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Aktienmärkte: Wie der Kurseinbruch schnell geheilt werden kann

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Die New Yorker Börse als Symbol der Aktienmärkte in den USA

Auf Gier folgt Panik, und auf grenzenlosen Optimismus die Angst vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Warum sich Anleger dennoch keine Sorgen über die Schwäche der Aktienmärkte machen müssen, möchte ich hier ansprechen.

Die Notenpressen funktionieren – nur das ist für die Aktienmärkte relevant

Die Preisbildung bei Aktien folgt wie bei allen Preisen dem Mechanismus von Angebot und Nachfrage. Momentan gibt es aufgrund der starken Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Coronavirus-Epidemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen deutlich mehr Angebot an Aktien, als Nachfrage, wie man unschwer an den Kursentwicklungen der Aktienmärkte in den letzten Tagen erkennen kann. Noch handelt es sich nur um eine Korrektur und nicht um eine Baisse. Diese wäre per Definition erst dann eingeläutet, wenn die Preise um mehr als 20 Prozent fallen würden. Ob es dazu kommt, hängt allein von dem Handlungswillen der Notenbanken ab. Diese können unbegrenzt als Nachfrager auch am Aktienmarkt auftreten oder in Form von Zinssenkungen und QE-Programmen Rahmenbedingungen schaffen, die die Investoren dazu veranlassen, ihre Aktienbestände wieder zurückzukaufen und sogar weiter aufzustocken.

Die Entwicklung an den Aktienmärkten kann sich also sehr schnell wieder drehen, da besonders in den USA die Vermögenspreise eine hohe Bedeutung für die Konsumentenstimmung und die Konsumausgaben darstellen (Buchtipp: Dividenden Aktien und ETFs: Geld anlegen und sparen mit intelligenter Dividendenstrategie). Letztere sind für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten essenziell. Ökonomen sprechen aus gutem Grund von einer „Asset Driven Economy“ (von Vermögenspreisen angetriebene US-Wirtschaft). Daher rückt der jüngste Kurseinbruch der Aktienmärkte in den USA bereits in den Fokus der Notenbank Fed. Gestern Abend sendete der Vize-Chef der Fed, Richard Harris Clarida, erste Signale in Richtung einer erneuten Lockerung der Geldpolitik, sollte sich das Umfeld weiter eintrüben. Diese Verbalintervention half dem Aktienmarkt aber nur sehr kurz, ebenso wie der Rat des Direktors des Nationalen Wirtschaftsrates der USA, Lawrence Alan Kudlow, an die Zuschauer des Wirtschaftssenders CNBC, jetzt bei Aktien beherzt zuzugreifen. Ähnlich äußerte sich zuvor bereits sein Chef US-Präsident Donald J. Trump via Twitter.

Gleichwohl hat sich die Markterwartung bezüglich der Zinspolitik der Fed schon deutlich geändert: Gingen die Marktteilnehmer bis Ende letzter Woche noch von nur zwei weiteren Zinssenkungen in den USA für dieses Jahr aus, so sind es aktuell bereits drei Zinssenkungen (Buchtipp: Staatsfinanzierung durch Notenbanken!: Theoretische Grundlagen, historische Beispiele und aktuelle Konzeptionen einer großen Steuerungschance). Am 18. März findet das nächste offizielle Meeting des Offenmarktausschusses der Fed in Washington statt. Für diesen Termin lag die Zinssenkungswahrscheinlichkeit bis vor einer Woche bei nur 6,6 Prozent. Aktuell steht dieser Wert bei 32 Prozent, für die Sitzung am 29. April sogar bei 64 Prozent.

Die Fed Gouverneure Narayana Kocherlakota, James B. Bullard und Loretta J. Mester haben ebenfalls ihre Bereitschaft zu weiteren geldpolitischen Stimuli signalisiert. Die beiden Herren bringen sogar einen großen Zinsschritt von 50 Basispunkten ins Spiel.
Es ist also nur noch eine Frage der Zeit und vor allem der Kursverfallsamplitude an den Märkten, bevor die Fed erneut eingreift. Dies geschah zuletzt im Dezember 2018, als die Fed eine 180 Grad Wende vollzog, nachdem die Aktienmärkte in den USA von ihrem Höchststand aus genau 21 Prozent an Wert verloren (S&P 500). Das Eingreifen der Notenbank ist sogar zwischen zwei regulären Sitzungen möglich, wie zuletzt bei den Interventionen am US-Repo-Markt und der Ankündigung des „Non-QE“-Programms.

Chinas Aktienmärkte zeigen erste Resistenzen

In China hat die Notenbank (PBoC) bereits mit über 300 Mrd. US-Dollar an Liquiditätsspritzen und mehreren Zinssenkungen verschiedener Schlüsselsätze sowie mit Leerverkaufsverboten regiert und siehe da: Der Aktienmarkt in China, der vom Coronavirus weltweit am stärksten betroffenen Region, stabilisiert sich. Von den jüngsten Kurseinbrüchen in Japan, Europa und den USA kann sich der chinesische Markt in Folge dieser Zentralbankmaßnahmen abkoppeln. Es besteht also kein Grund zur Panik.

Aktienmärkte im Vergleich in Form eines Chartverlaufs

Generell können die Notenbanken, so sie es denn wollen, unendlich viel Nachfrage erzeugen – auch nach Aktien. Dies geschieht bereits in Japan und der Schweiz. Die Bank of Japan hat beispielsweise bereits 8 Prozent des gesamten japanischen Aktienmarktes in ihrer Bilanz absorbiert und sage und schreibe 77,5 Prozent der japanischen ETF aufgekauft. Eine weitere Maßnahme zur Stützung der Aktienmärkte und der Wirtschaft ist das sogenannte „Helikoptergeld“. Dass es sich bei dieser sehr unkonventionellen Maßnahme ebenfalls nicht um eine Theorie handelt, zeigt die jüngste Verlautbarung des Finanzministeriums in Hongkong: Jeder volljährige Einwohner mit dauerhaftem Wohnsitz in der Metropole erhält 10.000 Hongkong-Dollar als Finanzhilfe (ca. 1.180 Euro) – finanziert aus der Notenpresse und ohne Gegenleistung.

Fazit und Ausblick

Es mag absurd klingen, aber rein technisch haben die Aktienmärkte in einem ungedeckten Fiat-Geld-System nicht zwingend etwas mit den Erträgen der Unternehmen oder dem Zustand der Realwirtschaft zu tun. Im Notfall können die Zentralbanken die Geldmenge beliebig ausweiten und an Unternehmen, den Staat und seine Bürger verteilen. Es liegt ergo nur am Willen der Geldpolitiker oder an dem Druck der auf sie ausgeübt wird, um weitere Zinssenkungen oder die Schaffung und Verteilung neuen Geldes, u. a. zum Aufkauf von Wertpapieren, zu veranlassen.

Noch haben die Notenbanken nur in Ansätzen gezeigt, wozu sie fähig sind. Im Zweifel werden sie alle Bedenken bezüglich der Inflation fahren lassen. In China ist die Teuerungsrate bereits signifikanten auf 5,4 Prozent p. a. im Januar 2020 angestiegen (Januar 2019: 1,7 Prozent). Das hat die People´s Bank of China nicht davon abgehalten, ihre Geldpolitik noch laxer zu gestalten. Unser heutiges Wirtschaftssystem stirbt auch im Falle einer globalen Corona-Pandemie mit kollabierender Weltwirtschaft nicht an einer deflationären Entwicklung, sondern wenn, dann an einer Hyperinflation mit zuvor extrem stark steigenden Preisen für Sachwerte. Dies gilt auch für die Preise von Vermögenswerten, die die Notenbanken direkt aufkaufen: Aktien, Anleihen, Gold, ETF etc.

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    Prognosti

    26. Februar 2020 16:00 at 16:00

    Jetzt hat Herr Zipfel définitif die Rolle von Sven übernommen u. glaubt an die ewige Allmacht der Notenbanken. Vermögenspreise ,die in 10 % der Bevölkerung konzentriert sind bestimmen die Wirtschaft.
    Unglaublich, Herr Fugmann bleibt bald der einzig standhafte Analyst, er hatte ja auch in letzter Zeit wieder Recht obwohl er gegen Windmühlen ankämpfen musste,

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    Columbo

    26. Februar 2020 16:48 at 16:48

    Der Nas 2,2% im Plus. Sven sollte sich langsam melden😷

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    Nico

    26. Februar 2020 17:01 at 17:01

    Nein Prognosti, Hannes Zipfel hat sehr wahrscheinlich recht. Nicht dass man das Verhalten der Notenbanken gutheißen muss, aber viele Bären orientieren sich an alten Regeln. Diese sind im Zeitalter der Nullzinspolitik außer Kraft gesetzt. Keiner weiß für wie lange, aber das beharrliche Ignorieren der neuen Realität wird sehr viel Geld kosten. Ach ja, Bären sagen dann immer, dass man nicht mehr rechtzeitig aus dem Markt kommt, wenn er schlagartig 90 Prozent verliert, wie gerade.

  4. Avatar

    Shorti

    26. Februar 2020 17:25 at 17:25

    Nico , der eineiige Zwilling von @ Sven, immer noch Nichts gelernt? Wenn 90 % der Leute enteignet werden zugunsten der oberen 10% ,werden diese 90 % immer konsumfreudiger.
    Übrigens, ich wäre froh wenn es nochmals hochkommt, ich möchte eine richtige Shortbombe laden.
    Warren Buffett sagt, es könnte bis 50% fallen u.sitzt auf sehr viel Bargeld.

    • Avatar

      Kakadus

      26. Februar 2020 18:01 at 18:01

      Hallo @Shorti haben Sie nen Link zu WB-Aussage?

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      Kakadus

      26. Februar 2020 18:06 at 18:06

      …wo wären ca. Ihre Preisniveaus für die Shortbombe?
      Spiele auch mit dem Gedanken unter dem Spielkartenhäuschen ne ladung TNT zu legen

    • Avatar

      Andreas

      26. Februar 2020 20:07 at 20:07

      @shorti, darf ich bei der richtigen Shortbombe dabei sein?😂

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    Shorti

    26. Februar 2020 18:45 at 18:45

    @ Kakadus, Ich finde den Beitrag nicht mehr, ich glaube es war auf Investing.com
    Es war geschrieben ,dass er etwa auf 33% Bargeld sitzt u.schon länger sagt, Aktien seien zu teuer.
    Da er das schon länger sagt, nehme ich an, dass er nicht vor einer grösseren Korrektur einsteigt.
    Mein Ziel wäre, dass der S&Pnoch mindestens bis 3120 / 3150 hochkommt u.dann noch mehr zu shorten.
    Aber so wie es gerade aussieht sind die Rebounds auch nicht mehr was sie früher waren.
    Aber vielleicht haben sich „Nicos alte Regeln“ wo jeder DIP gekauft werden konnte, geändert u.jetzt plötzlich
    DIE REBONDS VERKAUFT WERDEN.
    Gruss u.ein bassiges 2020.

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    Shorti

    26. Februar 2020 19:00 at 19:00

    @Kakadu, Ich hab’s gefunden.
    Einfach googeln. WARREN BUFFETT SPRICHT VOM KOMMENDEN CRASH.
    Sowas hat man von ihm noch nie gehört !

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      Kakadus

      26. Februar 2020 22:10 at 22:10

      Merci!!!
      Schon gefunden

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    Lausi

    26. Februar 2020 20:23 at 20:23

    Irgendwie hat Meister Zipfel schon recht. Die Zentralbanken können das Spielchen ad absurdum führen. Man stelle sich vor: Die Wirtschaft schlidert in eine schwere Rezession, wenn nicht Depression, und die Aktienkurse steigen trotzdem! Die Inflationsbombe würde dann aber nicht mehr lange auf sich warten lassen – abgesehen von anderen nicht absehbaren Nebenwirkungen. Meine Folgerung daraus: Ich bin dann mal long im Bufu ;-)

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    Shorti

    26. Februar 2020 20:34 at 20:34

    @ Andreas, ja sie dürfen dabei sein, müssen mir aber eine Provision überweisen, da ich neben@ Hesterberg ,Fugmann u.2/ 3 Andern gegen 99,9 % aller Superprofis die Korrektur gespürt habe.
    Buffett war sehr lange bullisch u.ist erst mit der Weiterbildung auf FMW vorsichtig geworden.
    Ja wenn die Bombe zündet werden die Fahnenstangen wackeln.

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    Super-Shorti

    26. Februar 2020 20:46 at 20:46

    @ Lausi, bitte einmal das Organ zwischen den Ohren einschalten.
    Beispiel.Wir haben Rezession u.Entlassungen während die Firmen – u.Aktienbesitzer mit Rekordboni auftrumpfen würden. Der sowieso links/ grüne Trend in der Politik würde sich beschleunigen u.Unruhen in der Bevölkerung würde diesen Trend beschleunigen.Warum haben die Trumpenländer denn Angst vor einem Bernie Sanders?

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    Lausi

    26. Februar 2020 21:53 at 21:53

    @Super-Shorti: Erst recht bei einer (drohenden) Revolution würden die Zentralbanken Geld drucken, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Zentralbänker sitzen einfach am längeren Hebel – sie sind die Herren des Geldes! Anscheinend sind zu allem bereit – über kurz oder lang wird an einem Crack-up-Boom kein Weg vorbei gehen. Eine Rezession/Depression könnte so einen Prozess natürlich extrem beschleunigen.

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    jürgen

    26. Februar 2020 22:39 at 22:39

    Naja, diesmal glaube ich nicht dran, dass man das Problem “wegdrucken” kann. Wenn hier auch bald Fabriken stillstehen, dann helfen auch keine Milliarden. Lebensmittel etc, könnten knapp werden, die kann man auch nicht drucken…..wie soll der Nachschub gesichert werden, wenn Grenzen dichtgemacht und Erzeuger-Firmen schliessen wegen Quarantäne????

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    Hesterberg

    27. Februar 2020 01:07 at 01:07

    “Generell können die Notenbanken, so sie es denn wollen, unendlich viel Nachfrage erzeugen – auch nach Aktien”
    Sehr geschätzter Herr Zipfel,
    das ist ein Irrglaube! Wenn Sie das Wort “unendlich” weglassen, ist die Aussage richtig. Man kann den Finanzsektor nicht dauerhaft von der Gesamtwirtschaft abkoppeln. Bei einer weltweiten schweren und anhaltenden Rezession könnten die Notenbanken die Aktienmärkte vielleicht noch einige Zeit beruhigen, aber je stärker sie die Geldschleusen öffnen, umso größer werden die Verwerfungen und Ungleichgewichte und umso schwerwiegender damit die Folgen. Die Allmacht der Notenbanken ist ein Traum und es bleibt auch einer.

  13. Avatar

    Koch

    27. Februar 2020 10:00 at 10:00

    Die demnächst 16 Jahre andauernde Merkeldiktatur steuert auch zielstrebig auf den Endsieg zu.Nach unmengen Gesetzesbrüchen rund um ihren geliebten €uro,der Fehlbesetzungen europäischer Schlüsselpositionen,der Flüchtlingskatastrophe,der Abschaffung des Zinses folgt nun, als letzter fallender Dominostein,die Entlarvung der Aussage:Die Alternativlosigkeit der Aktienanlage!Das Land in dem man gut und gerne lebt muss die Hosen runterlassen.Wir Bürger(kommt von bürgen!)werden’s wieder ausbaden müssen,haben es aufgrund des langen Führerinnenkults aber auch nicht anders verdient.

    • Avatar

      Michael

      27. Februar 2020 11:44 at 11:44

      @Koch, das völlig haltlose Gerücht, dass “Bürger” von “bürgen” kommt, wurde hier einmal von einem ahnungslosen Kommentator gestreut und erfreut sich seither steigender Beliebtheit. Was jedoch nichts daran ändert, dass es Schwachsinn ist ;)

      Bürger:
      Das Wort Bürger leitet sich von burga (ahd. ‚Schutz‘) ab. Das spätlateinische bŭrgus ist ein Lehnwort (got. baúrgs) für kleine Befestigungsanlagen (lateinisch castrum). Als Burgen im weiteren Sinne (lateinisch oppidum) wurden aber auch befestigte Ortschaften, also mit Palisaden gesicherte Dörfer bezeichnet, später auch ummauerte Marktflecken, in denen sich Gewerbetreibende und Händler niederließen – im Unterschied zum municipium. Bürger in diesem Sinne waren die wehrpflichtigen Bewohner solcher Orte. Etymologisch steckt im Wort Burg das Verb bergen, von dem sich auch die Geborgenheit ableitet, was in der Frühgeschichte die Flucht auf den Berg meinte (wo sich oft die Fliehburgen befanden).
      https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrger

      Bürgen:
      Seit dem 8. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch bürge, borge, althochdeutsch burgeo, burigo, das aus dem westgermanischen *burgjan entstanden ist, außerdem niederdeutsch Börg, niederländisch borg, altenglisch byrga; siehe auch die Etymologie zum Verb borgen. Der Bürge war ursprünglich eine Art Treuhänder, der dafür Sorge trägt, dass der Verfolgte dem Rächer entweder Genugtuung leistet oder sich dessen Rache stellt.
      https://de.wiktionary.org/wiki/B%C3%BCrge
      https://www.dwds.de/wb/etymwb/borgen

      Vereinfacht gesagt, leitet sich der Bürger von Burg, Berg, bergen, von Schutz ab. Der Bürge steht im Gegensatz dazu mit borgen in Zusammenhang.

      • Avatar

        Kritisch on fire

        27. Februar 2020 12:38 at 12:38

        S.g. Hr. Michael!
        Sie haben natürlich recht, dass rein etymologisch Bürger mit bürgen nichts zu tun hat. ABER, der Staat sind dessen Bürger und aus diesem Grund haften eben diese Bürger im Falle eines Staatsbankrotts auch für dessen Schulden – sie sind somit defacto Bürgen. Wenn also dieser Fall eintritt werden eben diese Bürger gerangezogen um mit ihren Vermögenswerten den Wiederaufbau eines bankrotten Staates zu bewerkstelligen. Die Geschichte hat uns es schon unzählige Male gezeigt wie dann gegen vornehmlich die Besitzenden vorgegangen wird,
        Es gilt sogesehen sehr wohl die Assoziation zwischen Bürger und bürgen herzustellen.
        LG

        • Avatar

          Michael

          27. Februar 2020 13:01 at 13:01

          @Kritisch on Fire, ich weiß und finde diese Assoziation als Wortspiel auch originell und für den Extremfall eines Staatsbankrotts passend. Mir ging es nur darum klarzustellen, dass das zusehend exzessiv (nicht nur auf dieser Seite) verbreitete Gerücht, Bürger käme von bürgen oder umkehrt schlicht und ergreifend falsch ist.

          • Avatar

            Michael

            27. Februar 2020 13:03 at 13:03

            —und sorry für mein oberlehrerhaftes Zwangsverhalten 😂

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Aktien: Die Geldflut ebbt nicht ab – und das weltweit!

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Woher kommt das Geld für die Käufe von Aktien? Trotz einer veritablen Wirtschaftskrise und Verlusten aus dem März-Crash – insbesondere bei den zahlreichen gehebelten Depots – haben die Börsen in kurzer Zeit große Höhen erreicht. Erstaunlicherweise gibt es immer noch viel Kapital an der Seitenlinie, wie eine Studie der US-Bank JP Morgan darlegt.

Aktien und die Quelle der Liquidität

Die aktuelle Krise öffnet die Geldschleusen in bisher nicht gesehenem Ausmaß. Eine Studie der US-Großbank in der Sparte „Flows and Liquidity“ zeigt, dass die Großanleger trotz der Rally der Aktien seit Mitte März mit über 40 Prozent Kursanstieg auf höheren Barreserven sitzen. Wie das? Banken vergeben vermehrt Kredite mit Unterstützung der Notenbanken, die man dann als Bankguthaben ausweisen kann. Zudem werden den Banken von FED und EZB Anleihen abgekauft, was wiederum deren Barbestände erhöht. Durch diese Politik werden Aktien und Anleihen stark gestützt. Die Barreserven der großen Institute liegen der Studie zufolge damit sogar noch über dem Niveau vor dem Ausbruch der Coronakrise.

Dies geschieht weltweit, auch in den Emerging Markets, so dass auf diese Weise bis Ende Mai weltweit nicht weniger als 8 Billionen Dollar an Liquidität geschaffen wurden, davon 2 Billionen allein in China, so die US-Bank.

Geldbestände von Privaten und Firmen und deren Bankeinlagen bis zu einer Laufzeit von zwei Jahren, erfasst unter dem Begriff M2.

Das ist eine Geldflut wie bei der Finanzkrise 2008/2009, nur in wesentlich kürzerer Zeit. Sollte es nicht zu einer Umkehr der Notenbankpolitik kommen, kann man in Jahresfrist von etwa 15 Billionen Dollar an Finanzmitteln ausgehen. Das ist keine Annahme der Investmentbank, sondern auf Zahlen des Internationalen Währungsfonds basierend.

Zur Einordnung: Das Weltsozialprodukt betrug im Jahr 2019 86,6 Billionen Dollar, die Aktienmärkte hatten vor Corona eine Marktkapitalisierung von etwa 90 Billionen Dollar erreicht. Laut IWF haben Staaten und Regierungen derzeit Hilfsprogramme von 9 Billionen Dollar zur Verfügung gestellt, was die weltweiten Staatsschulden von 88 auf 105 Prozent schrauben wird. Aber nur, wenn das weltweite BIP nicht mehr als fünf Prozent im Jahre 2020 schrumpfen sollte. Hinzu addieren muss man noch fünf Billionen Dollar an privaten Bankkrediten und Unternehmensanleihen.

Was für eine Schuldenlandschaft. Wundert sich da noch jemand, warum es noch keine Korrekturen bei Aktien gab?

Fazit

Wieder einmal: „Die Flut hebt alle Boote“, was eigentlich schon andauernd festgestellt wird, bekommt durch diese Bankstudie weitere Nahrung. Kapital sucht nach Anlage und da hat der Anleihemarkt erst einmal schlechtere Karten. Damit relativiert sich aus meiner Sicht (vorerst) das Problem Überbewertung der Aktien. Wir haben derzeit in manchen Kennziffern neue Höhen erreicht, aber noch höher ist die Flut des heranrauschenden Geldes, der Kreditboom erzeugt immer mehr Liqiudität. Seit Monaten werden immer wieder Grafiken herumgereicht mit Scheren, dem Auseinanderklaffen von Real- und Finanzwirtschaft. Das bringt aber nichts – wenn gedruckt wird, was das Zeug hält. Damit sieht man aber auch, was die Märkte, was Aktien zum Abbremsen bringen könnte: Ein Abebben der Geldflut und nicht einmal die berühmte „Balance Sheet Reduction“ der Notenbanken, denn diese dürfte derzeit ziemlich illusorisch sein..

Die Geldflut hebt alle Boote - also auch Aktien

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Vor Start der Berichtssaison: Amazon, Netflix, Apple etc – der große Goldrausch

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Als würde man jeden Tag aufs Neue Gold finden, oder als wäre man im Keller der EZB an der Druckerpresse. Der Kasten spuckt einfach immer neues Geld aus. So muss man sich vorkommen, wenn man vor Monaten Aktien wie Amazon, Zoom oder Netflix gekauft hat. Es geht einfach immer weiter nach oben. Der Technologie-Index Nasdaq erklimmt nur aufgrund der großen Tech-Schwergewichte daher immer neue Rekordstände, anders als der Gesamtmarkt, der das Corona-Tal immer noch nicht verlassen hat.

Amazon und Co treiben Nasdaq immer höher und höher und höher

Der Nasdaq erreichte heute Nacht den Höchststand auf CFD-Basis bei 10.674 Punkten. Was für ein Wahnsinn, nachdem der Technologieindex Ende Februar kurz vor Start des großen Börsencrash noch bei 9.745 Punkten stand, und im Tief bis auf 6.655 Punkte abstürzte. Wenige große, stark im Index gewichtete Aktien ziehen den Index hoch, und suggerieren damit, dass die ganze Tech-Branche prächtig laufen würde! Amazon ist wohl der prominenteste Highflyer. Die Aktie erreicht aktuell auch ein neues Rekordhoch, mit einem Aktienkurs von über 3.000 Dollar (3.057 Dollar gestern Abend). Noch am 20. Februar, kurz vor dem Börsencrash, notierte die Aktie bei 2.175 Dollar. Woher kommt dieser Mega-Schub?

Es ist relativ einfach. Die Coronakrise hat die Volkswirtschaften und das Konsumverhalten der Bürger schubartig weiter Richtung Internet verschoben. Jeder Anbieter, der rein zufällig zu diesem Zeitpunkt das passende Geschäftsmodell hatte, profitiert in gigantischem Ausmaß. Bei Amazon ist es auch am Eindeutigsten. Die Leute hocken zuhause, scheuen die Ansteckungsgefahr, oder haben auch keine Lust mit Maske einfachen zu gehen. Also, einloggen bei Amazon und einkaufen.

Netflix und Co eilen auch von Rekordhoch zu Rekordhoch

Ebenso läuft die Aktie Netflix aus nachvollziehbaren Gründen. Die Leute hoch mehr denn je zuhause und gucken Glotze. Filme und Serien über Netflix vertreiben die Zeit. Daher wird jetzt schon mal eingepreist, dass die Abo-Zahlen ab April immer weiter explodiert sind (das war schon im 1. Quartal für den Monat März gut erkennbar). Die Netflix-Aktie konnte seit dem 20. Februar von 390 auf jetzt 493 Dollar steigen. Im folgenden Chart haben wir den Verlauf der Aktien von Netflix und Amazon übereinander gelegt seit Sommer 2019. Der Börsencrash von Februar und März 2020, der ist nur noch eine Randnotiz in diesem Chart?

Chart zeigt Verlauf von Amazon-Aktie gegen Netflix-Aktie

Auch Aktien wie Zoom explodieren regelrecht. Der Videokonferenz-Anbieter legt seit Februar eine Kurssteigerung von 90 auf 261 Dollar hin. Die Aktien der Google-Mutter Alphabet schlossen gestern bei 1.499 Dollar, und sind damit nur noch 30 Dollar entfernt von ihrem Kurs vor dem Start des großen Börsencrash im Februar. Mit 240 Dollar notiert die Facebook-Aktie 20 Dollar höher als vor dem Start des Crash. Und Apple notierte im Februar bei 324 Dollar. Jetzt sind es 373 Dollar, Rekordhoch. Und das wo Apple noch nicht mal eine Art Monopol-Stellung hat wie Amazon! Die Tech-Aktien sind des Wahnsinns, möchte man meinen! Die Wette ist in vollem Gange. Denn was jetzt in immer höheren Kursen dargestellt wird, sind letztlich die Hoffnungen auf das, was in wenigen Tagen verkündet wird – nämlich die Quartalszahlen dieser Konzerne. Dann wird es wirklich entscheidend. Können Amazon, Netflix und Co die extrem hohen Erwartungen an die Zuwächse dank der Coronakrise erfüllen? Oder eben nicht, und es gibt einen kräftigen Abverkauf?

Amazon-Chef Jeff Bezos
Amazon-Chef Jeff Bezos. Foto: Steve Jurvetson – Flickr: Bezos’ Iconic Laugh – Ausschnitt aus Originalfoto – CC BY 2.0

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Digitalen Geschäftsmodellen gehört die Zukunft – Werbung

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Lieber Börsianer,

heute möchte ich Ihnen zwei Unternehmen vorstellen, deren Angebote Sie wahrscheinlich selbst beinahe täglich nutzen. Es geht um die beiden Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard. Beiden Unternehmen gelingt es, Milliardengewinne zu erzielen, indem Sie eine Dienstleistung anbieten, die fast jeder von uns in Anspruch nimmt.

Der Markt für Kreditkarten liegt zu rund drei Viertel in den Händen von Visa und Mastercard. Hochkomplexe Plattformen und Sicherheitsvorkehrungen machen es Neueinsteigern schwer, in das Geschäftsfeld einzudringen. Und so kommt es, dass die beiden Unternehmen an jeder einzelnen Transaktion mitverdienen, bei denen eine Kreditkarte genutzt wird. Das passiert allein in Deutschland viele Millionen Mal am Tag.

Die Corona-Krise bringt die Vorteile digitaler Geschäftsmodelle zur Geltung

Inmitten der Corona-Krise beschleunigte sich das Wachstum der beiden Anbieter. Wenn die Menschen nicht mehr so häufig zum Einkaufen in die Stadt oder den Supermarkt fahren, boomt das Online-Shopping. Und im Gegensatz zum Einkauf im Ladengeschäft wird online ein großer Teil der Rechnungen mit Kreditkarte bezahlt.

Visa und Mastercard arbeiten extrem effizient. Die Gewinnmargen liegen bei beiden Unternehmen regelmäßig um die 50%. Das bedeutet, dass von jedem erwirtschafteten Euro rund die Hälfte als Gewinn in der Kasse verbleibt. „Normale“ Unternehmen sind oft schon froh über eine Gewinnmarge von 10%. Doch die Kreditkartenanbieter können mit dünner Personaldecke und einer schlanken Kostenstruktur punkten. Es braucht nicht viel mehr als einen Internetanschluss und fähige Programmierer und Sicherheitsexperten um erfolgreich zu sein.

Netzwerkeffekte lassen Gewinne schneller steigen als die Kosten

Visa und Mastercard profitieren zudem wie viele Digitalunternehmen von Netzwerkeffekten. Wenn die technische Infrastruktur einmal aufgebaut ist, dann ist beinahe egal wie viele Transaktionen abgewickelt werden. Die Kosten steigen nur minimal, während der Umsatz bei doppelt so vielen Transaktionen auch doppelt…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

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