Aktienmärkte steigen, während sinkende Ölpreise die Risikobereitschaft an den Börsen spürbar erhöhen. Auslöser ist die wachsende Hoffnung auf neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump signalisiert Gesprächsbereitschaft, was die Einschätzung der Investoren neu justiert. Daraus ergibt sich die Aussicht auf eine Entspannung, die sowohl die Energiepreise als auch das globale Wachstum beeinflussen könnte.
Aktienmärkte legen zu – Iran-Hoffnungen
Die globalen Aktienmärkten legten zu, während die Ölpreise nachgaben, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft signalisiert hatte, die Gespräche mit dem Iran wieder aufzunehmen. Laut einem Bloomberg-Bericht schürte dies Erwartungen auf ein mögliches Abkommen, das die Spannungen im Nahen Osten entschärfen könnte.
Der MSCI All Country World Index stieg um 0,4 % und steuert damit auf den achten Gewinntag in Folge zu – die längste Serie seit September. Asiatische Aktienmärkte folgten der positiven Entwicklung an der Wall Street, wobei der regionale Leitindex um 1,7 % zulegte. Anleger setzen darauf, dass sinkende Spannungen die Ölpreise drücken und damit das Wirtschaftswachstum unterstützen. Vor allem Technologiewerte führten die Gewinne an.
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Brent-Rohöl fiel um 1,4 % auf 97,94 Dollar je Barrel, nachdem Signale darauf hindeuteten, dass Washington und Teheran die Gespräche wieder aufnehmen könnten – trotz der begonnenen US-Blockade der Straße von Hormus. Der US-Dollar gab gegenüber den meisten G10-Währungen nach, während US-Staatsanleihen leicht zulegten. Hintergrund ist die Erwartung, dass niedrigere Ölpreise den Inflationsdruck mindern könnten.
Die Aktienmärkte steigen, da Investoren sich auf Hinweise konzentrieren, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran fortgesetzt werden und doch noch Fortschritte erzielen könnten. Die Blockode der Meeresenge durch die USA wird zudem als gezielter Schritt gesehen, um Irans Öleinnahmen zu begrenzen und gleichzeitig die Sicherung von Schifffahrtsrouten vorzubereiten. Daraus ergibt sich die Erwartung, dass sich die Energieflüsse langfristig wieder stabilisieren könnten.
USA und Iran vor neuer Gesprächsrunde
„Die Aktienmärkte reagieren auf den Weg zum Frieden, nicht auf den Konflikt selbst“, sagte Ritesh Ganeriwal, Investmentchef bei Syfe in Singapur. „Sobald eine glaubwürdige Deeskalation erkennbar war, haben die Börsen die Risiken ausgeblendet.“
Trump hatte die Blockade angeordnet, nachdem Verhandlungen in Islamabad am Wochenende ohne Ergebnis geblieben waren. Dennoch sprechen die USA und der Iran laut informierten Kreisen bereits über eine neue Gesprächsrunde. Ziel ist es, noch vor Ablauf der am 7. April angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe weitere Verhandlungen zu führen.
„Risikoanlagen wollen von hier aus weiter steigen“, sagte Damien Loh, Chief Investment Officer bei Ericsenz Capital. „Solange die Gespräche nicht komplett scheitern, ist das wahrscheinlichste Szenario eine Fortsetzung der Rally.“
Technologiesektor im Fokus
US-Staatsanleihen legten zu, wobei die Rendite der zehnjährigen Titel um einen Basispunkt auf 4,28 % fiel. Fallende Ölpreise wirken zudem inflationsdämpfend. Der Goldpreis erholte sich nach zwei Verlusttagen und notierte bei rund 4.775 Dollar je Unze. Bitcoin stieg auf etwa 74.400 Dollar, während Kupfer den höchsten Stand seit über einem Monat erreichte.
Im Mittelpunkt stand jedoch der Technologiesektor. Der MSCI Asia Pacific Tech Index sprang um 3,8 %, während einzelne Werte wie Kioxia Holdings in Tokio um 15 % zulegten. Der taiwanesische Taiex-Index erreichte ein Rekordhoch, da Investoren wieder verstärkt auf das KI-Thema setzen, das als weniger anfällig für den Iran-Konflikt gilt. Auch der südkoreanische Kospi-Index, stark geprägt von KI-Investments, stieg um 3,3 %, nachdem sich die Stimmung verbesserte und der S&P 500 seine Verluste im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt vollständig wettmachte.

„Mit zunehmender Sichtbarkeit eines Normalisierungspfads richtet sich der Fokus zunehmend weg von kurzfristig steigenden Ölpreisen hin zu den längerfristigen Perspektiven“, sagte Ikuo Mitsui, Fondsmanager bei Aizawa Securities. „Entscheidend ist nun, welche Sektoren oder Aktien am Ende des Konflikts die größte Visibilität bieten.“
Unternehmenszahlen und Marktausblick
Zusätzlich richtet sich die Aufmerksamkeit an den Aktienmärkten auf die Berichtssaison für das erste Quartal, die am Montag mit gemischten Ergebnissen begonnen hat. Die Aktie von Goldman Sachs fiel nach der Veröffentlichung der Zahlen um 1,9 %. JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup werden am Dienstag berichten, während der Nahostkonflikt weiterhin auf den Ausblick drückt. Neben den Zahlen großer US-Banken richten sich die Blicke vor allem auf ASML und TSMC, deren Quartalsberichte am Mittwoch und Donnerstag als wichtiger Gradmesser für den anhaltenden KI-Boom gelten..
Parallel dazu warnte HSBC-CEO Georges Elhedery, dass der Konflikt im Nahen Osten sowie die generellen Unsicherheiten beginnen, das Vertrauen der Kunden zu belasten. Investoren müssten sich zunehmend in einem volatilen globalen Umfeld orientieren.
„Wir sind besorgt über die Entwicklungen im Nahen Osten – nicht nur über das aktuelle Geschehen, sondern auch darüber, wie lange es andauern wird“, sagte Elhedery in einem Interview.
FMW/Bloomberg
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Die Ausgangslage bei neuen Verhandlungen wäre aber ein berechtigtes Misstrauen seitens des Iran gegenüber den USA.