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Aktienmarkt: Dip kaufen – sagt Mike Wilson – die Gründe

Ein Top-Stratege der Wall Street rät klar dazu, in Dips am amerikanischen Aktienmarkt hinein zu kaufen. Dafür nennt er mehrere Gründe.

Michael Wilson. Foto: Victor J. Blue/Bloomberg

Die letzten Monate zeigten immer wieder: Egal wie schlimm Donald Trump seine Zoll-Agenda vorantrieb: Immer wieder kauften Anleger zu tiefen Kursen ein und stützten den Aktienmarkt. So auch dieses Mal? Arbeitsmarktdaten vom Freitag zeigten eine US-Konjunktur, die seit Mai deutlich schlechter läuft. Dazu hat Trump jüngst auch reihenweise endgültige Zölle gegen viele Länder verkündet, was die Stimmung belastet.


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Nun ist die Frage: Bleibt die Stimmung „mal wieder“ nur kurzfristig gedämpft, und Dip-Käufer ziehen die Kurse wieder hoch? Oder erkennt man am Aktienmarkt, dass die nun in Kraft tretenden Zölle den Welthandel doch massiv belasten werden? Ein Top-Anlagestratege hat dazu eine klare Meinung: Anleger sollten die Verkaufswelle am US-Aktienmarkt aufgrund der robusten Gewinnaussichten für das kommende Jahr zum Kauf nutzen, so sagt es aktuell laut Bloomberg News Morgan Stanley-Stratege Michael Wilson.

Während der S&P 500 unter dem Druck des schwächelnden Arbeitsmarktes und der durch Zölle bedingten Inflation steht, die eine Zinssenkung durch die US-Notenbank verzögern könnten, sollten Anleger jeden Rückgang als Kaufgelegenheit betrachten, schrieb Wilson in seiner heutigen Mitteilung. „Die sich fortsetzende Erholung hat begonnen, wie unsere Analyse der Gewinnrevisionen zeigt“, schrieb Wilson. „Während die Fed vorerst an ihrer Politik festhält, dürfte die Kombination aus nachlassendem Inflationsimpuls im weiteren Jahresverlauf und einer Schwäche des Arbeitsmarktes einen robusten Zinssenkungszyklus begünstigen.“

Die Rekordrally bei US-Aktien kam letzte Woche zum Stillstand, als der S&P 500 nach sechs Rekordhochs in Folge vier Tage in Folge Verluste verzeichnete. Die Kurse am Aktienmarkt sanken am Freitag, nachdem Daten ein verlangsamtes Beschäftigungswachstum und steigende Arbeitslosigkeit zeigten und Präsident Donald Trump eine Reihe von Zöllen für US-Handelspartner ankündigte.

Grafik zeigt jüngst großen Rückgang am Aktienmarkt

Positiv zu vermerken ist, dass die Berichtssaison für das zweite Quartal deutlich besser ausfällt als erwartet. Laut Daten von Bloomberg Intelligence sind die Unternehmen im S&P 500 auf dem besten Weg, einen Gewinnsprung von 9,1 % zu erzielen, was weit über den Prognosen der Analysten von 2,8 % liegt. Der Anteil der Unternehmen, die die Erwartungen übertreffen, ist ebenfalls der höchste seit vier Jahren.

David Kostin, Stratege bei Goldman Sachs, sagte, dass die Unternehmensführer bislang zuversichtlich klangen, die Auswirkungen der Zölle auf die Gewinne abfedern zu können. Zwar dürfte der Druck auf das Umsatzwachstum durch die Abgaben in der zweiten Jahreshälfte zunehmen, doch sollten der Aktienmarkt durch die Gewinne der Mega-Cap-Technologieunternehmen und die Fiskalpolitik bis 2026 gestützt werden, so Kostin.

Bei Morgan Stanley sagte Michael Wilson, dass die Einführung von KI, die Schwäche des Dollars und Steuersenkungen als Rückenwind für Aktien wirken werden. Der Stratege gehörte bis Mitte 2024 zu den pessimistischsten Stimmen in Bezug auf US-Aktien.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Claudio Kummerfeld hat langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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1 Kommentar

  1. Der Ex-Dauerbär Mike Wilson hat doch die letzten Jahre bewiesen, dass er keine validen Prognosen auf Dauer abgeben kann. Jetzt ist er zum Bullen geworden. Wieso sollte er jetzt recht haben? Und wieso hört man immer noch auf ihn? Antwort: Der Mensch lechzt nach einem Halt, einem Anker, auch wenn er sich nicht als richtig herausstellt. Das ist das Lebenselixier für eine Prognosebranche, die in Realität keinen Mehrwert bietet. Sondern nur Unterhaltung und Clickbaits.

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