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Aktienmärkte: Kommt jetzt der Weltuntergang? Ein Kurzkommentar

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Der gestrige Handelstag hat eine schon sehenswerte Performance der Aktienmärkte an den Tag gelegt. Aufgrund der zum Teil dramatischen Punktverluste fast aller Indizes, habe ich mich heute dazu entschlossen, eine kurze Markteinschätzung abzugeben. Der flüchtige Blick auf die Charts kann in der Tat Panikattacken auslösen, wie am Beispiel des Dax (großer Chart). Doch ist die Lage wirklich so aussichtslos? Wurden gestern wirklich signifikante Kursmarken geknackt, sodass nun der ultimative Fall ins Bodenlose folgt?

An den drei hier dargestellten Aktienindizes ist sehr schön zu erkennen, dass alle drei Aktienmärkte einem gleichen Muster folgen. Demzufolge ist es dem Trio eben nicht gelungen, aussagekräftige Kursmarken aus dem Weg zu räumen. In den Charts habe ich die jeweiligen Supportlinien fett dargestellt. Am Beispiel des Dax ist es das 1.62 Retracement bei 12.990 Punkten:

Der Verlauf der Aktienmärkte ähnelt sich derzeit - hier der Dax

Der deutlich verpasste Schlusskurs unterhalb dieser Linie trägt eine unmissverständliche Aussage in sich und gleicht sich mit Dow und dem S&P, natürlich mit den jeweiligen Kursmarken.

Aktienmärkte: Der gestrige Tag war noch nicht der Anfang vom Ende!

Auch wenn ich meine Wellenzählungen leicht anpassen musste, bleiben die übergeordneten mittelfristigen positiven Bilder für die jeweiligen Aktienmärkte erhalten. Um eine Trendwende, ganz gleich für welche Zeitebene auch immer, muss sich eine entsprechende Formation abzeichnen. Diese Konstellation kann ich aktuell noch nicht erkennen. Jedenfalls nicht in den wichtigen Aktienbarometern.

Fazit:

Weltuntergangsstimmung steht momentan noch nicht auf der Agenda. Ungeachtet der sich an den folgenden Tagen einstellenden Erholung, sollten Sie die in den Charts hervorgehobenen Supportlinien beachten. Verwenden sie diese Linien, übergreifend für alle kurz-mittelfristigen Zeitebenen, unter allen Umständen zur ultimativen Absicherung ihrer Positionen.

Hier der Chart des Dow Jones mit den zentralen Marken:

Der Dow Jones, einer der wichtigsten Aktienmärkte

Und abschließen der Leitindex S&P 500:

Der S&P 500 repäsentiert die Aktienmärkte wie kaum ein anderer Index

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    25. Februar 2020 13:10 at 13:10

    S.g. Hr. Becker!
    Neben dem von ihnen aufgezeigten Abprall an Widerstandsmarken ist es aus meiner Sicht eigentlich verblüffend, dass zwar dier VIX doch angestiegen ist aber die HIGH YIELD´s (z.Bsp.:HYG-ETF) die Entwicklung bei Weitem nicht mitmachen (so wie etwa ab Ende 2018). somit ist aus meiner bescheidenen Sicht ein Totalabsturz der Aktienmärkte in USA (noch) nicht in Sicht. Oder ist da meine Überlegung zu naiv?
    LG

    • Avatar

      Segler

      25. Februar 2020 17:37 at 17:37

      @Kritisch am Feuer
      Die Divergenz zwischen Index und den High Yield Bonds war bislang ein brauchbarer Indikator für wahrscheinlich kommende Downmoves der Indices.
      Mit seiner Hilfe liess sich ein Liquiditätsproblem erkennen und die Veränderung der Risiko-Allokation.
      Auch mich hat es zunächst verbllüfft, dass im aktuellen Fall dieser Hinweisgeber „versagt“ hat. Der Grund liegt vermutlich in der enormen Liquiditätsüberschwemmung des Marktes von Seiten der Notenbanken und in der starken Verzerrung der Aussagekraft des S&P durch den exorbitant schwergewichtigen Teil der Big Five Aktien.
      Ein anderer „Indikator“ ist die Relation SPX/EEM (Emerging Markets ETF)
      Schade, dass ich hier kein Bild der übereinandergelegten Verläufe einstellen kann.
      Man erkennt eine sehr deutlich Divergenz seit Mitte Januar.
      Ein Dritter „Indikator, der noch am zuverlässigsten ist:
      Die Advance/Decline Linie des Russel.
      Vielleicht finden sie etwas dazu im Internet. Stockcharts oder so ..
      Wie gesagt – ich würde es gern als Grafik einstellen.
      der Vierte Punkt ist der Chart des VXX. Grosse Kapitalsammelstellen sichern sich nicht (bzw. nur zum sehr geringen Teil) mit Einzeloptionen ab, sondern mit dem Kauf und Halten des VXX.
      „Totalabsturz“ ist unwahrscheinlich – das sehe ich genauso.
      Schon um einen Sozialistischen Kandidaten wie Bernie Sanders zu verhindern, werden die Finanzmärkte, Fed, Banken, Corporations unisono den Markt unter allen Umständen oben halten wollen.

      • Avatar

        Michael

        25. Februar 2020 20:53 at 20:53

        @Segler, es gibt doch zahlreiche kostenlose und freie Seiten, auf denen Sie Ihre Bilder und Screenshots einstellen, verlinken und teilen können. Relation SPX/EEM (Emerging Markets ETF), danach ein Zeilenumbruch und ein Link auf die Grafik. Das wurde hier auf FMW bereits mehrfach erfolgreich von anderen Kommentatoren so gemacht. Diese visuellen Präsentationen würden mich ebenfalls sehr interessieren, da ich persönlich Grafiken und Bilder wesentlich schneller erfassen und verstehen kann, als langwierige Worte und komplizierte Sätze mit deren inhärent potenziell hochgradig fehlerbehaftetem Interpretationsspielraum.

        Vor einigen Jahren hatte ich, wie auch andere Leser, dem von mir sehr geschätzten @Wolfgang M. einmal den Tipp gegeben, seine hochwertigen und fundierten Kommentare doch als Gastautor auf FMW zu publizieren, was er zu meiner Freude (für andere kann, soll und darf ich nicht sprechen) kurz darauf auch realisiert hat. Ebenso, wie ich Ihnen schon vor Jahren eine ganz ähnliche Empfehlung aussprach, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf ;)

        Dies wären zwei einfache technische Möglichkeiten, die mir auf die Schnelle einfallen. Ich wollte lediglich weiterhelfen und hoffe inständig, dass ich nun nicht erneut ins Fettnäpfchen getreten bin und die vorderste Verteidigungsfront inkl. der ungezähmten Bluthunde aufgeschreckt habe.

        • Avatar

          Segler

          25. Februar 2020 22:06 at 22:06

          Ja, vielen Dank, ich werde gelegentlich einige Grafiken verlinken.
          Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.
          Gastkommentator zu sein erfordert zuviel Zeit für mich.
          Aber danke für die Anregung

          • Avatar

            Michael

            26. Februar 2020 01:36 at 01:36

            @Segler, als Gastkommentator auf FMW besteht doch kein Zwang, regelmäßig oder täglich zu publizieren. Wie ich Herrn Fugmann einschätze, ist er offen für jeden, der seine Seiten bereichert, ob regelmäßig oder eher sporadisch.

            Sie erübrigen aktuell in der Kommentarfunktion sehr viel, meiner Meinung nach zu viel Ihrer Zeit und Energie für aufreibende Posts in einer zwangsweise chaotischen Word-Press-Kommentarspalte ohne Struktur und Echtzeit-Aktualisierung. Warum nicht in einer deutlich produktiveren Funktion, um Ihr Wissen effektiv für global verfügbar mit anderen zu teilen?

            Ich persönlich rege gerne an und teile mein Wissen und meine Erfahrungen auf meinem Fachgebiet mit allen, die erkennbares Interesse daran zeigen. Und bohre umgekehrt als unerfahrener Laie bei Themen nach, in denen ich wenig Erfahrung und Wissen besitze.

            Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte, ein unverwüstlicher Klassiker, den ich als kleiner Photoshop-Klicker nach fast 30 Jahren Selbständigkeit im globalen PR-, Werbe- und Grafikdesign-Geschäft immer wieder aufs Neue unterschreiben würde.

            P.S. (Nun wird mir sicher wieder unterstellt werden, ich verbiete Ihnen den Mund, obwohl ich Sie im Gegenteil zum Gegenteil ;) animieren möchte).

      • Avatar

        fg-opt

        26. Februar 2020 08:08 at 08:08

        @Segler
        Vielen Dank gür Ihre Ausführungen zum Optionshandel bisher. Ich habe daraus bereits viel gelernt.

        Die A/D Line des Russels kann man bspw. auf https://www.marketinout.com/chart/market.php?breadth=advance-decline-line
        verfolgen. Welchen Index meinten Sie da genau? Russel 1000, 3000 oder den Micro? Beim Micro sehe ich am ehesten die abfallende Kurve?

        Vielen Dank!

        • Avatar

          Segler

          26. Februar 2020 10:49 at 10:49

          Guten Morgen FG-OPT,
          Ein klasse Link !
          Vielen Dank – den kannte ich noch nicht. Hab ihn gleich abgespeichert und werde ihn in meine Tagesroutine einbauen.
          Ich selbst verfolge im Rahmen dieser allmorgendlichen Routine seit 2013 die A/D Linie des Russel 2000.
          Dieser findet sich im angegebenen Link nicht, aber alternativ kann man den Russel 1000 oder 3000 heranziehen.
          Ich achte auf bei diesen Charts auf Divergenzen, die sich bereits einige Wochen vor einem grossen Move zeigen. Die Aussagekraft hat mit den marktverzerrenden Liquiditätsschüben seitens der FED leider nachgelassen. Bei genauem Hinsehen erkennt man gleichwohl, dass die A/D Verläufe horizontal, bzw. abwärts gerichtet sind während der Index weiter ansteigt.
          Die Betrachtung der A/D-Linien sind in meiner täglichen Routine nur ein kleiner Baustein. Das Gesamtbild ist entscheidend.
          Nochmals vielen Dank

      • Avatar

        Kritisch on fire

        26. Februar 2020 13:05 at 13:05

        @SEGLER!
        Danke für Ihre Antwort, wobei sich ja zwischenzeitlich der HYG doch auch nicht unerheblich bewegt hat.
        LG

  2. Avatar

    Hesterberg

    25. Februar 2020 14:59 at 14:59

    Einfach nur genial dieser Henrik Becker. Er kann die künftige Kursentwicklung vorausberechnen und sie schon in die Charts einzeichnen. Endlich ist er da, der Heilsbringer.

  3. Avatar

    Lausi

    25. Februar 2020 20:04 at 20:04

    Irgendwie scheinen die Grafiken von Herrn Becker schon wieder hinfällig zu sein. Ich halte mich da lieber an der Vorstellung einer 2. Tsunamiwelle, die aber anscheinend deutlich größer ausfällt als die erste.

  4. Avatar

    Übelkeit

    25. Februar 2020 22:48 at 22:48

    Die Charts sind doch lächerlich. Auf der einen Seite Performance statt Kursindex im Dax. Auf der anderen die geringen betrachtungszeiträume.

    Der weltweit wichtigste Index, der sp500 ist schlicht gegen einen Widerstand gelaufen der seit 10 Jahren bestand hat. Das sieht man natürlich nicht wenn man mit der „Lupe“ auf Sicht von ein paar Wochen rumgurkt. Den Widerstand haben anscheinend
    auch andere gesehen. Da haben eben viele „abgeladen“.

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Allgemein

US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

Redaktion

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am

Von

Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

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am

Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Warten auf den Ausbruch! Videoausblick

Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute), mal herrscht Stimulus-Pessimismus..

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind nach wie vor in einer intakten Seitwärtsbewegung, ohne aktuell klar erkennbare Richtung. Mal herrscht Stimulus-Optimismus (so wie heute, nachdem Pelosi die Deadline dann doch nicht gestern enden lassen wollte), mal herrscht Stimulus-Pessimismus – es ist ein ständiges hin und her. Die Verhandlungen über den Stimulus dürften mindestens bis zum Wochenende weiter gehen, ergo die Aktienmärkte in der übergeordneten Seitwäersbewegung bleiben. Auffallend ist die Schwäche des Dollars bzw. die Stärke beim Euro, die Renditen für US-Staatsanleihen steigen derweil auf den höchsten Stand seit Juni. Obwohl die Aktienmärkte hoffnungsvoll sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Stimulus-Deal je näher die US-Wahl rückt..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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