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Aktienmärkte und Währungen: Anmerkungen zu einem Crash-Szenario

Die Aktienmärkte haben in der Nacht (auf Future-Basis) neue Tiefs erreicht – um sich dann mit den Aussagen von Donald Trump dynamisch zu erholen. Der Dax ist nach Berührung der Tiefststände im Bereich von 10.170 Punkten  auf 10.950 Punkte gestiegen, der S&P500 (als Future) von 2.700 auf 2.880 Punkte geklettert. Auch USD/JPY ist stark gestiegen nach dem vorherigen Abverkauf – die Korrelationen mit den Aktienmärkten haben sich also einmal mehr bestätigt. Man könnte sagen: die Katastrophe macht eine Pause.

Haben wir das Ende des Abverkaufs der Aktienmärkte erreicht? Das können wir natürlich nicht wissen, aber die Kapitalströme sagen uns im Moment, dass wir uns in einer technischen Aufwärts-Korrektur befinden, aber dass die Turbulenzen vermutlich noch nicht vorbei sind. Die massive Auflösung von Gold-Langzeitpositionen zur Freisetzung von Liquidität, die ein wichtiger Indikator auch für die Aktienmärkte sind, haben wir im Moment noch nicht gesehen. Wir warten auf weitere Entwicklungen an der geldpolitischen Front, insbesondere hier in Europa.

Während wir wissen, dass Amerika sich bereit zeigt, die Situation einzudämmen, warten wir in Europa auf die Entscheidungen, die am Donnerstag auf der Sitzung der EZB getroffen werden. Viele Menschen denken über den Zinskorridor nach und fragen sich, wie ein angemessenes Zinsniveau aussehen könnte – aber wichtiger ist unserer Meinung nach, über den Transfer von Liquidität an Unternehmen nachzudenken, die sich derzeit in Schwierigkeiten befinden.

Leider ist das europäische System zentralistisch, was bedeutet, dass wahrscheinlich alle verfügbaren Kredite über die Banken laufen werden – auch wenn sie wahrscheinlich daran gehindert werden, das zur Verfügung gestellte Geld für Operationen zu verwenden, die nicht mit Krediten zu sehr niedrigen Zinssätzen an Unternehmen verbunden sind. Es ist auch möglich, dass die Entscheidung getroffen wird, das derzeitige QE zu verlängern und von 20 Milliarden Euro pro Monat auf 40 oder 50 Milliarden zu erhöhen.

Wir glauben, dass Lagarde verstanden hat, dass die Inflation kein Ziel mehr ist, das es zu verfolgen gilt – da Öl massiv gefallen ist und die Schwierigkeiten, mit denen wir nun konfrontiert sind, wichtiger sind. Was wir jetzt brauchen ist effektive Hilfe für die Wirtschaft. Das ist jetzt wichtiger als ein Inflationsziel!

Öl noch unter Druck

Das schwarze Gold bleibt unter Druck, obwohl es nach Erreichen des Tiefs bei 27,50 Dollar wieder zulegen konnte. leichte Abprallversuche gezeigt hat. Die hohe Volatilität beim Ölpreis dürfte anhalten. Was die Argumentation auf makroökonomischer Ebene betrifft, so hat sich im Vergleich zu dem, was wir gestern gesehen haben, nichts geändert. Blicken wir daher auf die charttechnische Lage. Wichtig ist der Bereich zwischen 30,30 und 29,70 Dollar auf der Unterseite, der Bereich 34,70 bis 35,30. In diesen Bereichen werden Positionen verändert, entsteht für Trader Handlungsdruck. Die technischen Niveaus, die im Falle weitere Anstiege maßgeblich sind, liegen unserer Meinung nach bei 35,90, 37,30, 38,90 und 39,30 Dollar, Unterstützungen hingegen bei 30,30 bis 29,70, dann 28,30 und schließlich das gestrige Tief bei 27,50 Dollar.

Währungen: Der Abverkauf des Dollars und die Aktienmärkte

Der Dollar leidet derzeit massiv unter der Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die Fed. Nachdem der Euro gegenüber dem Dollar  die Marke von 1.1500 erreicht hat, hat er bärische Divergenzen geschaffen und befindet sich nun in einer Korrektur in Richtung der Unterstützungsbereiche zwischen 1.1290 und 1.1350. Der Dollar gegenüber dem Yen, wie wir schon sagten, erholt sich (ebenso wie der Dollar gegenüber dem Franken) und schloss am Sonntagabend die bärische Lücke, nachdem er 101,00 Yen pro Dollar erreicht hatte.

Das Pfund folgt dem Euro. Die Volatilität ist insgesamt stark, und wir müssen auf technischer Ebene arbeiten, wobei wir sowohl die potenzielle Richtungsabhängigkeit auf der Grundlage der Bewegungen, die bei den Aktienmärkten beginnen, im Auge behalten müssen. Sie sind es, die im Moment das Sagen haben.

Die Aktienmärkte im Panik-Modus

 



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