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Aktienmärkte: Korrektur bei den Techs und Branchenrotation?

Wolfgang Müller

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am

New York Stock Exchange als das Symbol für die Aktienmärkte in den USA

Was war das in den letzten Handelsstunden an der Wall Street am Montag? Es gab ein Intraday-Reversal der Aktienmärkte, welches insbesondere im Nasdaq auf den Beginn einer notwendigen Korrektur hinwies oder vielleicht der Start einer Branchen-Rotation? Auch am Dienstag ging es zunächst noch einmal kräftig nach unten, bevor eine Gegenbewegung einsetzte, die den Dow Jones wieder auf alte Höhen brachte. Schwächer fiel hingegen die Bewegung im Nasdaq aus, von der Korrektur vom Allzeithoch von 11.069 Punkten auf 10.370 konnten gut 300 Punkte wieder aufgeholt werden.

Die Dominanz von Tech bei der Erholung der Aktienmärkte

Es wurde schon sehr viel geschrieben über die unheimliche Dominanz der großen Tech-Werte an der Nasdaq, ob man sie nun FAANG, GAFAM oder wie auch immer als Akronym zusammenfasst. 25 Prozent im S&P 500 und damit auch in ungesunder Ballung im MSCI World oder auch im MSCI ACWI (All Country World Index), was für ein Gewicht! Oder anders ausgedrückt: 5 Aktien der Wall Street repräsentieren 15 Prozent der Welt-Marktkapitalisierung. Wenn diese Werte einmal richtig korrigieren, so rauschen die Weltindizes in den Keller. Der Nasdaq ist seit seinem Coronatief im März um 63 Prozent gestiegen,

Überall sind lauter kleine Fahnenstangen-Charts zu erkennen. Außerdem notierte der Index um 25 Prozent über seinem 200-Tagesdurchschnitt. Ein Überschießen des laufenden Trends, wie man es seit dem März 2000 nicht mehr gesehen hat. Doch dann kam die Korrektur der Aktienmärkte am Montag, wie immer aus heiterem Himmel. Die Begründung wurde nachgeliefert – die leichte Mahnung von Fedchefs (Dallas) Kaplan oder der partielle Re-Lockdown in Kalifornien, bei Kursübertreibungen sind es oft banalere Gründe. Die immer nachher geliefert werden – die Kurse machen die Nachrichten.

Der Start in die Berichtssaison, mit den ersten Banken

Die ersten Großbanken haben geliefert. Während JP Morgan und Citigroup insgesamt die Erwartungen übertroffen haben, enttäuschte Wells Fargo auf der ganzen Linie. Das Handels- und Investmentbanking-Geschäft konnte bei den Erstgenannten überzeugen, aber für drohende Kreditausfälle mussten die drei Institute zusammen 28 Milliarden Dollar zurücklegen (J.P. Morgan 10,5 Mrd., Wells Fargo 9,6 Mrd. und Citigroup 7,8 Mrd. Dollar). Bereits an den ersten Zahlen erkennt man den Unterschied zu den europäischen Häusern. JP Morgan kommt trotz der horrenden Rückstellungen immer noch auf ein Nettoergebnis von 4,69 Milliarden Dollar – im Quartal. Ein Drittel über den Erwartungen des Marktes. Für die Zukunft ist man recht verhalten, selbst Jamie Dimon lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, kein Wunder angesichts der gegenwärtigen Corona-News. Wie geht es weiter für die Aktienmärkte? Heute kommt mit Goldman Sachs eine weitere Investmentbank, tags darauf folgen Bank of America und Morgan Stanley. Dazu noch weitere Institute und nicht zu vergessen, der größte Vermögensverwalter der Welt am Freitag, der 6-Billionen-Dollar-Riese BlackRock.

Wie bewertet der Markt bisher die Ergebnisse?

JP Morgan ging mit einem Plus von 0,57 Prozent aus dem Handel, allerdings war der Kurs seit letztem Freitag schon über fünf Prozent gestiegen. Citigroup verlor vier Prozent, damit gab man alle Gewinne seit Freitag wieder ab und das Sorgenkind Wells Fargo verlor gestern 4,57 Prozent. Die Hoffnung zu Wochenschluss entpuppte sich als Strohfeuer. Betrachtet man die Rallye der Aktienmärkte etwas übergeordnet, so kann man den Aufschwung seit März grob in drei Phasen unterteilen. In den ersten Wochen dominierte eindeutig Hightech und Pharma die Rally, im mittleren Teil legten die Finanztitel und die Industriewerte etwas nach, während in den letzten Wochen die großen Technologietitel sich fast parabolisch in die Höhe schraubten. Ein solcher Extremwert mit einem Fahnenstangen-Chart, zuletzt bei Netflix, steht im Übrigen schon am Donnerstag auf dem Prüfstand.

Fazit

Noch hat sich noch nicht allzu viel getan. Für eine Branchenrotation müssten die Banken schon noch nachlegen und die Industriewerte Lebenszeichen von sich geben. War das Intraday-Reversal des Nasdaq am Montag ein Ausrutscher oder zumindest der Start einer Korrektur? Bei den Kursexplosionen der letzten Tage ist dies doch recht wahrscheinlich. Hat der Optimismus für den Nasdaq in seinem 3-Monatsdurchschnitt nicht einen neuen Höchstwert seit 20 Jahren erreicht?

Die wundersame Rally beim Dow Jones am gestrigen Abend wird wieder einmal mit der Hoffnung auf geldpolitische Maßnahmen begründet. Fed-Gouverneurin Lael Brainard hatte davon gesprochen, dass die Notenbank für einen anhaltenden Zeitraum in großem Umfang Vermögenswerte aufkaufen solle, um die Wirtschaft im Corona-Nebel der Unsicherheit weiter anzuschieben.

Dass die Aktienmärkte die Bankenergebnisse nicht besser aufgenommen haben, liegt gewiss auch an den Aussichten der Institute. Das Aufflammen der Pandemie in den USA verstärkt die Sorgen um eine verzögerte Erholung der US-Wirtschaft. Deshalb auch die negative Marktreaktion für Wells Fargo, die einen großen Teil ihrer Geschäfte in den Bundesstaaten Texas, Florida und Kalifornien macht, den Hotspots der aktuellen Coronakrise mit partiellen Lockdown-Maßnahmen.

Noch befinden wir uns in einem günstigen Umfeld für die Aktienmärkte. Der Monat Juli ist statistisch einer der guten Monate des Jahres – doch was zählt Statistik im Jahrhundertereignis Covid-19? Allerdings könnten die jetzigen Quartalsberichte aus dem S&P 500 nur ein müder Auftakt zu den Berichten der Big Five sein, die später im Monat kommen. Sehen wir dann ein „Sell on Good News“ oder hat es die Börse bis dahin schon vorweggenommen? Bis zu den Berichten von Amazon und Microsoft (22./23.Juli) ist es gerade noch eine Woche, Alphabet und Apple folgen eine Woche (30.Juli) später.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Roland

    15. Juli 2020 11:59 at 11:59

    :-D es geht natürlich weiter nach oben, unabhängig von Zahlen, Realwirtschaft oder sonstigem Nonsens. Es zählt die Geldpolitik und der Impfstoff, alles andere ist Börsengeplänkel aus einer überholten Zeit. Man muss aber auch dennoch anerkennen, dass die Konjunkturdaten derzeit gut aussehen. Gute Randerscheinung. Aber Crashszenarien sind so lächerlich!!!

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Aktien

Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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am

„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Dax noch mit Aufwärtspotenzial bis Jahresende? Tradingideen bei Apple und Euro

Redaktion

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Der Dax hat 15 Prozent zugelegt im November. Ein historisch guter Monat war es auch für den Dow Jones. Darüber und ob noch Platz nach oben ist, spricht Manuel Koch im folgenden Video mit einem Experten. An den bisherigen Kursgewinnen der letzten Zeit solle man sich als Anleger erfreuen. Man könne jetzt die Füße Stil halten, und dann ab Januar ins neue Jahr starten.

Die Experten der trading house Börsenakademie empfehlen die Aktien von Apple zu kaufen. Derzeit könne man per Market-Order direkt in den Markt einsteigen. Bei Euro gegen US-Dollar könne man ebenfalls market kaufen. Die beiden Ideen werden im Video konkret begründet.

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Rüdiger Born

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