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Aktienmärkte – Stimmung hier und in USA

Nach dem jüngsten Kursanstieg der Aktienmärkte – der auch auf eine falschen Positionierung der Anleger zurückzuführen war – fragt man sich, wie es mit der aktuellen Stimmung der Investoren aussieht. Gibt es vielleicht schon wieder so etwas wie Euphorie, angefacht durch die Zinserwartungen? Aktuelle Umfragen geben darüber etwas Auskunft.

Das Sentiment für die deutschen Aktienmärkte

Erhebungen über die Anlegerstimmung werden von Cognitrend im Auftrag der Deutschen Börse, durch die Experten von Sentix sowie von animusX (Handelsblatt) regelmäßig durchgeführt.

Nach einem Anstieg des Dax in der vergangenen Woche um 2,1 Prozent, infolge einiger geopolitischer Deeskalationen, hat sich das Vertrauen der Anleger in den deutschen Leitindex laut der wöchentlichen Umfrage des Handelsblatts deutlich verbessert. Sie wurde fast schon euphorisch, auch wenn sich das noch nicht im Kaufverhalten niedergeschlagen hat.

Denn den Kursanstieg im Dax haben nicht deutsche Käufer verursacht, sondern hauptsächlich ausländische Investoren. Diese besitzen nach letzten Auswertungen etwa 55 Prozent am Dax, mit einer großen Dominanz angelsächsischer Investoren. Auf ähnliche Ergebnisse kommt auch die Sentimentanalyse von Joachim Goldberg.

Da die deutschen Anleger den Anstieg des Dax nach diesen Auswertungen verpasst haben, könnte man davon ausgehen, dass man der verpassten Rally nachtrauert und bei kleinen Rückschlägen einsteigen wird – aus der Sicht der „Behavoral Finance“ (Verhaltensökonomie) ein kleiner Stabilitätsanker für den Index. Diese These wird noch gestützt durch die Positionierung der Privatanleger an der Euwax in Stuttgart. Der Wert von minus fünf zeigt, dass sich diese während der jüngsten Kursrally mit Short-Produkten eingedeckt haben. Obwohl man für die Zukunft optimistischer geworden ist, misstraut man der aktuellen Kursrally.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart ist deutlich eingebrochen. Ein Wert von minus fünf zeigt, dass die Privatanleger während der Rally viele Short-Produkte gekauft haben. Institutionelle Anleger an der Frankfurter Eurex sind hingegen zuversichtlicher: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 1,2 gesunken und liegt damit niedriger als im Durchschnitt des letzten Jahres (1,5).

Alles in allem spricht das aus Sicht der Sentimenttechnik kurzfristig noch für weiter steigende Aktienmärkte.

 

Und in den USA?

In den USA war man zu Beginn der Woche noch sehr vorsichtig, wie das Put/Call-Ratio der Chicagoer Terminbörse CBOE zeigte. Aber auch die US-Fonds wurden noch vorsichtiger, die Investitionsquote beträgt lediglich 56 Prozent, was nochmals um vier Prozentpunkte tiefer liegt, als in der Vorwoche. Zum Vergleich: In optimistischen Zeiten ist ein Niveau von deutlich über 80 Prozent normal.

Aber auch die US-Privatanleger verhalten sich vorsichtig. Der Bull/Bear-Index lag bei minus 11 Prozent im Bärenterritorium, damit so ähnlich wie auf deutscher Seite. Auch der auf technischen Marktdaten basierende „Fear & Greed-Index“ der US-Aktienmärkte ist erst von 36 auf 55 Prozent gestiegen – von leichter Angst ins neutrale Territorium.

Kurzfristige Indikatoren signalisieren eine baldige Verschnaufpause der Aktienmärkte.

 

Fazit – driften die Aktienmärkte Deutschlands und der USA auseinander?

Insgesamt könnte man die Ergebnisse der Sentimentbefragung zu Wochenbeginn so auswerten: Die Ampeln in Deutschland stehen auf grün, in den USA eher auf gelb. Doch wenngleich man vonseiten der Sentiment- Indikatoren technische Entspannungssignale vernehmen kann, sollte man doch die Notenbanksitzung der EZB nicht außer Acht lassen. Deren Entscheidung kann ungeahnte Kapitalflüsse auslösen. Allerdings würde eine marktfreundliche Entscheidung die beschriebenen Faktoren im Verhalten der Anleger wirksam werden lassen und einen weiteren Anstieg befeuern.

Mit dem Anstieg der Aktienmärkte hat sich auch die Stimmung der Investoren aufgehellt

Foto: Deutsche Börse AG



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