Laut Michael Hartnett von der Bank of America haben optimistische globale Investoren ihre Bestände am Aktienmarkt auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren erhöht, sodass für Pessimisten kein Platz mehr bleibt. Netto 56 % der in der jüngsten Branchenumfrage der Bank befragten Fondsmanager sind in Aktien übergewichtet. Das ist der höchste Stand seit November 2021, so sagt es laut Bloomberg das Team von BofA-Strategen unter der Leitung von Michael Hartnett. Die Bargeldallokation ist auf „extrem niedrige“ 3,5 % gesunken.
Aktienmarkt: Fondsmanager erstaunlich optimistisch
„Der Konsens lautet: Keine makroökonomische Abkühlung, keine Zinserhöhung der Fed, keine Kürzung der KI-Investitionen, kein Durchmarsch der Demokraten, keine Bären“, so schreiben es Michael Hartnett und seine Kollegen. Also das absolut perfekte Szenario (Goldilocks) am Aktienmarkt? Nicht so ganz! „Die Positionierung empfiehlt Anlegern weiterhin, sich aus Risikoanlagen zurückzuziehen oder innerhalb dieser umzuschichten, anstatt neu zu investieren“, sagten die BofA-Experten und bekräftigten damit ihre jüngste Empfehlung, in defensivere Marktsegmente zu wechseln.
Die Umfrage vom August deutet darauf hin, dass Anleger vor den Zwischenwahlen im November keine Zinserhöhung der Federal Reserve erwarten und dass diese Wahlen kein starkes Abschneiden der Demokratischen Partei bringen werden, das die Rallye möglicherweise stören könnte. Unter Fondsmanagern herrscht allgemein die Ansicht, dass es zu keiner nennenswerten Abschwächung der US-Konjunktur kommen wird und dass Unternehmen, die stark in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz investieren, ihre Ausgaben fortsetzen werden.
Seit dem jüngsten Rekordschlusshoch des S&P-500-Index am 13. August hat sich Vorsicht am Aktienmarkt breitgemacht. Es herrscht wachsende Nervosität angesichts steigender Renditen bei Anleihen mit längerer Laufzeit, was die Sorge um die Inflation und den durch Schulden angeheizten KI-Boom widerspiegelt. Darüber hinaus hat die Haltung von US-Präsident Donald Trump, dass er kein Interesse daran habe, das ausgelaufene Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran zu verlängern, einen erneuten Anstieg der Ölpreise ausgelöst.
Die BofA führte ihre Umfrage vom 7. bis zum 13. August durch. 180 Befragte verwalten zusammen ein Vermögen von 525 Milliarden US-Dollar. Die Strategen bezeichneten die Umfrage als die drittoptimistischste Einschätzung der Anlegerstimmung seit 2022.
Long-Positionen in globalen Halbleitern sind nach Ansicht der Befragten nach wie vor der am häufigsten genutzte Trade am Aktienmarkt, auch wenn sich diese Tendenz deutlich abgeschwächt hat: Netto 53 % nannten dies als Strategie, gegenüber 82 % im Vormonat. Anleger sehen eine KI-Blase als das größte Tail-Risiko an, während die Investitionsausgaben der Hyperscaler als wahrscheinlichste Ursache für ein Kreditereignis angesehen werden. Dennoch erwarten netto 71 % in diesem Jahr keine Kürzung der KI-Ausgaben, und 58 % gehen davon aus, dass die Technologie den Arbeitsmarkt frühestens 2028 beeinträchtigen wird.
Kommentar
FMW: Fondsmanager sehen offenbar das große Goldilocks-Szenario, also die beste aller Welten. Wie die BofA es schreibt – weiterhin gute US-Konjunktur, keine höheren Fed-Zinsen, weiterhin hohe KI-Investitionen, weiterhin Republikaner-Mehrheit nach den Zwischenwahlen im November. Weiterhin also ein ideales Umfeld für einen steigenden Aktienmarkt in den USA? Diesen Optimismus kann man „fast schon bewundern“. Alles müsste gleichzeitig genau so eintreffen wie gewünscht. Dass zum Beispiel die Anleiherenditen durch die Decke gehen (wie es jetzt gerade passiert) – sowas spielte vor einer Woche zur Zeit der Umfrage noch keine Rolle, oder passte nicht ins Bild? Die Fondsmanager scheinen doch ein ganzes Stück zu optimistisch zu sein. Wenn ein völliger Optimismus im Markt herrscht, ist das ein Zeichen dafür, vorsichtig zu werden.
FMW/Bloomberg
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Wenn die Anleger schon zu 100 Prozent investiert sind …haben die kein Geld mehr… um in einem möglichen Crash nochmal nachzukaufen …ganz einfach…“den Einstand zu verbilligen“ heißt das in der Fachsprache..
Im März des Jahres 2003 und 2009 lag dagegen die Cashquote bei über 75 Prozent….DAX bei unter 2200 (03 ) bzw 3700 Punkten…( 09 )…