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Aktienmärkte: Neuer Stimulus? Nachfolger für „600 Dollar“-Programm?

Die Wall Street ist das Symbol für die Aktienmärkte in den USA

Stehen die Aktienmärkte unmittelbar vor einem neuen Schub? Oder doch eher vor einem Absturz? Derzeit werden 25 Millionen Amerikaner mit 600 Dollar Arbeitslosenunterstützung vom Staat versorgt – pro Woche! Damit erhalten viele Bürger in der Coronakrise mehr Geld, als sie vorher mit Arbeit verdient haben. Genau jetzt Ende Juli endet dieser Geldsegen. Dank dieser Geldschwemme haben viele Amerikaner nicht nur Miete und Essen bezahlt, sondern noch kräftig zusätzlich konsumiert. Millionen Amerikaner stürmten sogar die Aktienmärkte, und das mit Kleinstbeträgen.

Aktienmärkte schauen genau hin

Die Demokraten wollen, dass dieses Programm von 600 Dollar Zahlung pro Woche verlängert wird. Die Republikaner sind offenkundig der Ansicht, dass diese zu hohen Geldzahlungen zahlreiche Amerikaner davon abhalten wieder zu arbeiten. So sagt es jüngst erneut Mark Meadows, Stabschef im Weißen Haus. Er hat gestern gegenüber ABC gesagt, dass das bisherige Programm so nicht verlängert werden könne. Stattdessen stelle man sich vor, dass ausgehend vom letzten gezahlten Gehalt vor der Coronakrise 70 Prozent Arbeitslosenunterstützung vom Staat gezahlt werden solle (zu sehen ab Minute 5 im Video). Das wäre immerhin mehr als derzeit im Schnitt 45 Prozent auf Bundesstaaten-Ebene.

Also würden frühere Besserverdiener nach dieser neuen Regelung mehr Geld haben als mit der bisherigen pauschalen Regelung, und ein Heer von Geringverdienern würde schlechter da stehen. Die Aktienmärkte dürften sehr genau darauf schauen, wie dieser Streit ausgeht. Denn in den USA ist der Konsum alles. Wo Deutschland produziert und damit das Fundament für die gesamte Wirtschaftsleistung schafft, da ist es in den USA der Konsum der Bürger! Geht dank so einer neuen Regelung der Konsum deutlich zurück, ist das verdammt schlecht für die Aktienmärkte. Könnten sie so einen Konsumrückgang antizipieren, und in den nächsten Tagen fallen?

Der Vorschlag der Republikaner soll offenbar heute in den US-Kongress eingebracht werden. Man darf vermuten, dass die Demokraten einen besseren Deal verlangen werden. Auf jeden fall ist dies ein verdammt wichtiges Ereignis für die Aktienmärkte. Also, Augen auf! Der folgende Chart zeigt im Verlauf der letzten zwölf Monate in grün den S&P 500, und in blau den Nasdaq. Die Tech-Werte haben vor allem wegen der Giganten wie Amazon den Hochpunkt von vor dem Börsencrash aus Februar längst überschritten. Der breite „normale“ Aktienmarkt hat sein Februar-Hoch aber noch nicht wieder erreicht.

S&P 500 und Nasdaq im Vergleich der letzten zwölf Monate



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