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Aktienmärkte: Vergleiche mit der Dotcom-Blase drängen sich auf

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Sind die Aktienmärkte in einer ähnlichen Stimmung wie zur Zeit der Dotcom-Blase? Nachdem die Kurse vor allem der amerikanischen Aktienmärkte massiv gestiegen waren, kommt jetzt der Fakten-Abgleich: die Berichtssaison der US-Unternehmen nimmt Fahrt auf. In den USA melden in dieser Woche nicht weniger als 143 Unternehmen des S&P 500 ihre letzten Quartalszahlen des Jahres 2019. in Deutschland geht es los mit unserem Vorzeige-Techkonzern SAP und dem Sorgenkind einer ganzen Dekade, der Deutschen Bank. Ein gewaltiger Test für die Märkte steht an, die viel Positives eingepreist haben.

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Die teuren Aktienmärkte

Klar sind die Aktienmärkte teuer, aber man sollte die Märkte immer auch intern vergleichen: den Anleihemarkt mit dem Aktienmarkt. Aus dieser Sicht wären die meisten Indizes sogar noch billig bewertet. Doch à la longue zählen nunmal die Unternehmensgewinne – und da hat sich eine Schere geöffnet, die bei manchen Werten schon an die Phase vor 20 Jahren erinnert, an die Dotcom-Blase. Diese Divergenz muss sich einmal verringern, daran kann auch eine Notenbank auf lange Sicht nichts ändern, denn billiges Geld führt irgendwann zur Inflation und dann stoppt diese Liquiditätszufuhr.

2019: Rally der Aktienmärkte bei Gewinnstagnation

Das Börsenjahr 2019 war außergewöhnlich. Nicht nur wegen der 25 oder sogar 30 Prozent Gewinne bei den Indizes, sondern weil es in Summa dazu nahezu stagnierende Unternehmensergebnisse gab, diesseits und jenseits des Atlantiks. Dies hat dazu geführt, dass sowohl amerikanische als auch deutsche Dividendentitel so hoch bewertet sind wie vor der Finanzkrise, die im Jahr 2007 ihren Anfang nahm. Das KGV beim S&P 500 hat stolze 19 überschritten, was aber noch wenig erscheint, wenn man die Bewertung der Hightech-Giganten betrachtet: Amazon und Neflix mit einem Multiple von 80, Microsoft und Google bei 30, da erscheint Apple mit einem KGV von 24,5 (2020) fast schon günstig bewertet. Stellt sich die Frage: Wie sollen diese Billionen-Werte in mittlere Relationen hineinwachsen?

Hierzu noch ein paar Kennziffern, die das Ausnahmejahr 2019 noch untermauern:

Apple und Microsoft haben mit ihren gewaltigen Kurssteigerungen schon 15 Prozent des gesamten Gewinns im S&P 500 ausgemacht. Die amerikanischen Aktienmärkte haben mit ihrer Bewertung in Relation zur US-Wirtschaft absolut neue Dimensionen erreicht, erkennbar am Buffet-Indikator. Diese Vergleichsgröße hat kürzlich ein Niveau erreicht, wie noch nie in seiner Historie: 153 Prozent, das bisherige Hoch gab es vor der Dotcom-Blase im Jahr 2000 mit 146 Prozent, auch 2007 war der Wert mit 137 noch deutlich niedriger.

Eine Firma wie Tesla hat sich ohne nennenswerte Gewinne mehr als verdoppelt, auch der Hype um die Wasserstofftechnologie hat manche Werte in Amerika und in Europa im Kurs vervielfacht.

Alles halb so schlimm – „in Fed we trust“?

Wie ist das Kalkül der vielen Anleger? Die Notenbanken weltweit haben mit ihren über 100 Zinssenkungen des Jahres 2019 den Boden bereitet für ein Wiederanspringen der Konjunktur und das haben die Börsenkurse eben – in ihrer gewohnten Art – vorweggenommen. Viele kritische Beobachter haben schon Zeichen erkannt, dass die US-Notenbank bei ihrer morgigen Entscheidung ein wenig verbal bremsen könnte, so etwas wie „Patience“ zu signalisieren. Aber gerade hier könnte die globale Virusangst zu etwas Aktivität im Lager der Zentralbank führen. Die Federal Reserve hat, wie US-Präsident Trump, ein großes Auge auf die Aktienmärkte geworfen.

Wie wahrscheinlich ist es da, dass gerade in dieser kritischen Situation Jerome Powell noch etwas Öl ins Feuer gießt und eine laufende Korrektur verstärkt?

Im Übrigen haben die Fed Funds Futures schon auf die krisenhafte Lage reagiert und die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen in den Monaten März, Juni und Dezember spürbar nach oben geschraubt.

Fazit

Um die derzeit hohen Kursniveaus zu rechtfertigen, muss jetzt geliefert werden. Von den Unternehmen mit steigenden Gewinnen, von den Notenbanken mit weiterhin billigem Geld – und auch von den Staaten selbst mit Konjunkturprogrammen und Steuerstimuli. Da gibt es nicht nur die lauten Forderungen seitens der Notenbanken (Madame Lagarde von der EZB), auch Donald Trump hat seinen Finanzminister Mnuchin das neue Steuergeschenk schon einmal in die Runde werfen lassen. Auch international ist schon von einem Steuersenkungswettlauf die Rede. Nur Deutschland spielt noch die Sparkarte.

Ein US-Analyst brachte die aktuelle Situation mit folgender Bemerkung auf den Punkt: „Equities are priced for perfect shape!“ Sollte etwas vom jetzigen Goldilocks-Szenario ins Wanken geraten, sind die Aktienmärkte viel zu teuer.

Die Aktienmärkte der USA sind in Realtion zum BIP höher bewertet als zur Zeit der Dotcom-Blase

 

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

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Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

Rüdiger Born

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Dax und S&P 500 sind derzeit gut gelaunt. Ist an den steigenden Kursen derzeit aus charttechnischer Sicht nichts auszusetzen? Oder sind Rücksetzer doch möglich? Mehr dazu im folgenden Video.

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