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Aktienmärkte vor US-Wahl: Wer siegt, Bulle oder Bär? Das Bullen-Szenario

Die für die Aktienmärkte positiven Faktoren gleichen Belastungsfaktoren wie die Coronakrise bisher aus. Was spricht für, was gegen steigende Aktienmärkte? Teil: Das Bullen-Szenario

Wolfgang Müller

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Es ist zwar schon seit Wochen und Monaten ein großes Thema für die Aktienmärkte, aber es dürfte sich in dieser Woche noch einmal intensivieren – die US-Wahl. Trotz der großen gesellschaftlichen Bedeutung für die USA haben sich die Börsen angesichts der großen Unsicherheitsfaktoren (bisher) kaum groß bewegt, das saisonale Muster hat 2020 ein weiteres Mal nicht funktioniert. Das Coronajahr ist diesbezüglich ein ganz Besonderes.

Es muss quasi Kräfte am Markt geben, die ein gewisses Gleichgewicht im Kauf – und Verkaufsverhalten der Investoren erzeugen.

Tailwinds – oder was die Aktienmärkte stützt

Die für die Aktienmärkte positiven Faktoren, die zur Entwicklung im Jahr 2020 beigetragen haben, sind bekannt: Wie zum Beispiel die über 30 Billionen an Anleihen, die sich in den Industriestaaten real negativ verzinsen und damit die Basis für TINA bilden. Die vielen Rettungspakete der Staaten, die in diesem Jahr tatsächlich über 10 Prozent des Weltsozialprodukts ausmachen könnten. Wie hoch wird die Rezession in diesem Jahr ausfallen? „Nur“ minus 4,4 Prozent laut Internationalem Währungsfonds IWF. Kein Wunder, dass die Aktienmärkte so hoch stehen angesichts der immensen Hilfsmaßnahmen. Manche Marktbeobachter gehen da immer noch her und vergleichen die Börsenbewertung mit früheren Zyklen.

Nicht zu vergessen die Bilanz der Notenbanken, die durch ihre Käufe an den Anleihemärkten weiter anschwillt. Die Bilanz unserer Europäischen Zentralbank hat in dieser Woche mit 6,743 Billionen Euro (plus 17,2 Mrd.) ein neues Allzeithoch erreicht, so dass dieses bereits 60,6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der Mitgliedsstaaten ausmacht, im Vergleich dazu die Quoten der Notenbanken der USA (35,9 Prozent) und der Japans (131,2 Prozent). Jetzt rechnen 43 befragte Ökonomen damit, dass das Pandemie-Aufkaufprogramm der EZB (PEPP) in diesem Jahr noch um 500 Milliarden Euro zu den bisherigen 1,35 Billionen Euro aufgestockt wird. Das Programm läuft bisher bis Juni 2021, könnte aber bis zum Ende des nächsten Jahres verlängert werden. Die Signale aus dem EZB-Tower sind ziemlich eindeutig. Die nächste Sitzung ist bereits am Donnerstag, man erwartet aber, dass es vor der US-Wahl noch zu keiner Entscheidung kommen wird.

In Europa sind damit die Zutaten für eine Jahresendrally der Aktienmärkte gegeben – wenn da nicht der 3. November und Corona wären.

Was hat sich aktuell noch getan?

Trotz der bisherigen Coronazahlen entwickeln sich die Wirtschaften außerordentlich robust, auch das viel angezweifelte V im Verarbeitenden Gewerbe ist zumindest im Vergleich zum 2. Quartal da (ausgenommen Luftfahrt, Gastgewerbe, Hotellerie sowie die Kultur-, Sport- und Eventbranche). Denn die Einkaufsmanagerindizes befinden sich stark im Wachstumsbereich. In den USA lag der Industriesektor im Oktober mit 53,3 Punkten minimal schwächer, dafür im Dienstleistungsbereich bei erstaunlichen 56,0 Punkten, gesamt 55,5 Punkte.

In Deutschland ist der Einfluss von Corona deutlich zu spüren: Der Servicesektor fiel unter die Wachstumsschwelle auf 48,9 Punkte, dafür stieg der Industriebereich auf hohe 58,0 Punkte. Die Wirtschaft Chinas ist im letzten Quartal um 4,9 Prozent gewachsen und reißt den so wichtigen Automobilsektor in Deutschland mit nach oben (Beispiel Daimler).

Ähnliches ist für ganz Europa festzustellen: Service 48,2 – Industrie 54,4 Punkte. Es ist Covid-19, dazu gleich mehr.

In den USA läuft die Berichtssaison für Q3 auf Hochtouren. Obwohl erst ein Drittel der S&P 500-Unternehmen gemeldet haben, liegen mehr als 80 Prozent der Berichte über den Erwartungen, – die vorher zwar abgesenkt wurden, was aber in vielen Fällen von den Firmen so gemacht werden muss, um nicht gegen Unternehmensregeln zu verstoßen (Ad-Hoc-Mittelungen). Für die Aktienmärkte geht es bei der Bekanntgabe der Unternehmensergebnissen um das Delta zwischen der Erwartung und der Realität.

Die große Überraschung könnte am 29. Oktober in den USA kommen, wenn die BIP-Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht werden. Man rechnet bereits schon mit fast 30 Prozent plus gegenüber Q2, was dem Amtsinhaber nicht ganz ungelegen kommen könnte.

Soviel zu dem, was die Aktienmärkte stützt – was bremst, dazu in einem Folgeartikel gleich mehr..

Was spricht für steigende Aktienmärkte?

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich glaube an die Jahresendrally! Marktgeflüster (Video)

Sehen wir nun also jetzt schon den Beginn der Jahresendrally, kommt jetzt also die weitere, ungebrochene Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte heute einmal mehr stark – weil Trump nun den Übergang zu Biden ermöglicht hat und Janet Yellen wohl neue US-Finanzminsterin wird (allerdings überschätzen die Märkte ihre Möglichkeiten, sie muß sich mit Mitch McConell auseinandersetzen!). Sehen wir nun also eine Jahresendrally, also die ungebrochene weitere Aufwärtsbewegung? Eher unwahrscheinlich – zuvor braucht es eher noch einmal eine Korrektur der völlig überhitzten Aktienmärkte (vor allem Energie-Werte etc.), bevor dann eben diese Jahresendrally einsetzen kann. Was für diese Korrektur fehlt ist ein Katalysator, eine Meldung, die die bereits all-in Investierten auf dem falschen Fuß erwischt und aus dem Markt kegelt, bevor dann die starken Hände wieder kaufen..

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Gold/Silber

Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

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Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei Dow Jones und Nasdaq

Rüdiger Born

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Die aktuelle Lage bei Dow Jones und Nasdaq bespreche ich direkt am Chart im folgenden Video. Sind derzeit gute Tradingchancen zu finden?

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