Folgen Sie uns
  • Direkt Trade
  • marketsx
  • Täglich Handelssignale für den DAX

Indizes

Aktienmarkt: Chinas neuer Virusausbruch als Korrekturverstärker?

Avatar

Veröffentlicht

am

In der letzten Woche war es zur lange erwarteten Korrektur am heiß gelaufenen Aktienmarkt gekommen. Der Leitindex S&P 500 hatte in den fünf letzten Handelstagen um 4,7 Prozent nachgegeben, beim DAX waren es sieben. Am Freitag dann bereits wieder die Gegenbewegung. Doch jetzt kamen die Vorfälle aus China mit einer neuen Sars-CoV-2-Quelle. Bekommen die zögerlichen Großanleger in den USA jetzt recht und die Kurse tauchen weiter ab oder müssen sie noch in den Markt?

Aktienmarkt: Die Antreiber der ungewöhnlichen Rally

Was wir in den letzten zwölf Wochen am Aktienmarkt gesehen haben, war in seiner Dimension (Zeitdauer und Ausmaß) schon ungewöhnlich. Über die unglaubliche Wirkung der Bazookas wurde von vielen Autoren hier schon ausführlich geschrieben. Allein die Grafik mit der Kongruenz des Anstieg beim Index S&P 500 und der Notenbankbilanz spricht Bände. Auch die Rolle der Hunderttausende von Kleinanlegern, die im Lockdown erkannt zu haben glauben, man könne bei den niedrigen Handelskosten an den Börsen das persönlich ganz große Rad drehen. Da dürfte es am Donnerstag einige böse erwischt haben, mit gehebelten Depots und kreditfinanzierten Assets. Doch ein Teil der Großanleger ist nicht mit von der Partie. Wir haben bereits Mitte Juni, es steht der große Verfallstag an den Börsen an und die Abrechnung der Fonds zum zweiten Quartal 2020. Was könnte sich aus der aktuellen Gemengelage an Headwinds und Tailwinds für die kurzfristige Entwicklung am Aktienmarkt ergeben?

Gegenwindfaktoren

Da ist natürlich die absolute Überkauftheit des Marktes zu nennen, mit all den Parametern die Markus Fugmann in seinen Videos schon mehrfach aufgezeigt hat. Ob KGVs, 50-Tagesdurchschnitte, RSI, VIX, Optionsmärkte und viele weitere technische Faktoren, die Donnerstagskorrektur hat daran nicht zuviel geändert. Auch wenn der Aktienmarkt schon sehr viel weiter in die Zukunft blickt, waren die immer schneller steigenden Kurven selbst optimistischen Wirtschaftsannahmen enteilt. Allein der Dax war in der Vorwoche um 1300 Punkte gestiegen und hätte bei Fortschreibung der Entwicklung bereits zu Quartalsende 15.000 Punkte erreicht.

Alles dies schreit nach Konsolidierung – hinzu kommt ein Ereignis, welches allein durch die Schlagzeilen in der Presse die Investorenstimmung schlagartig verändern könnte. Das Auftreten neuer Infektionen auf einem Markt in China, einem Ort, von dem dieses weltumspannende Ereignis einer Pandemie ausging. Psychologisch fatal in seiner Symbolwirkung – aber China wird alles tun, um Bilder von unhygienischen Freiluftmärkten zu unterbinden. Schließlich hatte man es „offiziell“ geschafft, als bevölkerungsreichstes Land der Erde (1,439 Milliarden Menschen) die Zahl der Fälle auf unter 100 zu drücken – anders als der große Konkurrent in Amerika.

Unterstützungsfaktoren

Noch nie in den letzten Jahrzehnten gab es einen weltweiten Lockdown, bei dem zwei Drittel der werktätigen Menschen weltweit in Quarantäne getrieben und die Wirtschaft so zu Boden geworfen wurde. Aber man hebt diesen Stück für Stück auf, Branche für Branche, Land für Land. Zugleich wurde noch nie soviel Geld in die Hand genommen, um eine Weltwirtschaft im Volumen von 86,6 Billionen Dollar (2019) zu unterstützen.

Noch nie gab es einen derartigen Anlagenotstand mit Nullzinsen in den großen Regionen und mit Staatsanleihen, die im zweistelligen Billionenbereich negativ notieren.

All dies sind weiterhin gültige Stützungsfaktoren für den Aktienmarkt.

Hier geht es nicht um die Frage, was anschließend passiert, wenn sich die Wirtschaft wieder erholen wird, das neu Geschaffene Geld aber weiter zirkuliert.

Der Gedanke, man könne doch getrost einmal eine zeitlang auf Rendite verzichten und an der Seitenlinie abwarten, mag zwar für Privatpersonen praktikabel sein, aber nicht für Pensionsfonds, Versicherungen, für jede Art von Kapitalsammelstellen – ohne Rendite kollabieren Wirtschaft, Finanz- und Vorsorgesysteme.

Wobei wir bei den aktuellen Stützungsfaktoren wären. Wurde nicht vor wenigen Wochen gemeldet, dass die Cashpositionen der Fonds mit 4,8 Billionen Dollar auf langjährigen Hochs stehen würde?

Hat nicht der Meister des Investings, Stanley Druckenmiller, kürzlich berichtet, dass er die Rally nicht mitgemacht habe und er nur mit drei Prozent im Plus liege, während der S&P 500 eine Superhausse von 40 Prozent hingelegt hat?

Liegen die großen Investmentfonds nicht in ihrer Gesamtheit deutlich hinter der Performance der Aktienmärkte, gut 10 Börsentage vor Ende des Quartals und der nächsten Abrechnung Aktiv- gegen Passivanlage?

Und wenn es in der Korrektur jetzt weiter nach unten gehen sollte, bildet dieses Kapital nicht ein gewisses Auffangnetz, wenn man (endlich) billiger wieder in den Aktienmarkt kommt?

Einblicke in die reale Dimension der Gewinneinbrüche bei den Unternehmen kommen erst ab der zweiten Juliwoche, also nach Ende des zweiten Quartals.

Der dritte November 2020

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist der immer näher rückende Wahltermin und das Bestreben der US-Regierung den US-Konsum aufrechtzuerhalten.

Bereits vor Monaten habe ich in Artikeln über das große Bild darüber geschrieben, dass Donald Trump und auch die Federal Reserve alles daran setzen werden, um die Märkte und den Konsum hochzuhalten. Dies gilt nicht nur für den Fall weiter steigender Arbeitslosenzahlen, sondern auch für Börsenkorrekturen.

Der Aktienmarkt schreit bei jeder Verschlechterung sofort nach dem nächsten Stimuluspaket – nach dem letzten Einbruch am letzten Donnerstag haben Trumps Gefolgsleute Steven Mnuchin und Larry Kudlow sofort die nächste Billion Dollar in den Fokus gestellt!

Der zweite Antrieb für den Aktienmarkt sind die Aufhebungen des Lockdowns und die Hoffnungen darauf. Zwar steigen die Infektionszahlen noch in 20 von 50 US-Bundesstaaten, aber nicht in entscheidenden Wirtschaftsregionen und in der Gesamtzahl. Die Grafik sieht nicht nach bedrohlichem Anstieg aus.

Das Coronavirus stoppt den Höhenflug am Aktienmarkt

Man sollte dabei auch nicht immer nur auf die amerikanischen Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten blicken. Die USA sind absoluter Nachzügler mit den höchsten Infektionszahlen und dem spätesten Maßnahmen, sowohl bei der Eindämmung als auch bei der Beendigung des Lockdowns.

Termine in dieser Woche

Obwohl aktuelle Konjunkturdaten derzeit nicht die überragende Bedeutung haben – Schnee von gestern bei einem Lockdown -, kann man doch gespannt sein, ob sich vom Horrormonat April auf den Mai schon erkennbare Aufwärtstendenzen zeigen. So wie bei den US-Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion für den Monat Mai am Dienstag oder der Philadelphia-Fed-Index am Donnerstag. Für Deutschland steht am Dienstag der ZEW-Index auf der Agenda, der im Gegensatz zum Ifo-Index jedoch eher als Stimmungsindikator zu sehen ist. Ja und nicht zu vergessen der Triple-Witching-Day am Freitag, an dem viele Wetten auslaufen, auf eine der ungewöhnlichsten Kurzzeitrallys am Aktienmarkt der letzen Jahre.

Fazit

Obwohl sich Regierungen und Notenbanken mit allen Mitteln gegen die Wirtschaftseinbrüche stellen werden, die verunsicherten Verbraucher vielleicht schon bald zur alten Gewohnheiten zurückkehren, bleibt weiter die große Unbekannte im Spiel, das unsichtbare Virus Sars-CoV-2. Mit all den möglichen Entwicklungen, wie Mutation des Virus, Entwicklung zu einer Art Schnupfenvirus, wie es Professor Drosten kürzlich in die Diskussion gebracht hat, Grundimmuninität eines Teils der Bevölkerung, da es immer mehr Fälle gibt, bei denen Lebenspartner trotz intensivstem Kontakt mit Infizierten gar nicht erkranken. Chinas neuer Ausbruchsherd wird für mehr Verunsicherung sorgen, was der Aktienmarkt gar nicht mag. Auch wenn das Netz für die Aktienmärkte zumindest auf Sicht für ein paar Monate gespannt ist – Geldflut der Rettungsmaßnahmen und historisch einmalige Anlagesituation – ist damit ein weiterer Grund geliefert für ein ausgedehntes Sommer-W an den Börsen, natürlich mit unvorhersehbaren unteren und oberen Umkehrpunkten.

Der Aktienmarkt reagiert verunsichert auf den erneuten Ausbruch des Coronavirus in Peking

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Shorti

    15. Juni 2020 10:34 at 10:34

    Müssen die zögerlichen Grossanleger noch in den Markt? Nachdem in den letzten Wochen nur gekauft wurde u.sogar die Bären mit gezwungenen Short- Eindeckungen zu Käufern wurden, könnte man annehmen, dass auf den grossen Verfall hin alle diese Kaufpositionen verfallen, also verkauft werden.Dies könnte auch ohne neue Schwarzen Schwäne ( junge Coronas) eine Korrektur herbeiführen.
    Alle die den Altmeister Buffett belächelt haben , könnten sich getäuscht haben.Er wurde als zu alt kritisiert.
    Muss man jung ,naiv u.euphorisch sein um Gelddrucken als Problemlösung gut zu finden?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0?

Avatar

Veröffentlicht

am

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleben wir eine regelrechte Flucht in Technologie-Aktien. Insbesondere die Nasdaq eilt seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar profitieren einige Technologie-Werte von der aktuellen Situation während der Pandemie, aber was zurzeit abläuft, grenzt an absurder Euphorie. Man muss sich nur den Chart von Tesla anschauen, hier fehlt nur das Fähnchen, dass man an die Fahnenstange hängen kann. Tesla ist nur eins von vielen Beispielen. Auch Apple hat seit dem März-Tief einen Anstieg von über 80 Prozent hingelegt. Als Info an alle Börsenanfänger – solche Steigerungsraten sind NICHT normal.

Diesmal ist alles anders

Diesmal ist es aber anders als in der Zeit des „Neuen Markt“. Damals wurde alles gekauft, dass nicht bei drei auf den Bäumen war. Dazu gehörten auch Unternehmen, die übertrieben gesagt, irgendwo in einer Garage an unnützer Software gearbeitet haben. Im Gegensatz dazu, ist es diesmal so, dass sich die Euphorie nicht auf eine große Anzahl von Techwerten konzentriert, sondern nur auf wenige Unternehmen. Hier sind die großen Technologie-Unternehmen zu nennen – Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook, Netflix und Nvidia. Diese sieben Unternehmen machen mittlerweile 50 Prozent des gesamten Index aus.

Klumpenbildung der Technologie-Werte

Die Situation ist auch den ETFs geschuldet. Um gute Wachstumsraten für ihre Kunden zu gewährleisten, müssen sie die großen Technologie-Werte übergewichten. Dadurch verstärkt sich der Effekt. Steigen die Kurse der großen Technologie-Unternehmen, dann zieht das mehr und mehr Käufer aus allen Bereichen an – Private, Institutionelle und Fonds. Entsprechend erhöht sich das Risiko einer Klumpenbildung. Kommt es zu einer erneuten Korrektur, wäre das ein Problem, da alle gleichzeitig durch eine kleine Tür rauswollen.

Weltweite Rezession

Es scheint auch fast so, als ob die Investoren vergessen, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden. Diese Rezession ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat nämlich einen Faktor, der derzeit ignoriert wird – Unsicherheit. Damit ist gemeint, dass aktuell niemand voraussagen kann was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Auch die Technologie-Unternehmen sind davon betroffen. Apple setzt zum Beispiel weniger Handys ab, Facebook hat weniger Werbeeinnahmen und Teslas Absatz an Automobilen ist alles andere als beeindruckend. Die ab nächste Woche beginnende Berichtssaison wird mehr Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie tatsächlich auf die Unternehmensgewinne auswirkt.

Aktuelle Entwicklung der Technologie-Unternehmen

In den nachfolgenden Grafiken kann man einerseits die Kursentwicklung der großen fünf Technologie-Unternehmen in dem letzten Monat erkennen sowie die Relation vom Nasdaq zum S&P500. Insbesondere der Chart des Nasdaq in Relation zum S&P zeigt deutlich, dass die Entwicklung der Technologie-Werte auf dem Weg ist eine neue Blase zu bilden. Demnach brauchen wir nicht mehr über Bewertungen zu sprechen. Es wurde mehrfach in anderen Artikeln darauf hingewiesen, dass diese fernab von Gut und Böse sind. Geschuldet ist diese Situation natürlich auch den Geldflutungen und Stimuli von Notenbanken und Staaten. FED-Chef Powell hat zwar vor kurzem betont, dass man durch die Maßnahmen keine Blasenbildung erzeugen möchte, aber genau das ist was gerade passiert. Die Corona-Pandemie wird noch länger Einfluss auf die Märkte haben und Unsicherheit verbreiten. Früher oder später muss Luft aus der Blase abgelassen werden, sonst droht das Platzen.


Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0? Corona

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei S&P 500 und Nasdaq

Avatar

Veröffentlicht

am

Wie ist kurz vor dem Wochenende die Lage im S&P 500 und im Nasdaq? Das schaue ich mir ganz aktuell im folgenden Video direkt am Chart an. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte aktuell: Der nächste Corona-Hype durch Remdesivir

Avatar

Veröffentlicht

am

Und die nächste Jubelmeldung über ein Medikament, welches das Coronavirus bekämpfen soll. Remdesivir (der schon wieder) soll laut ganz aktueller Veröffentlichung des Herstellers Gilead Sciences das Todesrisiko bei Patienten um 62 Prozent senken. Hurra, es kann endlich wieder aufwärts gehen an der Börse? Die Aktienmärkte steigen. Der Dow Jones steigt in den letzten Minuten um 150 Punkte, der Dax um 54 Punkte. Wie lange kann diese Euphorieblase dieses Mal die Kurse pushen? Wann folgt die Enttäuschung? Oder ist es dieses Mal wirklich der Durchbruch?

weiterlesen

Werbung

marketsx Top Strategie Erfolgreiche Trades

Werbung

Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

ico Capital.com
Capital.com CFD Trading App
Kostenfrei