Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Nur die Fed zählt, nicht Apple

Was die Fed wahrscheinlich tun wird!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Nun sind die Zahlen von Apple raus – und die Aktienmärkte waren erfreut über die Zahlen des US-Giganten. Aber schon zur Eröffnung der europäischen Future-Märkte scheint die Euphorie zu verpuffen, nachdem Asiens Märkte negativ handeln mit einem Nikkei bei -1% (vor allem Bank-Aktien unter Druck).

Was die Aktienmärkte offenkundig verunsichert ist, dass die Gespräche zwischen den Delegationen der USA und China sehr schnell endeten (ca. 45 Minuten früher als geplant) – die US-Delegation ist schon wieder auf dem Weg zum Flughafen. Nun wird wichtig sein, was sowohl die USA als auch China an Mitteilungen über das Treffen heraus geben: wird es das übliche „konstruktive Gespräche“-Mantra, das alles und nichts bedeuten kann?

Nun richtet sich der Fokus auf die Fed und ihre Aussagen, nachdem gestern der ehemalige New York-Fed-Chef Dudley war einer viel zu hohen Erwartung der Märkte in Sachen Zinssenkungen gewarnt hatte. Was wird die Fed sagen? Die Daten der US-Konjunktur waren zuletzt sehr solide und rechtfertign eigentlich keine Zinssenkung – aber die US-Notenbank reagiert sicher auf die anderen Notenbanken: bereits im Jahr 2016 hatte der heutige Fed-Vize Clarida klar gemacht, dass die Fed agieren müsse, wenn die anderen großen Notenbanken sich in Richtung weiterer Lockerung bewegen. Faktisch dürfte die Fed heute also eher wegen der „Rest-Welt“ die Zinsen senken statt aufgrund der Lage in den USA!

Und weil die Aktienmärkte eben mit einer Zinssenkung rechnen! Würde die Fed die Zinsen nicht senken, würden die Aktienmärkte hart abverkaufen. Senkt sie die Zinsen mit 0,5% sehr stark, würden die Märkte nach kurzer Freude wohl ebenfalls abverkaufen, weil dann der Gedanke aufkäme, warum die Notenbank einen so radikalen Schritt für notwendig erachtet („weiß die Fed mehr als wir?“).

Also wird die Fed wahrscheinlich den Mittelweg wählen und die Zinsen um 0,25% senken – es ist zugleich der Weg des geringsten Widerstands. Und vermutlich wird die US-Notenbank sich dann alle Optionen offen halten und wieder sagen: wir sind Daten-abhängig und werden abhängig von diesen Daten agieren. Damit hätten die Aktienmärkte weiter die Hoffnung, dass die Fed in einen Zinssenkungs-Zyklus einritt – dann könnte man wieder wie der Esel hinter der Karotte herlaufen, nach dem Motto: Hauptsache, man nimmt uns nicht die Hoffnung! Die Fed Fund Futures preisen einen Wahrscheinlichkeit von 76% ein, dass die Notenbank nach einer heutigen Zinssenkung dann eine weitere Senkung machen wird – und dann mit gut 57%, dass im Dezember eine dritte Senkung folgen wird.

Wenn all das nicht passiert, sind die Aktienmärkte zu weit vor der Kurve – und drohen aus eben dieser Kurve zu fliegen..

Die Aktienmärkte wetten auf zahlreiche Zinssenkungen durch die Fed

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Christoph

    31. Juli 2019 09:43 at 09:43

    Ich hab die letzte Pressekonferenz von Powell gesehen. Da sagt er die FED agiert datenabhängig. Auch sagte er, dass ein schlechter Datenpunkt (Payrolls Mai) nicht überinterpretiert werden wird. Wenn er dazu steht, müsste heute eigentlich nichts passieren. Es war nämlich nur dieser eine schlechte Datenpunkt. Der Rest sieht doch gut aus. Arbeitslosigkeit niedrig, Inflation im Zielbereich, Zinsen für Hypotheken etc. deutlich niedriger als vor einigen Monaten…. wenn die FED jetzt senkt, verliert sie an Glaubwürdigkeit. Alleine schon der Schwenk von Dezember zu Juli ist Wahnsinn…in den US-Daten sieht man den nicht.
    Außer es wurde neben Inflation und Arbeitslosigkeit noch die Aktienmärkte als Kernaufgabe der FED hinzugefügt…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte, Gold – alles fällt! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute fallen die Aktienmärkte – vor allem der lange so widerstandsfähige Dax mit einem rabenschwarzen Tag – aber auch der vermeintlich sichere Hafen Gold kommt stark unter Druck (Silber fällt sogar fast -10%). Für den Abverkauf gibt es vorwiegend zwei Gründe: erstens die Sorge um neue lockdowns in Europa, und zweitens wird ein Stimulus-Deal in den uSA zwischen US-Republikanern und US-Demokraten nach dem Tod der Verfassungsrichterin Ginsburg deutlich unwahrscheinlicher, weil die Trump-Administration noch vor der US-Wahl einen eigenen Kandidaten installieren will. Damit bestätugt sich bislang ein Schema für die Aktienmärkte: die Woche nach dem September-Verfall ist historisch unter den schwächsten Handelswochen des gesamten Jahres..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Fallender Dow Jones – aktuelle Tradingchancen?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Neben dem Dax schaue ich mir im folgenden Video vor allem ganz genau die aktuelle Entwicklung im Dow Jones an. Es geht gen Süden. Ist noch mehr Abwärtspotenzial vorhanden? Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

weiterlesen

Indizes

Dax: Neutrale Stimmung lässt Fortsetzung der Rallye vermuten – nur wann?

Stephan Heibel

Veröffentlicht

am

So viel passiert und so wenig zu sehen: Nach einer ereignisreichen Woche notiert der DAX nahezu unverändert auf dem Niveau von vor einer Woche. Dabei haben wir diverse Übernahmen, Börsengänge und Tech-Ausverkäufe gesehen, sowie eine Notenbankentscheidung und Betrugsvorwürfe verarbeitet. Wenn ich mir das vor Augen führe, dann hat sich der Aktienmarkt doch erstaunlich robust gezeigt.

Auch unsere Sentiment-Analyse zeigt erstaunlich wenig Bewegung: Die Stimmung bleibt auf einem neutralen Niveau bei -0,1. Die Verunsicherung unter den Anlegern bleibt moderat bei -1,4. Sogar die Zukunftserwartung bleibt mit einem Wert von +1,2 auf dem gleichen Stand wie vor einer Woche. Das ist mäßiger Optimismus, eine dünne Mehrheit für die Optimisten vor den Pessimisten, wobei die neutral gestimmten Anleger die größte Gruppe bilden.

Einzig bei der Investitionsbereitschaft gibt es ein wenig Bewegung: Nach 2,0 in der Vorwoche ist der Indikator nun auf 1,1 gesunken. 2% der Umfrageteilnehmer, die vor einer Woche noch Kaufen wollten, sind nun ins Lager derer übergesiedelt, die Verkaufen möchten. Kaufabsicht ist eine wichtige Voraussetzung für steigende Kurse, doch nur eine von vielen. Es kann auch sein, dass bereits ein nachlassender Verkaufsdruck für steigende Kurse sorgt.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger notiert ebenfalls unverändert bei neutralen -2. Profis, die sich über die Eurex absichern, verhalten sich ebenfalls neutral. Das Put/Call-Verhältnis von 1,3 liegt nur leicht unter dem Durchschnitt von 1,4.

In den USA sieht es da anders aus. Das Put/Call-Verhältnis der CBOE notiert weiterhin bei 0,45 Punkten und damit in einem Bereich, der so bullisch ist wie in den vergangenen fünf Jahren nicht. Das Vertrauen in Präsident Trump, bis zu den Wahlen eine gute Börsenstimmung zu schaffen (wichtiger Faktor für Wiederwahl!), ist sehr groß.

Ganz anders sehen dies Fondsmanager, deren Investitionsquote vor einer Woche um 40% auf 53% eingebrochen war. Diese Woche folgte nur eine leichte Gegenbewegung auf 59%. Jetzt wird ein Schuh draus: Fondsmanager haben schon vor einer Woche Cash generiert, um für die anstehenden Börsengänge von Snowflake, Amwell und bald folgend vielleicht auch Palentir und AirBnB gerüstet zu sein. Ohh, und nicht zu vergessen, vielleicht besteht Trump auf einen Börsengang der US-Sparte von TikTok?

Unter US-Privatanlegern dominieren die Pessimisten, das Bulle/Bär-Verhältnis steht bei -8,4%.

Die technisches Verfassung der US-Märkte ist neutral, wenn wir dem Angst & Gier Indikator des S&P 500 glauben (53%).

Dax Sentiment – die Interpretation

Es hat den Anschein, Anleger sind erst einmal überfordert, die vielen Ereignisse der abgelaufenen Woche einzuordnen, denn die Stimmung hat sich seit der vergangenen Woche kaum verändert. Es bleibt bei der Aussage der vergangenen Wochen: Rotation! Es gibt einige Aktien, die sind bereits zu hoch gelaufen. Gleichzeitig gibt es aber noch viele Aktien, die besser aus der Coronakrise kommen, als viele das erwartet haben.

Aus Sicht der Sentiment-Theorie kann ich keine künftige Richtung ableiten. Grundsätzlich würde ich die Stimmungslage dahingehend interpretieren, dass noch reichlich Luft nach oben für diese Rallye besteht. Der Optimismus ist überaus moderat und in der Regel enden Rallyes mit überschäumender Feierlaune bei großem Optimismus. Davon sind wir weit entfernt.

Doch ich kann der aktuellen Stimmungslage nicht entnehmen, ob wir vor der Wiederaufnahme der Rallye beim Dax noch einen Rücksetzer verkraften müssen, oder nicht. Ich weiß also nicht, ob Sie jetzt schon investiert sein sollten, oder noch eine bessere Gelegenheit dafür bekommen. Daher bleibe ich auch hier bei meiner Standard-Empfehlung: Schrittweise vorgehen :-). Jetzt gibt es bei einzelnen Werten schon Kaufkurse. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits neue Positionen aufgebaut. Aber Sie sollten noch Pulver trocken halten, falls es noch einen Rücksetzer gibt.

Die Stimmung zum Dax ist neutral

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen