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Aktienmärkte: Sell in May and go away – schon wieder?

Wolfgang Müller

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am

Wiederholt sich für die Aktienmärkte die wohl bekannteste Börsenregel: „Sell in May and go away, but remember to come back in September!“

Und sie hatte auch zumeist gestimmt. In einem Betrachtungszeitraum von 1971 bis 2019 lag beim Weltindex MSCI World die Performance in zwei Drittel der Jahre im Winterhalbjahr besser als im Sommerhalbjahr.

Doch was ist eine Regel wert in Zeiten von COVID-19 – bei einem winzigen Virus, dem es gelang, innerhalb von wenigen Wochen die gesamte Weltwirtschaft lahm zu legen? Aber gilt das nicht auch umgekehrt?

Aktienmärkte: Kommt jetzt eine neue Phase?

Ganz nüchtern betrachtet, könnte für die Aktienmärkte jetzt eine Phase der Realität eintreten, nach der extremen Panik im Februar/März und der überschwänglichen Erleichterungsrally bis Ende April. War der abgelaufene Monat April in seiner Entwicklung nicht eine außergewöhnliche Periode – oder sogar eine Periode der Superlative?

Betrachten wir zunächst den DAX. Nach seinem Einbruch um 40 Prozent innerhalb weniger Wochen, kletterte er vom 19. März von seinem Tief von 8255 Punkten bis auf 11.235 Punkte, vergangenen Mittwoch, ein sagenhafter Kursanstieg von 36 Prozent, selbst in einer Bärenmarktrally. Und das in einer Phase ständiger Abstufungen des Wirtschaftswachstums, man rechnet mit der schwersten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg, einem taumelnden Ifo-Index, sogar in seiner Erwartungskomponente für die nächsten Monate und einem Arbeitsmarkt, in dem in einem Drittel der Unternehmen Kurzarbeit angemeldet wurde.

Eine ähnliche Entwicklung gab es auch beim Weltleitindex S&P 500. Ein Minus zum Allzeithoch von nur noch 10 Prozent am vergangenen Mittwoch, wie ist das möglich? Bei einem erwarteten Wirtschaftseinbruch von mindestens sechs Prozent in diesem Jahr? In der großen Finanzkrise war die US-Wirtschaft 2008 5,1 Prozent geschrumpft, die Aktienmärkte mußten ein Minus von 54 Prozent verkraften.

Auf die großen Unterschiede habe ich schon am Donnerstag hingewiesen:

Rettungspakete in historisch einmaligen Dimensionen, die Hoffnung auf baldige Eindämmung des Virus und ein U-förmige Erholung der Wirtschaft bei nicht mehr vorhandenen Anlagezinsen als Konkurrenzanlage für die Kapitalsammelstellen.

Beim 25 Billionen Dollar schweren Index mit seinen fünf Schwergewichten – Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft, die allein für über 20 Prozent des US-Index stehen und ganz nebenbei bemerkt auch für eine extrem hohe Gewichtung im Weltindex MSCI World, schließlich sind die USA mit jüngst 63 Prozent Marktkapitalisierung vertreten. So „hirnverbrannt“ war die Kaufneigung für diese Titel gar nicht, wie die letzten Quartalszahlen verdeutlicht haben. Schließlich ist durch die unvorstellbarem Rettungspakete der Notenbanken und der dramatisch tief gehaltenen Anlagezinsen von Junk bis Triple A ein Anlagenotstand par excellence generiert worden. Wohin zieht man sich zurück in Zeiten eines weltweiten Lockdowns – in Hightech und Big Pharma?

Doch jetzt wo das Gute (über)eingepreist ist, die Berichtssaison ihren Höhepunkt überschritten hat – könnte doch für die Aktenmärkte ein sell on News einsetzen, Gewinnmitnahmen derer, die schon einige Prozent an Gewinnen eingefahren haben.

Bewertungskriterien, wie Kurs-Gewinn-Verhältnisse oder Umsatzeinbrüche sind aus meiner Sicht derzeit völlig irrelevant, denn wenn ich zum Beispiel in einem Lockdown die Luftfahrtbranche um 95 Prozent in die Knie zwinge, komme ich auf völlig abnormale Kennziffern. Was ist, wenn ich in zwei Monaten wieder einen Miniflugbetrieb von 30 Prozent zum Ausgangswert erreiche, habe ich dann eine 500 Prozent-Steigerung? Wir erleben derzeit keine normale Rezession.

Eindämmung von Covid-19 oder zweite Welle?

Das alles entscheidende Thema für die Aktienmärkte ist jedoch das Coronavirus und seine Eindämmung. Wie oft wird von Virologen und Regierungen auf die Gefahr einer zweiten Welle nach den Schritten der ersten Lockerungen in diesen Tagen hingewiesen? Aber: Wie kann es sein, dass ein Riesenland wie China mit 1,4 Milliarden Menschen zwei Monate nach Beendigung des Lockdowns noch ganze 531 (!) aktive Fälle meldet und nicht den Ansatz einer zweiten Welle? Alles gefälscht?

Die Aktienmärkte und die zahlen in China

Dazu gibt es mittlerweile bereits fast überall deutliche Zeichen der Entspannung: Länder wie Taiwan, Hongkong, Südkorea, Neuseeland, Australien, Vietnam, Thailand, Malaysia, Schweiz, Österreich, Dänemark, Norwegen, Finnland, Luxemburg, Irland, Island, aber auch Deutschland, die deutlich rückläufige Infektionsfälle (active cases) melden. Sogar aus den Sorgenstaaten Italien und Spanien kommen deutliche Signale der Entspannung. Die größten Sorgen machen immer noch die USA, die landesweit seit über vier Wochen stets um die 30.000 Neuinfektionen pro Tag melden, fast eine Konstante. Und seit Neuestem Russland, wo die Zahlen immer noch gewaltig am ansteigen sind.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

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4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Mike Lohmann

    4. Mai 2020 10:18 at 10:18

    Der Weltkrieg der Moderne besteht darin, dass die virtuell erschaffene Waffe Geld eingesetzt wird ohne Limit, um alles aufzukaufen was an echten Werten überhaupt noch zu haben ist. Die Völker erarbeiten dann als sog. Gerettete fleissig Dividenden für die neuen Besitzer. Und da es für die Besitzenden gar keine Risiken mehr gibt, besteht diese nur noch im Neid untereinander wer mehr mit gedrucktem Geld aufgekauft hat und deshalb etwas von den echten Werten abgeben müsste.

    Ein Märchen? Wirklich? Ach ja Sie kaufen Anleihen bei denen Sie in 10 Jahren trotz Inflation Nominal weniger erhalten als der Kaufpreis? Wenn das kein märchenhafter Zustand für die Gelddrucker unserer Zeit ist…

  2. Pingback: Equity markets: Sell in May and go away | En24 News

  3. Avatar

    Wolfgang Franz

    4. Mai 2020 18:53 at 18:53

    Irgendwer kann da nicht richtig rechnen oder hat etwas falsch wieder gegeben:
    wenn 42 % der Amerikaner an Adipositas leiden und 40 % der Patienten im Krankenhaus adipös waren – was sorgt da bitte für Aufsehen?

    • Avatar

      Wolfgang M.

      4. Mai 2020 20:47 at 20:47

      @Wolfgang Franz. Hallo.
      Vielleicht habe ich mich etwas missverständlich ausgedrückt. Die Studie besagt: Von 4103 Fällen mussten 1999 ins Krankenhaus eingeliefert werden.
      Fast 40 Prozent der Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, waren adipös. 
      Das Risiko, bei einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus zu kommen, steigt der Studie zufolge bei Menschen, die 65 Jahre alt oder älter sind sowie bei jenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 40 und bei Menschen mit Herzinsuffizienz. Die Patienten waren häufiger adipös (39,8 versus 14,4 Prozent) als Patienten mit Covid-19, die nicht stationär aufgenommen wurden. Die Adipositas gefährdete die Patienten damit ungefähr so stark wie eine Herzinsuffizienz, aber deutlich stärker als Lungen- oder Krebserkrankungen.
      Demnach gehöre Adipositas neben Herz/Kreislauferkrankungen und Diabetes zu den Risikofaktoren für einen schweren Verlauf des Coronavirus.
      Zudem dürften die Fälle bei jungen und schlanken Menschen, die sich infiziert haben und ohne große Symptomatik ausheilen auch erheblich größer sein, als bei Übergewichtigen z.B. mit Bluthochdruck.
      Es geht also darum, dass es bei einer so hohen Zahl an Übergewichtigen in einem Land viel mehr Risikopatienten für Covid-19 gibt, als in einer schlanken Gesellschaft, außer die hätten bereits in jüngeren Jahren so viele Vorerkrankungen.
      Grüße

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Finanznews

Corona – Konsequenzen in Zahlen! Videoausblick

Was bedeutet Corona für die Entwicklung der nächsten Jahre? Von der Ablösung der USA durch China bis zu steigenden Rohstoffpreisen..

Markus Fugmann

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Was bedeutet Corona für die Entwicklung der nächsten Jahre? Weltpolitisch wird China die USA als größte Volkswirtschaft einige Jahre früher überholen als zuvor angenommen, wel das Reich der Mitte die Krise um Corona viel besser gemeistert hat. Heute ist der letzte Regierungs-Tag von Donald Trump – im Fokus aber steht Janet Yellen mit ihren Aussagen vor dem US-Senat mit dem Tenor: „go big“! Wohl in Vorfreude auf dieses „go big“ steigen die US-Futures über Nacht deutlich an, der Dax eröffnet über der Marke von 13900 Punkten. Die Reaktionen auf die Coronakrise haben aber auch jenseits der Aktienmärkte Konsequenzen, die uns noch lange beschäftigen werden..

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Indizes

DAX daily: Dax wieder auf dem Weg zur 14.000er Marke

Stefan Jäger

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am

Dem Dax ist es im gestrigen Handel auch ohne die Unterstützung der US-Börsen gelungen die Marke von 13.800 Punkten zurückzuerobern. In der Nacht konnte er zudem noch die 13.900 überwinden. Ob die Erholung wirklich nachhaltig ist, wird sich im Verlauf des heutigen Handelstages zeigen, wenn die US-Indizes aus dem verlängerten Wochenende zurückkommen. Indessen kam bereits am Sonntag eine positive Nachricht aus den USA. Die künftige US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich für einen starken US-Dollar ausgesprochen und möchte das auch in ihrer Anhörung vor dem Kongress nochmal betonen. Das ist sowohl für die deutsche Exportindustrie, als auch für den Dax eine positive Meldung.

Vom gestrigen Tagestief bei 13.701 konnte der Dax eine kleine Rally starten und damit ein Plus von 60 Punkten (0,44%) über die Ziellinie bringen. Der Schlusskurs lag schließlich bei 13.848 Zählern. Die Partystimmung der Vorwochen scheint aber zunächst eine Pause einzulegen. In den nächsten Tagen geht es auf der Unterseite um den Bereich bei 13.600 und auf der Oberseite um die 14000. Erst ein Ausbruch auf der einen oder anderen Seite dürfte wieder für Schwung sorgen.

News und fundamentale Daten

Unterstützung erhielt der Dax gestern auch von den überwiegend guten Wirtschaftsdaten aus China. Heute werden die hiesigen Anleger ihr Augenmerk auf die um 11:00 Uhr erscheinenden ZEW-Konjunkturerwartungen richten. Der ZEW-Index gilt als einer der bedeutsamsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Prognose ist mit einem Wert von 60 recht optimistisch, einen Monat zuvor lag der Wert noch bei 55. Zeitgleich erscheint auch noch der ZEW-Index der Euro-Zone. Außerdem findet heute der Corona-Gipfel von Bund und Ländern statt. Ein paar Details sind bereits durchgesickert. Zum einen soll es eine Homeoffice-Regelung geben, zudem könnte der verschärfte Lockdown bis Mitte Februar verlängert werden. Sollten keine großen Überraschungen dazu kommen, dann dürfte die Reaktion des Dax eher gering ausfallen.

Bereits einen Tag vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten schauen die Anleger auf die Rede der designierten US-Finanzministerin und ehemaligen US-Notenbankchefin Janet Yellen, in ihrer Antrittsrede könnte sie Hinweise zur Währungspolitik und zum Konjunkturpaket der USA geben. Darüber hinaus nimmt die Bilanzsaison weiter an Fahrt auf. Heute legen unter anderem die Bankhäuser Goldman Sachs und Bank of America ihre Zahlen vor. Aber auch der Computerzubehör-Hersteller Logitech und der Streaming-Riese Netflix werden ihre Bücher öffnen. Gerade bei Netflix, die zu den Stay-at-home-Aktien gehört, wird es interessant zu sehen, ob die vorherigen Wachstumsraten beibehalten werden können.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der Dax setzt seine gestern begonnene Erholung auch in der Nacht fort und dürfte kräftiger eröffnen. Bei 13.958 (61er Retracement) hat er sein erstes Etappenziel erreicht. Hier könnte er zunächst eine Pause einlegen, bevor es weiter aufwärts geht. Eine erste Unterstützungszone befindet sich zwischen 13.890/870. Findet der Dax dort keinen Halt, dann könnte noch das Gap bei 13.848 geschlossen werden. An dieser Stelle sollte der Dax wieder drehen, ansonsten dürfte sich die Abwärtsbewegung bis 13.804 fortsetzen. Kurse oberhalb von 13.804 sind positiv zu werten und sprechen für eine Fortsetzung der Erholung in Richtung der 14.000 und höher. Erst ein Tagesschlusskurs unter der Marke würde das Bild zugunsten der Bären drehen.

Aus der Bodenbildung bei 13.672 ergeben sich weitere Extensionsziele auf der Oberseite. Ein Überschreiten der 13.958 könnte den Dax zuerst zur 14.000er Marke führen. Darüber befinden sich die nächsten Ziele bei 14.029 (161,8 Ext.) und dem offen Insel-Gap bei 14.049.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 19.01. - H1-Chart - Zurück zur 14.000

Dax Unterstützungen (US):

13.868 – mehrfache US

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.711 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.672 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

13.988 – offenes Gap 14.01.

14.000 – psychologische Marke

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Das wird wichtig werden! Marktgeflüster (Video)

Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird..

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte heute ohne die Wall Street (Martin Luther King Day) erwartungsgemäß übeschaubar spannend – der Dax mit einem Freudensprung unmittelbar mit Kassa-Eröffnung, dann aber in der abeshbar schmalen Handelsspanne für den Rest des Tages. Da heute wenig passiert ist, lohnt ein Blick darauf, was für die Aktienmärkte – und hier speziell für die Wall Street – wichtig werden wird. Bei allem Jubel über neuen Stimulus durch die Biden-Administration wwird bisher übersehen, dass der neue US-Präsident zwei sehr linke Regulatoren in entscheidende Positionen gebracht hat. Diese werden es der Wall Street nicht so leicht machen wie die „Buddies“ von Donald Trump – der Gegenwind wird dadurch größer..

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