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Aktienmärkte – neue Allzeithochs an US-Börse?

Moderate Korrekturen trotz jeder Menge „Bad News“ – steigen die Aktienmärkte der USA bald auf ein neues Allzeithoch?

Wolfgang Müller

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Steigen die Aktienmärkte der USA bald auf ein neues Allzeithoch? Mir ist klar, dass ich mit den folgenden Argumenten bei vielen Anlegern keine Freudenstürme auslöse. Aber wenn man sich die Aktienmarktentwicklung an der Wall Street in den letzten Wochen ansieht – moderate Korrekturen trotz jeder Menge „Bad News“ – und jetzt die Rally, fragt man sich unweigerlich: Was steckt dahinter?

Erinnern wir uns: Warum waren die Kurse an der Wall Street im Februar und Dezember 2018 so drastisch gefallen? Weil zuerst Euphorie geherrscht hat, die Fed das Geld verknappte und urplötzlich Rezessionsängste aufkamen. Und die Situation heute? Gründe für neue Hochs an der New Yorker Börse:

 

Aktienmärkte – Das Sentiment und die Positionierung der Investoren

Im August herrschte ein großer Pessimismus vor, wegen der Folgen des Handelsstreits, der Abschwächung der Weltwirtschaft und der geopolitischen Risiken. Bei Google wurde das Wort Rezession in selten gekannten Dimensionen angeklickt.

Das Sentiment der Anleger und die Positionierung standen eindeutig auf Risk Off. Zuflüsse in Anleihen in Rekordhohe und eine erheblich Unterinvestition der Fonds (aktuelle Umfrage Bank of America Merril Lynch) in Aktien zeigen dies auf. Dazu die üblichen Sentimentindikatoren Bull/Bear-Index und der Fear & Greed-Index, der auch nach den Kursanstiegen der letzten Tage noch im Angstbereich steht, deuteten große Vorsicht an. Zudem ist der Volatilitätsindex VIX in den letzen Tagen zusammengefallen, die großen Anleger haben etwas auf Risk On-Modus umgeschaltet. Der VIX steht derzeit bei 16, vor den großen Einbrüchen im Januar und Dezember 2018 lag er doppelt so hoch.

Ein weiteres Zeichen gibt der Economic Surprise Index der Citigroup, der von seinem kürzlich erreichten Tief von unter minus 60 gerade wieder in die Pluszone gesprungen ist.

Ergo: Die große Angst vor dem September erzeugte eine große Vorsicht und symbolisiert das Gegenteil von Euphorie.

Dies war auch bei der Positionierung in den einzelnen Sektoren erkennbar. Aktien aus dem Basiskonsumsektor und von Versorgern sprangen in den USA in die Höhe und natürlich Gold. Dazu die Daten des letzten Monats: Seit Ende Juli hatte sich der ETF auf Basiskonsumgüter um fast 4 Prozent verteuert, der ETF Versorger war um mehr als 7 Prozent gestiegen, das Gold-Pendant sogar um mehr als 9 Prozent. Und der Gesamtindex S&P 500? Dieser fiel im Betrachtungszeitraum bis vor wenigen Tagen um über 1 Prozent.

 

Ein Hoffnungsschimmer in den Wirtschaftsdaten

Auch wenn man den Eindruck gewinnen könnte, dass es mit der Weltwirtschaft ungebremst nach unten ginge, gab es in den letzten Tagen ein paar Daten, die das Rezessionsgespenst schlagartig etwas vertrieben haben.

In China stieg der Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe über die Wachstumsschwelle (50,4 Punkte), der PMI Dienstleistungssektor sogar auf 52,1 Punkte. Auch in Europa und Deutschland war dieser Teilindex im letzten Monat gestiegen. In den USA rutschte der PMI Industrie zwar unter die 50-er Marke, der konkturell wesentlich bedeutsamere ISM Service sprang dafür im letzten Monat auf 56,4 Punkte. Die Auftragseingänge legten deutlich zu, der Arbeitsmarkt fiel zwar etwas schwächer aus (was wiederum gut für die Zinssenkungshoffnungen zu werten ist) aber die Stundenlöhne legten einmal mehr deutlich zu (0,4%), was den Konsum im anstehenden Weihnachtsgeschäft befeuern könnte. Hinzu kommt das Gesamtsignal:

Der globale PMI stieg trotz des Handelsstreits im August sogar von 53,2 auf 53,5 Punkte.

Ja, und noch erwähnenswert: Der Baltic Dry Index hat als Frühindikator für den Welthandel ein neues Mehrjahreshoch erreicht – 2518 Punkte (eine Vervierfachung binnen Jahresfrist). Ich frage mich: Fährt man die Gütermengen zum Spaß in der Gegend herum?

 

Die Konkurrenzsituation Aktien zu Anleihen, Zinssenkungen

Seit ewigen Zeiten gibt es die Konkurrenz in den Hauptanlageklassen – Aktien oder Anleihen. Wie sieht es bewertungstechnisch aus? Hier die USA, in Europa ist das Ganze noch viel extremer:

Das KGV des S&P 500 liegt (derzeit) bei gut 17 und damit nicht allzu hoch über seinem langjährigen Durchschnitt. Im Vergleich zum KGV der Rentenmärkte (ca. 60 bei den 10 -jährigen US-Treasuries) sind die Aktienmärkte, wie Warren Buffett schon bemerkte, ziemlich billig. (Warum er selbst noch nicht gekauft hat, darüber lässt sich nur spekulieren.)

Hinzu kommt noch eine Dividendenrendite im S&P 500 von 1,90 Prozent, die damit höher liegt als die Rendite bei den Langläufern am Bondmarkt.

Nachdem sich die Wirtschaftsdaten ein bisschen verbessert hatten, gab es sofort ein kleines Blutbad bei den Langläufern. Die Kurse der 30-jährigen US-Staatsanleihe fiel innerhalb weniger Stunden um über 10 Prozent. Dennoch werden die Leitzinsen in vielen Ländern, neben den USA, weiter fallen. Auch wenn die Geldpolitik der Notenbanken in einigen Regionen kaum mehr Effekte erzielen kann, in summa wird in vielen Ländern (67 Zinssenkungen in 2019 bisher) das Geld billiger gemacht. Allen voran China, das eine Senkung des Mindestreservesatzes um einen Prozentpunkt zum Ende des Monats in Aussicht stellt. Warum spricht das alles für Aktien?

Die Marktwirtschaft und ihre Akteure sind nicht auf eine Welt ohne Zinsen eingestellt, deshalb bleiben die Aktienmärkte immer wieder attraktiv (Dividenden, Kursgewinne und sei es nur wegen der Buybacks) – und nicht etwa weil irgendwelche Mächte die Kurse nach oben manipulieren. Keine Kapitalsammelstelle – ob Fonds, Versicherung oder Stiftung – kann auf Dauer ohne Zinsen überleben.

Also bleiben viele notgedrungen in Aktien, manch einer muss sogar die Quote erhöhen.

 

Aktienmärkte und Kursmanipulationen an den Wertpapiermärkten?

Immer wieder wird in Börsenforen von einem gemeinsamen Interesse gesprochen, die Kurse der Aktienmärkte hochzuziehen – ganz übergeordnet stimmt das natürlich, denn alle Aktienanleger sind auf Vermehrung ihres Kapitals bedacht, also prinzipiell long. Man könnte den Kurstreiber Aktienrückkäufe auch als eine Art Manipulation bezeichnen. Diese werden aber vorher angekündigt, genehmigt und sind seit Jahrzehnten Usus in den USA.

Aber kann es im Aktienbereich überhaupt gemeinsame, übergeordnete Aktionen geben? Allein die größten sieben Staatsfonds: Government Pension Fund (NOR), China Investment Corporation, Abu Dhabi Investment, Kuweit Investment, Hongkong Monetary Authority Investment, SAMA Foreign Holding (Saudi-Arabien) und SAFE Investment Company (China) haben ein Anlagevolumen von fast 5 Billionen Dollar. Gemeinsame Strategie?

Dazu die Handelsabteilungen von Bank of America, JPMorgan, Morgan Stanley oder Goldman Sachs, die in tiefer Konkurrenz zueinander stehen, die aggressiven Hedgefonds (mit milliardenschweren Leerverkäufen), die billionenschweren Fonds Blackrock, Vanguard, State Street, Fidelity, die auch Hundertausende Sparpläne verwalten, die zu Beginn des Monats oder zur Monatsmitte kaufen, die Optionshändler an der CBOT in Chicago?

Wie koordiniert man die Ereignisse in London, in Italien, in Hongkong, aus China kommende Äußerungen zum Handelsstreit und die emotional geprägte Antwort aus Washington? Man braucht nicht die Bücher des Risikohändlers Nassim Nicolas Taleb (Der schwarze Schwan, Narren des Zufalls, Antifragilität, Das Risiko und sein Preis), der 18 Jahre an der Wall Street tätig war, gelesen zu haben, um zu erkennen, dass kurzfristige Kursreaktion hauptsächlich dem Zufall geschuldet sind. Kleine Versuche mag es immer geben, an besonders kritischen Marken.

Manipuliert wird eindeutig am Anleihemarkt und zwar durch die Notenbanken. Ankäufe von Anleihen über 10 Billionen Dollar weltweit tätigen (was der 10-fachen Summe des Dax entspricht) können nur Organisationen, die Geld drucken können und das sind nunmal nur Fed, EZB, PBoC, BoJ, SNB u.a. und sie werden dieses Experiment wahrscheinlich noch eine Weile fortsetzen.

 

Das Damoklesschwert geopolitische Risiken

Wir haben natürlich die so genannten geopolitischen Risiken, die es aber in jedem Jahr gibt. Vonseiten Brexit, Italien und auch Hongkong gab es versöhnliche Signale, die manchen Investoren zum Umdenken brachten.

Wäre da nicht der Handelsstreit mit dem unberechenbaren US-Präsidenten. Aber dessen Unberechenbarkeit könnte sich zunehmend verringern mit dem Ablauf der Zeit zum Wahltermin 2020. Man hatte es ja erst kürzlich gesehen: mal schnell die Zölle um 10 Prozent androhen und schon sind 800 Punkte im Dow Jones dahin. Da die Wirkung von Zöllen jetzt immer stärker auf den Konsumenten durchschlägt, ist für mich hier eher ein Waffenstillstand oder ein ewiges Hin und Her zwischen Ankündigung und Verschiebung wahrscheinlich.

 

Fazit – die Lage der Aktienmärkte

Es sieht doch noch einmal sehr nach einem Strohfeuer an den Börsen aus.

Der Dax befindet sich in einer großen Seitwärtsbewegung, bereits seit 2015, vor allem weil die deutsche Exportunternehmen mehr als genug interne und externe Probleme haben. Trotzdem könnte auch hier ein kleiner Sprung nach oben erfolgen. Und die Wall Street?

Ich habe es in zahllosen Kommentaren der letzten Jahre erwähnt. Der wichtigste Faktor an der Börse ist der monetäre und damit auch die Konkurrenz zwischen Aktien und Rentenmärkten. Je niedriger die Zinsen, desto lukrativer die Aktienmärkte. Außer, und das ist der entscheidende Punkt – es kommt eine Rezession, denn dann stehen die Dividendenzahlungen auf der Kippe und die Kurse stürzen ab – man flüchtet in Anleihen und in Gold. Die letzte Woche hat einige Entspannung an der Konjunkturfront gebracht, die Zinsen sind dennoch extrem niedrig. TINA is back!

Wie lange? Das Strohfeuer könnte so lange lodern, bis die Rezessionsängste wieder zurückkehren oder eine plötzlich anziehende Inflation den Notenbanken Fesseln angelegt.

 

Steigen die Aktienmärkte der USA auf neue Allzeithochs?

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Hesterberg

    9. September 2019 10:08 at 10:08

    Werter Herr Müller, mit Ihrem Artikel haben Sie die entscheidenden Einflussfaktoren wieder einmal bestens aufgezeigt und zusammengefasst. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ich denke, wir sind in einer hochspannenden Phase, in der alles möglich ist. Nach unten wie auch nach oben.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

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Aktienmärkte: Abkühlung gefällig nach dem Novemberwunder?

Der Börsenmonat November wird in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat!

Wolfgang Müller

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Wenn es noch ein paar Tage so weitergeht, wird der Börsenmonat November in die Statistik eingehen, als Ausnahmemonat für die Aktienmärkte, wie es ihn in Jahrzehnten nicht gegeben hat. Doch gemach, zieht man die zwei vorherigen Monate mit in die Betrachtung, sieht es schon erheblich unspektakulärer aus. Dennoch lagen die Indizes am gestrigen Börsenschluss wieder deutlich im Plus und die Frage wird täglich aufs Neue gestellt: Wann kommt die Abkühlung?

Aktienmärkte: Die aktuelle Novemberbilanz

Vier Handelstage vor dem Monatsultimo – in den USA wegen Thanksgiving nur zweieinhalb – bahnt sich eine extrem gute Monatsbilanz der Aktienmärkte an. Am Ende des gestrigen Tages lagen sowohl Dow Jones, als auch S&P 500 mit 10 Prozent auf Monatssicht im Plus. Besonders spektakulär das Durchbrechen der 30.000-Punkte-Marke beim altwürdigen Index. Hatte nicht Präsident Trump davon gesprochen, dass die Aktienmärkte dramatisch einbrechen würden, falls er nicht wiedergewählt werden sollte? Ich hatte schon am 5.11. in einem Artikel („Aktienmärkte und Wahlausgang: Warum fallen die Märkte nicht?“) mit historischen Daten belegt, warum die Rolle des Präsidenten für die Aktienmärkte überschätzt werde, es geht um andere Kriterien. Erstaunlicherweise liegt der Dax mit 11,5 Prozent seit der US-Wahl plus noch vor den US-Indizes, sicher auch wegen der Branchenrotation hin zu Value und weil der deutsche Leitindex einfach stets volatiler daherkommt.

Damit hätte der Monat bereits die durchschnittliche Jahresperformance der großen Indizes, über mehrere Jahrzehnte gerechnet, übertroffen. Und dies in einer Phase, in der viele Staaten gerade wieder in eine Rezession abrutschen. Aber das ist wiederum sehr häufig an der Börse, auch wenn Beobachter wieder viele unheimliche Kräfte für das Spiel verantwortlich machen. Wenn ein Wirtschaftsabschwung auf ein Ende zugeht, kommen oft die größten Zuwächse, wenn er dokumentiert wird, die Gewinnmitnahmen. Oder, „wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist die Dämmerung am nächsten.“

Die aktuelle Konjunkturlage

Am gestrigen Tag wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal in Deutschland veröffentlicht, es fiel mit plus 8,5 Prozent besser aus, als die vorherige Schätzung. Was aber kurstechnisch keine Rolle spielt, denn „fürs Gehabte gibts nichts“ so ein bekannter Börsenspruch aus der Vergangenheit. Aber vermutlich auch nicht für den Ifo-Index, der bereits zum zweiten Mal in Folge gefallen ist und die ständig weiter nach unten geschraubten Wachstumszahlen für Q4 des laufenden und Q1 des kommenden Jahres. Eine „Double-Dip-Recession“ steht in vielen Industriestaaten an, dennoch dürfte sich der Kursschaden (temporär) sehr in Grenzen halten, denn es gibt gewaltige Gegenkräfte. Doch dazu später mehr.

Die Branchenrotation

Auch wenn es bisher nicht zum Abverkauf der dominanten Hightech-Titel gekommen ist, wie ETFs auf „Information Technology“ beweisen, so ist doch eine gewaltige Rotation hin zu Value, zu Industrietiteln und vor allem zu Nebenwerten erkennbar (Russel 2000). Die Techwerte laufen seitwärts, die Zurückgebliebenen haussieren.

So im SPDR Industrial erkennbar, einem ETF auf amerikanische Industriewerte, genau wie in einem Sammelindex für die Luftfahrtindustrie, in einem Bankenindex, bei Versicherungen, bei Reise- und Freizeitindizes, im Energiesektor und bei Grundstoffwerten. Am stärksten lief die Rally bisher im Nebenwerte-Segment, dessen Index sich schon über 25 Prozent von seinem Aufwärtstrend nach oben abgesetzt hat.

Was sagt uns das alles? Die Aktienmärkte blicken nicht auf die Aktualität, wie eigentlich immer, auch wenn dies viele, gebannt durch die tägliche Berichterstattung nicht wahr haben wollen, sondern deutlich in die Zukunft. Und da erwartet man die Rückkehr zur Normalität, die Coronazeit wird ausgepreist.

Die Notenbankpolitik

Hat nicht vor kurzem eine US-Großbank von einem Re-Balancing bei Mischfonds gesprochen, dergestalt, dass man die Aktien/Anleihe-Relation von 60/40 wiederherstellen müsse und damit bis zum Jahresende weltweit Aktien in Höhe von 300 Milliarden Dollar zu verkaufen wären? Aber was ist diese Summe gegen die Geldflut der Notenbanken (Fed, EZB, BoJ, BoE, SNB), um nur die Größten zu nennen, die demnächst aktiv werden? Soll nicht Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden, die ehemalige Chefin von Jerome Powell? Der Fed-Chef wird sich eher mit der Professorin in Verbindung setzen, als mit Steven Mnuchin zu diskutieren, der in gut 30 Handelstagen sowieso nichts mehr zu sagen hat und wenn, könnte es die Neue umgehend wieder korrigieren.

Was nichts anderes heißt, als dass man in der schwierigen Phase des nochmaligen Anschwellens der Coronazahlen die Notenpresse in Gang hält, um zu unterstützen, wie es Jerome Powell erst kürzlich betont hat. In Kürze jährt sich der Kommunikationsgau von Powell zum zweiten Mal, als er 2018 die Aktienmärkte mit „hawkishen“ Bemerkungen bis fast ins Bärenterritorium gejagt hatte. Er wird gerade in der Phase der „transition“, des Übergangs, alles Marktschädliche unterlassen.

Die Impfhoffnung und die möglichen Konsequenzen

Auch wenn die Kursreaktionen nach jeder Impfstoffmeldung abnehmen, verbleibt das Vakzin gegen Covid-19 der fast alles bestimmende Faktor. Hunderte Impfzentren entstehen allein in Deutschland und wie viele werden es wohl weltweit werden, demnächst? Wird die Meldung für die Zulassung eines Impfstoffes und damit dem Beginn der Impfungswelle nicht noch einmal für einen Kurssprung sorgen? Wenn es Realität würde, dass man in 2 Minuten einen Menschen impfen könnte, so wie es in Deutschland berichtet wurde und das tausendfach in hunderten Impfzentren.

Würde dann die Zahl der Geimpften nicht schneller steigen, als es die Zahl bei den Infektionen in der Spitze getan haben – nur dann kontinuierlich? Ist es das, was die Märkte für das nächste Halbjahr einpreisen?

Fazit

Es kommt schon Vieles zusammen im Nebelmonat November. Ein Wahlkrimi, der anlegertechnisch in eine gewaltige Short Squeeze mündete und in eine Branchenrotation, die es nur ganz selten in dieser Ausprägung gab. Dann kamen noch die Impfstoffmeldungen, als Game Changer oben drauf, die das Ganze noch verstärkten. Als Turbo für viele ängstliche Investoren, die plötzlich Licht am Horizont sahen und eine Notwendigkeit für viele Investmentfonds, wenn man nicht endgültig gegen die passiven Vehikel ins Hintertreffen geraten will.

Am 9. November wurde durch die Märkte das Ende von Corona ausgerufen. Das Ergebnis ist eine Euphorie, die in normalen Situationen in einen gewaltigen Kurseinbruch münden würde. Wahrscheinlich aber nicht zum Ende des Coronajahrs 2020, in dem sich zwei Kräfte gegenseitig potenzieren: Die Hoffnung auf einen Anstieg der Wirtschaft zur Jahresmitte 2021, wenn „tote“ Branchen aufgrund der Impfauswirkungen zum Leben erweckt werden und eine Geldversorgung durch Notenbanken, die die Kapitalanleger „noch“ in eine Anlageklasse zwingt. Dennoch: Sollte es tatsächlich noch bis zum Monatsende mit den Kursen weiter nach oben gehen, der Monat November zum Jahrhundertrekord avancieren? Ich denke spätestens dann im Anschluss sollte die Schwerkraft mal kurz und kräftig zuschlagen. Ich bin nur auf den Anlass gespannt, wenn es wieder heißt „die Kurse machen die Nachrichten“  und die Aktienmärkte dann eine Zwischenkorrektur einlegen..

Die Aktienmärkte erleben im November eine Art Wunder

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Aktienmärkte: Alle sitzen im selben Boot! Videoausblick

Die Euphorie der Aktienmärkte scheint grenzenlos: Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987. Aber alles sitzen im selben Boot!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte auch gestern mit einem weiteren Anstieg – die Euphorie und die Rally scheinen kein Ende zu nehmen. Das Problem aber ist: alle sitzen auf der selben Seite des Bootes (vor allem in den Aktien, die zu den Corona-Verlierern gehört hatten) – und wenn plötzlich ein unerwartetes Hindernis auftaucht, dann bekommt das Boot Schlagseite und kentert. Nach dem morgigen Thanksgiving (Freitag ist halber Feiertag in den USA) werden Fonds und Pensionskassen ihre Aktien-Bestände reduzieren müssen – und das wird dann ein Gegegnwind für die Aktienmärkte. Der Dow Jones mit dem besten Monat seit dem Jahr 1987, der Russell 2000 mit dem besten Monat aller Zeiten – das Chance-Risiko-Verhältnis wird nun immer ungünstiger..

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