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Aktienmärkte: Korrektur bei Big-Tech und Branchenrotation?

Wolfgang Müller

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am

Die Aktienmärkte in den USA entwickeln sich derzeit weit auseinander, sichtbar etwa an der Entwicklung des Dow Jones und des Nasdaq 100. Vor gut zwei Wochen gab es schon einmal den Ansatz einer Korrektur an der Nasdaq, intraday von einem Hoch mit 10.839 Punkten und einem 5-Prozent-Rutsch innerhalb von zwei Tagen. Nach langen Perioden stetig steigender Kurse an der Technologiebörse war der milde Rückschlag aber bald wieder ausgebügelt. Seit ein paar Tagen schwächelt der große Börsenhighflyer, drei Tage in Folge Kursverluste gab es seit Monaten nicht mehr. Der Dow Jones, der S&P 500 und der Nebenwerteindex Russell 2000 sehen besser aus – ist das ein Favoritenwechsel der Aktienmärkte?

Aktienmärkte: Die Rally der Techwerte

Sie läuft schon 11 Jahre, die Hausse der Technologiebörse Nasdaq von ihrem Tief bei 1265 Punkten im Jahr 2009 bis über 11.100 Punkte vor ein paar Tagen. Nochmals beschleunigt durch die Coronakrise. Besonders befeuert durch fünf Titel, bei denen es alleine Apple auf eine Marktkapitalisierung von fast zwei Billionen Dollar trieb, über 400 Milliarden Dollar in wenigen Wochen. Markus Fugmann kommentierte den wundersamen Anstieg in einigen Videos. Ganz nebenbei stieg das KGV des Nasdaq Composite auf über 32, die fünf Dickschiffe erreichen alleine einen sagenhaften Marktanteil von 17 Prozent im Weltindex MSCI World.

Die Dauerbegründung für die Tech-Hausse

Natürlich ist es das besondere Umfeld, welches den Boom der Aktienmärkte nach dem März ausgelöst hat, tausendfach thematisiert: Eine noch nie gesehene Geldschwemme durch Regierungen und Notenbanken, marginalisierte Zinsen und aktuell über 15 Billionen Dollar an Anleihen im Minusbereich – kurz TINA.

Eines muss man aber auch immer wieder feststellen: 2020 ist weder mit 2008 noch mit 2000 vergleichbar. Die Zinsen liegen in vielen Ländern bei null Prozent, die realen Zinsen sind negativ. Aber damit wird ein Effekt  erzeugt, der die große Sause der Aktienmärkte befeuert hat: Zinsen dienen zur Abdiskontierung künftiger Gewinne und Dividenden, durch deren Sturz steigen die Gegenwartswerte der Aktien, einer der Gründe warum man hohe KGVs anders bewertet.

Aber für die Hausse bestimmter Tech-Werte während der Coronakrise gibt es noch weitere Gründe. Die Pandemie hat wie ein Turbo gewirkt auf Werte

  • die im Onlinehandel tätig sind,
  • die die Informationstechnologie liefern, die dafür notwendig ist (Homeoffice, Cloud, Videokonferenzen, Streaming-Dienste),
  • die im Pharmabereich tätig sind, die an der Impfstoffentwicklung beteiligt sind,
  • die sich in dem Medizinbereich befinden, welcher die Ausrüstung für die Bekämpfung der Pandemie herstellt und
  • die von den staatlichen Stimuluspaketen profitieren.

Zusammengefasst: alles was von der aktuellen Krise profitiert oder nicht zu sehr von den Lockdown-Folgen beeinträchtigt wurde.

Vieler dieser Werte sind in dem Technologieindex enthalten und wurden in einer beispiellosen Rally der Aktienmärkte inmitten einer scharfen Rezession nach oben geschossen. Zuletzt immer stärker, wie in jedem Boom. Die Hausse nährt die Hausse.

Fazit

Seit ein paar Tagen tun sich die Highflyer an der Wall Street schwerer als die Standardwerte und kommen nicht mehr so richtig von der Stelle. Steht sie nun vor der Tür, die notwendige Marktbereinigung der Aktienmärkte, die Korrektur einiger Fahnenstangen-Charts und dabei eine zwangsläufige allgemeine Marktschwäche durch das Gewicht der Highflyer? Oder wird dies ausgeglichen durch eine Branchenrotation der zurückgebliebenen 495 Werte im S&P 500, um es etwas überspitzt zu formulieren? Dazu bräuchte es aber ein Revival der Banken und der Industriewerte. Für eine substanzielle Trendwerte fehlt es (noch) an der essentiellen Grundbedingung: Der Eindämmung von Covid-19 in den USA oder der Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffes. Allein schon die Reaktion der Aktienmärkte nach der russischen Meldung über den großen Fortschritt in Richtung baldiger Verfügbarkeit eines Impfstoffs (Zulassung ohne Testphase drei) zeigt, was an den Börsen los sein wird, falls diese Investorenhoffnung Realität werden sollte.

Die Aktienmärkte erleben derzeit eine Branchenrotation

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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Rüdiger Born: Keine Bären in Sicht – Blick auf Dax, Dow und Nasdaq

Rüdiger Born

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Derzeit kann man beim Blick auf Dax, Dow und Nasdaq keine fallenden Tendenzen ausmachen. Schauen wir im folgenden Video auf das aktuelle Chartbild.

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