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Aktienmärkte und Konsum – die Abhängigkeit der USA

Aktienmärkte und Konsum sind für die USA zentral

Die immer weiter steigenden Aktienmärkte haben die Amerikaner immer reicher gemacht – würden die Kurse nachhaltig fallen, träte der gegenteilige Effekt ein. Das ist wohl der Grund, warum die Fed sich so mit dem Tapering ziert. Neben dem parabolischen Anstieg der Aktienmärkte aber hat der Konsum in den USA eine überrragende Bedeutung – und heute kommen die neuen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen.

Aktienmärkte und Konsum – das Lebenselixier der USA

Spannung vor der heutigen Bekanntgabe der Einzelhandelsumsätze in den USA: Denn nach den großen Einbrüchen des US-Verbrauchervertrauens im Vormonat (Uni Michigan, Conference Board) stellt sich die Frage, ob der so essenzielle Konsum für die US-Wirtschaft den Stimmungsdaten folgen wird? Mit minus 0,8 Prozent zum Vormonat wird gerechnet bei den Retail Sales, dabei waren es gerade die Konsumenten, die den großen Einbruch der US-Ökonomie verhindert hatten, wie folgende Übersichten aufzeigen.

Die vier großen Indikatoren für die US-Wirtschaft

Ob im großen Blick seit der Finanzkrise 2009:

Aktienmärkte und Konsum seit Finanzkrise

oder aus Sicht der Phase nach dem Beginn der Corona-Krise:

Aktienmärkte und Konsum seit Coronakrise

Die Einzelhandelsumsätze (Retail Sales) haben es „herausgerissen“, nach den vielen Stimuli. Ohne diese Erholung beim Konsum wären auch die Aktienmärkte kaum in den aktuellen Höhen. Besonders zu Beginn des Jahres 2021 hat der Nachholbedarf (pent-up demand) in Verbindung mit den Sparanlagen der Verbraucher zu einem kleinen Konsumrausch geführt und so auch die Aktienmärkte beflügelt. Aber dieser ebbt seit einigen Monaten ab.

Am zweitbesten hat sich die Industrieproduktion erholt, die aber gerade von der Lieferkettenproblematik in die Zange genommen wird.

Gefolgt von der Entwicklung am Arbeitsmarkt, in dem aber der Stellenaufbau nicht mit der Nachfrage Schritt halten kann. Aber auch dafür haben seltsamerweise die staatlichen Stützungsmaßnahmen mitgesorgt. Merkwürdig auch die Entwicklung der Realeinkommen, wo man eigentlich von einem Anstieg ausgehen könnte. Aber anscheinend hat die Entwicklung der Löhne in Verbindung mit der Inflation einen großen negativen Einfluss.

Fazit

Amerikas Wirtschaft wird immer abhängiger und verwundbarer von zwei Größen: Zum einen von der Entwicklung der Aktienmärkte mit derem gigantischen Volumenanstieg von unter zehn Billionen Dollar am Tiefpunkt der Finanzkrise im März 2009 bis auf über 50 Billionen Dollar im Spätsommer 2021.

Aber ganz besonders auch von der Konsumlaune seiner Bürger, die für 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich sind. Vom ersten Rescue-Paket der US-Regierung im März letzten Jahres an, mit vielen folgenden Helikopterschecks an die Bürger – alles zentrale Maßnahmen der Administrationen von Trump und Biden, um einen Rückgang des Konsums zu verhindern. Jetzt laufen die Notmaßnahmen aus, die Inflation zehrt an der Kaufkraft der US-Bürger, was bedeutet dies für die heutigen Einzelhandelsumsätze? Auch die US-Notenbank wird einen kritischen Blick auf die heutigen Zahlen werfen, um den „further progress“ in der Konjunkturentwicklung zu verfolgen, den sie für eine Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik zur Bedingung macht.

Was haben die unerwünschten „Folgen und Nebenwirkungen“ der Notenbankpolitik beim Konsumenten ausgelöst?



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2 Kommentare

  1. Also „die“ Amerikaner hat der Aktienboom nicht reicher gemacht. Sonst würden die insbesondere von Demokraten regierten Städte heute nicht Kalkutta Konkurrenz machen.

    Außerdem ist die „US-Wirtschaft nicht extrem vom Konsum“ abhängig, sondern jede Wirtschaft dient ausschließlich dem Konsum. Tatsächlich ist die extrem schwache amerikanischen Wirtschaft. von permanenten Kapitalimporten, genauer gesagt ständig steigenden Krediten aus dem Ausland abhängig. Die amerikanische Wirtschaft ist nämlich seit Jahrzehnten nicht mehr n der Lage die benötigen Güter wertmäßig bereitzustellen. Nichts anderes sagt ein dauerhaft negativer Außenhandelssaldo aus. Andere müssen weiterhin kostenlos für die Amerikaner arbeiten.

    Die USA werden nicht deshalb mit Kapital (niemals bezahlten Gütern) versorgt, weil sie eine „starke Wirtschaft“ haben, sondern weil man diesen am ehesten zutraut die Interessen der Geldbesitzer zu schützen. Also notfalls die zu erbringende Arbeitsleistung zur Tilgung des Kredites, das Geld immer darstellt, notfalls mit Gewalt zu erzwingen.

    Funktionieren kann und konnte das nur so lange, weil die USA als Supermacht über ihre Währung eben diese Imperialrendite abgreifen können. Geht die verloren, ist das Spiel vorbei und die USA verlieren ganz schnell auch ihren Status als Supermacht (kann auch umgekehrt laufen, ist vom Ergebnis her aber egal). Das löst direkt einen massiven und schnellen Verarmungsprozess aus, der für die Eliten zu unkontrollierbaren politischen Folgen führen kann.

    Das zu verhindern ist der EINZIGE Treiber hinter der Geldpolitik der FED. Alles andere sind nur Nebelkerzen.

    Dazu müssen die USA zwei zentrale und leider gegenläufigen Erwartungen gerecht werden. Einerseits muss die Konsumfähigkeit hoch bleiben um die Illusion von Gewinnen für die Lieferanten aufrecht zu erhalten. Andererseits muss das Vertrauen in die eigene Währung erhalten bleiben.

    Ersteres funktioniert mit Geld drucken, also weiter steigende Schulden (Staat + Wirtschaft + Privat). Das unterminiert aber auf Dauer das Vertrauen in die Währung. Diese Gefahr sieht die FED aktuell eher als geringer an, da die Chinesen gerade viel dafür tun ihre eigene Währung als Alternative eher uninteressant zu machen.

    Der Bruch wird auch nicht plötzlich erfolgen. Spannend wird es erst, wenn Lieferanten irgendwo auf der Welt zunehmend beginnen nicht mehr „blind“ gegen Dollar zu verkaufen und erst einen zunehmenden Risikoaufschlag verlangen und dann gleich über andere Währungen gehen. Wobei eine anziehende Dollar Inflation diesen Prozess natürlich beschleunigt.

    Die FED kommt also aus ihrer Sackgasse nicht mehr raus. Sie kann den Tod nicht mehr verhindern, sondern nur noch über die Todesart entscheiden. Aber man sollte nicht unterschätzen das der Untergang eines Imperiums SEHR lange dauern kann. Und es muss auch nicht zu einem Knall kommen. In den Gebieten des weströmischen Reich dauerte dieser Prozess etwa von 350 bis 800. Also immerhin 450 Jahre. Da die Dynamik heute höher ist, schaffen wir das diesmal vielleicht auch in 100 Jahren.

  2. Sehr gute Analyse Herr Kommentator.
    Da raucht das Hirn.
    Sie setzen fraglos zusätzliche gute Argummente ein.

    Ist es doch schon immer zu sehen.
    Den Weißkopfadler auf der Fahnenstange.
    DIE FASCIS oder Fasces im Wappen oder im Senat oder im LINCOLNMEMORIAL zu bewundern.

    AVE CAISAR BIDEN. Auch nur ein Hammpelmann der ELITEN.

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