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Schwacher Dezember-Auftakt Aktienmärkte taumeln: Bitcoin-Sturz und Geldpolitik verunsichern

Aktienmärkte taumeln: Bitcoin-Sturz und Geldpolitik verunsichern
Grafik: ChatGPT

Ein turbulenter Start in den Dezember: Die Aktienmärkte geraten nach der Erholung in der Vorwoche weltweit ins Wanken, während Krypto-Anleger mit einem erneuten Rückschlag bei Bitcoin kämpfen. Zwischen den falkenhaften Signalen der BOJ und dem zunehmenden Fokus auf die nächsten Entscheidungen der Fed wächst die Unsicherheit – und zugleich die Spannung: Wohin steuern Märkte und Risikoappetit in den kommenden Tagen?

Aktienmärkte: Schwacher Dezember-Auftakt

Die globalen Anleihe- und Aktienmärkte gerieten zum Monatsauftakt unter Druck, nachdem ein erneuter Ausverkauf bei Kryptowährungen und falkenhafte Kommentare der Bank of Japan die Stimmung belasteten.

Die S&P-500-Futures fielen um 0,5 %, während die Nasdaq-100-Terminkontrakte um 0,6 % nachgaben. Auch die europäischen Aktienkurse rutschten ab – insbesondere Immobilienwerte verzeichneten deutliche Verluste. Der heimische DAX rutschte zeitweise unter die Marke von 23.700 Punkten und notierte damit knapp 0,7 % im Minus. Bitcoin stürzte um 4,8 % ab und fiel kurzzeitig unter die Marke von 86.000 Dollar, wobei die meisten großen Kryptowährungen diesem Trend folgten.

Der regionale Aktienindex für Asien gab um 0,3 % nach. Die japanischen Aktienmärkte führten die Rückgänge an, während der Yen zulegte, nachdem Gouverneur Kazuo Ueda so deutlich wie bisher angedeutet hatte, dass die BOJ kurz vor einer Zinserhöhung stehen könnte. Die zweijährige Anleiherendite hielt sich nach seinen Aussagen auf dem höchsten Niveau seit 2008.

Die Woche dürfte ein wichtiges Stimmungsbild der US-Wirtschaft liefern, da die Notenbanker der Fed den weiteren Zinskurs in Richtung 2026 abwägen. Händler stellen sich zudem auf einen bevorstehenden Führungswechsel bei der Federal Reserve ein, nachdem Präsident Donald Trump am Sonntag sagte, er habe seine Wahl für den nächsten Vorsitzenden getroffen.

„Der Rückgang bei Bitcoin belastet die Stimmung – ebenso wie die Kommentare der BOJ“, sagte Andrea Tueni, Leiter des Sales Trading bei Saxo Banque France. „Die Aktienmärkte zögern noch etwas vor den anstehenden Makrodaten, und vor der typischerweise erwarteten Weihnachtsrallye.“

Aktienmärkte: Schwacher Dezember-Auftakt - Bitcoin und Fed belasten
Globale Aktienmärkte beendeten im November ihre 7-monatige Gewinnserie

Zinsängste und Krypto-Druck

Der MSCI All Country World Index fiel im November um 0,1 %, nachdem er zuvor sieben Monate in Folge gestiegen war. Die Rallye wurde durch nachlassenden Optimismus gegenüber den KI-Highflyern unterbrochen – ausgelöst durch wachsende Sorgen über überzogene Bewertungen und ambitionierte Ausgabenpläne.

In den vergangenen zehn Jahren legte der globale Aktienindex im Durchschnitt um 0,5 % im Dezember zu, wie von Bloomberg zusammengestellte historische Daten zeigen. Auch die Aktienmärkte in Europa und USA legen in der Regel im saisonal starken Börsenmonat Dezember zu.

Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb am Montag nach vier Verlusttagen stabil. Unterdessen sprang der WTI-Ölpreis nach oben, nachdem OPEC+ bestätigte, dass das Kartell an der geplanten Pause von Produktionsausweitungen im ersten Quartal festhalten werde. Silber und Kupfer erreichten neue Höchststände, nachdem sie bereits am Freitag neue Rekordstände erreicht hatten.

Die BOJ werde „Vor- und Nachteile einer Erhöhung des Leitzinses prüfen und angemessene Entscheidungen treffen“, indem sie Wirtschaft, Inflation und Finanzmärkte im In- und Ausland bewertet, sagte Ueda am Montag vor Wirtschaftsvertretern in Nagoya. Händler sehen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 %, dass die Zentralbank bei ihrer nächsten Sitzung am 19. Dezember eine Zinserhöhung beschließt.

Blick auf Fed-Daten und Personalien

In den USA beginnt die Woche mit neuen Daten über die Konsumausgaben. Die Fed-Vertreter werden zudem eine veraltete Version ihres bevorzugten Inflationsmaßes prüfen – im Vorfeld der Sitzung am 9. und 10. Dezember, bei der sich die Debatte voraussichtlich um die Lage am Arbeitsmarkt und das Argument für eine dritte Zinssenkung in Folge drehen wird.

Die Märkte wetten weiter darauf, dass die Zentralbank den Leitzins in diesem Monat erneut senkt, was die Aktienmärkte stützen dürfte.

Unterdessen deutete Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, an, dass die Märkte bereit seien für die Bekanntgabe eines neuen Fed-Vorsitzenden. Personen mit Kenntnis der Vorgänge hatten vergangene Woche berichtet, Hassett gelte als wahrscheinlichster Kandidat für die Nachfolge Powells. In der CBS-Sendung „Face the Nation“ wich er am Sonntag jedoch der Frage aus, ob er sich selbst als Favoriten sehe.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Montag um drei Basispunkte, während die Zweijahresrendite auf 3,50 % anzog.

Während die Fed in ihre „Blackout-Phase“ vor der Sitzung eintritt, sind weiterhin Auftritte von Powell und Gouverneurin Michelle Bowman geplant – allerdings ohne Kommentare zum wirtschaftlichen Ausblick oder zur Geldpolitik.

Weitere Wirtschaftsdaten in dieser Woche umfassen die ADP-Beschäftigungszahlen für November sowie ISM-Umfragen unter Herstellern und Dienstleistern. Zudem wird die Fed die Industrieproduktionsdaten für September veröffentlichen.

„Investoren an den Aktienmärkten zögern derzeit, zusätzliche Risiken einzugehen, bevor die anstehenden US-Daten und Makroereignisse vorliegen“, sagte Jung In Yun, CEO von Fibonacci Asset Management Global. Es wirke wie ein klassischer „Abwarten-und-Beobachten“-Ansatz.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die Pendelei des DAX um die 24 000 wird also weitergehen….

    Wir stehen halt nicht mehr bei den 5000 vom September 99…

    Ich höre immer Jahresendralley, Jahresendralley…! Ja…aber da müssen die Voraussetzungen auch gegeben sein !
    Es ist ja nicht so als wären die knapp 17 Jahre an der Börse nicht passiert…als wären die Indizes nicht schon gut gelaufen!
    Ich denke der Dämpfer war heute die „Bank of Japan“ im asiatischen Handel…
    Das brachte die Märkte unter Druck, damit hatten die „Bullen“ nicht gerechnet….
    Die Amerikaner sehen die Dinge meistens gelassener….
    Aber das die Märkte schon super gelaufen sind ist das Hauptproblem. Wir stehen in der Bewertung am oberen Ende…viel Luft nach oben ist halt nicht mehr, nicht bei den Kurszuwächsen seit dem März des Jahres 2009 !

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