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Analysen von Matteo Paganini

Aktienmärkte und US-Dollar: Korrektur – oder Beginn der Risiko-Aversion?

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Der Weckruf von gestern Morgen, der durch den Anstieg des Goldpreises signalisiert worden war (wobei Gold als Absicherung gegen eine Korrektur der Aktienmärkte gekauft wurde), hat begonnen, seine Auswirkungen zu zeigen: die Börsen haben etwas begonnen, was vorerst als Gewinnmitnahmen betrachtet werden kann.

Der S&P500 hat sich von seinen Höchstständen im Bereich von 3.390 wieder deutlicher entfernt, der Dax ist der Bewegung der amerikanischen Aktienmärkte gefolgt und handelt im Bereich zwischen 13.570 und 13.650 Punkten als wichtige Marken. Für den S&P 500 gilt: bricht die Unterstützung bei  3.330 Punkten, dürfte der Index zunächst weiter bis 3.305 Punkte fallen.

Aktienmärkte: Risiko-Aversion oder nur Korrektur?

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Allgemein

Ölpreis vor Absturz? Überraschende Daten deuten Wende an!

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis steht womöglich davor abzustürzen. Und zwar aus zwei Gründen. Einer davon hat sich heute Nacht gezeigt. Der WTI-Ölpreis, der sich die ersten drei Tage der Woche recht stabil um die 34 Dollar halten konnte, begann gestern zu fallen, von 33,50 Dollar auf 31,16 Dollar heute Nacht im Tief. Aktuell notiert WTI bei 31,76 Dollar. Weitere Kursrückschläge sind heute und morgen möglich.

Ölpreis reagiert auf überraschende API-Daten – Achtung heute 17 Uhr

Gestern Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl in den USA veröffentlicht. Sie wurden mit -2,5 Millionen Barrels Veränderung im Wochenvergleich erwartet. Vermeldet wurden sie aber mit einem Anstieg der Lager um 8,7 Millionen Barrels. Also überraschend mehr Angebot, welches nicht von den Raffinerien verarbeitet wurde, sondern in den Lagern gebunkert wird. Dies sorgte direkt ab 22:30 Uhr für den weiteren Abrutscher im Ölpreis von 32,73 auf 31,16 Dollar um 1 Uhr heute früh. Heute um 17 Uhr folgen in den USA die staatlich ermittelten Lagerbestände. Wird dieser plötzliche Anstieg der Lagerbestände bestätigt, könnte der Ölpreis weiter abrutschen.

Dazu zwei Anmerkungen: In der Vergangenheit waren die API-Bestände meistens ein guter Indikator für die am nächsten Tag gemeldeten offiziellen Daten. Manchmal aber lagen sie auch völlig daneben. Also, man wird sehen heute um 17 Uhr! Und wichtig ist auch: Wir erwähnten die letzten zwei Wochen mehrmals die zahlreichen saudischen Mega-Tanker, die nach mehreren Wochen auf See an der US-Golfküste ankamen, aber mangels freier Kapazität an kleinen Umlade-Schiffen ihre Öl-Flut nicht an Land bringen konnten. Ist es heute soweit? Wird die Saudi-Flut heute in den staatlichen Lagerdaten sichtbar? Oder lag API falsch, und die wiederbelebte Öl-Nachfrage in den USA sorgt für Entspannung in den Lagerdaten? Der Ölpreis könnte mit einem heftigen Ausschlag reagieren.

Chinas Sicherheitsgesetz und die Folgen

Der Volkskongress in Peking hat vor wenigen Minuten wie erwartet das „Sicherheitsgesetz“ für Hongkong verabschiedet. Damit droht nun wie von Donald Trump bereits angekündigt heute oder morgen eine US-Reaktion. In Form von Sanktionen gegen China? Verschärfter Handelskrieg, neue Zölle? Alles ist denkbar. Kommt es so, könnte dies die Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung und damit mehr Öl-Nachfrage abwürgen. Solche Nachrichten aus dem Weißen Haus könnten den Ölpreis noch heute, oder auch morgen weiter zum Abrutschen bringen. Also, Augen auf heute um 17 Uhr auf die Öl-Lager in den USA, und auf eine mögliche US-Reaktion auf das chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong!

Ölpreis Verlauf seit dem 1. April
WTI Ölpreis seit Anfang April. Korrektur angebracht nach dem kräftigen Anstieg?

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Analysen von Matteo Paganini

Liquidität, Dollar und Öl – die drei magischen Worte

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Der Dollar ist der König, Liquidität ist die Königin!

In den letzten Wochen kam es zu Kapitalabflüssen aus dem US-Dollar, da die Investoren weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank erwarteten. Der Markt hatte begonnen, den US-Dollar in großem Umfang zu verkaufen, da sich die Zinsunterschiede zwischen dem Greenback und anderen wichtigen Währungen wahrscheinlich verringern würden.

Mit dem Beginn der Risikoaversion, die aufgrund der anfänglichen Ungewissheit über das Virus zu den ersten Kursverlusten an den Börsen führte, litt der Dollar weiter – bis die Risikoaversion total wurde (da man davon ausgeht, dass die Auswirkungen dieses Virus auf die Realwirtschaft tatsächlich schwerwiegend sein werden). Zu dieser Zeit begannen die Märkte nicht nur unter den Senkungen der Fed, sondern auch unter denen aller anderen Zentralbanken der Welt zu leiden. Man begriff, dass wir zu einer so genannten Nullzinswelt kommen würden.

Unter diesem Gesichtspunkt, da die Zinsunterschiede praktisch auf Null gesunken sind und die Investoren erst einmal verstehen müssen, was die neuen Spielregeln (sowohl in wirtschaftlicher als auch in finanzieller Hinsicht) bedeuten, wurde Liquidität als wichtigstes Verteidigungsinstrument gewählt. Liquidität ist also erste Priorität.

Aber: wenn sich zeigen sollte, dass die Panik übertrieben ist, kann es zu den Märkten geradezu zu einer Aufwärts-Explosion kommen. Wer dann über reichlich Liquidtät verfügt – ohne diese durch Verkäufe anderer Anlageklassen erst verschaffen zu müssen (z.B. Gold) – hat immense Vorteile. Und das würde bedeuten: wer über Dollar-Liquidität verfügt, also über die Weltreservewährung, hat klare Vorteile!

 

Neue Tiefstände für Öl

Wir hatten immer wieder, besonders in unserem Trading Hub (der börsentäglich jeden Morgen um 9 Uhr beginnt) und in unserer schriftlichen Analysen darauf hingewiesen, dass ein Bruch der 30er-Marke bei Öl zu einem schnellen Sturz bis 25,50 Dollar führen werde. Aus technischer Sicht ist der Bereich um 25.00 Uhr immer noch ein Bereich, der potenziell als starke Unterstützung fungiert. Alternativ kann man versuchen, bei einem Ausverkauf einfach unter die 25er-Unterstützung eine Long-Position zu wagen.

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Analysen von Matteo Paganini

Fed: Zinssenkung und QE – dennoch Panik an den Märkten

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Die Fed senkte gestern Abend die Zinssätze auf Null und führte eine neue quantitative Lockerung (QE) ein. All dies wiederum vor der offiziellen Sitzung am Mittwoch abend.  Dazu kauft die Fed 500 Milliarden in Staatsanleihen und 200 Milliarden an MBS-Käufen – was deutlich macht, dass man die alten 60 Milliarden pro Monat des vorangegangenen QE vergessen sollte.

Gestern haben die großen amerikanischen Banken in dem Versuch, die Märkte zu beruhigen, beschlossen, Aktienrückkäufe bis zu diesem Sommer einzustellen. Die Fed hat die US-Banken dazu aufgefordert, die gesamte bisher angesammelte Liquidität als Kapitalreserve (Billionen Dollar) einzusetzen, um Unternehmen und Haushalten sofort Kredite zu gewähren. Alles eindeutig wegen des Coronavirus, oder besser gesagt, wegen der Angst, dass das Coronavirus sich weiter verbreitet.

Dies ist nicht der Zeitpunkt für Vergleiche mit der geradezu schläfrigen EZB,  aber ich argumentiere seit 15 Jahren , dass das Euro-System nicht tragfähig ist, und seit zehn Jahren argumentiere ich, dass die Inflation kein Ziel mehr für die EZB und die Zentralbanken im Allgemeinen sein kann. Wir werden zu gegebener Zeit wieder dorthin kommen.

 

Neuseeland und Australien

Die neuseeländische Zentralbank senkte gestern Abend die Zinssätze von 0,75% auf 0,25% und wird sie laut eigener Aussage für 12 Monate auf diesem Niveau belassen. Australien ist bereit für ein quantitatives Lockerungsmanöver durch den Kauf von Staatsanleihen, um dem System Liquidität zuzuführen. Auch die Banken in den rohstoffnahen Ländern stellen sich auf eine sehr gefährliche Situation ein –  nur wir in Europa sind die einzigen, die fehlen..

 

Fed: Chaos auf den Märkten

Die Märkte sind im Chaos, das Manöver der Fed ist fehlgeschlagen. Es werden keine sicheren Häfen mehr gekauft, selbst Fluchtwährungen (Yen, Franken) steigen, aber nicht so, wie sie sollten. Die Börsen stehen weiterhin unter Druck, und viele Händler bleiben liquide, ohne diese Liquidität auch nur von einer Währung in eine andere zu verlagern, da wir uns nach der Zinssenkung der Fed komplett in einer „Nullzinswelt“ befinden Auch deutsche Staatsanleihen (Bundesanleihe) wird verkauft – das zeigt: es gibt keinen sicheren Häfen mehr.

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