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Aktuell Aktienmärkte, Ölpreis, Renditen, Gold: Anleger in Hormus-Jubelstimmung

Aktienmärkte, Ölpreis und andere Assetklassen sind aktuell in Jubelstimmung. Die Straße von Hormus wird vom Iran temporär geöffnet.

Aktuell sehen wir die Märkte im Hormus-Rausch. Alles wird gut, der Iran-Krieg endet bald? So zumindest ist aktuell die große Hoffnung der globalen Anlegergemeinde. Der Dax springt zügig mehr als 300 Punkte nach oben. Die US-Indizes eröffnen gerade saftig im Plus. S&P 500 +0,65 %, Nasdaq 100 +0,72 %. Der Brent-Ölpreis fällt kräftig um mehr als 6 Dollar auf aktuell 89,16 Dollar. Im Chart sehen wir den steigenden US100 Tech CFD und in guter negativer Korrelation den fallenden Ölpreis.

Aktienmärkte, Ölpreis und Co: Euphorie!

Auch andere Märkte sind plötzlich in euphorischem Zustand. Zehnjährige US-Anleiherenditen fallen von 4,30 % auf 4,23 %. Deutsche Renditen sinken von 3,03 % auf 2,97 %. Der US-Dollar fällt. Der Goldpreis steigt in der letzten Stunde von 4.803 auf 4.857 Dollar. Aber Aktienmärkte und Ölpreis zeigen aktuell die eindeutigste Bewegung!

Der doppelte Grund: Vor knapp einer Stunde gab es erst die Axios-Meldung, dass USA und Iran über die Herausgabe von Uran verhandeln würden – wofür der Iran 20 Milliarden Dollar an eingefrorenen Geldern erhalten würde. Dann kam kurz danach die Meldung vom iranischen Außenminister: Im Einklang mit dem Waffenstillstand im Libanon wird die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands auf der bereits von der Hafen- und Seeverkehrsorganisation der Islamischen Republik Iran bekannt gegebenen koordinierten Route für vollständig freigegeben erklärt. Also nur solange, wie Israel die Hisbollah nicht wieder angreift, und nur über eine Route, die der Iran kontrolliert. Aber die Märkte feiern erst einmal!

Einordnung

Eine geöffnete Straße von Hormus (zumindest für einige Tage?) bedeutet: Nun könnten viele Tanker, die im Golf seit Wochen warten, voll beladen auf den Weltmarkt gelangen. Das erhöht global wieder die Angebotsmenge für Öl und Gas, was den Ölpreis aktuell so klar fallen lässt. Und diese Entschärfung der Situation gibt weltweit Volkswirtschaften wieder mehr Hoffnung auf Besserung, was die Aktienmärkte sofort in Form steigender Kurse einpreisen. Aber es bleibt dabei: Die Lage ist wacklig und unsicher. Und wir stehen direkt vor dem Wochenende. Alles ist möglich, im Guten wie im Schlechten.

Donald Trump reagierte vor 20 Minuten auf die iranische Öffnung der Straße von Hormus kurz und knapp auf Truth Social (übersetzt): Der Iran hat soeben bekannt gegeben, dass die Straße von Hormus vollständig geöffnet und für den uneingeschränkten Schiffsverkehr bereit ist. Vielen Dank!

Auffällig dabei: Trump bedankt sich beim Iran!



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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5 Kommentare

  1. Staatspräsident Emmanuel Macron erklärt aktuell im Rahmen einer Pressekonferenz, der 47. US-Präsident Donald John Trump blockiere weiterhin iranische Schiffe im Zusammenhang mit der Straße von Hormus/Quelle: Phoenix-TV. Staatspräsident Macron ist aktuell auch nicht bereit, mit Präsident Trump iranpolitisch zusammenzuarbeiten. Letzteres unterstütze ich.

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Faktisch… Herr Kummerfeld …war der Iran außenpolitisch total isoliert…Russland ist in der Ukraine gebunden…China zu weit weg…Pakistan war der letzte verbliebene Verbündete in der Region…letztere sind aber auf die Öffnung der Passage angewiesen…( auch China machte Druck ! )…

    Die Öffnung der Straße von Hormus war somit unvermeidlich…wenn man nicht ganz pleite gehen will…denn nun können auch iranische Schiffe diese Meerenge bezwingen…( DEVISEN !!! )…

    Interessant ist das die US Indizes heute höher stehen als vor Kriegsausbruch…offenbar wirkt der Krieg wie ein Katalysator auf die Märkte..

  3. …jetzt müsste es Richtung 7400 beim SundP gehen…danach vielleicht nochmal runter auf 7000…so nach dem Motto sell in may and go away…und dann können wir ab Oktober/November den Anstieg Richtung 8.000 bewundern und 30.000 im Dax…vielleicht knacken wir die 30.000 im Dax dann bereits im ersten Halbjahr 2027…das wäre natürlich phantastisch für die Anleger- und Investorengemeinde…

  4. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran endet am 22. April meines Wissens d.h. falls ich mich nicht verrechnet habe von Dienstag auf Mittwoch also vier Tage lang können Schiffe durch diese Straße durchfahren, müssen aber weiterhin Maut bezahlen. Zudem werden viele Reedereien wegen fehlender Versicherung die Schiffe nicht durch diese Straße fahren lassen. Ich denke nicht, dass in den nächsten Tagen hunderte Schiffe durch diese Straße rausfahren können. Axios verbreitet mal wieder CIA oder Regierungs Fake News. Der dritte US-Flugzeugträger kommt voraussichtlich Ende April an, dann können die USA weitermachen. Der Iran hat übrigens mittlerweile 6 Millionen Mann mobilisiert und die USA verlegen weiterhin Kampfjets in den Nahen Osten. Also die nächste Stufe der Eskalation steht bevor. Bei diesem Wahnsinn und der kognitiven Dissonanz muss es wirklich wie 1929 enden. Es kann gar nicht mehr anders. Für die Kleinanleger muss es maximal weh tun, sodass viele ihr gesamtes Vermögen verlieren. Es werden final noch mal so viele, wie möglich rein gelockt, damit es ein absolutes Blutbad wird…

    1. Die Verlegung von noch mehr US militärischer Power in den Nahen Osten, kann man auch als den Versuch werten, den Druck auf den Iran noch mehr zu erhöhen. Aktuell deutet einiges darauf hin, dass es Ende der nächsten Woche (Freitag?) in Pakistan doch noch zu weiteren Verhandlungen zwischen den USA und IRAN kommt. Somit dürfte die Straße von Hormuz noch mindestens 1 Woche geschlossen bleiben.
      Ob die Iraner das „neue Mautsystem“ durchsetzen können, bleibt wirklich fraglich. Das will der Westen sicherlich nicht zulassen. Am Ende könnten die Iraner aber mit der Freigabe „eingefrorener“ Gelder geködert werden, damit sie die Straße von Hormuz wieder ohne Maut öffnen. Bisher sind dem Iran über 200 Mrd. USD an Kriegsschäden entstanden. Über 100 Mrd. USD sind an iranischen Auslandsvermögen eingefroren.

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