Indizes

Arbeitsmarktdaten als Schlüssel Aktienmärkte wanken: Arbeitsmarkt und Fed entscheiden jetzt alles

Grafik: ChatGPT

Die Aktienmärkte stehen vor einer entscheidenden Woche: Im Fokus der Anleger stehen die US-Notenbank Fed, der Zustand des Arbeitsmarkts und der daraus resultierende Zinspfad. Wichtige Konjunkturdaten könnten darüber entscheiden, ob die jüngste Rally Bestand hat oder die Nervosität an den Märkten weiter zunimmt.

Aktienmärkte wanken vor wichtigen US-Daten

Die Aktienmärkte geben nach, während auch der Kryptomarkt erneut unter Druck gerät und Bitcoin auf rund 85.000 US-Dollar zurückfällt. Anleger fahren ihre Risikobereitschaft zurück, da wichtige US-Konjunkturdaten bevorstehen, die Hinweise auf den künftigen Zinspfad der Federal Reserve liefern könnten.

Die asiatischen Aktienmärkte verloren 1,5 %, während US-Futures für den S&P 500 bereits den dritten Verlusttag in Folge signalisieren. Der hiesige DAX rutschte ebenfalls ab und näherte sich erneut der runden Marke von 24.000 Punkten. Viele Marktteilnehmer halten sich vor dem US-Arbeitsmarktbericht für November sowie vor neuen Inflationsdaten am Donnerstag zurück. Der am Dienstag anstehende Arbeitsmarktbericht könnte nach dem Shutdown wieder mehr Klarheit bringen, wobei die Märkte von einem schwächelnden Arbeitsmarkt ausgehen. Chinesische Aktienmärkte fielen in Richtung wichtiger charttechnischer Unterstützungen, da nachlassende Gewinne im Technologiesektor und neue Sorgen um das Wirtschaftswachstum einen deutlichen Ausverkauf auslösten. Auch die europäischen Aktienmärkte deuteten insgesamt auf einen schwachen Handelsstart hin.

Werbung


Bitcoin konnte zumindest einen Teil seiner Verluste wettmachen und notierte zuletzt bei rund 86.000 US-Dollar. Der Ölpreis blieb nahe dem niedrigsten Stand seit 2021, da Händler die Chancen auf einen Waffenstillstand in der Ukraine abwiegen. Gold hingegen gab nach fünf aufeinanderfolgenden Gewinntagen leicht nach.

Diese Bewegungen unterstreichen die zunehmende Vorsicht an den Aktienmärkten, insbesondere zum Jahresende, das von ausgeprägten Schwankungen geprägt war. Auf die Markttiefs im April, ausgelöst durch historisch hohe US-Zölle, folgte eine KI-getriebene Erholung sowie eine Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank. Vor allem die Fed nährt an den Aktienmärkten weiterhin die Hoffnung, dass sich die jüngste Rally fortsetzen kann.

Vorsicht prägt das Geschehen

Angesichts zahlreicher wichtiger Konjunkturveröffentlichungen in dieser Woche wird sich nun zeigen, ob dieses Narrativ von sinkenden Zinsen an den globalen Aktienmärkten Bestand haben kann.

„Wir sehen in der gesamten Region eine klare Risk-off-Stimmung“, sagte Tareck Horchani, Leiter des Prime-Brokerage-Handels bei Maybank Securities in Singapur. „Zudem rücken Bewertungsfragen nach dem KI-Boom stärker in den Fokus. Vor wichtigen Makrodaten wie dem heutigen Arbeitsmarktbericht reduzieren einige Fonds offenbar ihr Marktrisiko oder sichern Gewinne.“

Besonders genau beobachteten Anleger Technologieaktien. KI-bezogene Unternehmen blieben unter Druck, und ein MSCI-Index asiatischer Tech-Aktien fiel bereits den zweiten Tag in Folge. Damit steuert er auf den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember zu.

Auch die Devisenmärkte standen im Fokus. Der japanische Yen legte gegenüber dem US-Dollar zu und fiel unter die Marke von 155, da die Bank of Japan am Freitag voraussichtlich ihren Leitzins auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten anheben wird.

Aktienmärkte unter Druck: Arbeitsmarkt könnte Fed-Hoffnung beflügeln
Der Leitzins der BOJ wird voraussichtlich den höchsten Stand seit 1995 erreichen.

Rotation weg von Technologie

Gleichzeitig rotieren einige Investoren zunehmend in Aktien, die bislang im Schatten der großen Technologiewerte standen. „Es gibt eine breite Rotation weg von KI- und Technologieaktien, die sich nun auch auf die asiatischen Aktienmärkte ausweitet“, sagte Ritesh Ganeriwal, Investmentchef bei Syfe Pte. in Singapur.

Unterdessen strebt die Nasdaq, die zweitgrößte Börse der USA, eine regulatorische Genehmigung an, um die Handelszeiten an ihren Börsenplätzen werktags auf bis zu 23 Stunden auszuweiten.

In den USA richtet sich der Blick der Anleger nun klar auf den Arbeitsmarktbericht für November, der entscheidend für die Einschätzung des zukünftigen Zinspfads der Federal Reserve ist. Der Bericht enthält zudem eine Schätzung der Beschäftigtenzahlen für Oktober, deren Veröffentlichung sich wegen des Regierungsstillstands verzögert hatte. Ergänzend dazu wird am Donnerstag der US-Verbraucherpreisindex veröffentlicht.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stabilisierten sich im Vorfeld der Daten bei rund 4,17 %, nachdem sie am Montag leicht gefallen waren.

Fed-Zinsen: Arbeitsmarkt als Schlüssel

Hintergrund sind Wetten, dass die Fed im kommenden Jahr die Zinsen zweimal senken könnte, um den Arbeitsmarkt zu stützen – selbst wenn die Inflation weiterhin hartnäckig bleibt.

Was Bloomberg-Strategen sagen: Zinshändler setzen inzwischen verstärkt darauf, dass im Jahr 2026 Zinserhöhungen die Zinssenkungen überwiegen könnten. Das neue Jahr könnte damit den jüngsten Handelsmustern ähneln, bei denen steigende Renditen eine höhere Hürde für Kursgewinne an den Aktienmärkten darstellen. Auch der Anleihemarkt dürfte es schwerer haben. — Garfield Reynolds, MLIV Asia Team.

Da sich die US-Notenbank weiterhin stärker auf Schwächen am Arbeitsmarkt als auf die Inflation konzentriert, könnte für den Arbeitsmarktbericht das Szenario gelten: „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“, so Chris Larkin von E*Trade (Morgan Stanley).

Fed-Gouverneur Stephen Miran bezeichnete die aktuelle Geldpolitik als unnötig restriktiv. Der Präsident der Federal Reserve Bank of New York, John Williams, erklärte hingegen, die Geldpolitik sei nach der jüngsten Zinssenkung gut für das kommende Jahr aufgestellt.

Seine Kollegin Susan Collins von der Fed in Boston sprach hingegen von einer „knappen Entscheidung“ und verwies auf ihre anhaltenden Inflationssorgen.

„Solange die Daten nicht darauf hindeuten, dass der Arbeitsmarkt abrupt einbricht, könnten die Aktienmärkte schwächere Zahlen begrüßen, da sie eine noch lockerere Geldpolitik der Fed begünstigen würden“, sagte Larkin.

FMW/Bloomberg



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Performance seit der Finanzkrise: S&P 500 plus 900 Prozent…Nasdaq 100 plus 2400 Prozent..Dow plus 650 Prozent…Buffet Indikator von unter 50 auf über 225 Prozent ( Marktkapitalisierung zum Bruttoinlandsprodukt)…

    Ist das nichts…?

    Die Bullen tun immer so… als hätte es die knapp 17 Jahre …seit der Finanzkrise …nicht gegeben…als stünden wir erst ganz am Anfang der Aufwärtsbewegung…

    Warum soll die FED immer die Märkte retten…? Wenn die so stark sind… wie sie immer tun…warum können die nicht mal alleine laufen…?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage

Die mobile Version verlassen
Place this code at the end of your tag:
Place this code at the end of your tag:
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

69,0% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.