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Aktienmärkte: Steigende Zinsen sind eine Gefahr

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Die Aktienmärkte auf neuen Allzeithochs, die Euphorie ist immens (der Fear & Greed Index steht bei 91!). Was soll da schief gehen?

Sehr viel kann da schief gehen, sagt Chris Zwermann. Denn die Zinsen steigen derzeit an (die Kurse von Staatsanleihen fallen, spiegelbildlich steigen die Renditen, sprich Zinsen, stark an): die 10-jährige US-Staatsanleihe stieg gestern deutlich über die Marke von 1,90%, vor allem die Renditen länger laufender US-Staatsanleihen stiegen gestern so stark wie seit drei Jahren nicht mehr:

Das gilt auch für die Entwicklung in Europa: so steigen die Renditen auch bei der deutschen 10-jährigen Staatsanleihe (gehandelt im Bund-Future, der Benchmark für den europäischen Anleihemarkt).  Es ist vor allem die rasante Geschwindigkeit der Bewegungen an den Anleihemärkten, die zu denken geben sollte: hier sind offenkundig Schieflagen, die sich nun explosiv entladen könnten – in den letzten Monaten sind immens viele Gelder in die Anleihemärkte geflossen, die Positionierung ist extrem einseitig in Richtung fallender Renditen.

Blickt man auf die Entwicklungen in der Vergangenheit, wie es Chris Zwermann tut, dann sieht man: steigende Zinsen sind schlecht für die Aktienmärkte. Und, so Zwermann, die Zinsen dürften weiter steigen, da keine Zinssenkungen mehr zu erwarten seien – weder durch die EZB unter Chrstine Lagarde, noch durch die Fed (die ja bereits klar gamcht hat in der PK von Jerome Powell, dass die Zinsen erst einmal unverändert gelassen werden).

Und: die Aktienmärkte häätten alle positiven Annahmen bereits eingepreist: der Handelskrieg werde sich bald entspannen, die Konjunktur wieder deutlich anziehen etc. etc. Aber was, wenn es nicht so kommt? Dazu die Aussagen von Zwerman in folgendem Video, das den Zusammenhang zwischen Aktienmärkten und Zinsen mustergültig und grafisch gut aufbereitet auf den Punkt bringt.

Zwermann geht davon aus, dass die Aktienmärkte gerade dabei sind, einen Topbildungs-Prozess zu vollenden, mit dann folgenden fallenden Kursen. Die aktuelle Situation erinnert ihn an das Jahr 2007, als ebenfalls alle Welt bullisch war und zunächst den Anstieg der Zinsen ignorierte. Um so heftiger war dann das, was folgte:

 

 

Die Aktienmärkte sind durch den Anstieg der Zinsen gefährdet

Foto: Deutsche Börse AG

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Marko

    8. November 2019 13:38 at 13:38

    Alles schön und toll, Markus.

    du nennst den Fear & Greed Index.

    Nur : wie sieht`s denn mit den Anleihemärkten aus, die natürlich “total gerecht bewertet sind”,

    und “überhaupt nicht manipuliert sind”… ? Welche QE-Programme ?

    Der Bufu bei 169 Punkten, weil die Notenbanken “nicht den Markt” manipulieren, was wäre wenn die Notenbanken Aktien kaufen würden bis-zum-geht-mehr .. ?

    Logik ? – Die Bären schweigen… – Wundert mich nicht…

  2. Avatar

    Columbo

    8. November 2019 14:22 at 14:22

    Daß die Bären bei @Marko-Kommentaren schweigen, wundert auch mich nicht.

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    Marko

    8. November 2019 14:23 at 14:23

    Hier mal ein Kommentar :

    https://www.onvista.de/news/die-crux-mit-der-boersentendenz-294016301

    “Der Handelsstreit zwischen den USA und China, Konjunktursorgen, Brexit – die Liste der Probleme, die Anlegern die Laune verdorben haben, ist lang. Doch es scheint fast so, als ob die meisten Marktteilnehmer diese Themen abgehakt hätten. Die Kurse diesseits und jenseits des Atlantiks steigen wieder, und zwar kräftig – neue Höchststände inklusive. Natürlich gibt es dafür Gründe: Die US-Notenbank hat die nächste Zinswende eingeleitet und stützt die Konjunktur, die sich auch bereits wieder etwas aufhellt. Auch die EZB bleibt der Politik des billigen Geldes treu. Der Brexit ist mal wieder verschoben und Investoren hoffen auf klare Machtverhältnisse nach den Neuwahlen.”

    Der Brexit ist platt wie ein Flunder, die FED musste “die nächste Zinswende einleiten”, weil die EZB “NULL KOMMA NULL” getan hat, seit den FED-Zinserhöhungen.
    Und das sollte man doch sehen können ?

    Da hat die FED ihr Gesicht verloren…

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Devisen

Dax, Euro und Goldpreis nach EZB-Entscheidung und US-Daten

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Wie haben Dax, Euro und Goldpreis auf die aktuelle Entscheidung der EZB reagiert, und danach auf die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe? Schauen wir uns das mal an. Um 13:45 Uhr verkündete die EZB (hier die Details und hier die PK-Erläuterungen), dass das Notkaufprogramm für Anleihen in der Coronakrise namens “PEPP” in Höhe von bislang 750 Milliarden Euro um 600 Milliarden Euro aufgestockt wird. Das war der wichtigste Punkt der Verkündung. Um 14:30 Uhr wurden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA veröffentlicht. Mit 1,88 Millionen lag die Zahl im Rahmen der Erwartungen (1,8).

Dax

Unterm Strich hätte der Dax kräftig weiter steigen müssen, wenn die EZB zusätzlich 600 Milliarden Euro ins System pumpt? Direkt vor der EZB-Verkündung notierte der deutsche Leitindex bei 12.415 Punkten, stieg dann ab 13:45 Uhr schnell an auf bis zu 12.558 Punkten in der Spitze, um dann auf 12.323 Punkte zu fallen. Unterm Strich notiert der Dax jetzt mit 12.451 Punkten nur minimal höher als vorher. Es könnte sein, dass die Euphorie der letzten Tage fortgesetzt wird, dass aber nach der doppelten Datenflut die ALGOS (Computerprogramme), die den Handel beherrschen, etwas verrückt gespielt haben die letzten drei Stunden?

Euro

Der Euro hätte bei noch mehr Gelddrucken in Euroland eigentlich fallen müssen? War offenkundig eine größere Stimulus-Summe am Markt erwartet worden? Denn ab 13:45 Uhr stieg der Euro gegen den US-Dollar von 1,1203 schnell auf 1,1271. Mit aktuell 1,1317 kann der Euro dieses erhöhte Niveau sogar noch ausbauen. Im größeren Bild (Kursverlauf im Chart seit dem 5. Mai) kann man sagen, dass der Euro trotz EZB-Geldschwemme seinen Aufwärtstrend fortsetzen kann. Der Dollar ist derzeit echt schwach unterwegs, auch gegen andere Währungen.

Euro vs US-Dollar seit dem 5. Mai

Goldpreis

Der Goldpreis notierte kurz vor 13:45 Uhr bei 1.709 Dollar. Aber erst dank der US-Daten konnte er bis auf 1.718 Dollar steigen, was aber keine nachhaltige Stärke war. Aktuell notiert Gold wieder bei 1.705 Dollar. Die neue Geldschwemme der EZB stärkt also (zumindest ganz aktuell) nicht das Vertrauen der Anleger in den Fluchthafen Nummer 1. Aber wir bleiben dabei, auch wenn wir keine Glaskugel haben. Man sollte Gold nicht aufgeben, und schnelle Anstiege im Goldpreis bleiben möglich, die dann wieder nachhaltiger sind als vorhin.

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Haussieren Dax, Dow und S&P 500 weiter? Oder sehen wir in einzelnen Märkten Abwärtspotenzial? Schauen wir gemeinsam im folgenden Video auf die Charts! Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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