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Aktienmärkte: „Zustände wie in Kriegszeiten“! Warum jetzt Singapur und Hongkong wichtig werden

Chinas Vizepremierministerin Sun Chunlan spricht von “Zuständen wie in Kriegszeiten”, die auf das Land zukämen. Nächste Tage entscheidend

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte stellt sich nun die entscheidende Frage: wie schnell verbreitet sich das Coronavirus weiter, und daran anschließend: wie lange wird China quasi still stehen. Da die ofiziellen Zahlen aus China sehr wahrscheinlich nicht die Wirklichkeit korrekt widerspiegeln (und das aus vielerlei Gründen: von der Überlastung des chinsischen Gesundheitssystems bis hin zur Vertuschung der Ausbreitung durch Peking, um keine Panik zu schüren), kommt nun zwei zentralen Hubs, die direkt an Festlands-China angrenzen, zentrale Bedeutung zu: Singapur und Hongkong.

Sowohl Singapur als auch Hongkong haben mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich zuverlässigere Erfassungmethoden bei Infizierungen – dazu kommt, dass es in beiden Ländern zumindest in Ansätzen eine freie Presse gibt und die jeweiligen Regierungen deutlich transparenter agieren als das autoritäre Peking. Besonders Singapur gilt unter Wissenschaftlich in Sachen Seuchenbekämpfung und Transparenz als vorbildlich. Man hat gewissermaßen westliche Standards auf hohem Niveau in diesem Bereich.

Nun hat Singapur vor wenigen Minuten die Alarmstufe auf „orange“ erhöht und damit auf das gleiche Level wie einst bei der SARS-Welle (damit noch unter der Stufe „rot“, die den Ausbruch einer Pandemie kennzeichnet). Die Anhebung der Alarmstufe erfolgt, weil drei Bewohner Singapurs sich mit dem Coronavirus infiziert haben, die keine Reisen nach Festlandschina unternommen hatten – und in keiner Beziehung zu registrierten infizierten Personen in Singapur standen.

In Hongkong ist die Zahl der Infizierten noch niedrig – gleichwohl hat die Lam-Regierung die Grenzen zu Festlandschina nun geschlossen. Für die Aktienmärkte ist nun entscheidend, ob die Infizierungen in Singapur und Hongkong zunehmen – und natürlich vor allem in den USA. Die Wall Street ist der Auffassung, dass die Folgewirkungen des Coronavirus nur temporär seien (mit anschließend dann starkem Rebound aufgrund der Nachholeffekte), solange die Infizierungen in den USA nicht zunehmen und damit direkt die amerikanische Wirtschaft treffen. Wenn aber „zuverlässige“ Regierungen wie Singapur und Honkong einen stärkeren Anstieg der Infizierungen melden, dürfte das auch die Wall Street nervös machen.

Peking wiederum geht davon aus, nun in einer entscheidenden Phase zu sein: Chinas Vizepremierministerin Sun Chunlan spricht von “Zuständen wie in Kriegszeiten”, die auf das Land zukämen. Bei einem Besuch in Wuhan sagte Sun: “Es darf keine Deserteure geben, sonst werden sie für immer an die Säule der historischen Schande genagelt”.  Die 11-Millionen-Megacity Wuhan ist inzwischen zu einer Geisterstadt mutiert, wie Drohnenaufnahmen zeigen.

Unterdessen rufen immer mehr chinesische Importeure die „force majeure“ aus – sie verweigern die Annahme etwa von Kupfer-Lieferungen aufgrund der zusammenbrechenden Nachfrage in China. Peking wiederum hat angekündigt, unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen zentrale Tech-Produktionen wieder aufnehmen zu wollen.

Vielleicht fällt durch die Entwicklung am Wochenende die Entscheidung darüber, ob die Aktienmärkte stärker korrigieren – oder eben nicht, wenn die Lage nicht weiter eskaliert.

Die nächsten Tage könnten für die Aktienmärkte entscheidend werden wegen des Coronavirus

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Pessi-Mist

    7. Februar 2020 12:08 at 12:08

    Heute gelesen in einer Zeitung. ( Bekannter Journalist)
    Die Börse hat das Virus abgehackt.Nach vielen positiven Aspekten nur ein kleiner Satz, dass es vielleicht
    doch schlimmer kommen könnte.
    Ist die Presse tendenziös oder sind die Journalisten alles Vo……Pfosten.
    Aus Länder mit schlechter medizinischer Versorgung u. Kontrolle gibt es anscheinend keine Fälle?

  2. Avatar

    H.P.

    7. Februar 2020 19:36 at 19:36

    Singapur grenzt nicht direkt an China, sondern an Malaysia und Indonesien und Thailand ist auch noch dazwischen. Das ändert allerdings an der geschilderten Problematik nichts.

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