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Aktienmärkte: Wiederholt sich Geschichte? Finanzkrise und Coronakrise

Wiederholen die Aktienmärkte die Geschichte? Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich, so eine Aussage von Mark Twain

Notenbanken am Limit

Auch wenn seitens der Notenbanken stets betont wird, dass man noch genügend Werkzeuge im Kasten habe, um sowohl die Schwäche der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes, als auch die Inflation wirksam zu bekämpfen, so hat sich das Reservoir doch ziemlich verkleinert. Die Staatsschulden in den führenden Wirtschaftsnationen sind nach oben geschnellt und die Notenbanken kaufen die gedruckten Euros und Dollars eifrig auf. In Europa nimmt man die Europäische Zentralbank so ziemlich alle neu entstandenen Staatsschulden in ihre Bücher. Der Zinsspielraum nach unten ist aufgebraucht, negative Leitzinsen bringen keine Vorteile, sie wirken kontraproduktiv und wurden mittlerweile als Option der Zentralbanken ausgeschlossen.

Der große Unterschied zu 2010

Wieder einmal sind die Notenbanken massiv eingeschritten, um ein „Absaufen“ der Wirtschaft mit viel gedruckten Geld zu unterbinden, was in den USA nichts anderes bedeutet, als dass der 16 Billionen Dollar schwere Konsum der Bürger nicht leiden darf, genauso wenig wie die mittlerweile 44 Billionen Dollar schweren Aktienmärkte der USA (Wilshire 5000).

Wie im Jahr 2004 begründet die Notenbank 2021 ihre Zögerlichkeit bei der Verteuerung des Geldes damit, dass man dem Arbeitsmarkt mehr Zeit geben müsse, bis zur vollständigen Erholung.

Aber da sich in engem zeitlichen Zusammenhang sehr viele andere Länder auch auf diese Methode verständigt haben, könnte jetzt zumindest kurzzeitig etwas geschehen, was man schon über eine Dekade nicht mehr erlebt hat: Das Erwachen der Sphinx, oder ein Anstieg der Inflation, die man doch jahrelang (scheinbar) so herbeigesehnt hatte. Aber zum Zwecke der finanziellen Repression, was man natürlich nicht an die große Glocke gehängt hat.

Und hier enden die Gemeinsamkeiten. Das Experiment der Notenbanken kann auf kurze Sicht viel auslösen, einen Anstieg der Kapitalmarktzinsen, was für die Aktienmärkte nicht angenehm wäre oder aber auch sogar noch einmal einen richtigen (Aktien)Rush nach oben.

Längerfristig ist die Situation noch viel verworrener, denn ein aus den „Schulden-Herauswachsen“ in dieser Größenordnung hat bisher nur nach Zweiten Weltkrieg funktioniert.

Die gezeichnete mittelfristigen Chartlinien der Aktienmärkte dürften aufgrund der dargelegten Rahmenbedingungen aber bald ihren Gleichlauf verlieren!



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1 Kommentar

  1. Und es wird wider nicht passieren.Wenn die Politiker glauben sie wären schlauer als die Wallstreetmathematiker,warum sind sie dann Lokalpolitiker ?? Sie sind den Pakt mit dem Teufel eingegangen.
    In ihrer grenzenlosen Arroganz hat die G7 für die zweite Finanzkrise 2019 mit kleinen statistischen Bauerntricks nochmal den Notausgang „Covid“ gewählt. Aber der nächste deflationäre Schock kommt erst nachdem die Babyboomer den Schaffenshorizont verlassen haben und die neuen expo. gestiegenen Summen, die dann fällig werden ,glaub ich, sind nicht mehr zu stemmen. Ich bin jetzt schon auf das Argument in 2027-2028 gespannt.
    Auf jeden Fall mit mehr Tragweite als Corona ,das steht jetzt schon fest.

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