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Aktienmarkt in Shanghai bricht ein

Während die meisten asiatischen Börsen heute Nacht Zugewinne verbuchen konnten, ging es in Shanghai mit -2,4% heftig nach unten. Es waren die Highflyer der letzten Wochen und Monate, die heute abverkauft wurden: Banken (Bank of China -4.6%, China Construction Bank -4.2%, und Agricultural Bank of China -4.1%) und Broker-Unternehmen.

Für den Abverkauf gibt es keine wirklichen Gründe – ausser dem physikalischen Gesetz, das alles was steigt, irgendwann wieder fällt. Die Hausse in Shanghai in den letzten Wochen und Monaten war fast ausschließlich getrieben von Privatinvestoren, die der seit August von der Regierung initialisierten Medienkampagne folgten, wonach es für China nun Zeit sei, einen starken Aktienmarkt zu entwickeln – die Verlinkung der Börsen Hongkong und Shanghai sollte dafür das Symbol sein. Wohl nicht zufällig war der Shanghai Composite der zweitstärkste Aktienindex der Welt in 2014, und wie Anfang der Woche bekannt wurde, dürfte bald auch der Marktplatz in Shenzhen mit Hongkong verlinkt werden.

Trotz des heutigen Rückgangs aber sind die Chancen für eine Fortsetzung der Rally gut. Von der westlichen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hatte die Regierung in Peking kürzlich Investitionen in Infrastrukturprojekte von 1,1 Billionen Dollar beschlossen. Die Anleger in China vertrauen darauf, dass sich China schlichtweg keine schlechte Stimmung leisten kann und die Regierung daher immer wieder Stimulusmassnahmen ergreifen wird, um die Konjunktur zu stützen. Bad news in Sachen Konjunktur – das haben die Chinesen von den Amerikanern gelernt – sind daher good news für die Aktienmärkte.

Und in Sachen Wirtschaft vertrauen – anders als in der Politik – die Chinesen offenkundig den Amerikanern: so hatte die amerikanische Beratungsgesellschaft McKinsey in einer Analyse die These aufgestellt, dass eine erleichterte Kreditvergabe etwa durch Online-Banken das chinesische BIP um 1 bis 2% steigern könne. Als am letzten Sonntag dann die erste Online-Bank Chinas ihre Geschäftstätigkeit aufnahm, erschien Chinas Premierminister Li Keqiang daher höchstpersönlich zum Fototermin.



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