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Aktienmärkte: Nur die Fed zählt, nicht Apple

Was die Fed wahrscheinlich tun wird!

Nun sind die Zahlen von Apple raus – und die Aktienmärkte waren erfreut über die Zahlen des US-Giganten. Aber schon zur Eröffnung der europäischen Future-Märkte scheint die Euphorie zu verpuffen, nachdem Asiens Märkte negativ handeln mit einem Nikkei bei -1% (vor allem Bank-Aktien unter Druck).

Was die Aktienmärkte offenkundig verunsichert ist, dass die Gespräche zwischen den Delegationen der USA und China sehr schnell endeten (ca. 45 Minuten früher als geplant) – die US-Delegation ist schon wieder auf dem Weg zum Flughafen. Nun wird wichtig sein, was sowohl die USA als auch China an Mitteilungen über das Treffen heraus geben: wird es das übliche „konstruktive Gespräche“-Mantra, das alles und nichts bedeuten kann?

Nun richtet sich der Fokus auf die Fed und ihre Aussagen, nachdem gestern der ehemalige New York-Fed-Chef Dudley war einer viel zu hohen Erwartung der Märkte in Sachen Zinssenkungen gewarnt hatte. Was wird die Fed sagen? Die Daten der US-Konjunktur waren zuletzt sehr solide und rechtfertign eigentlich keine Zinssenkung – aber die US-Notenbank reagiert sicher auf die anderen Notenbanken: bereits im Jahr 2016 hatte der heutige Fed-Vize Clarida klar gemacht, dass die Fed agieren müsse, wenn die anderen großen Notenbanken sich in Richtung weiterer Lockerung bewegen. Faktisch dürfte die Fed heute also eher wegen der „Rest-Welt“ die Zinsen senken statt aufgrund der Lage in den USA!

Und weil die Aktienmärkte eben mit einer Zinssenkung rechnen! Würde die Fed die Zinsen nicht senken, würden die Aktienmärkte hart abverkaufen. Senkt sie die Zinsen mit 0,5% sehr stark, würden die Märkte nach kurzer Freude wohl ebenfalls abverkaufen, weil dann der Gedanke aufkäme, warum die Notenbank einen so radikalen Schritt für notwendig erachtet („weiß die Fed mehr als wir?“).

Also wird die Fed wahrscheinlich den Mittelweg wählen und die Zinsen um 0,25% senken – es ist zugleich der Weg des geringsten Widerstands. Und vermutlich wird die US-Notenbank sich dann alle Optionen offen halten und wieder sagen: wir sind Daten-abhängig und werden abhängig von diesen Daten agieren. Damit hätten die Aktienmärkte weiter die Hoffnung, dass die Fed in einen Zinssenkungs-Zyklus einritt – dann könnte man wieder wie der Esel hinter der Karotte herlaufen, nach dem Motto: Hauptsache, man nimmt uns nicht die Hoffnung! Die Fed Fund Futures preisen einen Wahrscheinlichkeit von 76% ein, dass die Notenbank nach einer heutigen Zinssenkung dann eine weitere Senkung machen wird – und dann mit gut 57%, dass im Dezember eine dritte Senkung folgen wird.

Wenn all das nicht passiert, sind die Aktienmärkte zu weit vor der Kurve – und drohen aus eben dieser Kurve zu fliegen..

Die Aktienmärkte wetten auf zahlreiche Zinssenkungen durch die Fed



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1 Kommentar

  1. Ich hab die letzte Pressekonferenz von Powell gesehen. Da sagt er die FED agiert datenabhängig. Auch sagte er, dass ein schlechter Datenpunkt (Payrolls Mai) nicht überinterpretiert werden wird. Wenn er dazu steht, müsste heute eigentlich nichts passieren. Es war nämlich nur dieser eine schlechte Datenpunkt. Der Rest sieht doch gut aus. Arbeitslosigkeit niedrig, Inflation im Zielbereich, Zinsen für Hypotheken etc. deutlich niedriger als vor einigen Monaten…. wenn die FED jetzt senkt, verliert sie an Glaubwürdigkeit. Alleine schon der Schwenk von Dezember zu Juli ist Wahnsinn…in den US-Daten sieht man den nicht.
    Außer es wurde neben Inflation und Arbeitslosigkeit noch die Aktienmärkte als Kernaufgabe der FED hinzugefügt…

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