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Indizes

Aktienmärkte steigen immer – außer wenn sie fallen!

Markus Fugmann

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Aktienmärkte steigen immer – so lautet das Mantra vor allem derjenigen, die noch nicht lange an den Märkten aktiv sind (etwa die „Robinhooder„). Auch und gerade an Montagen waren die Aktienmärkte in diesem Jahr besonders gerne gestiegen (der Nasdaq etwa verbuchte knapp zwei Drittel seiner Gewinne an diesem Wochentag).

Aber was ist denn heute los? Es ist vielleicht wie mit dem Satz von Mario Basler, der einst sagte: „Ich mache immer das, was der Trainer sagt, und manchmal mache ich was anderes“. Heute machen die Aktienmärkte „was anderes“.

Auslöser sind die Ereignisse um Großbritannien, die faktisch eine neue Dimension der Coronakrise eröffnen: viele Länder haben den Verkehr mit UK komplett eingestellt – nicht dabei sind bislang übrigens die USA.

Aber das Hauptproblem ist: die Investoren sind all-in auf der Long-Seite, niemand hat mit einem solchen Erignis wirklich gerechnet (auch wenn die von der Bank of America befragten großen Fondsmanager die Mutation des Coronavirus als größtes Risiko für die Aktienmärkte eingestuft hatten). Lance Roberts hat das so fomuliert:

„Everyone is „all in the pool.“ From professional investors at more than 100% exposure (leveraged) to retail investors, to analysts rushing to upgrade price targets for 2021.“

Die Aktienmärkte waren lange eine Einbahn-Straße – aber wenn Gegenverkehr aufkommt, entsteht Panik: alle müssen zur selben Zeit durch dieselbe enge Tür. Und dann wird es ungemütlich. Und so sieht aktuell die leicht ungemütliche Situation beim Dax aus:

Die Aktienmärkte in Aufruhr: hier der Dax

Und der Dow Jones auf Future-Basis:

Der Dow Jones-Future als Indikator für die amerikanischen Aktienmärkte

Und schließlich Euro-Dollar:

Rsikoaversion der Aktienmärkte, sichtbar am Euro-Dollar

Damit scheint der Dollar-Index nach oben auszubrechen – nicht gut für die Aktienmärkte:

Unverhofft kommt oft! Der Glaube, dass die Aktienmärkte nur steigen können, ist Ausdruck einer Blase. Das sicherste Anzeichen wiederum für diese Blase ist der Glaube, dass Bewertungen keine Rolle mehr spielen. Sie tun es aber doch – diesmal ist eben nichts anders!

Aktienmärkte steigen immer - fast immer..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    MIke Lohmann

    21. Dezember 2020 12:20 at 12:20

    Gibt es überhaupt noch Banker, Politiker, EZB-Direktoren, Investoren, Analysten, Aktionäre und und und… die je einen fallenden Markt selbst erlebt haben oder sich überhaupt vorstellen könnten, dass die EZB auf jeden Fall alles wieder mit luftgepolsterten Werten aufkaufen wird?
    Nur für diejenigen die noch immer auf eine Hyperinflation warten… nicht gesehen, dass die bereits schon länger läuft? Nein wirklich nicht? Das ist ja das Perfide, man merkt doch immer wieder alles viel zu spät, ausser Buffet vielleicht der schon länger gezielt in hohe Cashbestände ging.

  2. Avatar

    Faktist

    21. Dezember 2020 12:56 at 12:56

    Bin mir sicher, die Märkte sind um 15:30 wieder grün!!! Es gibt nix mehr anderes!!! Jeder Dip wird um das 3 fache gekauft.!!!!

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Aktien

Aktien: Bubble-Boomer demaskieren Wall Street-Casino! Marktgeflüster (Video)

Mit Aktien wie Gamestop bringen die Bubble-Boomer Hedgefunds in Schieflage – und demaskieren damit gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street!

Markus Fugmann

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Aktien wie Gamestop oder AMC schießen auch heute wieder durch die Decke – die Bubble-Boomer bringen damit jene Hedgefunds weiter in Schwierigkeiten, die eben diese Aktien short spielen. Diese Bubble-Bommer (Generation Z) ist mit der Spiele-Mechanik bestens vertraut und hat damit nicht nur eine Schwachstelle der Finanzmärkte offengelegt, sondern gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street demaskiert. Man darf gespannt sein, ob die Fed heute dazu etwas sagen wird – letztlich sind es die Notenbanken, die dieses Casino ermöglicht haben und den beteiligten Spielern das Gefühl suggerierten, dass man im Casino nicht verlieren könne, weil jedesmal wenn es eng wird, die Retter in Gestalt der Notenbanken nahen..

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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Indizes

Rüdiger Born: Märkte fallen – Tradingchance Long?

Rüdiger Born

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Die Indizes fallen gerade. Ist das die Chance für Trader auf steigende Kurse zu setzen? Das schaue ich mir anhand des Nasdaq-Chart etwas genauer an.

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