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Aktienmärkte: Woher kommt diese unheimliche Stabilität?

Derzeit ist viel Unsicherheit zu spüren: Die Erkrankung Trumps, die zweite Corona-Welle – dennoch halten sich die Aktienmärkte ausgesprochen stabil. Warum?

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Derzeit ist viel Unsicherheit zu verspüren: Die Covid-19-Erkrankung Trumps, die zweite Welle des Coronavirus, die Spekulationen um das Stimulusprogramm, die Umfrageergebnisse zum Wahlausgang und vieles mehr – dennoch halten sich die Aktienmärkte ausgesprochen stabil.

Aktienmärkte: Die extremen Markt-Faktoren des Börsenjahres 2020

Der Negativ-Monat September ist vorüber und wir stehen knapp vier Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl. Gerade im Zusammenhang mit einem mögliche Regierungswechsel ist an den Märkten ein ganz großes Damoklesschwert vorbeigezogen – die mögliche Wahl eines Bernie Sanders.

Der Linksaußen der Demokraten hatte ein erheblich Wall Street-feindlicheres Wahlprogramm, von dem, nur ein Bruchteil in die Tat umgesetzt, eine ganz andere Belastung für die monetär gedopten Aktienmärkte die Folge wäre. Eine jähe Unterbrechung der Hausse der Hightech-Märkte, höchstwahrscheinlich.

Der Termin der US-Wahlen rückt erbarmungslos näher

Dass der Wahlausgang nicht mehr der ganz dominierende Faktor ist, sieht man an den Reaktionen der Aktienmärkte auf das Verwirrspiel um die Coronainfektion Trumps und auf den immer größer werdenden Vorsprung von Herausforderer Biden – kaum Ausschläge. Dabei ist das Jahr durchaus ein volatil: Schließlich ging es in diesem durch das Coronavirus und die Rezession geprägten Ausnahmejahr bei unserem Dax bereits 17 Mal an einem Tag mehr als drei Prozent nach unten – und an acht Tagen um mehr als drei Prozent nach oben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr kam es im Dax nur ein einziges Mal zu einem Tagesverlust von mehr als drei Prozent.

Die Wahl Joe Bidens wäre nicht die Katastrophe für die Wall Street. Der Demokrat ist ein Mann der Mitte, des Ausgleichs – und nicht der Spaltung. Auch die angekündigten Wahlprogramme sind so eine Sache: Was hinterher herauskommt ist oft etwas ganz anderes, als das, was man vor der Wahl im Kampf um Wählerstimmen in die Mikrofone ruft. Auch den Demokraten ist klar, dass die Stärke der US-Wirtschaft im Hightech-Bereich liegt, mit der alten Industrie ist kein Staat mehr zu machen. Damit wird man an die großen Konzerne wie Amazon oder Facebook nicht mit Brachialgewalt herangehen, dagegen spricht schon der Lobbyismus und die gewaltige Finanzmacht der Unternehmen. „Kein Präsident regierte jemals gegen die Interessen der Wall Street“. Einzelunternehmen, Rockefeller (Standard Oil Company) oder AT&T ausgenommen.

Das Netz unter den Aktienmärkten

Noch nie gab es in einer Rezession so große Rettungspakete, wie derzeit die Hoffnung auf Stimulusprogramm Nummer fünf – sowie jemals so niedrige Zinsen. Damit wird jedem Investor klar, dass er im Falle eines Ausstiegs aus den Märkte in eine Falle tappen kann, bei der er nur wieder teurer in den Aktienmärkte hineinkommt. Eine Meldung über eine Einigung der Streithähne über das Stimulus-Paket oder auch schon die Ankündigung über die Verfügbarkeit eines Impfstoffes – und schon ist man im Hintertreffen.

Aber auch das Gegenteil ist möglich. Während ich diese Zeilen geschrieben habe, rauschte die Nachricht über die Ticker, dass Präsident Trump die Anordnung herausgegeben habe, die Verhandlungen sofort abzubrechen. Man würde nach dem Wahlsieg ein richtig dickes Stimuluspaket verabschieden. Schlagartig drehten die Aktienmärkte, der Dow Jones sackte um fast 600 Punkte nach unten ab. Daraus wird wieder einmal ersichtlich worum es den Märkten geht – um Finanzspritzen! Da ist es sekundär, wer die Wahl gewinnt.

Viele Hedgefonds aber auch Publikumsfonds mussten das obige Szenario schon x-Mal in diesem Jahr erleben. Wir befinden uns bereits im Oktober des Jahres, 12 Wochen vom Jahresultimo entfernt. Vielleicht ist damit FOMO (Fear of Missing Out) noch stärker als im Jahresverlauf? Im vierten Quartal setzte in der Vergangenheit zumeist plötzlich die so genannte Jahresendrally ein. Betrachtet man nur die Entwicklung des DAX seit seiner Gründung, so ist festzustellen, dass dieser in 27 von 32 Jahren im Schlussquartal eine positive Rendite aufwies, nur fünf mal ging es abwärts, das letzte Mal im Jahr 2018. Aber da hatte Jerome Powell die vierte Zinsanhebung des Jahres verkündet und zugleich die Fedbilanz reduziert. Eine Beeinträchtigung des monetären Faktors, wie es in den letzen 10 Jahren noch nie vorgekommen ist. Aktuell sehen wir aber das blanke Gegenteil dessen!

Natürlich gibt es auch im vierten Quartal eine Wahrscheinlichkeit heftiger Korrekturen der Aktienmärkte, allein schon durch die zweite Coronavirus-Welle, dem Gesundheitszustand der Kontrahenten Trump und Biden – und insbesondere bei einem knappen Wahlausgang, den der Amtsinhaber nicht ohne Gegenwehr akzeptieren wird. Wie würden hier seine Anhänger, speziell aus dem rechten Spektrum reagieren?

Fazit

Wenn man sich die Vorkommnisse der letzten Wochen betrachtet und die daraus resultierenden Reaktionen der Aktienmärkte, so muss man wieder einmal feststellen, dass 2020 bisher ein ziemlich ungewöhnliches Börsenjahr repräsentiert. Es passt fast nichts in punkto Saisonalität, keine üblichen Muster, ob Marktbreite, Advance/Decline-Line, Umsätze, Markbewertungen und Vieles mehr. Für dieses Jahr gab es bisher kein historisches Beispiel, auch wenn man immer (Chart-)Teilstücke aus der Vergangenheit auf die Gegenwart platziert.

Der Anlagenotstand der vielen Kapitalsammelstellen mit ihrem Zwang Rendite einzufahren sowie der Vergleich von aktiven Fonds mit der Benchmark und speziell mit den passiven ETFs zum Jahresende, führt zu großer Nervosität. Viele Publikumfonds haben ihre Investmentquote in der letzten Zeit zurückgefahren, in der Hoffnung auf das übliche Wahlszenario fallender Kurse bis zur Mitte des Monats Oktobers, wie es die vielen historischen Durchschnittscharts nahelegen. Aber bisher sind die Kurse nicht gefallen – was tun, wenn dies so bleibt? Das Entscheidende für die Aktienmärkte ist weiterhin: Kommt in diesem Jahr durch ein billionenschweres Stimulusprogramm weiter Geld in die Märkte, direkt oder über den Konsu? Und bleiben die Zinsen weiterhin so niedrig, mit ihrer Lenkungswirkung, die sich zum Jahresende sogar noch verstärken könnte?

Natürlich gibt es jede Menge Anlässe für heftige Marktkorrekturen, allein aus der speziellen Situation um die Entwicklung der Pandemie, bei zwei Kandidaten, die sogar zur besonderen Risikogruppe zählen – oder, wie gestern Abend erlebt, aus dem taktischen Verwirrspiel um das Stimulusprogramm. Was Corona betrifft, dürfte jetzt jeder gewarnt sein, durch die Auswirkungen Donald Trumps spezieller Inaugurationsfeier (Richterin Barrett) im Vorgarten des Weißen Hauses.

Die finanzielle Repression sorgt dafür, dass die Aktienmärkte sich so stabil halten

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Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Und das ist wohl kein Zufall, denn die zweite Corona-Welle mit den damit verbundenen Lockdowns sind ein vorher so nicht eingepreister game changer für den wirtschaftlichen Ausblick. Diesmal aber ist der Abverkauf der Aktienmärkte in dieser Woche vor allem durch die großen Tech-Werte getrieben: am Montag SAP in Deutschland, heute die Schwergewichte Apple und Amazon jeweils gut 5% im Minus nach Vorlage der Quartalsergebnisse. Selbst gute Zahlen wie bei Amazon werden abverkauft – was „riecht“ der Markt? Ist das nur die Unsicherheit or der US-Wahl – oder kommt da etwas größeres auf uns zu?

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