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Aktienmärkte: Rally – ein Mißverständnis? Marktgeflüster (Video)

Ein zentraler Treiber der heutigen Rally der Aktienmärkte ist ein Mißverständnis: dass Deutschland wegen des Coronavirus fiskalischen Stimulus betreiben würde

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte waren an den letzten beiden Handelstagen stark unter Druck – die Marktbreite des Abverkaufs war so groß wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Heute dann die Rally als technische Gegenreaktion, nachdem Aktienmärkt wie der Dax keritische Trendlinien erreicht hatten im vormittäglichen Abverkauf. Aber ein zentraler Treiber der heutigen Rally ist ein Mißverständnis: dass Deutschland wegen des Coronavirus fiskalischen Stimulus betreiben würde (die Pläne sind schon lange angekündigt gewesen für überschuldete deutsche Kommunen). Nun sagt auch der deutsche Geunsheitsminister Spahn: wir stehen am Beginn einer Epidemie in Deutschland. Können die Aktienmärkte die heutig Rally halten?

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9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Andreas

    26. Februar 2020 19:46 at 19:46

    Respekt! Der DAX hat heute bisher eine Bewegung von über 1000 Punkten gemacht. Volatilität vom feinsten!

  2. Avatar

    Marcus

    26. Februar 2020 20:46 at 20:46

    Warum schiesst Palladium nach oben? Als Industriemetall bei einem wirtschaftlichen Abschwung in der Automobilindustrie müsste es doch eigentlich auf die Nüsse geben????

    • Avatar

      Segler

      26. Februar 2020 23:21 at 23:21

      Hallo Marcus,
      Der exponentielle Anstieg des Pd Preises hat mehrere Ursachen.
      Palladium wird Industriell in sehr grossem Mass gebraucht zur Herstellung von Katalysatoren für Dieselfahrzeuge.
      – In vielen Ländern stiegen die Anforderungen an Abgasreinigung für entsprechende Fahrzeuge. Das trieb die Anzahl der Katalysatoren in die Höhe und damit den Preis.
      – Die Fördermöglichkeiten zur Palladiumgewinnung sind weltweit limitiert. Der Aufwand ist extrem hoch. Pd gehört zur Gruppe der „Platinmetalle“, deren Einzelbestandteile man chemisch-physikalisch in der grossindustriellen Förderung nur schwer voneinander trennen kann.
      Dies treibt die Kosten in die Höhe
      Grob gesagt gibt es nur zwei Förderländer – Südafrika und Russland
      Palladium war ursprünglich ein Abfallprodukt bei der Nickelgewinnung. Es verunreinigte die Nickelprodukte und musste aufwändig getrennt werden.
      Russland hat vor vielen Jahren seine Nickelproduktion hochgefahren um es auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Palladium als Abfallprodukt wurde quasi subventioniert und irgendwo auf riesigen Halden gelagert.
      Diese Bestände sind inzwischen abverkauft.
      Mittlerweile fördern die Russen Nickel, um Palladium zu gewinnen und bunkern das Nickel – Verkehrte Welt :-)
      Die Minen in Südafrika sind nicht in der Lage, der Nachfrage zu genügen.
      Brasilien kann zum Teil einspringen, jedoch gibt es dort andere Schwierigkeiten.
      Ein weiterer Punkt ist der Handel mit Derivaten auf Palladium, welche das Material physich hinterlegt sehen wollen. Dies begrenzt ebenfalls die freie Verfügbarkeit und verstärkt die Verknappung.
      Damit steigt der Preis.
      Um sich gegen höhere Preise abzusichern werden von den Commercials Optionen gekauft.
      Schau Dir einmal die Termistrukturkurven der Palladium Futures an – eine Backwardation aus dem Lehrbuch.
      Wer diesen Markt shortet begeht Harakiri !
      By the way – die Katalysator Diebstähle von Dieselfahrzeugen hat hier in der Schweiz bereits schlimme Ausmasse angenommen.
      Gruss vom Segler

    • Avatar

      Shong09

      27. Februar 2020 00:47 at 00:47

      Das hatte ich mir auch schon die letzten Tage gedacht. Allerdings hat Südafrika wahrscheinlich nach wie vor Probleme mit dem Strom, und ist mit Russland für fast die komplette Produktion verantwortlich.
      Norilsk und Südafrika können den Preis machen, wie er ihnen gefällt

  3. Avatar

    Börnie

    26. Februar 2020 23:23 at 23:23

    Die Wachstumskurven sind generell exponentiell und nicht parabolisch. Parabolisch wäre so was wie x zum Quadrat – das steigt zwar auch aber auf längere Sicht nicht so schnell. Wäre eine Wachstumskurve parabolisch ist das auf jeden Fall ein Hinweis, dass mit den Zahlen was nicht stimmt.

  4. Avatar

    deCuba

    27. Februar 2020 17:23 at 17:23

    Hallo @Segler,
    ich spekuliere darauf, dass sich die BW in Palladium wegen China-„Stillstand“ auflösen könnte. Der Preis ist mittlerweile Parabolisch und ist von Corona nicht unbeeindruckt. Autoindustrie zeigt allmählich rezessive Ermüdungserscheinungen und Palladium/Platinum-Ratio ist auch extrem. Wäre doch eine gute Schortmöglichkeit, wenn sich die Forwardcurve(TSK) aufzulösen beginnt.
    Bin nicht investiert.

    • Avatar

      Segler

      27. Februar 2020 22:25 at 22:25

      Hoi Decuba
      Um Himmels Willen – vergessen Sie Palladium !
      Dort läuft die brutalste Backwardation, die ich je erlebt habe.
      Es gibt andere, bessere Märkte
      Problem Nr. 1
      Backwardation ohne Ende
      Nr. 2
      Es gibt bei keinem ordentlichen Broker Optionen – Illiquide !!
      Nr. 3
      Es gibt zuwenig Informationen
      Nr. 4
      Traden Sie nach Wahrscheinlichkeiten – nicht nach Meinungen.

      Ander Mütter haben auch schöne Töchter :-)
      Denken Sie an ZB, oder an NG (NG ist unten noch nicht „fertig“ – sie haben noch Zeit)
      Oder Soja Öl (Ebenfalls „unten noch nicht fertig“)
      besten Gruss

      • Avatar

        Petkov

        28. Februar 2020 10:47 at 10:47

        Also U.S. Treasury Bond Futures und Erdgas, schätze ich.

      • Avatar

        deCuba

        28. Februar 2020 12:34 at 12:34

        Hallo @Segler danke für die kompetente Antwort!
        Ich glaube, Sie haben mich missverstanden.
        Erste Short-Erkundungen in PA -NUR- bei sich auflösender BW.
        Was halten Sie von 6L (Bras.Real), sieht COT-mäßig schon attraktiv aus?
        Schöne Grüße in die Schweiz!

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