Die Aktienmärkte stehen erneut im Spannungsfeld zwischen Euphorie und Risiko. Während der S&P 500 nach einer beispiellosen Rally historische Höchststände erreicht, richtet sich der Blick der Anleger auf die Fed: Ihre Entscheidungen über die Zinsen könnten darüber entscheiden, ob die Hausse weitergetragen wird – oder ob sich ein jäher Wendepunkt ankündigt.
Aktienmärkte zwischen Boom und Crash
In ihrem neuen Video „Die Saat für einen Generationswechsel an der Börse ist gesät“ analysiert Bravos Research den steilen Anstieg der US-Aktienmärkte und bewertet die Chancen und Risiken einer Fortsetzung der Rally.
Drei Jahre nach dem markanten Tiefpunkt im September 2022 haben die Aktienmärkte eine fulminante Rally hingelegt. Der S&P 500 konnte in dieser Zeit um 84 Prozent zulegen – ein historisch seltenes Ereignis, das seit 1927 nur sieben Mal beobachtet wurde. Doch die Vergangenheit zeigt: Solch außergewöhnliche Kursgewinne sind oft Vorboten größerer Korrekturen. Ob sich die Geschichte wiederholt, hängt entscheidend von der Geldpolitik der US-Notenbank Fed ab.
Ein Blick zurück verdeutlicht die Ambivalenz der Situation. Nach ähnlich starken Anstiegen kam es in den 1920er- und 1980er-Jahren zu abrupten Einbrüchen. Im Gegensatz dazu setzte sich die Hausse 1997 noch fast drei Jahre fort, bevor ein Zinsschwenk der Fed das Ende des Booms einleitete. Die historische Datenlage ist damit zwiespältig: Mal kam der Rückschlag innerhalb weniger Monate, mal erst nach Jahren. Der folgende S&P-500-Chart von TradingView zeigt den Anstieg um rund 90 Prozent vom Tief im September 2022.

Viel hängt an der Fed
Bravos Research, ein auf Handelsstrategien spezialisiertes Analysehaus, hat die historischen Parallelen genauer untersucht. Auffällig ist ein klarer Zusammenhang zwischen Zinsentwicklung und Marktdynamik. Immer dann, wenn die Fed die Zinsen erhöhte und damit ihre Geldpolitik straffte, folgte der Wendepunkt rasch. So führte die Zinswende Ende 2021 zu massiven Verlusten im Jahr darauf. In Phasen hingegen, in denen die Notenbank die Zinsen senkte oder stabil hielt, konnten die Aktienmärkte ihre Aufwärtsbewegung länger ausdehnen.
Aktuell spricht vieles für Letzteres. So hat die Fed im September die Zinsen gesenkt und weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt. Damit ähnelt die heutige Lage eher den Mustern von 1927, 1936 oder 1997. In diesen Jahren hielt die Rally noch über Monate oder gar Jahre an, da eine lockere Geldpolitik sie antrieb. Im Durchschnitt ergaben sich in diesen Szenarien 15 weitere Monate mit Kursgewinnen, bevor ein Hochpunkt an den Aktienmärkten erreicht wurde. Doch der Preis für eine lange Euphoriephase ist hoch: Je länger die Übertreibung anhält, desto heftiger fällt später die Korrektur aus. Historische Rückgänge von 35 Prozent und mehr sind keine Seltenheit.
Zwiespältige Situation
Für Investoren ergibt sich daraus ein zweigleisiges Bild. Kurzfristig könnte der Rückenwind durch niedrige Zinsen und dem anhaltenden KI-Boom die Aktienmärkte weiter antreiben. Die starke Marktbreite, positive Trendindikatoren und das günstige geldpolitische Umfeld stützen diese Sichtweise. Gleichzeitig bleibt das Risiko einer abrupten Wende bestehen, sollte die Fed gezwungen sein, wieder auf einen restriktiveren Kurs umzuschwenken.
Bravos Research mahnt deshalb zur Flexibilität: Entscheidend sei nicht, an einer einmal aufgestellten These festzuhalten, sondern sich konsequent an neuen Daten und Marktbewegungen auszurichten. Wer die Zeichen einer nachlassenden Dynamik oder einen geldpolitischen Kurswechsel der Fed ignoriert, läuft Gefahr, von einer plötzlichen Abwärtswelle überrollt zu werden.
Damit steht der S&P 500 mittelfristig an einem Scheideweg: Entweder verlängert die Fed mit ihrer lockeren Politik die laufende Hausse und sorgt so für eine Übertreibung an den Aktienmärkten oder sie setzt, sobald sie die Zinsen wieder anhebt, den Startschuss für eine der heftigeren Korrekturen in der Geschichte der Börse. Im Moment spricht jedoch mehr für Ersteres. Solange es keinen externen Schock gibt, stehen die Zeichen auf eine lockere Geldpolitik bei stabiler Wirtschaft. In der Geschichte sorgte dies für steigende Aktienkurse.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
…na das würde doch gut passen…FED Chefs warnen laut Statistiken im Schnitt ca. 3 Jahre zu früh vor zu ambitionierten Börsen…da läuft das erstmal bis Ende 2028 so weiter…
Mal sehen, wie wir morgen das gestern erklären werden. Die FED ist auf dem Weg in die Abhängigkeit vom Willen der DT-Regierung. Das dicke Ende in Sicht mancher Hinsicht wird noch kommen. Vieles was DT auf den Weg bringt, oder einfach nur durchsetzt, ist nicht gut. Die USA stehen früher oder später vor einer Zerreißprobe. Die FED wird gestutzt und wer sich dagegen stellt wird zerrieben. Natürlich weiß ich auch nicht was kommen wird und was noch geradegebogen werden kann. Aber vielleicht werden die USA wieder in lose Staatenbündnisse zerfallen. Wer weiß….