Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Rally durch Kleinanleger, das ultimative Warnzeichen?

Sollte die durch den Fed-Put gestützte Pandemie-Rally der Aktienmärkte anderen Gesetzmäßigkeiten folgen als bisherige Spekulationshaussen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wie oft wurde ein letzter Anstieg der Aktienmärkte in einem langen Zyklus angeführt durch die Kleinanleger, die, angelockt durch einen steten Aufwärtstrend, an der Hausse unbedingt teilhaben wollten? Milchmädchenhausse, Hausfrauenrallly, oder auch Putzfrauenhausse wird diese Phase genannt, bei dem sich Wirtschaft und Aktienmärkte in ihrer Bewertung scherenhaft und immer deutlicher auseinander bewegen. Seltsamerweise hat man diesem Phänomen weibliche Namen gegeben, obwohl es sicher mehr Männer sind, die am Schluss eines Trends so richtig zocken. Auf jeden Fall ist in der Phase der Pandemie ein Trend entstanden, der die Alarmglocken bei älteren Börsianern klingeln lässt.

Aktienmärkte: Onlinebroker mit Rekorden

Es ist nicht nur der sagenhafte Boom im Geschäft mit Kleinanlegern bei Robinhood in den USA – 12 Millionen Kunden handeln derzeit ohne Gebühren -, selbst im Aktienmuffel-Land Deutschland hat sich einer neuer Trend etabliert.

Trotz des größten Wirtschaftseinbruchs seit Jahrzehnten haben hierzulande immer mehr Menschen ein Depot bei einem Onlinebroker eröffnet. Im Monat März, dem Start des Lockdowns, haben bei der größten deutschen Onlinebank ING 70.000 Neukunden ein Depot eröffnet, siebenmal so viele wie ein Jahr zuvor. Comdirect berichtet von 177.000 Neukunden in den ersten fünf Monaten des Jahres, die DKP von einer Verfünffachung der Zahl der Depoteröffnungen.

Bereits vor Monaten habe ich darauf hingewiesen, bei Negativzinsen wird TINA erst richtig zuschlagen. Verluste auf einem Cashkonto? Aber der Zeitpunkt!

Noch haben die Kleinen die Nase vorne

Ausgerechnet diese Kleinanleger haben bei der Performance derzeit gegenüber den Indizes die Nase vorn. Man stürzt sich auf Papiere, die in der Krise und dem anfänglichen Abverkauf der Aktienmärkte zunächst besonders viel verloren haben, aber auch auf Titel, deren Kursanstiege schon ein wenig an Fahnenstangen erinnern.

In den USA sind dies natürlich die Elektrofahrzeugpioniere wie Tesla oder Newcomer Nikola, die Impstoffhoffnung Moderna oder auch so ausgebombte Werte wie Boeing, United Airlines oder Royal Caribbean Cruises.

In Deutschland findet man ganz vorne Werte wie Lufthansa, TUI oder Airbus -und an der Spitze den Zockerwert aller Titel:  Wirecard. Zumindest bis vor wenigen Tagen/Stunden.

Das US-Pendant in punkto Spekulation ist der insolvente Autovermieter Hertz, der in sage und schreibe 168.000 Depots des Onlinebrokers Robinhood schlummert. Diese Entwicklung der Aktienmärkte ist natürlich den Rechnern der Großbanken nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs hat einen Index erstellt, um die Performance dieser Depots mit dem Index zu vergleichen.

Das überraschende Ergebnis bis vor wenigen Tagen lautete: Die hoch spekulativen Depots der Kleinen lagen seit Jahresanfang mit 23 Prozent im Plus, während der Dow Jones noch mit minus acht Prozent im Minus notierte.

Es gibt auch schon einen Namen für die temporäre Kursentwicklung: Robinhood-Hausse

Aber auch in Deutschland liegt das meistgehandelte Dutzend Titel 20 Prozent im Plus, während der DAX noch sechs Prozent unter seinem Jahresanfang stand. Dann kam Wirecard!

Fazit

Sollte die durch den Fed-Put gestützte Pandemie-Rally der Aktienmärkte anderen Gesetzmäßigkeiten folgen als bisherige Spekulationshaussen? Wohl eher nicht, denn Gier wird in Summa irgendwann bestraft und das Niveau korrigiert. Die Geschichte ist voll von Beispielen hierfür, beginnend zur Börsen-Urzeit 1637 mit dem Tulpenzwiebelskandal 1637 über 1929, 2001 oder 2009, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Oder Japan mit seinem Nikkei-Hoch von 38900 vom Dezember 1989, welches auch noch 30 Jahre später noch nicht wieder erreicht wurde. Die Übertreibungen waren mal zwar unterschiedlich, aber folgten stets einem Muster, mit den Zutaten Leichtsinn, Gier und dem irrationalen Überschwang.

Die Frage ist immer nur, wann ein (unbekannter) Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt. Dieser ist nur vorher niemals zu identifizieren.

Ein Beispiel ist auch wiederum hier Warren Buffett, der schon öfters festgestellt hat, dass es ihm zumeist gelingt Übertreibungen zu erkennen, er aber meistens zu früh dran ist, mit seinen Maßnahmen. Wie lange sitzt er jetzt schon auf seiner mittlerweile 137 Milliarden Dollar Cash?

Die Rally der Aktienmärkte macht Kleinanleger euphorisch

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Columbo

    23. Juni 2020 11:15 at 11:15

    Ist würde das nicht mehr Hausfrauenrally, sondern Finanzblogrally nennen.
    Hunderte von Finanzblogs empfehlen „heute noch“ mittels ETF‘s in den Markt einzusteigen und Augen und Ohren vor jeder Art von Nachricht (selbst Corona solle man nicht beachten) zu verschließen. Sie nennen das alles Finanzpornographie. Nur so könne man ins Nirvana der finanziellen Freiheit mit vierzig eintreten. Das sind die „Hausfrauen“ von heute.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktien: Nochmal das Jahr 2020 spielen! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Das war gestern zum Abschied von Donald Trump noch einmal das gute alte Muster des Jahres 2020: die Aktien, die vor dem 09.November besonders gut gelaufen sind (die FAANG-Werte) gestern mit einer fulminanten Rally – während Aktien, die die Verlierer der Coronakrise waren, seit dem 09.November (Impfstoff-Meldung) aber zu den großen Gewinnern gehörten, gestern deutlich weniger stiegen. Dass dem gestern so war, hat (charttechnische) Gründe – der Reflations-Trade jedenfalls hat gestern einen Rückschlag erlitten. Auch die positiven Eröffnungs-Gaps bei den großen US-Indizes sind ein altbekannntes Muster aus dem Jahr 2020, der Leitindex S&P 500 ist dank eines solchen Eröffnungs-Gaps aus seiner Seitwärtsrangenach oben ausgebrochen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

DAX daily: Euphorische US-Börsen ziehen den Dax nach oben

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax schleppt sich im gestrigen Handel zurück in Richtung der 14.000er Marke, während der Nasdaq und S&P500 mit Leichtigkeit auf neue Rekordstände fliegen. Insbesondere bei den Technologiewerten haben die Anleger wieder fleißig zugegriffen. Die Börsianer erhoffen sich durch das Duo Biden/Yellen weiteren Stimulus für die Konjunktur sowie Schecks für die Kleinanleger zum Zocken an den Aktienmärkten. Wer will es ihnen verdenken, es ist wie in einem Paradies, wo es ständig Geld von Regierungen und Notenbanken regnet. Selbst eine Verschärfung und Verlängerung der Corona-Maßnahmen kann die Kauflaune der Anleger nicht bremsen.

Im Gegensatz zu den US-Indizes befindet sich der deutsche Leitindex aber immer noch in einer Konsolidierung auf hohem Niveau. Für weitere Aufwärtsimpulse muss der Dax die Hürden bei 13.960 und 14.000 überwinden. Das gestrige Tageshoch lag bei 13.952 Punkten, damit fehlt also noch ein Stück zur runden Marke. Den Handel hat der Dax schließlich mit einem Plus von 106 Punkten (0,77%) bei 13.921 beendet. Das heutige Ziel sollte somit der Sprung über die 14.000er Marke sein.

News und fundamentale Daten

Nach der gestrigen Vereidigung von Joe Biden steht heute mit der EZB-Sitzung das nächste Highlight der Woche auf dem Plan. Für 13.45 Uhr ist die Zinsentscheidung angesetzt, um 14.30 Uhr folgt anschließend noch die Pressekonferenz der EZB-Chefin Christine Lagarde. Die Anleger erhoffen sich dann neue Hinweise über die zukünftige Geldpolitik. Allerdings ist nicht mit neuen geldpolitischen Lockerungen zu rechnen, nachdem die EZB im Dezember bereits ihr Anleihekaufprogramm um 500 Milliarden ausgeweitet hatte.

Zudem erscheinen zeitgleich noch ein paar Wirtschaftsdaten aus den USA. Unter anderem werden die wöchentlichen Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Zusätzlich erscheinen die Daten der Baugenehmigungen (Dez) sowie der Philly Fed Herstellungsindex. Den Termin um 14:30 Uhr stellt aufgrund der zahlreichen Daten ein interessantes Trading-Event für Dax-Händler dar. Aus Unternehmenssicht sind die Quartalszahlen von dem Medizintechnik-Unternehmen Intuitive Surgical, dem IT-Unternehmen IBM sowie dem Halbleiterhersteller Intel interessant. Die Anteilseigner von dem zuletzt stark unter Druck geratenen Chip-Riesen Intel werden nach dem Rauswurf des CEO Bob Swan ganz genau auf die Zahlen und den Ausblick schauen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax notiert vorbörslich an der Widerstandszone bei 13.960. Damit der Sprung über die 14.000er Marke gelingt, muss der Bereich sowie das Nachthoch bei 13.980 überwunden werden. An der 14.029 wartet dann die 161,8% Extension. Setzt sich der Anstieg fort, dann dürfte der Dax noch das offene Gap bei 14.049 schließen. Sollte dem Dax dort nicht die Puste ausgehen, dann wäre die Zone bei 13.115 bis 13.131 das nächste Ziel.

Die energische Rally der US-Indizes hat den Dax in den letzten Tagen angetrieben. Aber sogar die Wall Street benötigt mal eine Verschnaufpause, das würde wiederum den Dax bei seiner Zurückeroberung der 14.000er Marke ausbremsen. Eine erste Unterstützung befindet sich im Bereich der 13.902. Unterhalb der 13.900 dürfte sich die Abwärtsbewegung bis zur 13.870 fortsetzen. Dort könnte der Dax wieder Halt finden, ansonsten wäre das gestrige Tagestief bei 13.835 das nächste Ziel. Ein Bruch des Tiefs würde den Index wieder zur markanten Unterstützungszone bei 13.800 führen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 21.01. - H1-Chart - Schafft der Dax die 14.000?

Dax Unterstützungen (US):

13.898 – M15-Chart

13.870 – mehrfache US

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.700 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.672 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

13.988 – offenes Gap 14.01.

14.000 – psychologische Marke

14.029 – 161,8% Extension (13.670)

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.167 – 261,8% Extension (13.672)

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Finanznews

Inflation und das Paradox der Erwartungen! Marktgeflüster (Video)

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation. Aber das wäre besonders schlecht für den Reflations-Trade!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Eines scheint für die Investoren klar zu sein: wenn die Coronakrise überwunden ist, kommt die Inflation – deshalb spielen alle Investoren den „Reflations-Trade“ und kaufen vor allem Aktien aus den Sektoren Energie, Industrie und Materialien. Es sind aber vor allem diese Sektoren, die eine besonders hohe Verschuldung aufweisen – und aufgrund der Politik der Notenbanken dennoch derzeit extrem günstig Schulden machen können. Aber wenn die Inflation wirklich steigt, dann beginnen die Kapitalmarkt-Zinsen zu steigen – und das erschwert die Tragfähigkeit der Schulden jener Unternehmen, die derzeit im Reflations-Trade gekauft werden. Im Grunde ist das ein Paradox: wenn die Inflation wirklich käme, wären diejenigen Aktien die Verlierer, die im Reflations-Trade derzeit immens nach oben gekauft werden..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage