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Aktienmärkte: Zinssenkungen, Kapitalströme – und Risiken

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Die Turbulenzen gehen weiter für die Aktienmärkte – wir werfen daher einen Blick auf die aktuelle Lage, wie sie sich jetzt darstellt.

Zinssenkungen

Die US-Notenbank senkte die Zinssätze überraschend um 50 Basispunkte (jetzt 1 % – 1,25 %) und erklärte damit implizit der Welt, dass sie kein unabhängiges Gremium ist – was Trump wiederum dazu veranlasste, weitere Zinssenkungen zu fordern: Die USA müsse das Zins-Niveau anderer großer Volkswirtschaften erreichen – ohne zu sagen, welche Volkswirtschaften er meint. Aber er machte klar, dass es umso besser sei, je niedriger die Zinssätze sind.

Die Bank of Canada hat gestern Nachmittag die Zinsen um 50 Punkte auf 1,25% gesenkt. Wie geht es weiter? Wer ist der Nächste? Wir glauben, dass eine Reihe von Zentralbanken ebenfalls die Zinsen senken werden aus Sorge über die möglichen Auswirkungen dieser Pandemie auf die Realwirtschaft und die Aktienmärkte. Das Problem besteht darin zu verstehen, wie lange die Pandemie andauern wird, und wir schließen nicht aus, dass einige Institutionen zusätzlich zu den Zinssenkungen eine reale geldpolitische Lockerungspolitik verfolgen, wobei Australien an der Spitze steht (das die Zinsen um 25 Punkte gesenkt hat, wobei die Zinsen jetzt bei 0,50% liegen).

Das Ausmaß der Zinssenkungen deutet für viele darauf hin, dass eine mögliche Ausbreitung, gar eine weitere exponentielle Zunahme des Coronavirus, als realistisch eingeschätzt wird von den Notenbanken. In dieser Welt, in der die Inflation nicht mehr der Bezugspunkt für die Geldpolitik der Zentralbanken sein muss, könnten weitere Zinssenkungen auf globaler Ebene die Maßnahmen sein, die in die Praxis umgesetzt werden. Das bedeutet: die Wirtschaftswissenschaft wird gewissermaßen völlig neu geschrieben werden müssen.

 

Aktienmärkte: Risiko-off noch in Sicht?

Anders als die Aktienmärkte sind die Devisenmärkte noch recht ruhig. Euro, Yen und teilweise Schweizer Franken spielen weiterhin die Rolle einer Fluchtwährung. Der US-Dollar befindet sich derzeit noch in der Korrekturphase, nach den Gewinnmitnahmen nach den letzten Anstiegen des Greenback. Sollte sich die Situation verschlechtern, könnte es zu sehr volatilen und nicht unbedingt einseitigen Bewegungen der Währungen kommen.

Ausgehend von der Tatsache, dass die Märkte nicht Dollar-zentriert sind – was wir in den letzten Wochen gesehen haben mit einem starken Dollar gegenüber den Rohstoffwährungen, aber gleichzeitig mit Schwäche gegen Euro, Yen und Franken – können wir uns einen Dollar in einer Safe-Hafen-Position nur dann vorstellen, wenn alle anderen Zentralbanken mit schnellen Zinssenkungen in der gleichen Größenordnung wie die Fed (die wahrscheinlich erneut senken wird) vorgehen sollten. Ohne einen solchen Aktivismus anderer Notenbanken dürfte die amerikanische Währung weiter unter Druck stehen. Der Euro ist weiterhin potentiell eher zu kaufen, während an der asiatischen Front die Bewegungen des austalischen wie auch des neuseeländischen Dollars wahrscheinlich von den Schritten der australischen Zentralbank abhängen werden.

Aktienmärkte

Die Aktienmärkte konsolidieren derzeit. Rallys wie auch Abverkäufe sind realistisch – es herrscht viel Volatilität. Die Kapitalströme zeigen uns, dass wir uns nicht eindeutig in einer Phase der Risiko-Bereitschaft befinden, ebenso wenig wie wir uns eindeutig in einer Phase der Risiko-Aversion befinden. Die Aktienmärkte stoppten zunächst den Abverkauf, und die Liquidität, die Ende der letzten Woche freigesetzt wurde (durch Verkäufe von Gold, das am Ende der Woche sehr stark gefallen war), wurde zum Teil in die Aktienmärkte (die sich wieder erholt haben und in naher Zukunft weitere Anstiege versuchen könnten) und zum Teil immer noch in sichere Anlagen/Währungen (Gold, Franken etc.) investiert.

Vermutlich sind die Aktienmärkte noch länger in einer volatilen Phase mit dynamischen Rallys und ebenso dynamischen Abverkäufen!

Die Aktienmärkte vor einer volatilen Periode

 

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Corona und SAP

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Corona-Anstiege in den USA und Europa sind heute ein Thema. Aber auch die aktuelle Revision der Aussichten von SAP sind in New York aktuell Thema.

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Dax: Unterschreitet der Dax dieses Niveau droht Abverkauf!

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In Bezug auf die jüngste Prognose hat sich der deutsche Leitindex, Dax 30, durch die Weiterführung der Korrektur, nahezu mustergültig verhalten. Auch wenn die Performance vom letzten Handelstag (Freitag letzter Woche) einen positiven Eindruck hinterlassen könnte, konnte auch diese Minirallye noch keine richtungsweisende Entscheidung bewirken. Das Einhalten des Fahrplanes konnte einer Umstellung des Szenarios entgegenwirken, wie der Chart es zeigt. Nach wie vor sehe ich relativ optimistisch in die nähere Zukunft, erwarte ich übergeordnet auch künftig schönes Wetter, für den Dax.

Ausblick für den Dax:

Mit der Fortführung der Korrektur (c) konnte der Dax Welle (c) nahezu mustergültig ausbilden. Aktuell liegt noch kein regelkonformer Abschluss dieser Welle noch nicht vor, doch deutet der Verlauf vom Freitag darauf hin, dass der Dax diesen Schritt begehen möchte. Ein Schlusskurs über dem Widerstand bei 12.704 Punkten (0.62-Retracement) würde Welle (c) abschließen und einen neuen, zunächst sehr begrenzten, Aufwärtstrend ins Leben rufen.

Der Dax und seine entscheidende Unterstützung bei 12290 Punkten

Eine größere Aufwärtsbewegung würde sich indes erst durch ein nachhaltiges Überschreiten der 0.76-Linie (13.096 Punkte) einstellen.
Dieser Schritt würde den Dax mindestens bis zur 1.38-Linie bei 13.914 Punkten steigen lassen. Auf der anderen Seite würde sich die Situation signifikant eintrüben, sollte sich der Aktienindex zum nachhaltigen Bruch der 1.00-Unterstützung (12.290 Punkte) entscheiden. Gesetzt den Fall, schließt sich eine größere Korrektur an, deren erste Anlaufstelle durch das große 0.50 Retracement (11.694 Punkte) gebildet wird.

Fazit:

Momentan befindet sich der Dax noch im Korrekturmodus, sodass ein erneutes auf längere Sicht angelegtes Engagement (noch) nicht zu empfehlen ist.

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Aktienmärkte: Was für fallende Kurse spricht – die Belastungsfaktoren

Im ersten Teil („Aktienmärkte vor US-Wahl: Wer siegt, Bulle oder Bär? Das Bullen-Szenario“) hatte ich die Positiv-Faktoren für die Aktienmärkte benannt. Was aber spricht für fallende Kurse?

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Im ersten Teil hatte ich die Positiv-Faktoren für die Aktienmärkte benannt. Was aber spricht nun für fallende Kurse?

Aktienmärkte: Die zweite Corona-Welle ist da

Die zweite Coronawelle ist da: Die Marke von 500.000 Neuinfizierten weltweit und pro Tag, wurde kürzlich erreicht. Durch den Anstieg der Infektionen mit Covid-19 auf über 11.000 zum Ende der letzten Woche in Deutschland, befanden sich bereits 350.000 Menschen in Quarantäne, Ende September waren es noch 140.000.

Rekordzahlen, wohin man blickt: USA 83.000 Neuinfektionen, Frankreich 45.000, Italien 21.000, Spanien 20.000, aber auch Deutschland mit über 14.000. Deshalb sollen ab Montag in Italien wieder viele Freizeiteinrichtungen geschlossen werden, in Spanien erinnern die Maßnahmen an den Alarmzustand des Frühjahrs.

Aber gemessen an der Bevölkerung sind die kleinen EU-Länder Tschechien und Belgien mit ihrer Bevölkerungszahl von 10-11 Millionen Einwohner am härtesten getroffen. Die Infektionszahlen je 100.000 Einwohner waren in den vergangenen 14 Tagen nach Angaben der zuständigen Stelle in der EU jeweils fast zehn Mal so hoch wie in Deutschland.

Das hat Aktienmärkte wie den Dax bereits belastet – und dürfte mehr und mehr Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Immer mehr Volkswirte sprechen von einer möglichen Double-Dip-Recession, sollte der Anstieg der Infektionszahlen nicht bald gestoppt werden. Und das dürfte die Aktienmärkte zunächst nicht kalt lassen!

Weltweit hat man deshalb die Marke von einer halben Million Infektionen täglich überschritten. Was viel klingt aber eigentlich wenig ist im Hinblick auf eine Herdenimmunisierung angesichts einer Weltbevölkerung von über 7600 Millionen Menschen. Allerdings dürfte die wahre Infektionszahl – Stichwort Dunkelziffer – weitaus höher legen, vielleicht sogar bei Faktor 10.

Antikörpertests aus den Metropolen Indiens oder Brasiliens (auch Mexikos), wo die Ausbreitung durch die Verhältnisse explodiert sein muss, geben Hinweise darauf. Denn die Infektionszahlen in diesen beiden Ländern haben sich seit ihren Höchstständen vor zwei Monaten etwa halbiert – in gegensätzlicher Entwicklung zur westlichen Welt. Ebenso in Israel, wo sich die Infektionszahlen nach dem Lockdown bereits gefünftelt haben.

Dass sich die Corona-Entwicklung bald auch im Konsumsektor in Deutschland bemerkbar machen könnte, der immerhin 51 Prozent des BIP ausmacht, sieht man an der Entwicklung des GFK-Konsumklimas. Das Verbrauchervertrauen fiel von minus 1,7 auf minus 3,1 Prozent im November. Von seinem Tief im Mai von minus 23,1 Punkten war es bis in den August hinein auf minus 0,3 Punkte geklettert, um angesichts der Sorgen um einen Lockdown wieder langsam nach unten zu gleiten. Das GfK-Konsumklima als eine Art zweiter Infektionsindex?

Aber auch Tourismus leidet weiter. Die jüngsten Zahlen zu den Flugbuchungen sind stark rückläufig und liegen bereits wieder 73 Prozent hinter den Vorjahreszahlen, vor zehn Wochen waren es noch minus 56 Prozent. Ähnliches geben die neuesten Daten des Tourismuskonzerns TUI wieder.

Ausblick auf die Woche

Die Konjunkturdaten dieser Handelswoche beginnen mit dem Ifo-Index aus Deutschland, der nicht nur in der jüngsten Vergangenheit gute Hinweise auf die Entwicklung der Wirtschaft gegeben hat. Deutschland ist ein Exportland, der Dax ein Exportindex, deshalb sind die Ausblicke der insgesamt 9000 Unternehmenschefs ein wichtiger Konjunkturindikator für Deutschland. Und erstmals seit fünf Monaten, das zeigen die heute vormittag veröffentlichten ifo-Zahlen, ging der Index wieder zurück.

Außerdem ist die Veröffentlichung der Daten für das Bruttoinlandsprodukt für die USA (Donnerstag) und Deutschland (Freitag) sehr interessant. Hat der antizipatorische deutsche Leitindex nicht ein sehr heftiges V fabriziert, bis Anfang Juni? Dort hatte er sein Hoch bei 12913 Punkten erreicht, seitdem pendelt er in einer Range und steht heute ungefähr 250 Punkte tiefer. Könnte also bedeuten, dass das Wachstum in Q4 erst einmal sehr mager (oder geringer) ausfällt.

Ja und dann haben wir auch noch die Woche mit dem größten Aufkommen an Quartalszahlen im S&P 500. Melden doch am Donnerstag dieser Woche tatsächlich gleichzeitig Alphabet, Amazon, Apple und Facebook ihre Zahlen. Das dürfte für die Aktienmärkte ein entscheidender Tag sein angesichts der Marktkapitalisierung der Tech-Schwergewichte! Sind die Erwartungen diesmal zu hoch – siehe die Reaktion auf die SAP-Zahlen heute?

Fazit

Vielleicht ist die Wahl am 3. November gar nicht das große Ereignis für die Börsen. Der Artikel „Präsidentschaftszyklen und die Börse“ gibt ein paar Hinweise darauf, wie sich die Aktienmärkte entwickeln. Sollte sich Corona nicht bald eindämmen lassen, bleibt den Regierungen und Notenbanken in den nächsten Wochen gar nichts anderes übrig, als zu „retten“ und zu „drucken“, was das Zeug hält. Das wiederum könnte paradoxerweise jedoch die Aktienmärkte stützen.

Die Gefahrenabwehrbehörden können gar nicht anders, als bei Zunahme der Inzidenzzahlen zumindest regionale Lockdowns anzuordnen. Bei allen Diskussionen über das Übermaßverbot gibt es in Deutschland den Schutzbereich des Art. 2 Grundgesetz mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit/Leben.

Und für die USA könnte demnächst gelten: Die schönen Wahlprogramme sind zunächst erst einmal zweitrangig. Vorrang hat für alle Nationen die wirtschaftliche Entwicklung, die Verhinderung weiterer Lockdowns, somit stochern alle ein wenig im Nebel, Volkswirte, Kommentatoren und auch Politiker. Die Halbwertszeit und die Validität von Wirtschafts-und Politiknews gehen für mich daher aktuell ziemlich in den Keller.

Und was die Eingangsfrage betrifft – eher Vorsicht, immer mit dem Blick auf die Statistiken der John-Hopkins-Universität oder des RKI.

Die Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte - Steilvorlage für Bären?

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