, richtig Geld zu verdienen. Derzeit sind immerhin noch 26 Millionen Aktien leerverkauft und damit 18,5 Prozent der Aktien – die irgendwann auch noch zurückgekauft werden müssen. Nach Angabe von S3 Partners sind für die Leerverkäufer in den letzten sieben Monaten mehr als 8,4 Milliarden Dollar Verluste aufgelaufen und innerhalb eines Jahrzehnts mehr als 10 Milliarden Dollar. Diese Wette dürfte für die Hedgefonds die schmerzhafteste des vergangenen Jahrzehnts gewesen sein.

Gab es dafür Gründe?

Es sind nicht zu sehr fundamentale Gründe, also überbordende Geschäftsaussichten, die so eine Aktienrally verursachen, es ist eher eine Mischung aus Überinvestition in Richtung Leerverkäufe mit einer vielleicht auch nur moderaten Fehleinschätzung der unternehmerischen Lage. Da wird man zwangsläufig an die VW-Aktie erinnert, bei der eine Verknappung des Angebots bei dem gescheiterten Versuch der Übernahme durch Porsche den Aktienkurs durch eine Shortsqueeze innerhalb von 48 Stunden von 200 auf 1000 Euro emporschnellen ließ. Volkswagen war kurzfristig das teuerste Unternehmen der Welt, ohne dass sich an den Geschäftsaussichten irgend etwas geändert hätte.

Bei Tesla, dessen Zukunft gewiss noch nicht entschieden ist, hat man anscheinend darauf gewettet, dass die etablierten Hersteller (VW, BMW, Daimler, Toyota) mit ihrer Elektro-Offensive Tesla rasch den Garaus machen würden. Aber bei den neuen Fahrzeugen geht es anscheinend auch sehr viel um Software – und da hat Tesla noch einen großen Vorteil.

Selbst VW-Chef Diess hat in einem bemerkenswerten Interview davon gesprochen, dass das Auto künftig auch eine andere Funktionen wahrnehmen wird, mit einer erheblich gesteigerten Bedeutung von Software und Internet. Und hat VW nicht wegen Softwareproblemen die Markteinführung des Modells ID.3 bis in den Sommer verschoben?

Mit der Shortquote bei Tesla lag eigentlich stets eine Mammuteindeckung in der Luft, wie ein Analyst des Informationsdienstes Benzinga aus den USA es formuliert hat: „Short Squeezes don’t need a fundamental rationale; they just need a catalyst.“ Oder es braucht nur einen banalen Anlasses zur rechten Zeit, so wie der berühmte Schmetterlingsschlag vor einem Gewitter.

Aus fundamentaler Sicht ist die Bewertung des Unternehmens dennoch auf absurdem Terrain: Das Unternehmen ist mit seiner Marktkapitalisierung von über 90 Milliarden Dollar nicht nur doppelt so hoch bewertet wie GM oder Ford, sondern auch anhand seiner Fahrzeugzahlen: Diese Bewertung liegt pro Fahrzeug nach letzten Zahlen bei 261.000 Dollar pro verkauftem Auto, im Vergleich hierzu BMW und Daimler mit 21.612 und 24.522 Dollar pro Kfz, bei VW liegt dieser Wert sogar nur bei 12.680 Dollar. Und so besteht die Hoffnung vieler Shortseller weiter, doch noch ihre Leerverkäufe mit Gewinnen schließen zu können.

Beyond Meat

Ähnliche Überlegungen wie bei Tesla konnte man auch für die Notierungen bei dem Veggie-Burger-Hersteller Beyond Meat anstellen. Nach dem Börsengang schoss das Unternehmen von 25 Dollar auf über 240 Dollar und damit auf eine Marktkapitalisierung von 15 Milliarden Dollar. Nach Ablauf der Lockup-Periode für Altaktionäre fiel die Aktie nach und nach auf 74 Dollar und lockte die Hedgefonds an wie die Fliegen. Aber die Unternehmensergebnisse wurden besser, allein der Umsatz stieg von 88 Millionen Dollar (2018) auf 275 Millionen Dollar im letzten Jahr.

Hinzu kamen Meldungen über den Einstieg von Großkunden wie Mc Donalds. Dann erfolgte in der zweiten Woche des Jahres die berüchtigte Short Squeeze: Der Wert sprang innerhalb von fünf Tagen um 53 Prozent nach oben, ohne große Unternehmensnachrichten. Aber lag die Shortquote bei dem Unternehmen 2019 nicht bereits bei sagenhaften 50 Prozent aller ausstehenden Aktien? Jedenfalls hat die kurze Shortsqueeze nach Angaben von S3 Partners in den wenigen Tagen des Jahres den Shorties bereits 500 Millionen Dollar gekostet.

Leerverkäufe: Folgt jetzt der nächste Shortsqueeze bei Wirecard?

Ein ähnliches Spiel scheint sich jetzt bei unserem Dax-Konzern Wirecard abzuspielen. Wie bei den oben genannten US-Aktien gibt es auch im Dax-Konzern ein gewaltiges Short Interest bei diesem Wert. Über die Hintergründe wurde hier schon des Öfteren berichtet. Laut S3 Partners war die Quote der Leerverkäufe kürzlich noch bei fast 20 Prozent, bei einem festen Aktienbestand, der durch die großen Fonds und dem Gründer Braun selbst schon bei über 50 Prozent liegen sollte – ETFs und Kleinanleger noch gar nicht berücksichtigt.

Ist der große Sprung von Wirecard in den letzten 14 Börsentagen von 106 auf 131 Euro nicht schon ein kleines Zeichen für eine Eindeckungsrally? An fundamentalen Gründen kann es nicht gelegen haben, bis auf den Wechsel im Aufsichtsratvorsitz gab es keine News von der Unternehmensfront. Es gibt aber immer wieder Gerüchte darüber, dass das Prüfungsergebnis von KPMG deutlich vor dem Quartalsende kommen könnte. Was geschähe mit den Leerverkäufen, sollte es einen positive Berichtsmeldung geben, die vielleicht auch noch außerhalb der Handelszeiten bekanntgegeben würde?

Fazit

Gerade in einer Phase der Euphorie, gepusht durch große Liquiditätszufuhr durch die Zentralbanken, erscheint derzeit ein aggressives Shortinvestment schon etwas wie der Ritt auf der Rasierklinge zu sein.

Hierzu noch die Empfehlung des oben zitierten Analysten für die nahe Zukunft:

„Longs, shorts and short-term traders should all be extremely cautious with both these stocks (Tesla and Beyond Meat) in the coming days.“ Zumal die Börsenregeln derzeit zum Teil etwas außer Kraft gesetzt zu sein scheinen..

Leerverkäufe und die dann folgenden Eindeckungen dieser Leerverkäufe bringen die Tesla-Aktie nach oben - Elon Musk freut das

By Steve Jurvetson from Menlo Park, USA – Elon Musk at TED 2017, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=72830002

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Aktienmärkte: Fahnenstangen bei den Aktienkursen haben Substanz

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Immer weiter bergauf? Aktienmärkte steigen immer weiter an

Allzeithöchststände werden zum täglichen Ritual und Bewertungen spielen v. a. in den USA nur noch sekundär eine Rolle. Doch haben die Fahnenstangen der Aktienmärkte auch Substanz?

Die Attraktivität der Aktienmärkte hat sich stark gewandelt

Kaufte man klassischerweise an der Börse gehandelte Unternehmensanteile, um an einem erfolgreichen Geschäftsmodell zu partizipieren, regelmäßige Ausschüttungen zu erhalten oder die blühende Zukunft einer Aktiengesellschaft zu antizipieren, so haben sich die Gründe für den Erwerb von Dividendentiteln zuletzt stark gewandelt. Die klassischen Kaufmotive mögen heute auch noch eine Rolle spielen, werden aber in der Kursentwicklung durch andere Faktoren enorm verstärkt oder völlig verzerrt. Als Beispiel soll hier nur das starke Aufwärtsmomentum erwähnt sein, das ständig neues, nach schnellen Gewinnen trachtendes Kapital anzieht (die Hausse nährt die Hausse).

Doch es gibt darüber hinaus noch andere Impulse für die ungewöhnlich konstant steigenden Aktienmärkte, die man nicht per se als irrational oder nicht nachhaltig bezeichnen kann. Insofern ist die Fragestellung, ob die Fahnenstangen bei immer mehr Aktienkursen mit Substanz gestützt sind, durchaus berechtigt. Die Formulierung aus der Überschrift geht übrigens auf einen aufmerksamen Leser der FMW zurück und war die Inspiration für diesen Artikel. Vielen Dank dafür!

Der Zwang zur Nachahmung

In einem Artikel von Anfang Dezember hatte ich bereits auf den stattfindenden Impulswechsel für steigende Aktienmärkte hingewiesen. Dieser Wechsel vollzieht sich hin zur reinen zins- und liquiditätsgetriebenen Hausse, bei denen fundamentale Entwicklungen nur noch als Alibi-Investmentstory dienen, aber für die Bewertungen vieler Aktiengesellschaften sekundär sind. So ist es mittlerweile Usus, dass Unternehmen mit der hippsten Story und dem dynamischsten Momentum deutlich besser performen, als solide Unternehmen mit positivem Cashflow und moderaten Bewertungen.

Wobei die überteuerten Highflyer ganze Indizes nach oben ziehen und diese durch ihr zunehmendes Gewicht dominieren. Dies zwingt wiederum indexbasierte Anlageprodukte oder Benchmark orientierte Fonds dazu, ebenfalls diese Highflyer in ihren Portfolios überzugewichten. Andernfalls wird man als Fondsmanager schnell aussortiert, zumal der Siegeszug der passiven Indexfonds auch in dieser Branche zu einem Personalkahlschlag historischen Ausmaßes führt. Im Zuge der Trumpschen Steuerreform kam der Markt bekanntermaßen auch in den Genuss von Zusatznachfrage in Form von „Buybacks“ aus den Aktiengesellschaften selbst. Ein Effekt, der sich basiseffektbedingt sukzessive abschwächt. Nach ca. 1,3 Billionen US-Dollar im letzten Jahr soll es laut Schätzungen in diesem Jahr nur noch ca. 500 Mrd. US-Dollar Aktienrückkaufvolumina geben, also über 50 Prozent weniger.

Neuer Raketentreibstoff für die Börse

Dennoch verbirgt sich hinter den fahnenstangenartig ansteigenden Kursen eine gewisse Substanz. Diese Substanz speist sich ausschließlich aus der Geldpolitik der Notenbanken. Historisch niedrige Zinsen und eine Geldschwemme, die sich gemäß dem Cantillon-Effekt zu aller erst über die Banken und die Finanzmärkte ergießt, treibt die Vermögenspreise nach oben. Die Gründe für diese äußerst akkommodierende Geldpolitik sind so nachhaltig, dass sie eine echte Substanz darstellen. Welchen Zwängen die Zentral- und Notenbanken unterliegen und wie sich der Cantillon-Effekt nachhaltig auf die Vermögenspreise auswirkt, erläutere ich in diesem Video. Dort erfahren Sie auch, wie sich mit relativ wenig Aufwand und zu geringen Kosten ein auf diese außergewöhnliche Situation ausgerichtetes Wertpapierportfolio strukturieren lässt.

Der Zwang in die Aktienmärkte zu investieren

Die Abkürzung „TINA“ (There Is No Alternative) ist in Bezug auf die Aktienmärkte natürlich übertrieben, da es auch andere Vermögenswerte gibt, die von dem Raketentreibstoff der Notenbanken beflügelt werden. Gleichwohl gibt es aus Sicht professioneller Investoren und Geldverwalter einen enormen Rendite- und Anlagedruck. Aktien sind am leichtesten für Vermögensverwalter zugänglich, sie sind zudem hochfungibel und bieten im Idealfall zusätzlich laufende Erträge. Die Renditen vieler Aktien, zum Beispiel in Deutschland, erfüllen zudem nach wie vor die Anforderungen der Kapitaleigner. Durch die Ballung des Vermögens in relativ wenigen Händen generieren die Kapitaleigner permanent laufende Erträge aus Vermietung, Verpachtung, Dividenden, Sonderausschüttungen, Zinsen und Tilgungen. Dieses Geld muss neu angelegt werden und konkurriert mit der Zusatzliquidität aus den Notenbanken. Die Anforderungen für die Geldverwalter sind dabei hoch. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man unter 5 Prozent Bruttorendite p. a. bezogen auf die Gesamtkapitalverzinsung keine Chance am Markt hat – trotz Nullzinsumfeld.

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Dow Richtung 30.000, Banken-Vergleich, Handelsdeal, Tesla und Wirecard

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Dow visiert 30.000 Punkte an, US-Banken verdienen gut - New York im Fokus

Die Indizes laufen super. Der Dow Jones läuft dieser Tage mit voller Kraft Richtung 30.000 Punkte. Über die aktuelle Lage am Markt sprechen im folgenden Video Sissi Hajtmanek und Manuel Koch in Frankfurt. Sie blicken zurück auf die aktuelle Handelswoche, wo vor allem die hochprofitablen US-Banken im Mittelpunkt standen. Die größten Banken in den USA (JP Morgan, Citi etc) meldeten ihre Zahlen. Vor allem der Branchenprimus JP Morgan konnte die Erwartungen deutlich übertreffen. Die Banken in den USA machen gigantische Gewinne. Sissi Hajtmanek und Manuel setzen die US-Banken in Relation zu der Ertragslage bei deutschen Banken.

Und da wird es interessant. Während die US-Banken (so unsere Anmerkung) ein großes Kapitalmarktgeschäft haben und somit unabhängiger von Zinsmargen sind, so haben sie zusätzlich noch ein existierendes Zinsumfeld dank der Fed, die die Zinsen in den USA in den Jahren nach der Finanzkrise wieder angehoben hatte, anders als die EZB. Die Banken vor allem in Deutschland hängen traditionell fast komplett von ihren Zinserträgen ab. Die EZB hat diese Ertragsquelle aber quasi vernichtet. Und so dümpeln die deutschen Banken vor sich hin, mit lächerlich niedrigen Erträgen in Relation zu den Konkurrenten in den USA.

Auch war diese Woche der Handelsdeal zwischen China und den USA ein wichtiges Thema. Sissi Hajtmanek erwähnt die Aufforderung von Donald Trump, dass die amerikanischen Landwirte schon mal mehr Traktoren kaufen sollten, weil die Chinesen so viele zusätzliche landwirtschaftliche Produkte aus den USA kaufen würden. Eine mehr als zweifelhafte Aufforderung, da der unterschriebene Phase 1-Deal ja nur ein erster Schritt zur Einigung im Handelskrieg ist. Und jederzeit kann dieses fragile Gebilde wieder zusammenbrechen.

Besprochen werden im folgenden Video auch zwei konkrete Handelsempfehlungen der trading-house Börsenakademie. Die Aktie von Tesla (derzeit über 500 Dollar) solle man zwar kaufen, aber erst mit einem Limit von 377 Dollar. Sie müsste also erstmal kräftig fallen, bevor sie entsprechend dieser Empfehlung wieder ein Kauf wäre. Auch die Aktie von Wirecard könne man kaufen, aber über dem aktuellen Kurs, nämlich mit einer Stop-Buy-Order bei 132 Euro. Und abschließend nochmal die Frage unsererseits: Läuft der Dow wirklich weiter mit voller Kraft auf die 30.000 Punkte-Marke zu? Noch fehlen dazu 635 Punkte. Aber das ist heutzutage ja kein großer Abstand mehr.

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