Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Wird deutsche Berichtssaison Sommerloch auslösen?

Es scheint, als ob im Dax Überlegungen zu einem Ausstieg für viele Anleger im Moment sehr viel näher sind, als ein etwaiger Einstieg..

Avatar

Veröffentlicht

am

Blickt man auf die Aktienmärkte, fällt auf: Der Dax schwächelt seit Tagen, am Donnerstag schloss er bereits den fünften Tag in Folge im Minus und es baut sich zu den amerikanischen Indizes eine deutliche Lücke auf. Über die schlechten Indikationen aus dem Maschinenbau und der Automobilindustrie wurde hier schon viel geschrieben, aber die drastische Gewinnwarnung von BASF mit 30 Prozent am Montag hat schon richtig Zweifel gestreut (und heute folgt Daimler mit einer Gewinnwarnung!) – bei denjenigen, die auf ein Durchstarten der Deutschen Konjunktur im zweiten Halbjahr gesetzt hatten. Der große Chemiekonzerns ist Zulieferer für viele Branchen und somit ein erstzunehmender Frühindikator.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Apropos BASF. Schon erstaunlich, dass der Konzern sein Allzeithoch schon am 19. Januar 2018 erreicht hatte mit 97,88 Euro, in zeitlicher Nähe zum Dax (23.Januar mit 13590 Punkten). Zu diesem Zeitpunkt sprach man von einem weltweiten synchronen Aufschwung, erste Gewinnrevisionen gab es erst im Sommer 2018. Und wo steht BASF derzeit? Unter 60 Euro, schon erstaunlich, dass Investoren schon so früh auf ein Ende des Wachstums gesetzt haben, beim Chemiekonzerns und im exportlastigen Index.

 

Aktienmärkte: Die Gewinnwarnungen der Nebenwerte

Es scheint, als ob im Dax Überlegungen zu einem Ausstieg für viele Anleger im Moment sehr viel näher sind, als ein etwaiger Einstieg. Es könnte ja eine Vielzahl an Quartalszahlen in den kommenden Wochen mit Enttäuschungen und revidierten Prognosen für das Gesamtjahr geben. Am Donnerstag gaben Nebenwerte aus dem MDax und SDAX schon mal einen kleinen Vorgeschmack, der die Aktienmärkte in den nächsten Wochen belasten könnte.

Nach einer Absenkung der Prognose gingen die Maschinenbauer Krones und Aumann sowie die Deutsche Beteiligungs AG in die Knie. Krones brachen um 19 Prozent ein, Aumann um 18,5 Prozent und Deutsche Beteiligung verloren 9,2 Prozent.

Bis zur Berichterstattung der großen Dax-Werte haben wir noch etwas Zeit. Es geht los mit SAP am 18. Juli, aber richtig startet die Quartalssaison erst am 24. Juli.

 

Sind diese Verlusttage schon ein Vorgeschmack auf das Sommerloch?

Ich habe in einem Kommentar am 10. Juni schon auf ein saisonales Muster hingewiesen, welches bisher eine unglaublich hohe Trefferquote aufwies – im Vergleich zur Sell in May-Regel zum Beispiel.

Bei Studien über die Kursverläufe in der Periode zwischen dem 1. Juni und dem 30. September wurde festgestellt, dass es beim Dax seit seinem Bestehen im Jahre 1988 eine 87-prozentigen Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch in dieser Periode gab. Also in 27 von 31 Jahren fiel der Index um durchschnittlich 13,7 Prozent (beim EuroStoxx 12 Prozent). Aber Vorsicht: Das bedeutet nicht, dass der Index Ende September so tief steht, sondern nur, dass er einen solchen Rückgang innerhalb dieser vier Monate vollzogen hat. Allerdings stand der Dax am 3. Juni bei gerademal 11792 Punkten. Eine Korrektur von über 13 Prozent würde den Index fast schon auf seine Dezembertiefs zurückwerfen.

Ergo: Nach einem sehr guten ersten Halbjahr mit einem Start wie seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen, wäre das Sommerloch gar nicht so unrealistisch. Angesichts einer anstehenden Berichtssaison, die unter keinem allzu guten Stern steht. Sich im Wochenrhythmus eintrübende Indikatoren und Gewinnwarnungen könnten zu einer Auspreisung großer Zukunftshoffnungen für die Aktienmärke führen. Selbst Optimisten werden nicht erwarten, dass der Index in dem im ersten Halbjahr gezeigten Tempo und ohne Korrektur weitermacht. Wir hatten in diesem Jahr noch keine Korrektur von deutlich über fünf Prozent – ganz anders als in den Vorjahren.

 

Die Aktienmärkte droften auseinander: der Dax wesentlich schwächer als die US-Indizes

Foto: Deutsche Börse AG

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    12. Juli 2019 10:00 at 10:00

    Was ich erstaunlich finde:
    Der Baltic Dry Index geht durch die Decke!
    Gegenüber März mehr als verdoppelt.
    Wie geht das zusammen????

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    12. Juli 2019 11:07 at 11:07

    @ MacWoiferl. Gute Frage. Darüber habe ich mich auch schon gewundert. Dieser Index, der die großen Volumina an Gütern bemisst, die über die Weltmeere verschifft werden (also die Masse) lag Anfang Februar noch bei 601 Punkten und ist bis letzte Woche auf 1750 Punkte geradezu explodiert. In einer Woche von 1354 auf 1750 Punkte. Heute schon bei 1810 Punkten. Der Baltic Dry gilt als Frühindikator, denn bevor man produzieren kann, müssen erst die Rohmaterialien (Eisenerz usw,) ankommen. Sollte sich tatsächlich dabei eine Erholung im zweiten Halbjahr ankündigen? Noch sehr verwirrend.
    Gruß

    • Avatar

      Koch

      12. Juli 2019 12:02 at 12:02

      Eher nicht.Ich vermute mal,dass die Berechnungen der letzten paar BTI aus dem Hause Juncker(wenn es ernst wird ,muss man lügen!),stammen.

  3. Avatar

    Shong09

    12. Juli 2019 13:15 at 13:15

    Iwer (Markus Koch?) sagte, dass dies mit dem Staudammbruch von Vale in Brasilien zusammenhängt. Dadurch muss von wo anders (weiter weg) das Eisenerz herangekarrt werden, wordurch natürlich bei längerem Transportweg mehr Kapazität benötigt wird.
    Bin mir nicht sicher, ob der BTI Gebühren für Schüttgut misst oder ein Misch Masch aus verschiedenen ist (Container). Obiges wäre zumindest für saftige Preisaufschläge bei Schüttgut eine mögliche Erklärung

    • Avatar

      Ranzentier

      12. Juli 2019 14:45 at 14:45

      man bräuchte die genauen Einzeldaten auf den Routen…ich habe mal bei der Gesellschaft nachgeschaut…dort kann man für 2 Wochen die täglichen Dokumentationen kostenlos erhalten, allerdings nicht, wenn man Privatperson ist…

  4. Avatar

    Ranzentier

    12. Juli 2019 13:33 at 13:33

    …laut den Erläuterungen zum BTI soll der Index wohl Manipulationssicherheit sein…dann scheint der vorhergesagte Aufschwung zu kommen…8 – 12 Monate Vorlauf…Trump hat das mit seiner Finanzbranche in den USA anscheinend clever gemacht…die JP Morgan Zahlen werden den Weg weisen…Megagewinne…die wenigen den Index bestimmenden Aktien unter eigene Kontrolle gebracht…damit wenig Verkaufsdruck erzeugt oder nur dann Verkaufsdruck erzeugt, wenn es darauf ankam…die Werte müssen jetzt nur gehalten werden auf dem Niveau…auf die anderen Firmen, die gefallen sind stürzen dann die Fonds wieder drauf und „entdecken Perlen“ in den Indizes…dann geht es weiter…in 12 Monaten werden dann die Zeitungen erzählen, dass das jetzt gerade die Rezession war…und weiter geht’s im normalen Tagesgeschäft…ein Präsident der sich an den Aktienkursen bemessen lässt, weiß ganz genau in welche Richtung die Kurse gehen…sonst würde er es nicht darauf anlegen…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

Avatar

Veröffentlicht

am

ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

Avatar

Veröffentlicht

am

Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Dax, Dow, Öl und Gold zum Wochenschluss

Avatar

Veröffentlicht

am

Der Schub nach oben in den Indizes ist verloren gegangen. Die US-Arbeitsmarktdaten haben Dax und Dow wenig beeindruckt. Im Öl wird die Trendrichtung nach der Korrektur nach oben fortgesetzt. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“ (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage