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Ende der Rally? Aktienmärkte: Wichtige Daten könnten die Rally ausbremsen

Aktienmärkte: Wichtige Daten könnten die Rally ausbremsen

Die Aktienmärkte sind im Rally-Modus und feiern eine große Party. Sowohl die US-Indizes als auch der Dax marschieren unbeirrt gen Norden. Mal wieder gehen die Börsen den Weg des größten Schmerzes. Der sich abzeichnende Konjunkturabschwung, die geopolitischen Risiken sowie die Inflationssorgen sind dabei in den Hintergrund geraten. Ausgelöst wurde die Rally durch die Hoffnung, dass der Höhepunkt der Inflation in den USA erreicht sei und die Fed ein Soft-Landing der Wirtschaft hinbekommt.

Bereits im Vorfeld der jüngsten Veröffentlichung der US-Inflationsdaten gingen die Marktteilnehmer von einer abflauenden Teuerung aus und haben dementsprechend eine Erholung eingeleitet. Die Annahme wurde schließlich bestätigt, wodurch die Rally an den Aktienmärkten zusätzlich an Fahrt gewonnen hat. Nun haben die US-Indizes sowie der Dax richtungsweisende Widerstände erreicht. Passend dazu stehen wichtige Konjunkturdaten und Events auf der Agenda, die das Potenzial haben die Rally auszubremsen.

FOMC-Sitzungsprotokoll und kleiner Verfall

Anleger erwarten mit Spannung das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung, das am Abend um 20:00 Uhr veröffentlicht wird. Zuvor dürften die US-Einzelhandelsumsätze für Juli (14:30 Uhr) Hinweise liefern, wie es um die Verbraucherausgaben bestellt ist. Der private Konsum gilt als wichtigste Stütze der US-Wirtschaft. Wenn die Umsätze im Einzelhandel steigen, könnten die Rezessionsängste der Investoren nachlassen. Schwache Einzelhandelsumsätze bedrohen dagegen den Konsum und damit das Wirtschaftswachstum.

Einen noch größeren Einfluss auf die kurzfristige Kursentwicklung an den Aktienmärkten könnte das FOMC-Protokoll haben (20:00 Uhr). Die Marktteilnehmer erhoffen sich neue Anhaltspunkte für den Zinserhöhungskurs der Notenbank. Noch steht nämlich die Frage im Raum, ob die Fed auf ihrer nächsten Sitzung im September die Zinsen zum dritten Mal in Folge um 75 Basispunkte erhöht. Laut dem FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit dafür bei 48,5 Prozent. Trotz des jüngsten Rückgangs der Inflation von 9,1% auf 8,5%, ist die Wahrscheinlichkeit also immer noch sehr hoch. Je falkenhafter der Inhalt des Protokolls ist, desto nervöser könnten die Aktienmärkte darauf reagieren.

Darüber hinaus könnte der kleine Verfallstag eine Wirkung auf die Börsenkurse haben. Die laufende Rally an den Aktienmärkten ist dynamisch und weit gelaufen, dies dürfte viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt haben. Bis zum Verfallstermin am Freitag um 13 Uhr versuchen Investoren, die Kurse daher in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen. Deshalb spielen die Kurse im Vorfeld und an diesem Tag ein wenig verrückt, zeigen teils ein unvorhersehbares Verhalten.

Aktienmärkte: Die Rally könnte ins Stocken geraten

Die Aktienmärkte stehen am Scheideweg – setzt sich die Rally fort oder nehmen die US-Indizes und der Dax ihren Abwärtstrend wieder auf? Diese Handelswoche steht bisher im Zeichen steigender Kursnotierungen. Der S&P 500 konnte die Marke von 4.300 Punkten überwinden und hat dabei seine 200-Tage-Linie (4.315) erreicht. Der gleitende Durchschnitt ist ein wichtiger und viel beachteter Indikator für den mittel- und langfristigen Trend. Ein nachhaltiger Sprung über die Durchschnittslinie würde ein Kaufsignal auslösen und dürfte folglich weitere Investoren anlocken. Scheitert der S&P 500 an der markanten Widerstandszone zwischen 4.300 und 4.350 Zählern, könnte es zu einer ausgeprägten Korrektur der vorherigen Aufwärtsbewegung kommen.

Der Dow Jones hat hingegen seinen 200-Tages-Durchschnitt schon überwunden, dieser verläuft aktuell bei 33.930 Punkten. Ein Rückfall darunter könnte ebenso eine Konsolidierung einleiten. Für eine Verschnaufpause der Aktienmarktrally spricht derzeit, dass die Indizes, vor allem in den USA, heiß gelaufen sind. Der Relative-Stärke-Index im S&P 500 und Dow Jones liegt deutlich im überkauften Bereich. Im Nasdaq und Dax wurden ebenfalls die oberen Grenzen (Wert von 70) erreicht bzw. liegen nur knapp darunter. Im Dax spielt der Bereich um die Marke von 14.000 Punkten eine wichtige Rolle. Zwischen 14.000 und 14.220 Zählern liegt nicht nur eine horizontale Widerstandszone, sondern auch diverse Extensionsziele des aktuellen Aufwärtsimpulses. Die Luft an den Aktienmärkten wird auf jeden Fall dünner. Das Chance-Risiko-Verhältnis für neue Long-Einstiege ist derzeit unattraktiv. Anleger sollten also nicht in FOMO (fear of missing out) verfallen. Nach einer Konsolidierung dürften sich neue Gelegenheiten ergeben.

US-Indizes und Dax an markanten Widerständen - Rally vorbei?

Dow Jones am Widerstand und überkauft

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