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Aktienmärkte: Wo bleibt bloß die überfällige Korrektur?

Die Aktienmärkte in den USA waren bis vor kurzem extrem überkauft. Aber was ist bisher passiert? Eine mickrige Korrektur, mehr bisher nicht! Warum?

Wolfgang Müller

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Es ist schon erstaunlich: Die Aktienmärkte in den USA waren bis vor kurzem extrem überkauft, erkennbar an den Indizes und den großen Abständen zu ihren Aufwärtstrends, den großen Zuflüssen von Anlagekapital in die Investmentfonds oder auch an der großen Euphorie der Anleger. Aber was ist bisher passiert? Eine mickrige Korrektur der US-Indizes (Dow Jones, S&P 500, Nasdaq) im Bereich der Tagesschwankungen. Und es sind nur noch ein paar Wochen bis zum Saisonfinale. Woher rührt diese Marktstärke?

Aktienmärkte: Änderungen im großen Bild?

Wie immer lohnt sich ein Blick auf das Big Picture an den Märkten mit den be- und entlastenden Faktoren. Denn die Tagesschlagzeilen verleiten zu Aktionismus, wie die Störfeuer Donald Trumps sich für die Wahlniederlage zu rächen, oder die vielen Nickligkeiten gegen seinen Nachfolger, um ihm den Amtsantritt zu erschweren. Belastend sind auf alle Fälle die hohen Coronazahlen mit den vielen kleinen Lockdown-Maßnahmen, wie die Schulschließungen in New York. Aber auch das hat die Aktienmärkte bisher nicht richtig beeinflusst. Sehr erstaunlich, denn bei überkauften Märkten bedarf es oft nur eines kleinen Anlasses für eine größere Korrektur.

Gibt es neue Gegenwindfaktoren?

Natürlich hinterlässt die Ausbreitung von Covid-19 immer deutlichere Spuren in der aktuellen Wirtschaftsentwicklung. Kurz- und mittelfristige Indikatoren, wie Einkaufsmanagerindizes, Verbrauchervertrauen, Einzelhandelsumsätze oder auch der Economic Surprise Index der Citigroup sind zuletzt schwächer ausgefallen. Dazu fangen die Banken schon an, auch bereits für das erste Quartal 2021 einen Rückschlag in der Konjunktur mit einem leichten Minus zu prognostizieren: Das Szenario der Double-Dip-Recession, nach Q2 im laufenden Jahr, Rückgänge in Q4 sowie in Q1 2021. Aber wie lagen die Prognostiker im Jahr 2020 daneben? Gab es nur annähernd zuverlässige „Forecasts“, für irgend ein Quartal?

Auch wenn die US-Wahlen entschieden sind und das Risiko einer US-Verfassungskrise recht sicher vom Tisch ist, versucht der scheidende Amtsinhaber seinem Nachfolger das Leben so schwer wie möglich zu machen. Mit der Folge, dass sich auch notwendige Stützungsmaßnahmen der Wirtschaft und speziell für die vielen Coronaopfer am Arbeitsmarkt verzögern. Ein starker Belastungsfaktor für die 70-Prozent US-Konsumökonomie – indirekt damit auch für die Aktienmärkte.

Impfungen und Wirtschaftswachstum

Aber spielt das für die Aktienmärkte eine Rolle? Wir haben Ende November und wie weit blicken die Märkte in die Zukunft? Bestimmt nicht bis März. Zum Thema Antizipation habe ich schon viele Beispiele aus den letzten Rezessionen genannt. Das Entscheidende ist, ob mit den Impfungen im Winter begonnen werden kann und mit welcher Frequenz.

Sollte es tatsächlich Tausende von täglichen Impfungen geben, würde sich die Zahl derer rasch erhöhen, die im Sommer in Sachen Urlaub, Flugreise, Hotelaufenthalt, Freizeit, Kultur, viel nachholen können, was bisher nur eingeschränkt möglich war. Der Effekt könnte gigantisch ausfallen, wenn man nur manche Reaktion der Menschen inmitten der riskanten Coronasituation im Sommer 2020 betrachtet. Die Aktienmärkte antizipieren dies, die Kurse von Fluggesellschaften, Kreuzfahrtlinien u.w. haben deutlich angezogen.

Ergo: Das Wohl und Wehe der Aktienmärkte liegt nicht in der unmittelbaren Auswirkung von Covid-19 auf die Wirtschaft mit den „letzten“ Lockdowns, sondern hängt von den Fortschritten bei der Verfügbarkeit und Wirksamkeit des Corona-Imfstoffs ab. Klingt banal, aber sollte das Szenario der Impfstoffhersteller eintreten, würde die Zahl der Geimpften sogar schneller steigen, als die Zahl der Infizierten im Jahr 2020. Und wiederum würde Verwunderung eintreten, warum das Wachstum plötzlich so schlagartig anzieht.

Die Wirtschaft im produzierenden Gewerbe hat im Jahr 2020 bereits ein V hingelegt, warum es im Gesamtbereich nicht der Fall war, ist natürlich leicht nachvollziehbar. Social Distancing verhindert eine Erholung in einigen Bereichen, wie zum Beispiel im Tourismus. 330 Millionen Menschen arbeiten laut Welttourimusverband WTTC in diesem Bereich, allein in der EU machen Tourismuseinnahmen rund neun Prozent zum Bruttosozialprodukt aus, auch in der Welt liegt der Anteil auf ähnlichem Niveau. Und es gibt weitere betroffene Branchen. Klar, dass es hier keine Erholung auf den vorherigen Stand geben konnte, allen fiskalischen Maßnahmen zum Trotze. Die Ursache ist Covid-19 und hierin liegt der große Game Changer im Zusammenhang mit der Impfung.

Die Stützung durch die Notenbanken

Wer glaubt, dass sich die derzeitigen Töne im Austausch zwischen Finanzminister Steven Mnuchin und Fedchef Jerome Powell zu einer Änderung der akkommodierenden Geldpolitik auswachsen könnten, der übersieht die Bedürftigkeiten des Gesamtsystems. Weder könnten Staaten als auch viele Unternehmen eine Änderung kompensieren, noch erlaubt es die noch grassierende Pandemie. Bisher haben sowohl die Notenbankchefs als auch die Politiker von der Notwendigkeit der monetären Unterstützung bis weit ins Jahr 2021 gesprochen. Außerdem bezog sich die Forderung des Finanzministeriums an die Federal Reserve auf Fazilitäten, die gar nicht in Anspruch genommen wurden. Der Dezember dürfte bei den vorweihnachtlichen Sitzungen sogar noch einmal einen Schwung neuen Geldes ins System spülen, anders sind die Verlautbarungen der Notenbanker bei ihrem letzten (virtuellen) Treffen nicht zu deuten.

November 2020, ein Monat der Superlative

Durch die bisher ausbleibenden Minikorrekturen der Aktienmärtkte hat sich der vorletzte Monat im Jahr 2020 zu einem historischen Ausnahmemonat entwickelt. Durch die Short Squeeze nach dem Wahltag und die Kursexplosion infolge der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer liegt der S&P 500 in der bisherigen Monatsperformance bei knapp 11 Prozent (Freitagsschlusskurs), ein Anstieg, wie es ihn seit 1928 nicht mehr gegeben hat. Dies, die extremen kurzfristigen Mittelzuflüsse in die Investmentfonds, gepaart mit dem großen Optimismus, rufen eigentlich nach einer temporären Abkühlung der Aktienmärkte. Aber das Coronajahr 2020 hat bisher noch viele Statistiken missachtet.

Die Aktienmärkte im November 2020

Fazit

Die Wirtschaftsaussichten für das Jahresende sowie für den Anfang des neuen Jahres trüben sich infolge der aktuellen Entwicklungen um Covid-19 ein. Gleichzeitig kommen Zweifel auf, ob in den USA die sich verzögernden Stimulus-Maßnahmen den so wichtigen Konsum ausreichend aufrechterhalten können. Warum fallen die hoch gelaufenen Aktienmärkte dann nicht zeitnah? Weil mit jedem Tag die Aussichten für eine Impfung von Millionen Menschen ab dem ersten Quartal 2021 steigen und gleichzeitig die Zahl der bereits immunisierten Menschen (in den USA) gestiegen ist, so herzlos diese Formulierung auch klingen mag. Die Börse blickt mindestens auf den Sommer und darüber hinaus – wie wahrscheinlich ist es, dass dann Millionen Menschen ein Flugzeug von Delta Airlines oder ein Kreuzschiff von Carnival Cruise Lines betreten, einen Freizeitpark von Disney besuchen oder ein Hotel von Marriott buchen werden?

Beispiel: Man braucht sich nur den Kursverlauf des größten europäischen Reise- und Freizeit-Zertifikats betrachten, welches die betroffenen Branchen enthält. Es ist seit dem Märztief um über 75 Prozent gestiegen und hat vor allem in den letzten zwei Wochen einen Schub erhalten. Die aktuellen Verschlechterungen in der Reisebranche haben dort bisher noch kaum Spuren gezeigt, weil man eben weiter nach vorne blickt.

Aber: Kursrückschläge der Aktienmärkte kann und wird es natürlich geben, da brauchen nur Verzögerungen auftreten, bei der Zulassung des Impfstoffs, Meldungen über Nebenwirkungen oder logistische Probleme bei der Mammutaufgabe Massenimpfung. Oder aber ein Anstieg der Kapitalmarktzinsen und/oder Spekulationen auf eine vermeintlich nachlassenden monetären Geldversorgung durch die Notenbanken. Dies wäre sogar noch Börsen-relevanter als eine temporäre Verzögerung der Impfstoffstory.

Die jetzige Pattsituation der Aktienmärkte erklärt sich aus diesen gegenläufigen Kräften – aber die Wirtschaft wird sich erholen. Die durchschnittliche Dauer von zehn Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg betrug 11 Monate (8 bis 18 Monate). Wir bekommen in vielen Ländern die „Double-Dip-Recession“, aber für die Börsen ist diese – bei einem Eintritt des Positivszenarios – schon verarbeitet. Das Frühjahr soll die Wende bringen und dann geht es aufwärts, so die Indikation. Die Aktienmärkte haben dies vorweggenommen und dann kommt… vielleicht die vielfach begründete Inflation, aber das ist noch „der Schnee von morgen“.

Zunächst steht das Jahresende an mit manchem Re-Balancing in der Struktur Aktien – Anleihen in den großen Depots, aber mit einem noch stärkeren Window Dressing, so meine unveränderte Annahme. Metaphorisch gesprochen: Die Flut hebt immer noch die Boote!

Die Korrektur der Aktienmärkte läßt auf sich warten

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Übelkeit

    23. November 2020 12:26 at 12:26

    Korrekturen wird es kaum noch geben. Die Geldschwemme wird alle Boote heben. Am Ende wird sich jedoch real gemessen in Gold zeigen, dass die Aktienmärkte dennoch verlieren.

  2. Avatar

    Marko

    26. November 2020 19:39 at 19:39

    „Weil mit jedem Tag die Aussichten für eine Impfung von Millionen Menschen ab dem ersten Quartal 2021 steigen und gleichzeitig die Zahl der bereits immunisierten Menschen (in den USA) gestiegen ist, so herzlos diese Formulierung auch klingen mag. Die Börse blickt mindestens auf den Sommer und darüber hinaus – wie wahrscheinlich ist es, dass dann Millionen Menschen ein Flugzeug von Delta Airlines oder ein Kreuzschiff von Carnival Cruise Lines betreten, einen Freizeitpark von Disney besuchen oder ein Hotel von Marriott buchen werden?“

    Exakt wolfgang, exakt. Hinzu kommt noch, dass dieser Twitter-Präsidenten-Clown endlich weg ist.

    Realitisch gesehen, ist der Sommer 2021 als Wendepunkt anzusehen (und dies wäre in Sachen Impfstoffforschung , eine Rekordzeit !!), dies kann sich sogar noch beschleunigen, weil noch andere Pharma-Unternemhen etwaige Corona-Impfstoffe zulassen dürften.

    Warum wohl drehen die Kreuzfahrten nach oben ab, Tui usw .. ? Und der Knaller ist der DOW ist bei 30000 Punkten, trotz oder wegen Corona !?!!

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Dax: Der deutsche Leitindex und die deutsche Wirtschaft

Wie kann es sein, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht?

Wolfgang Müller

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Derzeit wird viel darüber gerätselt, warum es sein kann, dass der deutsche Leitindex Dax auf Rekordständen notiert, obwohl es einem Teil der Wirtschaft doch so schlecht geht? Im Bereich der Gastronomie und in vielen Dienstleistungsbranchen herrscht große Not und viele Firmen können sich nur knapp über Wasser halten. Woher also diese Divergenz, spielen die Börse komplett verrückt?

Der Dax und Deutschlands geschrumpfte Wirtschaft

Vor Kurzem wurde die erste Berechnung für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands des Jahres 2020 veröffentlicht. Es ist um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, von 3,44 auf 3,329 Billionen Euro, macht pro Bürger 40.033 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das Verarbeitende Gewerbe war besonders durch den Totaleinbruch im zweiten Quartal 2020 um 10,4 Prozent gefallen. Der Dienstleistungsbereich mit Handel, Verkehr und Gastgewerbe um 6,4 Prozent, allerdings nur deshalb vergleichsweise wenig, weil der Onlinehandel einen gewaltigen Boom erlebt hat. Die Bauausgaben hingegen nahmen gegenüber dem Vorjahr sogar um 1,4 Prozent zu.

Die Konsumausgaben der Bürger erlebten mit minus 6 Prozent den größten Rückgang seit Jahrzehnten, allerdings wirkten die Ausgaben des Staates mit plus 3,4 Prozent dagegen stabilisierend.

Der Außenhandel mit seinen Exporten und Importen von Waren und Dienstleistungen ging im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders stark natürlich der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

„Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 158,2 Milliarden Euro. Das war das erste Defizit seit 2011 und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekorddefizit des Jahres 1995, in dem die Treuhandschulden in den Staatshaushalt übernommen wurden.“ So das Statistische Bundesamt.

Wieso steht der deutsche Leitindex nun knapp über seinem Stand vom Februar 2020, dem Beginn der Corona-Krise?

Die Besonderheit des Dax

Warum also steht der deutsche Leitindex Dax höher als vor der Krise, trotz der schlechten Wirtschaftsdaten? Dafür dürfte es mehrere Ursachen geben.

Zum einen blickt der Index bereits weit in das Jahr 2021, also auf die Zeit, in der man glaubt das Virus eingedämmt zu haben und zum anderen ist er kein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft mit seinen vielen exportorientierten Titeln. Dies wird allein schon aus seiner Marktkapitalisierung ersichtlich. Diese beträgt aktuell 1,265 Billionen Euro, im Vergleich zum deutschen Bruttoinlandsprodukt von 3,329 Billionen Euro. Ganz anders die USA, wo allein der S&P 500 mit seiner 40-Billionen-Marktkapitalisierung fast schon das Doppelte der US-Wirtschaftsleistung ausmacht (20,8 Billionen Dollar).

Viele der Branchen, die das deutsche BIP ausmachen, sind gar nicht im Dax repräsentiert, oder gar nicht börsennotiert. Etwa der Mittelstand, oder die derzeit so gebeutelten Dienstleistungsbranchen, wie das Gastgewerbe, oder auch Tourismus und Kultur. Betrachtet man die vielen Pleiten und schmerzhaften Einschnitte in diesen Bereichen, so wird erkennbar, dass diese (zunächst) nicht den deutschen Leitindex tangieren. Beispielsweise Karstadt, Kaufhof, Douglas, Adler, Klier, Arko, Eiles u.v.m.

Die Unternehmen im Dax legen zum Teil schon wieder starke Unternehmensergebnisse vor. Sei es die deutsche Post, die die große Paketflut kaum bewältigen kann, der Spezialchemiekonzern Covestro, oder jüngst der größte Chemiekonzern Europas, BASF. Besonders bedeutsam, weil dieser weltweite Lieferant von Grundprodukten so etwas wie ein Frühindikator der Weltwirtschaft gilt. Die Ludwigshafener sind in nicht weniger als 90 Ländern dieser Erde präsent. Abertausende von Firmeninsidern haben dafür gesorgt, dass der Aktienkurs seit dem Coronatief bereits wieder um 75 Prozent gestiegen ist.

Was wird erst demnächst Infineon für Zahlen liefern, angesichts der großen Nachfrage nach Chips (Automobilbau)?

Unsere Automobilindustrie zeigt deutlich, wo die Corona-Krise bereits überwunden ist, in Fernost. BMW, Daimler und Volkswagen haben sehr von der Erholung der chinesischen Wirtschaft profitiert. Diese Firmen verkaufen bereits 30 bis 40 Prozent ihrer Fahrzeuge in China. Dort gibt es nach Jahren der Schrumpfung wieder einen richtigen Boom im Automobilsektor. Nicht zu vergessen der US-Markt, wo es zumindest 2021 einen schuldenfinanzierten Aufschwung geben sollte. Über die Pläne der neuen US-Administration wurde schon ausführlich berichtet.

So bleibt festzustellen: Die Kurs/Gewinn-Verhältnisse der Unternehmen des Dax liegen bei 20 von 30 Unternehmen für das Jahr 2021 gleich oder besser als der 10-Jahresdurchschnitt.

Fazit

Laut der deutschen Börse ergibt sich für den Dax in den vergangenen 30 Jahren ein durchschnittliches Kurs/Gewinn-Verhältnis von 19, längerfristig von 15. Das aktuelle KGV für das Jahr 2021 wird mit 19 angegeben, sollte es mit der deutschen Wirtschaftserholung tatsächlich so klappen, wie erwartet. Die ersten Ergebnisse der Unternehmen deuten daraufhin, dass es tatsächlich der Fall sein könnte, wenn Volkswagen selbst im Corona-Jahr noch einen Gewinn von 10 Milliarden Euro ausgewiesen hat. Der deutsche Leitindex ist zweifelsohne hoch bewertet, aber seine Kennziffern zeigen kein völliges Auseinanderdriften zur Wirtschaft, wie es zum Beispiel in den USA bei vielen Werten der Fall ist. Aber hier liegen auch die Probleme des deutschen „Performance-Index“. Er ist abhängig von der Entwicklung der großen Volkswirtschaften von China und den USA und von der Wall Street. Wenn dort die Kurse einbrechen, tun es unsere auch, zumal sich der Dax auch noch in Summa in den Händen ausländischer Investoren befindet, zumeist angelsächsischen (Beispiel BlackRock). Aber eines ist er gewiss nicht: Ein Abbild der deutschen Volkswirtschaft.

Spiegelt der Dax die deutsche Wirtschaft wider?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Woche der Quartalszahlen

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Er bespricht die nun anstehende wichtigste Woche bei den Quartalszahlen in den USA.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Dax: Wieviel Luft ist jetzt noch nach oben?

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Die zurückliegenden Tage konnte den deutschen Leitindex Dax 30 Performance, nicht wirklich zu einer richtungsweisenden Entscheidung hinreißen. Wie der Chart es zeigt, hat sich die seit geraumer Zeit laufende seitliche Performance weiter fortsetzen können. Der Chart zeigt ein relativ zerklüftetes Bild, dessen Grundaussage auch mit Nervosität tituliert werden kann. Mit Hinblick auf die Geschehnisse in den Vereinigten Staaten, kann man diesem Bild sehr schön ablesen, dass politische Entscheidungen so gut wie keinen Einfluss auf das Treiben an den Finanzmärkten nehmen. Das war auch 2016/12/08 und so weiter und so fort so!

Ausblick für den Dax:

Mit der Ausbildung von (B) ist der Dax nunmehr seit Ende Oktober beschäftigt. Die aktuelle Situation deutet auch nicht daraufhin, dass der Trendabschluss unmittelbar bevorsteht. Aktuell hat der Dax auf der 0.38-Unterstützung bei 13.712 Punkten Platz genommen. Der ausgebliebene nachhaltige Bruch dieser Supportline lässt auf die baldige Wiederaufnahme des Aufwärtstrends schließen. Diese Unterstützung ist im Grunde eine Art Limes, denn ein eventueller schlusskursbasierter Bruch würde das lehrbuchhafte Anforderungsprofil an eine Welle „4“ infrage stellen.

Wieviel Luft hat der Dax noch nach oben?
Diesen Schritt sehe ich indes nicht, zumindest nicht auf absehbare Zeit. Auf der anderen Seite sind auch keine astronomischen Ausflüge beim Dax zu erwarten. Denn mit dem größeren 1.38-Retracement (14.315 Zähler) liegt eine für sich genommen sehr mächtige Barriere in überschaubarer Entfernung. Bis zum Erreichen dieser Linie wird sich die zerrissene Performance weiter etablieren können. Größeres Ungemach kann ich dem Chart nicht ablesen.

Fazit:

Der Dax bewegt sich weiterhin in einer aufwärtsgerichteten Korrektur. Dieser Aspekt sollte Beachtung finden, weshalb ich aktuell von einer erneuten Positionierung abrate..

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