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Aktien

Aktienmärkte: Kommt die kalte Dusche am 29. Januar?

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Aktienmärkte in zwei Wochen vor Rückfall?

Die Hochstimmung der Anleger wird aktuell gespeist durch den Handelsoptimismus und die bevorstehende US-Quartalsberichtssaison. Doch ein potenzieller Spielverderber für die Aktienmärkte kündigt sich bereits an.

Runde Marken ziehen die Aktienmärkte aktuell magisch an

Das aktuelle Szenario erinnert mich an meine ersten Schritte auf dem Börsenparkett, damals noch als Wertpapierhändler bei einem hippen neuen Direktbroker, bei dem man per Fax und Telefon in Sekundenschnelle Aktien am Neuen Markt handeln konnte. Selbst unter meinen damaligen Kollegen war das Aktienfieber ausgebrochen und heiße Tipps aus den Branchen IT, Multimedia und Biotech wurden rumgereicht. Die Lieblinge der Anlegergemeinschaft waren damals Werte wie EM.TV, Teldafax oder Gigabell, die als Geldverbrennungsmaschinen mit Umsätzen in zweistelliger Millionenhöhe teilweise Milliardenbewertungen erreichten. Das Mobilfunkunternehmen Gigabell, eine der am meisten gehypten Aktien am Markt überhaupt (ähnlich wie heute Tesla), ging am 15. September 2000 bankrott und viele andere folgten.

Vorher wurden reihenweise die Kursziele der Highflyer nach oben „angepasst“ und fantastische runde Marken für den „deutsche Nasdaq“ namens NEMAX ausgerufen. Damals grenzte es in Kreisen der Aktienjünger schon fast an Gotteslästerung, wenn man auf die krasse Überbewertung hinwies und Zweifel äußerte, ob der Hightech-Aktienindex Nemax All Shares im Jahr 2000 tatsächlich locker die Marke von 10.000 Punkten überspringen könne.

Der deutsche Nemax schaffte es in einer finalen Fahnenstange bis zum 10. März vor genau 20 Jahren immerhin auf 8.559,32 Punkte. Der Schwester-Index namens Nemax 50 schaffte es sogar bis zur Marke von 9.666 Punkten. Doch dann war Schluss – für immer. Der Markt brach unter der Last seiner eigenen Bewertung und geplatzter Illusionen zusammen. Gestartet war der Nemax im April 1997 bei 500 Punkten. Drei Jahre nach seinem Hochpunkt wurde am 21. März 2003 der letzte Kurs für den einstigen Hoffnungsträger vieler Möchtegernmillionäre in Deutschland bei 402,91 Punkten gestellt.

Wie im Jahr 2000 stehen auch heute wichtige Aktienmärkte vor runden Marken. Ein regelrechtes Déjà-vu überkommt einen beim Blick auf den techlastigen Computerhandelsplatz NASDAQ in den USA, wo außer Fantasie und Liquidität bei einigen Aktien jede Grundlage für die Bewertung fehlt. Dazu kommt, dass gerade die am meisten gehypten Aktien die Schwergewichte in den Aktienindizes wie NASDAQ 100 und S&P 500 bilden. Mit 9.070 Punkten beim NASDAQ 100 scheint aktuell die runde Fünfstelligkeit den Markt magisch nach oben zu ziehen. Das gleiche Phänomen kann man beim Dow Jones Industrial Average beobachten. Nicht nur nach der Meinung von US-Präsident Donald J. Trump ist es nur eine Frage der Zeit, bis hier die runde Marke von 30.000 erobert wird (aktuell 28.925).

Handelsdeal und Berichtssaison

Noch haben die Bullen, zu denen ich mich aus rein opportunistischen Gründen auch zähle, einige positive Impulse (Herr Fugmann nennt sie auch gern Möhrchen) auf der Agenda, die die Kurse der genannten Indizes zumindest noch ein Stück weiter an die magischen runden Zahlen herantragen können. Das ewige Möhrchen in Form eines Handelsdeals steht bereits morgen auf der Agenda. Es gilt mittlerweile als ausgemachte Sache, dass der chinesische Chefunterhändler und Vizepremier Liu He mit einer großen Delegation zur feierlichen Unterzeichnung des lange herbeigesehnten Deals ins Weiße Haus nach Washington kommt. Doch was genau in dem Handelsvertrag der Phase 1 steht, ist nur in Ansätzen bekannt. Für die Märkte viel wichtiger ist jedoch, dass es überhaupt zu einem ersten Deal kommt, denn dann kann die Trump-Administration sofort das nächste Märchen vor den Eselskarren hängen: den Phase-2-Deal.

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8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    14. Januar 2020 19:03 at 19:03

    Also ich finde den Satz dass die Fed keine Korrektur mehr zulassen kann schon crass…
    Die Fed hat, denke ich, total die Kontrolle verloren, ein Crash ist unvermeidlich. Die Anleger die an die Allmacht der Notenbanken glauben machen meines Erachtens einen sehr
    großen Fehler, den am Ende kann die Fed zwar Geld drucken aber den Niedergang der USA sicher nicht für ewig aufhalten.

    • Avatar

      Sven

      14. Januar 2020 19:35 at 19:35

      Ewig nicht, aber siehe Japan, über Jahre. Bis dahin sind locker noch zig Prozente in den Indizes drin. Morgen erst mal die nächste China-Deal-Party. Und dann bald 30K im Dow, so als erste Zwischenstation.

  2. Avatar

    Sven

    14. Januar 2020 19:15 at 19:15

    Mal ein Versuch, auf Risiken hinzuweisen. Aber die FED wird ihr Instrumentarium nicht ein-, sondern umverpacken. Es wird kein Zurückfahren der Liquidität geben.

    Dazu zeigen die Banken heute, dass die Vorschusslorbeeren nicht umsonst verteilt wurden. Eins Ist richtig, Phase-2-Deal wird uns weitere Hunderte von Punkten in dem Indizes bringen.

  3. Avatar

    Columbo

    14. Januar 2020 20:03 at 20:03

    Die Notenbanken werden irgendwann Aktien kaufen, dann gehts nochmal einen Stock höher.

    • Avatar

      Shong09

      15. Januar 2020 00:16 at 00:16

      Damit rechne ich auch

  4. Avatar

    Shorti

    14. Januar 2020 20:06 at 20:06

    @ Marcus , ich bin voll ihrer Meinung, es ist naiv zu glauben ,dass die Notenbanken für ewig die Aktienkurse ( Firmenwerte ) halten können.Dann braucht es ja die Firmen gar nicht mehr, die können doch das gedruckte Geld direkt ohne Umweg über defizitäre Firmen an die Manager u.Leute verteilen. Die Gefahr wäre dann ,dass alle gleich viel möchten u.die Manager nicht mehr bevorzugt wären.
    Mindestens hat Herr Zipfel noch die Krise vom Jahr 2000 im Kopf u.doch glaubt er am Fortgang des Märchens ? Herr Schuhmann hat anscheinend noch nie so Etwas erlebt.

  5. Avatar

    Torsten

    14. Januar 2020 21:57 at 21:57

    Mathematisch gesehen kann der DOW auf 100.000 steigen wenn der Dollar nix mehr wert ist.
    Im Silicon Valley haben Paare mit 250.000 USD Jahreseinkommen Probleme sich ein Haus zu leisten.
    Amerika hat zwei Möglichkeiten, Korrekturen zulassen oder es gibt massive Inflation die genauso zu Geldentwertung führt.
    Der nächste große Crash kommt spätestens wenn Tesla den Insolvenzantrag stellt.

  6. Avatar

    Pessi-Mist

    15. Januar 2020 10:07 at 10:07

    @ Columbo u.Co. , Der Grund für die Wende der US-Geldpolitik war hauptsächlich der BBB Anleihenverfall.Die Aktienhausse ist ein Nebenprodukt der Geldschwemme, was einigen Notenbänkern langsam unheimlich wird.Eine Aktienkorrektur von 10 bis 15% wäre absolut erträglich, waren das ja vor kurzem noch Höchstkurse. Das heisst ,die Notenbanken müssten eher diese gefährdeten Unternehmensanleihen kaufen als Aktien.Zuerst haben sie ja lange u.dann kurze Staatsanleihen gekauft um die Zinsen zu drücken( manipulieren) u.anscheinend hilft das den Firmen trotzdem nicht, einzig der Konkurs wird verhindert.Dass der Ami-Staat ,der der ganzen Welt Währungsmanipulation u.Subvention von Firmen vorwirft auch noch Schrottanleihen kauft, glaube ich eher nicht. Das ändert Nichts daran ,dass die ganze Geldschwemme eine Umverteilung zu Lasten des Fussvolkes ist. Irgendwie wird sich das durch eine Hintertür in der Inflation zeigen ,die jetzt noch statistisch tief ist.Aktion erzeugt Reaktion, U.EINE UNMÖGLICHE GELDPOLITIK WIRD EINE SEHR HÄSSLICHE RAKTION ETZEUGEN.

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Aktien

SAP meldet Quartalszahlen – Aktie fällt dramatisch! Übertrieben? Kaufchance?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Frau arbeitet an Schreibtisch in Büro

SAP hat heute seine Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 6,53 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 6,79). Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,65 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 1,26 Milliarden Euro).

Während die Finanzdaten des letzten Quartals halbwegs ok sind, scheint die Börse regelrecht geschockt zu sein von einem anderen Aspekt der Veröffentlichung von SAP. Denn die Aktie verliert heute dramatische 20 Prozent, wegen der Aussichten für das laufende Gesamtjahr 2020. Umsatz- und Gewinnerwartungen werden nur ganz leicht nach unten revidiert, aufgrund der zweiten Corona-Welle und den damit einhergehenden neuen Restriktionen, die sich auch auf Unternehmen und ihre Aufträge auswirken. Und dafür gleich 20 Prozent Bestrafung im Aktienkurs? Ist das nicht zu viel? Hier könnten sich die Anleger mal überlegen, ob das eine Kaufchance für die Aktie ist (das ist keine Kaufempfehlung unsererseits, sondern nur ein Gedankenspiel).

SAP auszugsweise im Zitat zur Gesamtjahresaussicht:

Der bisherige, am 8. April 2020 veröffentlichte Ausblick der SAP für das Gesamtjahr 2020 spiegelte die bestmögliche Schätzung der SAP hinsichtlich des Zeitpunkts und der Geschwindigkeit einer Erholung von der Corona-Krise wider. Dieser Ausblick
ging davon aus, dass die Länder ihre Wirtschaft hochfahren und die Einschränkungen für die Bevölkerung gelockert würden,
sodass sich die Nachfrage im dritten und vierten Quartal allmählich verbessert.

Auch wenn weiterhin ein stabiles Interesse an den Digitalisierungslösungen der SAP besteht, da Kunden widerstandsfähiger
und agiler aus der Krise hervorgehen möchten, wurde kürzlich in manchen Regionen das öffentliche und wirtschaftliche Leben erneut eingeschränkt, und die Belebung der Nachfrage fiel verhaltener aus als erwartet. Des Weiteren geht die SAP aus
denselben Gründen nicht mehr davon aus, dass sich die SAP-Concur-Erlöse aus Geschäftsreisen in den verbleibenden Monaten des Jahres 2020 deutlich erholen werden.

Die SAP aktualisiert deshalb ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 und erwartet nun, dass:

• die Clouderlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,0 Mrd. € und 8,2 Mrd. € liegen werden (zuvor
zwischen 8,3 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).
• die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 23,1 Mrd. € und 23,6 Mrd. € liegen werden (zuvor zwischen 23,4 Mrd. € und 24,0 Mrd. €).
• die Umsatzerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 27,2 Mrd. € und 27,8 Mrd. € liegen werden
(zuvor zwischen 27,8 Mrd. € und 28,5 Mrd. €).
• das Betriebsergebnis (Non-IFRS, währungsbereinigt) in einer Spanne zwischen 8,1 Mrd. € und 8,5 Mrd. € liegen wird (zuvor zwischen 8,1 Mrd. € und 8,7 Mrd. €).

CEO-Kommentar im Wortlaut:

Aufgrund der Corona-Krise befinden sich unsere Kunden an einem Wendepunkt. Für Unternehmen ist der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer echten Neuausrichtung ihres Geschäfts, unerlässlich geworden. Denn nur so können sie widerstandsfähiger werden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern werden wir Innovationen entwickeln und Unternehmen neue Möglichkeiten für die Abwicklung von Geschäftsprozessen in einer digitalen Welt bieten. Die SAP wird ihr Wachstum in der Cloud auf über 22 Mrd. € im Jahr 2025 steigern und den Anteil der besser planbaren Umsätze auf etwa 85 % ausbauen.“

Details der Quartalszahlen von SAP

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Tesla krempelt die Autoindustrie um – Werbung

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Lieber Börsianer,

Tesla hat gerade den fünften Quartalsgewinn in Folge gemeldet. Während die Gewinne in der Vergangenheit vor allem den Erlösen aus dem Zertifikatehandel zu verdanken waren, erwirtschaftet Tesla mittlerweile auch im operativen Geschäft einen Überschuss. Der Elektropionier straft damit die Kritiker Lügen.

Bisher musste sich Tesla die Kritik gefallen lassen, dass der Autobauer zwar die Mobilität revolutioniert, jedoch unprofitabel arbeitet. Tatsächlich fielen in der Aufbauphase des Unternehmens horrende Verluste an, die manchen Beobachter auf einen baldigen Untergang von Tesla wetten ließ. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet. Tesla ist der höchstbewertete Autobauer der Welt.

Tesla treibt eine ganze Branche vor sich her

Die Zeit des klassischen Verbrennungsmotors ist vorbei. Tesla präsentiert sich als Vorreiter einer neuen Zeit. Sicher ist, dass die Automobilbranche vor einer beispiellosen Transformation steht. Tesla hat die technische Entwicklung maßgeblich vorangetrieben und beim Elektromotor und der Batterietechnik mittlerweile einen Vorsprung von mehreren Jahren vor der Konkurrenz. Deshalb pumpen die Anleger viel Geld in Tesla.

Ob sich der Vorsprung verteidigen lässt, ist allerdings noch lange nicht ausgemacht. Klar ist jedoch schon jetzt, dass einige etablierte Konzerne auf der Strecke bleiben werden, wenn sie sich nicht schnell genug anpassen. Gleichzeitig kann aber auch einer der alteingesessenen Autohersteller durch seine enormen Finanzreserven plötzlich zum Marktführer im E-Auto-Segment werden. Entsprechende Strategien gibt es mittlerweile nicht nur bei den Volumenherstellern wie Volkswagen oder Renault, sondern auch im Luxussegment bei Daimler und BMW.

Der Elektromotor ist nicht das einzige Erfolgsgeheimnis von Tesla

Tesla hat nicht nur bei der Entwicklung des Antriebs für seine Fahrzeuge Neuland betreten. Die gesamte Organisation des Unternehmens stellt die Branche auf den Kopf. Es ist verrückt, dass dies die meisten Analysten übersehen.

Üblicherweise ist die Autoindustrie sehr stark von Zulieferbetrieben abhängig. Die Produktion der Einzelteile ist auf der ganzen Welt verteilt. Im Autowerk eines klassischen Konzerns wie BMW, Volkswagen oder Daimler werden die Teile, die aus aller…..

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