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Aktien

Aktienmärkte: Wie der Kurseinbruch schnell geheilt werden kann

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Die New Yorker Börse als Symbol der Aktienmärkte in den USA

Auf Gier folgt Panik, und auf grenzenlosen Optimismus die Angst vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Warum sich Anleger dennoch keine Sorgen über die Schwäche der Aktienmärkte machen müssen, möchte ich hier ansprechen.

Die Notenpressen funktionieren – nur das ist für die Aktienmärkte relevant

Die Preisbildung bei Aktien folgt wie bei allen Preisen dem Mechanismus von Angebot und Nachfrage. Momentan gibt es aufgrund der starken Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Coronavirus-Epidemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen deutlich mehr Angebot an Aktien, als Nachfrage, wie man unschwer an den Kursentwicklungen der Aktienmärkte in den letzten Tagen erkennen kann. Noch handelt es sich nur um eine Korrektur und nicht um eine Baisse. Diese wäre per Definition erst dann eingeläutet, wenn die Preise um mehr als 20 Prozent fallen würden. Ob es dazu kommt, hängt allein von dem Handlungswillen der Notenbanken ab. Diese können unbegrenzt als Nachfrager auch am Aktienmarkt auftreten oder in Form von Zinssenkungen und QE-Programmen Rahmenbedingungen schaffen, die die Investoren dazu veranlassen, ihre Aktienbestände wieder zurückzukaufen und sogar weiter aufzustocken.

Die Entwicklung an den Aktienmärkten kann sich also sehr schnell wieder drehen, da besonders in den USA die Vermögenspreise eine hohe Bedeutung für die Konsumentenstimmung und die Konsumausgaben darstellen (Buchtipp: Dividenden Aktien und ETFs: Geld anlegen und sparen mit intelligenter Dividendenstrategie). Letztere sind für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten essenziell. Ökonomen sprechen aus gutem Grund von einer „Asset Driven Economy“ (von Vermögenspreisen angetriebene US-Wirtschaft). Daher rückt der jüngste Kurseinbruch der Aktienmärkte in den USA bereits in den Fokus der Notenbank Fed. Gestern Abend sendete der Vize-Chef der Fed, Richard Harris Clarida, erste Signale in Richtung einer erneuten Lockerung der Geldpolitik, sollte sich das Umfeld weiter eintrüben. Diese Verbalintervention half dem Aktienmarkt aber nur sehr kurz, ebenso wie der Rat des Direktors des Nationalen Wirtschaftsrates der USA, Lawrence Alan Kudlow, an die Zuschauer des Wirtschaftssenders CNBC, jetzt bei Aktien beherzt zuzugreifen. Ähnlich äußerte sich zuvor bereits sein Chef US-Präsident Donald J. Trump via Twitter.

Gleichwohl hat sich die Markterwartung bezüglich der Zinspolitik der Fed schon deutlich geändert: Gingen die Marktteilnehmer bis Ende letzter Woche noch von nur zwei weiteren Zinssenkungen in den USA für dieses Jahr aus, so sind es aktuell bereits drei Zinssenkungen (Buchtipp: Staatsfinanzierung durch Notenbanken!: Theoretische Grundlagen, historische Beispiele und aktuelle Konzeptionen einer großen Steuerungschance). Am 18. März findet das nächste offizielle Meeting des Offenmarktausschusses der Fed in Washington statt. Für diesen Termin lag die Zinssenkungswahrscheinlichkeit bis vor einer Woche bei nur 6,6 Prozent. Aktuell steht dieser Wert bei 32 Prozent, für die Sitzung am 29. April sogar bei 64 Prozent.

Die Fed Gouverneure Narayana Kocherlakota, James B. Bullard und Loretta J. Mester haben ebenfalls ihre Bereitschaft zu weiteren geldpolitischen Stimuli signalisiert. Die beiden Herren bringen sogar einen großen Zinsschritt von 50 Basispunkten ins Spiel.
Es ist also nur noch eine Frage der Zeit und vor allem der Kursverfallsamplitude an den Märkten, bevor die Fed erneut eingreift. Dies geschah zuletzt im Dezember 2018, als die Fed eine 180 Grad Wende vollzog, nachdem die Aktienmärkte in den USA von ihrem Höchststand aus genau 21 Prozent an Wert verloren (S&P 500). Das Eingreifen der Notenbank ist sogar zwischen zwei regulären Sitzungen möglich, wie zuletzt bei den Interventionen am US-Repo-Markt und der Ankündigung des „Non-QE“-Programms.

Chinas Aktienmärkte zeigen erste Resistenzen

In China hat die Notenbank (PBoC) bereits mit über 300 Mrd. US-Dollar an Liquiditätsspritzen und mehreren Zinssenkungen verschiedener Schlüsselsätze sowie mit Leerverkaufsverboten regiert und siehe da: Der Aktienmarkt in China, der vom Coronavirus weltweit am stärksten betroffenen Region, stabilisiert sich. Von den jüngsten Kurseinbrüchen in Japan, Europa und den USA kann sich der chinesische Markt in Folge dieser Zentralbankmaßnahmen abkoppeln. Es besteht also kein Grund zur Panik.

Aktienmärkte im Vergleich in Form eines Chartverlaufs

Generell können die Notenbanken, so sie es denn wollen, unendlich viel Nachfrage erzeugen – auch nach Aktien. Dies geschieht bereits in Japan und der Schweiz. Die Bank of Japan hat beispielsweise bereits 8 Prozent des gesamten japanischen Aktienmarktes in ihrer Bilanz absorbiert und sage und schreibe 77,5 Prozent der japanischen ETF aufgekauft. Eine weitere Maßnahme zur Stützung der Aktienmärkte und der Wirtschaft ist das sogenannte „Helikoptergeld“. Dass es sich bei dieser sehr unkonventionellen Maßnahme ebenfalls nicht um eine Theorie handelt, zeigt die jüngste Verlautbarung des Finanzministeriums in Hongkong: Jeder volljährige Einwohner mit dauerhaftem Wohnsitz in der Metropole erhält 10.000 Hongkong-Dollar als Finanzhilfe (ca. 1.180 Euro) – finanziert aus der Notenpresse und ohne Gegenleistung.

Fazit und Ausblick

Es mag absurd klingen, aber rein technisch haben die Aktienmärkte in einem ungedeckten Fiat-Geld-System nicht zwingend etwas mit den Erträgen der Unternehmen oder dem Zustand der Realwirtschaft zu tun. Im Notfall können die Zentralbanken die Geldmenge beliebig ausweiten und an Unternehmen, den Staat und seine Bürger verteilen. Es liegt ergo nur am Willen der Geldpolitiker oder an dem Druck der auf sie ausgeübt wird, um weitere Zinssenkungen oder die Schaffung und Verteilung neuen Geldes, u. a. zum Aufkauf von Wertpapieren, zu veranlassen.

Noch haben die Notenbanken nur in Ansätzen gezeigt, wozu sie fähig sind. Im Zweifel werden sie alle Bedenken bezüglich der Inflation fahren lassen. In China ist die Teuerungsrate bereits signifikanten auf 5,4 Prozent p. a. im Januar 2020 angestiegen (Januar 2019: 1,7 Prozent). Das hat die People´s Bank of China nicht davon abgehalten, ihre Geldpolitik noch laxer zu gestalten. Unser heutiges Wirtschaftssystem stirbt auch im Falle einer globalen Corona-Pandemie mit kollabierender Weltwirtschaft nicht an einer deflationären Entwicklung, sondern wenn, dann an einer Hyperinflation mit zuvor extrem stark steigenden Preisen für Sachwerte. Dies gilt auch für die Preise von Vermögenswerten, die die Notenbanken direkt aufkaufen: Aktien, Anleihen, Gold, ETF etc.

21 Kommentare

21 Comments

  1. Avatar

    Prognosti

    26. Februar 2020 16:00 at 16:00

    Jetzt hat Herr Zipfel définitif die Rolle von Sven übernommen u. glaubt an die ewige Allmacht der Notenbanken. Vermögenspreise ,die in 10 % der Bevölkerung konzentriert sind bestimmen die Wirtschaft.
    Unglaublich, Herr Fugmann bleibt bald der einzig standhafte Analyst, er hatte ja auch in letzter Zeit wieder Recht obwohl er gegen Windmühlen ankämpfen musste,

  2. Avatar

    Columbo

    26. Februar 2020 16:48 at 16:48

    Der Nas 2,2% im Plus. Sven sollte sich langsam melden😷

  3. Avatar

    Nico

    26. Februar 2020 17:01 at 17:01

    Nein Prognosti, Hannes Zipfel hat sehr wahrscheinlich recht. Nicht dass man das Verhalten der Notenbanken gutheißen muss, aber viele Bären orientieren sich an alten Regeln. Diese sind im Zeitalter der Nullzinspolitik außer Kraft gesetzt. Keiner weiß für wie lange, aber das beharrliche Ignorieren der neuen Realität wird sehr viel Geld kosten. Ach ja, Bären sagen dann immer, dass man nicht mehr rechtzeitig aus dem Markt kommt, wenn er schlagartig 90 Prozent verliert, wie gerade.

  4. Avatar

    Shorti

    26. Februar 2020 17:25 at 17:25

    Nico , der eineiige Zwilling von @ Sven, immer noch Nichts gelernt? Wenn 90 % der Leute enteignet werden zugunsten der oberen 10% ,werden diese 90 % immer konsumfreudiger.
    Übrigens, ich wäre froh wenn es nochmals hochkommt, ich möchte eine richtige Shortbombe laden.
    Warren Buffett sagt, es könnte bis 50% fallen u.sitzt auf sehr viel Bargeld.

    • Avatar

      Kakadus

      26. Februar 2020 18:01 at 18:01

      Hallo @Shorti haben Sie nen Link zu WB-Aussage?

    • Avatar

      Kakadus

      26. Februar 2020 18:06 at 18:06

      …wo wären ca. Ihre Preisniveaus für die Shortbombe?
      Spiele auch mit dem Gedanken unter dem Spielkartenhäuschen ne ladung TNT zu legen

    • Avatar

      Andreas

      26. Februar 2020 20:07 at 20:07

      @shorti, darf ich bei der richtigen Shortbombe dabei sein?😂

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    Shorti

    26. Februar 2020 18:45 at 18:45

    @ Kakadus, Ich finde den Beitrag nicht mehr, ich glaube es war auf Investing.com
    Es war geschrieben ,dass er etwa auf 33% Bargeld sitzt u.schon länger sagt, Aktien seien zu teuer.
    Da er das schon länger sagt, nehme ich an, dass er nicht vor einer grösseren Korrektur einsteigt.
    Mein Ziel wäre, dass der S&Pnoch mindestens bis 3120 / 3150 hochkommt u.dann noch mehr zu shorten.
    Aber so wie es gerade aussieht sind die Rebounds auch nicht mehr was sie früher waren.
    Aber vielleicht haben sich „Nicos alte Regeln“ wo jeder DIP gekauft werden konnte, geändert u.jetzt plötzlich
    DIE REBONDS VERKAUFT WERDEN.
    Gruss u.ein bassiges 2020.

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    Shorti

    26. Februar 2020 19:00 at 19:00

    @Kakadu, Ich hab’s gefunden.
    Einfach googeln. WARREN BUFFETT SPRICHT VOM KOMMENDEN CRASH.
    Sowas hat man von ihm noch nie gehört !

    • Avatar

      Kakadus

      26. Februar 2020 22:10 at 22:10

      Merci!!!
      Schon gefunden

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    Lausi

    26. Februar 2020 20:23 at 20:23

    Irgendwie hat Meister Zipfel schon recht. Die Zentralbanken können das Spielchen ad absurdum führen. Man stelle sich vor: Die Wirtschaft schlidert in eine schwere Rezession, wenn nicht Depression, und die Aktienkurse steigen trotzdem! Die Inflationsbombe würde dann aber nicht mehr lange auf sich warten lassen – abgesehen von anderen nicht absehbaren Nebenwirkungen. Meine Folgerung daraus: Ich bin dann mal long im Bufu ;-)

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    Shorti

    26. Februar 2020 20:34 at 20:34

    @ Andreas, ja sie dürfen dabei sein, müssen mir aber eine Provision überweisen, da ich neben@ Hesterberg ,Fugmann u.2/ 3 Andern gegen 99,9 % aller Superprofis die Korrektur gespürt habe.
    Buffett war sehr lange bullisch u.ist erst mit der Weiterbildung auf FMW vorsichtig geworden.
    Ja wenn die Bombe zündet werden die Fahnenstangen wackeln.

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    Super-Shorti

    26. Februar 2020 20:46 at 20:46

    @ Lausi, bitte einmal das Organ zwischen den Ohren einschalten.
    Beispiel.Wir haben Rezession u.Entlassungen während die Firmen – u.Aktienbesitzer mit Rekordboni auftrumpfen würden. Der sowieso links/ grüne Trend in der Politik würde sich beschleunigen u.Unruhen in der Bevölkerung würde diesen Trend beschleunigen.Warum haben die Trumpenländer denn Angst vor einem Bernie Sanders?

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    Lausi

    26. Februar 2020 21:53 at 21:53

    @Super-Shorti: Erst recht bei einer (drohenden) Revolution würden die Zentralbanken Geld drucken, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Zentralbänker sitzen einfach am längeren Hebel – sie sind die Herren des Geldes! Anscheinend sind zu allem bereit – über kurz oder lang wird an einem Crack-up-Boom kein Weg vorbei gehen. Eine Rezession/Depression könnte so einen Prozess natürlich extrem beschleunigen.

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    jürgen

    26. Februar 2020 22:39 at 22:39

    Naja, diesmal glaube ich nicht dran, dass man das Problem „wegdrucken“ kann. Wenn hier auch bald Fabriken stillstehen, dann helfen auch keine Milliarden. Lebensmittel etc, könnten knapp werden, die kann man auch nicht drucken…..wie soll der Nachschub gesichert werden, wenn Grenzen dichtgemacht und Erzeuger-Firmen schliessen wegen Quarantäne????

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    Hesterberg

    27. Februar 2020 01:07 at 01:07

    „Generell können die Notenbanken, so sie es denn wollen, unendlich viel Nachfrage erzeugen – auch nach Aktien“
    Sehr geschätzter Herr Zipfel,
    das ist ein Irrglaube! Wenn Sie das Wort „unendlich“ weglassen, ist die Aussage richtig. Man kann den Finanzsektor nicht dauerhaft von der Gesamtwirtschaft abkoppeln. Bei einer weltweiten schweren und anhaltenden Rezession könnten die Notenbanken die Aktienmärkte vielleicht noch einige Zeit beruhigen, aber je stärker sie die Geldschleusen öffnen, umso größer werden die Verwerfungen und Ungleichgewichte und umso schwerwiegender damit die Folgen. Die Allmacht der Notenbanken ist ein Traum und es bleibt auch einer.

  13. Avatar

    Koch

    27. Februar 2020 10:00 at 10:00

    Die demnächst 16 Jahre andauernde Merkeldiktatur steuert auch zielstrebig auf den Endsieg zu.Nach unmengen Gesetzesbrüchen rund um ihren geliebten €uro,der Fehlbesetzungen europäischer Schlüsselpositionen,der Flüchtlingskatastrophe,der Abschaffung des Zinses folgt nun, als letzter fallender Dominostein,die Entlarvung der Aussage:Die Alternativlosigkeit der Aktienanlage!Das Land in dem man gut und gerne lebt muss die Hosen runterlassen.Wir Bürger(kommt von bürgen!)werden’s wieder ausbaden müssen,haben es aufgrund des langen Führerinnenkults aber auch nicht anders verdient.

    • Avatar

      Michael

      27. Februar 2020 11:44 at 11:44

      @Koch, das völlig haltlose Gerücht, dass „Bürger“ von „bürgen“ kommt, wurde hier einmal von einem ahnungslosen Kommentator gestreut und erfreut sich seither steigender Beliebtheit. Was jedoch nichts daran ändert, dass es Schwachsinn ist ;)

      Bürger:
      Das Wort Bürger leitet sich von burga (ahd. ‚Schutz‘) ab. Das spätlateinische bŭrgus ist ein Lehnwort (got. baúrgs) für kleine Befestigungsanlagen (lateinisch castrum). Als Burgen im weiteren Sinne (lateinisch oppidum) wurden aber auch befestigte Ortschaften, also mit Palisaden gesicherte Dörfer bezeichnet, später auch ummauerte Marktflecken, in denen sich Gewerbetreibende und Händler niederließen – im Unterschied zum municipium. Bürger in diesem Sinne waren die wehrpflichtigen Bewohner solcher Orte. Etymologisch steckt im Wort Burg das Verb bergen, von dem sich auch die Geborgenheit ableitet, was in der Frühgeschichte die Flucht auf den Berg meinte (wo sich oft die Fliehburgen befanden).
      https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrger

      Bürgen:
      Seit dem 8. Jahrhundert bezeugt; mittelhochdeutsch bürge, borge, althochdeutsch burgeo, burigo, das aus dem westgermanischen *burgjan entstanden ist, außerdem niederdeutsch Börg, niederländisch borg, altenglisch byrga; siehe auch die Etymologie zum Verb borgen. Der Bürge war ursprünglich eine Art Treuhänder, der dafür Sorge trägt, dass der Verfolgte dem Rächer entweder Genugtuung leistet oder sich dessen Rache stellt.
      https://de.wiktionary.org/wiki/B%C3%BCrge
      https://www.dwds.de/wb/etymwb/borgen

      Vereinfacht gesagt, leitet sich der Bürger von Burg, Berg, bergen, von Schutz ab. Der Bürge steht im Gegensatz dazu mit borgen in Zusammenhang.

      • Avatar

        Kritisch on fire

        27. Februar 2020 12:38 at 12:38

        S.g. Hr. Michael!
        Sie haben natürlich recht, dass rein etymologisch Bürger mit bürgen nichts zu tun hat. ABER, der Staat sind dessen Bürger und aus diesem Grund haften eben diese Bürger im Falle eines Staatsbankrotts auch für dessen Schulden – sie sind somit defacto Bürgen. Wenn also dieser Fall eintritt werden eben diese Bürger gerangezogen um mit ihren Vermögenswerten den Wiederaufbau eines bankrotten Staates zu bewerkstelligen. Die Geschichte hat uns es schon unzählige Male gezeigt wie dann gegen vornehmlich die Besitzenden vorgegangen wird,
        Es gilt sogesehen sehr wohl die Assoziation zwischen Bürger und bürgen herzustellen.
        LG

        • Avatar

          Michael

          27. Februar 2020 13:01 at 13:01

          @Kritisch on Fire, ich weiß und finde diese Assoziation als Wortspiel auch originell und für den Extremfall eines Staatsbankrotts passend. Mir ging es nur darum klarzustellen, dass das zusehend exzessiv (nicht nur auf dieser Seite) verbreitete Gerücht, Bürger käme von bürgen oder umkehrt schlicht und ergreifend falsch ist.

          • Avatar

            Michael

            27. Februar 2020 13:03 at 13:03

            —und sorry für mein oberlehrerhaftes Zwangsverhalten 😂

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Netflix-Quartalszahlen: Erwartungen verfehlt, Aktie fällt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Netflix auf TV

Die Netflix-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 6,44 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,24/letztes Quartal 6,15/für heute erwartet 6,4).

Der Gewinn liegt bei 1,74 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,47/letztes Quartal 1,59/für heute erwartet 2,13).

Die Nutzerzahl ist im dritten Quartal um 2,20 Millionen gewachsen. Die Erwartungen lagen bei 2,5 Mio durch Netflix selbst – der Markt erwartete 2,5-3,2 Mio.

Wie man aktuell verkündet, erwartet man 6,0 Millionen neue Nutzer im laufenden 4. Quartal.

Free Cash Flow +1,14 Milliarden Dollar (Vorquartal +899). Operative Marge 20,4 Prozent nach 22,1 Prozent im Vorquartal.

Die Netflix-Aktie reagiert nachbörslich mit -4,7 Prozent.

Kurz-Fazit: Gewinn pro Aktie und die Zahl neuer Abos verfehlen die Erwartungen. Das wird nun nachbörslich abgestraft.

Datenblatt mit aktuellen Quartalszahlen von Netflix

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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