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Aktienmärkte: Warum es nie Gewissheiten gibt – Extrembeispiele

Aktienmärkte Gewissheiten

Die Entwicklung der Aktienmärkte, speziell nach dem Corona-Schock im März 2020, ist ein Beispiel dafür, wie unberechenbar Marktentwicklungen sein können. Nicht historische Vorgaben determinieren die Kurse, nicht die Analyse von schlauen Ökonomen (selbst Wirtschaftsnobelpreisträger sind dazu nicht in der Lage) – es sind die Anleger mit ihr Aktionen, die die Kursentwicklung der Aktienmärktebestimmen. Ein „gibt’s nicht“, gibt es nicht an der Börse, zumindest in kürzerem Zeitfenstern, so wie uns das letzte Jahr jede Menge Anschauungsmaterial geliefert hat.

Aktienmärkte in USA im historischen Maßstab total überbewertet

Wenn man sich den schon oft präsentierten Buffett-Indikator ansieht, der das Verhältnis der Aktienmärkte zum Bruttoinlandsprodukt anzeigt – ob auf globaler oder nationaler Ebene -, es hätte schon längst eine Korrektur geben müssen. Hier das Verhältnis dies gesamten US-Aktienmarktes zur US-Wirtschaftsleistung:

Aktienmärkte Buffett Indicator

Wie langfristig einige Entwicklungen an den Börsen sein können, die man früher für unmöglich gehalten hat, zeigt eine Serie Charts von Charlie Bilello.

„Bei Allzeithochs sollte man ans Verkaufen denken“.

329 neue Hochs im Zeitraum zwischen März 2013 und September 2021:

Aktienmärkte Allzeithochs

Eine Aktie ist überkauft und kann unmöglich weiter steigen. Die Kursentwicklung von Alphabet:

Alphabet

Die Zinsen für Hauskredite in den USA können unmöglich weiter fallen, dachte man schon viele Jahre..

Ebenso, wie die Renditen für Junkbonds:

Junk Bond Yields

Fundamentaldaten sind bedeutsamer, als das Sentiment für eine Aktie, oder ein Herdenverhalten (zumindest kurzfristig) – die Aktie GameStop:

Gamestop Chart

Der Leerverkauf von überteuerten Aktien ist eine einfache Angelegenheit. Eher das Gegenteil ist der Fall, wie wird der Chart eines Short Selling ETFs seit einem Jahrzehnt zeigt:

Aktienmärkte Bären ETF

Steigende Schulden des Staates sind schlecht für die Aktienmärkte:

Aktienmärkte und Schulden

Ein ständiges Thema im letzten Jahr: Eine V-förmige Wirtschaftserholung ist unmöglich:

V-Erholung

Und nun zur gegenwärtig hochaktuellen Entwicklung, die Reaktion der US-Notenbank auf die Inflation.

Die Fed würde niemals alle Anzeichen einer steigenden Inflation ausblenden und die extremste Geldpolitik der Geschichte beibehalten…

Aktienmärkte Fed Inflation

Fazit

All diese Beispiele zeigen: Gewissheiten gibt es weder für die Wirtschaft noch für die Aktienmärkte – auch nicht durch historische Modelle, zumindest auf kurze oder mittlere Sicht. Denn die Zinslandschaft hat sich seit Jahrzehnten gewaltig bewegt, eigentlich schon seit Jahrhunderten, wie eine Studie des Harvard-Professors Paul Schmelzing aufzeigt.

Gerade in Coronazeiten wurden Verhältnisse geschaffen, die man sich in Ökonomenkreisen in Friedenszeiten nicht hätte vorstellen können. Es läuft seit einiger Zeit eine rationale Rallye der Aktienmärkte in einem irrationalen Umfeld, aus Anlagezwängen heraus, wie sie noch kein lebender Investor gesehen haben kann. Natürlich erscheint eine Geldpolitik, wie die aktuelle nicht auf lange Zeit haltbar, das Damoklesschwert Inflation schwebt im Raum. Aber wie lange gibt es diese Zinssituation schon in Japan?



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1 Kommentar

  1. Das Rätsel warum eine V- förmige Erholung der Wirtschaft unerwartet möglich war wird gerade mit dem Beitrag von Hannes Zipfel erklärt. Da kann man nur staunen,dass es Leute gibt,die das erstaunlich finden.Es wäre auch noch mehr möglich gewesen wenn man jedem Arbeiter Managerlöhne überwiesen hätte.Immerhin sind durch die Abhängigkeit der Aktienmärkte vom Konsum die Staaten gezwungen der Masse auf irgendeine Art Einkommen zu generieren, sei es durch Arbeit oder durch Zuschüsse.Jetzt haben einige gemerkt, dass es sich einfacher leben lässt durch Zuschüsse als durch Lohnarbeit.Dies wird die Lohn/Preis/ Spirale mächtig anheizen.
    Die grosse Nichtshabende Masse ist also nicht mehr so machtlos wie viele meinen und die Gewerkschaften braucht es dafür auch nicht mehr.Die Konsumenten haben den Aktienmarkt und die oberen 20% als Erpressungspfand in der Hand.
    Bitte beachten, das V ist nur der Anfang vom W

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